{"id":263793,"date":"2025-08-11T17:26:11","date_gmt":"2025-08-11T14:26:11","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/rakete-und-feder-effekt-darum-ist-diesel-gerade-so-teuer\/"},"modified":"2025-08-11T17:26:35","modified_gmt":"2025-08-11T14:26:35","slug":"rakete-und-feder-effekt-darum-ist-diesel-gerade-so-teuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/rakete-und-feder-effekt-darum-ist-diesel-gerade-so-teuer\/","title":{"rendered":"\u201eRakete und Feder\u201c-Effekt \u2013 darum ist Diesel gerade so teuer"},"content":{"rendered":"<p>Wer sich einen Diesel kauft, tut dies normalerweise wegen der Preisersparnis beim Tanken. Der Kraftstoff ist an den Zapfs\u00e4ulen in der Regel deutlich g\u00fcnstiger als Benzin \u2013 und gleicht damit \u00fcber l\u00e4ngere Zeit die meist h\u00f6heren Anschaffungskosten f\u00fcr den Diesel-Pkw aus. <\/p>\n<p>Doch wer in den vergangenen Wochen an Tankstellen gehalten hat, hat nur selten g\u00fcnstige Diesel-Preise gesehen. Gerade im Juli lag Diesel fast gleichauf mit anderen Kraftstoffen, in Einzelf\u00e4llen war <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/diesel\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/diesel\/\">Diesel<\/a> sogar teurer als Benzin. Schuld daran sind geopolitische Konflikte \u2013 aber auch die Preispolitik der Mineral\u00f6lkonzern. Und auch auf lange Sicht d\u00fcrfte ein Diesel-Pkw in immer weniger F\u00e4llen rentabel sein.<\/p>\n<p>Begonnen hat das aktuelle Preishoch beim Diesel im Juni. Von rund 1,54 Euro zu Beginn des Monats kletterte der Preis bis zum Ende des Monats auf 1,64 Euro \u2013 und bewegte sich damit parallel zum <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/oelpreis\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/oelpreis\/\">\u00d6lpreis<\/a>. Denn der war nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran in die H\u00f6he geschnellt. <\/p>\n<p>Auch die Benzinpreise waren zun\u00e4chst angestiegen. Doch der Preis f\u00fcr E10 ist bereits Mitte Juli auf sein Ausgangsniveau zur\u00fcckgekehrt. Diesel notiert indes noch immer \u00fcber der Marke von 1,60 Euro.<\/p>\n<p>Dass Diesel st\u00e4rker auf internationale Krisen und Marktschwankungen reagiert, ist nicht ungew\u00f6hnlich. \u201eDer Diesel ist krisenanf\u00e4lliger, unter anderem, weil wir sehr viel mehr davon importieren\u201c, hei\u00dft es vom ADAC. Tats\u00e4chlich wurden im Jahr 2024 laut dem Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gut 32 Millionen Tonnen Diesel in Deutschland abgesetzt \u2013 fast 13 Millionen davon wurden importiert. Vom Kraftstoff <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/benzin\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/benzin\/\">Benzin<\/a> wurden hingegen lediglich 18 Millionen Tonnen abgesetzt und zwei Millionen Tonnen importiert. <\/p>\n<p>Besonders deutlich hatte sich die Importabh\u00e4ngigkeit Deutschlands nach dem russischen \u00dcberfall auf die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/ukraine\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/ukraine\/\">Ukraine<\/a> im Jahr 2022 gezeigt. Im Jahresschnitt lag der Diesel-Preis laut ADAC sogar mehr als acht Cent h\u00f6her als der von E10.<\/p>\n<p>Trotzdem m\u00fcsste der Diesel-Preis  an den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/tankstellen\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/tankstellen\/\">Tankstellen<\/a> eigentlich bereits st\u00e4rker gesunken sein, kritisiert der ADAC. \u201eF\u00fcr das aktuell hartn\u00e4ckige Preishoch beim Diesel gibt es eigentlich keinen Grund\u201c, erkl\u00e4rt der Autofahrerclub gegen\u00fcber WELT. Denn das Hoch der \u00d6lpreise hat nach den Angriffen auf den Iran bereits nachgelassen. \u201eMit Preissenkungen lassen sich die Konzerne nun aber speziell beim Diesel offenbar Zeit.\u201c Mehr noch: \u201eDiesel m\u00fcsste gemessen am Steuerunterschied rund 20 Cent g\u00fcnstiger sein als Benzin\u201c, teilt der ADAC mit. <\/p>\n<h3>Kartellamt kritisiert Preisbildung bei Diesel <\/h3>\n<p>Auch das Bundeskartellamt <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.bundeskartellamt.de\/SharedDocs\/Meldung\/DE\/Pressemitteilungen\/2025\/07_09_25_Jahresbericht.html?nn=49836\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.bundeskartellamt.de\/SharedDocs\/Meldung\/DE\/Pressemitteilungen\/2025\/07_09_25_Jahresbericht.html?nn=49836\">hatte bereits im Februar<\/a> wegen der Preisentwicklung nach Russlands Angriffskrieg die Wettbewerbsbedingungen im Mineral\u00f6l-Sektor ausgewertet \u2013 und gefolgert, dass die \u201eBedingungen f\u00fcr einen funktionierenden Wettbewerb im Mineral\u00f6lbereich in Deutschland schwierig sind\u201c, so Kartellamtschef Andreas Mundt.<\/p>\n<p>Eines der Probleme sei die hohe Markttransparenz durch den Einfluss von Preisnotierungen. Dienstleistungsanbieter erstellen dabei Preisempfehlungen auf Basis von tagesaktuellen Meldungen und Informationen von Marktteilnehmern, beispielsweise \u00fcber konkrete Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcsse. Auf dieser Grundlage werden dann langfristige Liefervertr\u00e4ge festgelegt.<\/p>\n<p>Allerdings werden diese in Deutschland ma\u00dfgeblich von zwei Anbietern herausgegeben. Laut Kartellamtschef Andreas Mundt besteht dadurch das Risiko einer Kollusion, also \u201eeiner stillschweigenden Einigung der Marktteilnehmer auf ein Preisniveau, das \u00fcber dem Wettbewerbspreis liegt.\u201c Au\u00dferdem k\u00f6nnten Marktteilnehmer die Preisnotierungen beispielsweise durch selektive Meldungen manipulieren.<\/p>\n<p>Und: Es kommt laut dem Kartellamt immer wieder zum \u201eRocket-and-Feather\u201c-Effekt, auf Deutsch \u201eRakete und Feder\u201c. W\u00e4hrend geopolitische Krisen durch einen Anstieg des \u00d6lpreises etwa rasch zu steigenden Spritpreisen f\u00fchren, lassen sich die Anbieter bei sinkenden Roh\u00f6lpreisen Zeit, bis sie diese an Verbraucher weitergeben. Hier werden also erst Margen gesichert \u2013 und dann Gewinne mitgenommen.<\/p>\n<p>Der Tankstellen-Interessenverband (TIV), der die Tankstellen-P\u00e4chter vertritt, begr\u00fc\u00dft die klare Positionierung des Kartellamtes. \u201eDie politische Absicht eines Wettbewerbs, in dem es eine Preiskonkurrenz gibt, die dem Verbraucher am Ende \u00fcber Angebot und Nachfrage zugutekommt, wird durch das Preisbildungssystem ausgehebelt\u201c, erkl\u00e4rte ein Sprecher gegen\u00fcber WELT. <\/p>\n<p>Der TIV fordert deshalb mehr Transparenz \u00fcber die Preise. \u201eDurch die Markttransparenz kann ich fast in Echtzeit verfolgen, wie sich meine Wettbewerber im Markt verhalten.\u201c Wenn also jede Entwicklung im Markt auf Knopfdruck abrufbar sei und Preis\u00e4nderungen ebenso direkt an die Tankstellen ausgespielt werden k\u00f6nnen, brauche es keine heimlichen Kartellabsprachen mehr.<\/p>\n<h3>Diesel immer seltener rentabel<\/h3>\n<p>Damit ist aber noch nicht das ganze Unheil von Diesel-Fahrern erfasst. Denn ein Gro\u00dfteil der Kraftstoffpreise basiert auf Steuern und Abgaben. Beim Benzin machen Energie- und Mehrwertsteuer sowie die CO2-Abgabe 61 Prozent, beim Diesel rund 53 Prozent des Preises aus, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.adac.de\/verkehr\/tanken-kraftstoff-antrieb\/tipps-zum-tanken\/7-fragen-zum-benzinpreis\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.adac.de\/verkehr\/tanken-kraftstoff-antrieb\/tipps-zum-tanken\/7-fragen-zum-benzinpreis\/\">berichtete der ADAC zu Jahresbeginn<\/a>. W\u00e4hrend rein auf Abgaben-Basis also Diesel laut ADAC 20 Cent g\u00fcnstiger sein m\u00fcsste als Benzin, ist das f\u00fcr die Zukunft alles andere als gesetzt.<\/p>\n<p>Im Gegenteil: Wie es die EU-Richtlinie vorsieht, wird die CO2-Abgabe in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Bereits jetzt ist Tanken und Heizen durch die nationale CO2-Bepreisung seit 2021 schrittweise teurer geworden \u2013 zuletzt Anfang des Jahres. Das soll den Aussto\u00df des Treibhausgases reduzieren und helfen, die Klimaziele zu erreichen. Beim Diesel ist die CO2-Abgabe knapp 2 Cent h\u00f6her als beim Benzin.<\/p>\n<p>Allerdings wird ab dem Jahr 2027 nicht mehr die Bundesregierung wie bisher Festpreise festlegen. Vielmehr wird der nationale CO2-Preis durch ein EU-weites Verfahren abgel\u00f6st, bei dem sich der CO2-Preis im freien Markt bildet. Der ADAC geht davon aus, dass die Spritpreise stark steigen werden \u2013 es sei <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article255431626\/ADAC-warnt-vor-drastisch-steigenden-Spritpreisen-Bis-zu-19-Cent-pro-Liter.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article255431626\/ADAC-warnt-vor-drastisch-steigenden-Spritpreisen-Bis-zu-19-Cent-pro-Liter.html\">ein weiterer Anstieg von bis zu 19 Cent pro Liter Benzin und Diesel m\u00f6glich<\/a>.<\/p>\n<p>Die Folgen: Schon jetzt ist die Rentabilit\u00e4t eines Diesel-Kaufs fraglich. Die alte Faustregel, dass der Diesel-Pkw zwar teurer in der Anschaffung sein mag, man den Preisunterschied aber langfristig \u00fcber die Ersparnis an der Zapfs\u00e4ule wieder hereinf\u00e4hrt, gilt nur noch bedingt. \u201eFr\u00fcher hat sich ein Diesel-Pkw gegen\u00fcber einem Benziner ab circa 15.000 Kilometer j\u00e4hrlicher Fahrleistung finanziell gelohnt\u201c, erkl\u00e4rt ein ADAC-Sprecher dazu. \u201eMittlerweile ist das oft erst ab \u00fcber 20.000 Kilometern der Fall. Bei einigen Modellen rechnet sich der Diesel im Prinzip gar nicht mehr.\u201c<\/p>\n<p><b><em>Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201e<\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\"><b><em>Business Insider Deutschland<\/em><\/b><\/a><b><em>\u201c.<\/em><\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/steffen-bosse\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/steffen-bosse\/\"><b><em>Steffen Bosse<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber alle Themen aus der Autoindustrie und der Beratungsbranche.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich einen Diesel kauft, tut dies normalerweise wegen der Preisersparnis beim Tanken. 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Auch die Benzinpreise waren zun\u00e4chst angestiegen. Doch der Preis f\u00fcr E10 ist bereits Mitte Juli auf sein Ausgangsniveau zur\u00fcckgekehrt. Diesel notiert indes noch immer \u00fcber der Marke von 1,60 Euro.Dass Diesel st\u00e4rker auf internationale Krisen und Marktschwankungen reagiert, ist nicht ungew\u00f6hnlich. \u201eDer Diesel ist krisenanf\u00e4lliger, unter anderem, weil wir sehr viel mehr davon importieren\u201c, hei\u00dft es vom ADAC. Tats\u00e4chlich wurden im Jahr 2024 laut dem Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gut 32 Millionen Tonnen Diesel in Deutschland abgesetzt \u2013 fast 13 Millionen davon wurden importiert. Vom Kraftstoff Benzin wurden hingegen lediglich 18 Millionen Tonnen abgesetzt und zwei Millionen Tonnen importiert. Besonders deutlich hatte sich die Importabh\u00e4ngigkeit Deutschlands nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine im Jahr 2022 gezeigt. Im Jahresschnitt lag der Diesel-Preis laut ADAC sogar mehr als acht Cent h\u00f6her als der von E10.Trotzdem m\u00fcsste der Diesel-Preis an den Tankstellen eigentlich bereits st\u00e4rker gesunken sein, kritisiert der ADAC. \u201eF\u00fcr das aktuell hartn\u00e4ckige Preishoch beim Diesel gibt es eigentlich keinen Grund\u201c, erkl\u00e4rt der Autofahrerclub gegen\u00fcber WELT. Denn das Hoch der \u00d6lpreise hat nach den Angriffen auf den Iran bereits nachgelassen. \u201eMit Preissenkungen lassen sich die Konzerne nun aber speziell beim Diesel offenbar Zeit.\u201c Mehr noch: \u201eDiesel m\u00fcsste gemessen am Steuerunterschied rund 20 Cent g\u00fcnstiger sein als Benzin\u201c, teilt der ADAC mit. Kartellamt kritisiert Preisbildung bei Diesel Auch das Bundeskartellamt hatte bereits im Februar wegen der Preisentwicklung nach Russlands Angriffskrieg die Wettbewerbsbedingungen im Mineral\u00f6l-Sektor ausgewertet \u2013 und gefolgert, dass die \u201eBedingungen f\u00fcr einen funktionierenden Wettbewerb im Mineral\u00f6lbereich in Deutschland schwierig sind\u201c, so Kartellamtschef Andreas Mundt.Eines der Probleme sei die hohe Markttransparenz durch den Einfluss von Preisnotierungen. Dienstleistungsanbieter erstellen dabei Preisempfehlungen auf Basis von tagesaktuellen Meldungen und Informationen von Marktteilnehmern, beispielsweise \u00fcber konkrete Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcsse. Auf dieser Grundlage werden dann langfristige Liefervertr\u00e4ge festgelegt.Allerdings werden diese in Deutschland ma\u00dfgeblich von zwei Anbietern herausgegeben. Laut Kartellamtschef Andreas Mundt besteht dadurch das Risiko einer Kollusion, also \u201eeiner stillschweigenden Einigung der Marktteilnehmer auf ein Preisniveau, das \u00fcber dem Wettbewerbspreis liegt.\u201c Au\u00dferdem k\u00f6nnten Marktteilnehmer die Preisnotierungen beispielsweise durch selektive Meldungen manipulieren.Und: Es kommt laut dem Kartellamt immer wieder zum \u201eRocket-and-Feather\u201c-Effekt, auf Deutsch \u201eRakete und Feder\u201c. W\u00e4hrend geopolitische Krisen durch einen Anstieg des \u00d6lpreises etwa rasch zu steigenden Spritpreisen f\u00fchren, lassen sich die Anbieter bei sinkenden Roh\u00f6lpreisen Zeit, bis sie diese an Verbraucher weitergeben. Hier werden also erst Margen gesichert \u2013 und dann Gewinne mitgenommen.Der Tankstellen-Interessenverband (TIV), der die Tankstellen-P\u00e4chter vertritt, begr\u00fc\u00dft die klare Positionierung des Kartellamtes. \u201eDie politische Absicht eines Wettbewerbs, in dem es eine Preiskonkurrenz gibt, die dem Verbraucher am Ende \u00fcber Angebot und Nachfrage zugutekommt, wird durch das Preisbildungssystem ausgehebelt\u201c, erkl\u00e4rte ein Sprecher gegen\u00fcber WELT. Der TIV fordert deshalb mehr Transparenz \u00fcber die Preise. \u201eDurch die Markttransparenz kann ich fast in Echtzeit verfolgen, wie sich meine Wettbewerber im Markt verhalten.\u201c Wenn also jede Entwicklung im Markt auf Knopfdruck abrufbar sei und Preis\u00e4nderungen ebenso direkt an die Tankstellen ausgespielt werden k\u00f6nnen, brauche es keine heimlichen Kartellabsprachen mehr.Diesel immer seltener rentabelDamit ist aber noch nicht das ganze Unheil von Diesel-Fahrern erfasst. Denn ein Gro\u00dfteil der Kraftstoffpreise basiert auf Steuern und Abgaben. Beim Benzin machen Energie- und Mehrwertsteuer sowie die CO2-Abgabe 61 Prozent, beim Diesel rund 53 Prozent des Preises aus, berichtete der ADAC zu Jahresbeginn. W\u00e4hrend rein auf Abgaben-Basis also Diesel laut ADAC 20 Cent g\u00fcnstiger sein m\u00fcsste als Benzin, ist das f\u00fcr die Zukunft alles andere als gesetzt.Im Gegenteil: Wie es die EU-Richtlinie vorsieht, wird die CO2-Abgabe in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Bereits jetzt ist Tanken und Heizen durch die nationale CO2-Bepreisung seit 2021 schrittweise teurer geworden \u2013 zuletzt Anfang des Jahres. Das soll den Aussto\u00df des Treibhausgases reduzieren und helfen, die Klimaziele zu erreichen. Beim Diesel ist die CO2-Abgabe knapp 2 Cent h\u00f6her als beim Benzin.Allerdings wird ab dem Jahr 2027 nicht mehr die Bundesregierung wie bisher Festpreise festlegen. Vielmehr wird der nationale CO2-Preis durch ein EU-weites Verfahren abgel\u00f6st, bei dem sich der CO2-Preis im freien Markt bildet. Der ADAC geht davon aus, dass die Spritpreise stark steigen werden \u2013 es sei ein weiterer Anstieg von bis zu 19 Cent pro Liter Benzin und Diesel m\u00f6glich.Die Folgen: Schon jetzt ist die Rentabilit\u00e4t eines Diesel-Kaufs fraglich. Die alte Faustregel, dass der Diesel-Pkw zwar teurer in der Anschaffung sein mag, man den Preisunterschied aber langfristig \u00fcber die Ersparnis an der Zapfs\u00e4ule wieder hereinf\u00e4hrt, gilt nur noch bedingt. \u201eFr\u00fcher hat sich ein Diesel-Pkw gegen\u00fcber einem Benziner ab circa 15.000 Kilometer j\u00e4hrlicher Fahrleistung finanziell gelohnt\u201c, erkl\u00e4rt ein ADAC-Sprecher dazu. \u201eMittlerweile ist das oft erst ab \u00fcber 20.000 Kilometern der Fall. 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Auch die Benzinpreise waren zun\u00e4chst angestiegen. Doch der Preis f\u00fcr E10 ist bereits Mitte Juli auf sein Ausgangsniveau zur\u00fcckgekehrt. Diesel notiert indes noch immer \u00fcber der Marke von 1,60 Euro.Dass Diesel st\u00e4rker auf internationale Krisen und Marktschwankungen reagiert, ist nicht ungew\u00f6hnlich. \u201eDer Diesel ist krisenanf\u00e4lliger, unter anderem, weil wir sehr viel mehr davon importieren\u201c, hei\u00dft es vom ADAC. Tats\u00e4chlich wurden im Jahr 2024 laut dem Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gut 32 Millionen Tonnen Diesel in Deutschland abgesetzt \u2013 fast 13 Millionen davon wurden importiert. Vom Kraftstoff Benzin wurden hingegen lediglich 18 Millionen Tonnen abgesetzt und zwei Millionen Tonnen importiert. Besonders deutlich hatte sich die Importabh\u00e4ngigkeit Deutschlands nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine im Jahr 2022 gezeigt. Im Jahresschnitt lag der Diesel-Preis laut ADAC sogar mehr als acht Cent h\u00f6her als der von E10.Trotzdem m\u00fcsste der Diesel-Preis an den Tankstellen eigentlich bereits st\u00e4rker gesunken sein, kritisiert der ADAC. \u201eF\u00fcr das aktuell hartn\u00e4ckige Preishoch beim Diesel gibt es eigentlich keinen Grund\u201c, erkl\u00e4rt der Autofahrerclub gegen\u00fcber WELT. Denn das Hoch der \u00d6lpreise hat nach den Angriffen auf den Iran bereits nachgelassen. \u201eMit Preissenkungen lassen sich die Konzerne nun aber speziell beim Diesel offenbar Zeit.\u201c Mehr noch: \u201eDiesel m\u00fcsste gemessen am Steuerunterschied rund 20 Cent g\u00fcnstiger sein als Benzin\u201c, teilt der ADAC mit. Kartellamt kritisiert Preisbildung bei Diesel Auch das Bundeskartellamt hatte bereits im Februar wegen der Preisentwicklung nach Russlands Angriffskrieg die Wettbewerbsbedingungen im Mineral\u00f6l-Sektor ausgewertet \u2013 und gefolgert, dass die \u201eBedingungen f\u00fcr einen funktionierenden Wettbewerb im Mineral\u00f6lbereich in Deutschland schwierig sind\u201c, so Kartellamtschef Andreas Mundt.Eines der Probleme sei die hohe Markttransparenz durch den Einfluss von Preisnotierungen. Dienstleistungsanbieter erstellen dabei Preisempfehlungen auf Basis von tagesaktuellen Meldungen und Informationen von Marktteilnehmern, beispielsweise \u00fcber konkrete Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcsse. Auf dieser Grundlage werden dann langfristige Liefervertr\u00e4ge festgelegt.Allerdings werden diese in Deutschland ma\u00dfgeblich von zwei Anbietern herausgegeben. Laut Kartellamtschef Andreas Mundt besteht dadurch das Risiko einer Kollusion, also \u201eeiner stillschweigenden Einigung der Marktteilnehmer auf ein Preisniveau, das \u00fcber dem Wettbewerbspreis liegt.\u201c Au\u00dferdem k\u00f6nnten Marktteilnehmer die Preisnotierungen beispielsweise durch selektive Meldungen manipulieren.Und: Es kommt laut dem Kartellamt immer wieder zum \u201eRocket-and-Feather\u201c-Effekt, auf Deutsch \u201eRakete und Feder\u201c. W\u00e4hrend geopolitische Krisen durch einen Anstieg des \u00d6lpreises etwa rasch zu steigenden Spritpreisen f\u00fchren, lassen sich die Anbieter bei sinkenden Roh\u00f6lpreisen Zeit, bis sie diese an Verbraucher weitergeben. Hier werden also erst Margen gesichert \u2013 und dann Gewinne mitgenommen.Der Tankstellen-Interessenverband (TIV), der die Tankstellen-P\u00e4chter vertritt, begr\u00fc\u00dft die klare Positionierung des Kartellamtes. \u201eDie politische Absicht eines Wettbewerbs, in dem es eine Preiskonkurrenz gibt, die dem Verbraucher am Ende \u00fcber Angebot und Nachfrage zugutekommt, wird durch das Preisbildungssystem ausgehebelt\u201c, erkl\u00e4rte ein Sprecher gegen\u00fcber WELT. Der TIV fordert deshalb mehr Transparenz \u00fcber die Preise. \u201eDurch die Markttransparenz kann ich fast in Echtzeit verfolgen, wie sich meine Wettbewerber im Markt verhalten.\u201c Wenn also jede Entwicklung im Markt auf Knopfdruck abrufbar sei und Preis\u00e4nderungen ebenso direkt an die Tankstellen ausgespielt werden k\u00f6nnen, brauche es keine heimlichen Kartellabsprachen mehr.Diesel immer seltener rentabelDamit ist aber noch nicht das ganze Unheil von Diesel-Fahrern erfasst. Denn ein Gro\u00dfteil der Kraftstoffpreise basiert auf Steuern und Abgaben. Beim Benzin machen Energie- und Mehrwertsteuer sowie die CO2-Abgabe 61 Prozent, beim Diesel rund 53 Prozent des Preises aus, berichtete der ADAC zu Jahresbeginn. W\u00e4hrend rein auf Abgaben-Basis also Diesel laut ADAC 20 Cent g\u00fcnstiger sein m\u00fcsste als Benzin, ist das f\u00fcr die Zukunft alles andere als gesetzt.Im Gegenteil: Wie es die EU-Richtlinie vorsieht, wird die CO2-Abgabe in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Bereits jetzt ist Tanken und Heizen durch die nationale CO2-Bepreisung seit 2021 schrittweise teurer geworden \u2013 zuletzt Anfang des Jahres. Das soll den Aussto\u00df des Treibhausgases reduzieren und helfen, die Klimaziele zu erreichen. Beim Diesel ist die CO2-Abgabe knapp 2 Cent h\u00f6her als beim Benzin.Allerdings wird ab dem Jahr 2027 nicht mehr die Bundesregierung wie bisher Festpreise festlegen. Vielmehr wird der nationale CO2-Preis durch ein EU-weites Verfahren abgel\u00f6st, bei dem sich der CO2-Preis im freien Markt bildet. Der ADAC geht davon aus, dass die Spritpreise stark steigen werden \u2013 es sei ein weiterer Anstieg von bis zu 19 Cent pro Liter Benzin und Diesel m\u00f6glich.Die Folgen: Schon jetzt ist die Rentabilit\u00e4t eines Diesel-Kaufs fraglich. Die alte Faustregel, dass der Diesel-Pkw zwar teurer in der Anschaffung sein mag, man den Preisunterschied aber langfristig \u00fcber die Ersparnis an der Zapfs\u00e4ule wieder hereinf\u00e4hrt, gilt nur noch bedingt. \u201eFr\u00fcher hat sich ein Diesel-Pkw gegen\u00fcber einem Benziner ab circa 15.000 Kilometer j\u00e4hrlicher Fahrleistung finanziell gelohnt\u201c, erkl\u00e4rt ein ADAC-Sprecher dazu. \u201eMittlerweile ist das oft erst ab \u00fcber 20.000 Kilometern der Fall. 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Auch die Benzinpreise waren zun\u00e4chst angestiegen. Doch der Preis f\u00fcr E10 ist bereits Mitte Juli auf sein Ausgangsniveau zur\u00fcckgekehrt. Diesel notiert indes noch immer \u00fcber der Marke von 1,60 Euro.Dass Diesel st\u00e4rker auf internationale Krisen und Marktschwankungen reagiert, ist nicht ungew\u00f6hnlich. \u201eDer Diesel ist krisenanf\u00e4lliger, unter anderem, weil wir sehr viel mehr davon importieren\u201c, hei\u00dft es vom ADAC. Tats\u00e4chlich wurden im Jahr 2024 laut dem Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gut 32 Millionen Tonnen Diesel in Deutschland abgesetzt \u2013 fast 13 Millionen davon wurden importiert. Vom Kraftstoff Benzin wurden hingegen lediglich 18 Millionen Tonnen abgesetzt und zwei Millionen Tonnen importiert. Besonders deutlich hatte sich die Importabh\u00e4ngigkeit Deutschlands nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine im Jahr 2022 gezeigt. Im Jahresschnitt lag der Diesel-Preis laut ADAC sogar mehr als acht Cent h\u00f6her als der von E10.Trotzdem m\u00fcsste der Diesel-Preis an den Tankstellen eigentlich bereits st\u00e4rker gesunken sein, kritisiert der ADAC. \u201eF\u00fcr das aktuell hartn\u00e4ckige Preishoch beim Diesel gibt es eigentlich keinen Grund\u201c, erkl\u00e4rt der Autofahrerclub gegen\u00fcber WELT. Denn das Hoch der \u00d6lpreise hat nach den Angriffen auf den Iran bereits nachgelassen. \u201eMit Preissenkungen lassen sich die Konzerne nun aber speziell beim Diesel offenbar Zeit.\u201c Mehr noch: \u201eDiesel m\u00fcsste gemessen am Steuerunterschied rund 20 Cent g\u00fcnstiger sein als Benzin\u201c, teilt der ADAC mit. Kartellamt kritisiert Preisbildung bei Diesel Auch das Bundeskartellamt hatte bereits im Februar wegen der Preisentwicklung nach Russlands Angriffskrieg die Wettbewerbsbedingungen im Mineral\u00f6l-Sektor ausgewertet \u2013 und gefolgert, dass die \u201eBedingungen f\u00fcr einen funktionierenden Wettbewerb im Mineral\u00f6lbereich in Deutschland schwierig sind\u201c, so Kartellamtschef Andreas Mundt.Eines der Probleme sei die hohe Markttransparenz durch den Einfluss von Preisnotierungen. Dienstleistungsanbieter erstellen dabei Preisempfehlungen auf Basis von tagesaktuellen Meldungen und Informationen von Marktteilnehmern, beispielsweise \u00fcber konkrete Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcsse. Auf dieser Grundlage werden dann langfristige Liefervertr\u00e4ge festgelegt.Allerdings werden diese in Deutschland ma\u00dfgeblich von zwei Anbietern herausgegeben. Laut Kartellamtschef Andreas Mundt besteht dadurch das Risiko einer Kollusion, also \u201eeiner stillschweigenden Einigung der Marktteilnehmer auf ein Preisniveau, das \u00fcber dem Wettbewerbspreis liegt.\u201c Au\u00dferdem k\u00f6nnten Marktteilnehmer die Preisnotierungen beispielsweise durch selektive Meldungen manipulieren.Und: Es kommt laut dem Kartellamt immer wieder zum \u201eRocket-and-Feather\u201c-Effekt, auf Deutsch \u201eRakete und Feder\u201c. W\u00e4hrend geopolitische Krisen durch einen Anstieg des \u00d6lpreises etwa rasch zu steigenden Spritpreisen f\u00fchren, lassen sich die Anbieter bei sinkenden Roh\u00f6lpreisen Zeit, bis sie diese an Verbraucher weitergeben. Hier werden also erst Margen gesichert \u2013 und dann Gewinne mitgenommen.Der Tankstellen-Interessenverband (TIV), der die Tankstellen-P\u00e4chter vertritt, begr\u00fc\u00dft die klare Positionierung des Kartellamtes. \u201eDie politische Absicht eines Wettbewerbs, in dem es eine Preiskonkurrenz gibt, die dem Verbraucher am Ende \u00fcber Angebot und Nachfrage zugutekommt, wird durch das Preisbildungssystem ausgehebelt\u201c, erkl\u00e4rte ein Sprecher gegen\u00fcber WELT. Der TIV fordert deshalb mehr Transparenz \u00fcber die Preise. \u201eDurch die Markttransparenz kann ich fast in Echtzeit verfolgen, wie sich meine Wettbewerber im Markt verhalten.\u201c Wenn also jede Entwicklung im Markt auf Knopfdruck abrufbar sei und Preis\u00e4nderungen ebenso direkt an die Tankstellen ausgespielt werden k\u00f6nnen, brauche es keine heimlichen Kartellabsprachen mehr.Diesel immer seltener rentabelDamit ist aber noch nicht das ganze Unheil von Diesel-Fahrern erfasst. Denn ein Gro\u00dfteil der Kraftstoffpreise basiert auf Steuern und Abgaben. Beim Benzin machen Energie- und Mehrwertsteuer sowie die CO2-Abgabe 61 Prozent, beim Diesel rund 53 Prozent des Preises aus, berichtete der ADAC zu Jahresbeginn. W\u00e4hrend rein auf Abgaben-Basis also Diesel laut ADAC 20 Cent g\u00fcnstiger sein m\u00fcsste als Benzin, ist das f\u00fcr die Zukunft alles andere als gesetzt.Im Gegenteil: Wie es die EU-Richtlinie vorsieht, wird die CO2-Abgabe in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Bereits jetzt ist Tanken und Heizen durch die nationale CO2-Bepreisung seit 2021 schrittweise teurer geworden \u2013 zuletzt Anfang des Jahres. Das soll den Aussto\u00df des Treibhausgases reduzieren und helfen, die Klimaziele zu erreichen. Beim Diesel ist die CO2-Abgabe knapp 2 Cent h\u00f6her als beim Benzin.Allerdings wird ab dem Jahr 2027 nicht mehr die Bundesregierung wie bisher Festpreise festlegen. Vielmehr wird der nationale CO2-Preis durch ein EU-weites Verfahren abgel\u00f6st, bei dem sich der CO2-Preis im freien Markt bildet. Der ADAC geht davon aus, dass die Spritpreise stark steigen werden \u2013 es sei ein weiterer Anstieg von bis zu 19 Cent pro Liter Benzin und Diesel m\u00f6glich.Die Folgen: Schon jetzt ist die Rentabilit\u00e4t eines Diesel-Kaufs fraglich. Die alte Faustregel, dass der Diesel-Pkw zwar teurer in der Anschaffung sein mag, man den Preisunterschied aber langfristig \u00fcber die Ersparnis an der Zapfs\u00e4ule wieder hereinf\u00e4hrt, gilt nur noch bedingt. \u201eFr\u00fcher hat sich ein Diesel-Pkw gegen\u00fcber einem Benziner ab circa 15.000 Kilometer j\u00e4hrlicher Fahrleistung finanziell gelohnt\u201c, erkl\u00e4rt ein ADAC-Sprecher dazu. \u201eMittlerweile ist das oft erst ab \u00fcber 20.000 Kilometern der Fall. 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Auch die Benzinpreise waren zun\u00e4chst angestiegen. Doch der Preis f\u00fcr E10 ist bereits Mitte Juli auf sein Ausgangsniveau zur\u00fcckgekehrt. Diesel notiert indes noch immer \u00fcber der Marke von 1,60 Euro.Dass Diesel st\u00e4rker auf internationale Krisen und Marktschwankungen reagiert, ist nicht ungew\u00f6hnlich. \u201eDer Diesel ist krisenanf\u00e4lliger, unter anderem, weil wir sehr viel mehr davon importieren\u201c, hei\u00dft es vom ADAC. Tats\u00e4chlich wurden im Jahr 2024 laut dem Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gut 32 Millionen Tonnen Diesel in Deutschland abgesetzt \u2013 fast 13 Millionen davon wurden importiert. Vom Kraftstoff Benzin wurden hingegen lediglich 18 Millionen Tonnen abgesetzt und zwei Millionen Tonnen importiert. Besonders deutlich hatte sich die Importabh\u00e4ngigkeit Deutschlands nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine im Jahr 2022 gezeigt. Im Jahresschnitt lag der Diesel-Preis laut ADAC sogar mehr als acht Cent h\u00f6her als der von E10.Trotzdem m\u00fcsste der Diesel-Preis an den Tankstellen eigentlich bereits st\u00e4rker gesunken sein, kritisiert der ADAC. \u201eF\u00fcr das aktuell hartn\u00e4ckige Preishoch beim Diesel gibt es eigentlich keinen Grund\u201c, erkl\u00e4rt der Autofahrerclub gegen\u00fcber WELT. Denn das Hoch der \u00d6lpreise hat nach den Angriffen auf den Iran bereits nachgelassen. \u201eMit Preissenkungen lassen sich die Konzerne nun aber speziell beim Diesel offenbar Zeit.\u201c Mehr noch: \u201eDiesel m\u00fcsste gemessen am Steuerunterschied rund 20 Cent g\u00fcnstiger sein als Benzin\u201c, teilt der ADAC mit. Kartellamt kritisiert Preisbildung bei Diesel Auch das Bundeskartellamt hatte bereits im Februar wegen der Preisentwicklung nach Russlands Angriffskrieg die Wettbewerbsbedingungen im Mineral\u00f6l-Sektor ausgewertet \u2013 und gefolgert, dass die \u201eBedingungen f\u00fcr einen funktionierenden Wettbewerb im Mineral\u00f6lbereich in Deutschland schwierig sind\u201c, so Kartellamtschef Andreas Mundt.Eines der Probleme sei die hohe Markttransparenz durch den Einfluss von Preisnotierungen. Dienstleistungsanbieter erstellen dabei Preisempfehlungen auf Basis von tagesaktuellen Meldungen und Informationen von Marktteilnehmern, beispielsweise \u00fcber konkrete Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcsse. Auf dieser Grundlage werden dann langfristige Liefervertr\u00e4ge festgelegt.Allerdings werden diese in Deutschland ma\u00dfgeblich von zwei Anbietern herausgegeben. Laut Kartellamtschef Andreas Mundt besteht dadurch das Risiko einer Kollusion, also \u201eeiner stillschweigenden Einigung der Marktteilnehmer auf ein Preisniveau, das \u00fcber dem Wettbewerbspreis liegt.\u201c Au\u00dferdem k\u00f6nnten Marktteilnehmer die Preisnotierungen beispielsweise durch selektive Meldungen manipulieren.Und: Es kommt laut dem Kartellamt immer wieder zum \u201eRocket-and-Feather\u201c-Effekt, auf Deutsch \u201eRakete und Feder\u201c. W\u00e4hrend geopolitische Krisen durch einen Anstieg des \u00d6lpreises etwa rasch zu steigenden Spritpreisen f\u00fchren, lassen sich die Anbieter bei sinkenden Roh\u00f6lpreisen Zeit, bis sie diese an Verbraucher weitergeben. Hier werden also erst Margen gesichert \u2013 und dann Gewinne mitgenommen.Der Tankstellen-Interessenverband (TIV), der die Tankstellen-P\u00e4chter vertritt, begr\u00fc\u00dft die klare Positionierung des Kartellamtes. \u201eDie politische Absicht eines Wettbewerbs, in dem es eine Preiskonkurrenz gibt, die dem Verbraucher am Ende \u00fcber Angebot und Nachfrage zugutekommt, wird durch das Preisbildungssystem ausgehebelt\u201c, erkl\u00e4rte ein Sprecher gegen\u00fcber WELT. Der TIV fordert deshalb mehr Transparenz \u00fcber die Preise. \u201eDurch die Markttransparenz kann ich fast in Echtzeit verfolgen, wie sich meine Wettbewerber im Markt verhalten.\u201c Wenn also jede Entwicklung im Markt auf Knopfdruck abrufbar sei und Preis\u00e4nderungen ebenso direkt an die Tankstellen ausgespielt werden k\u00f6nnen, brauche es keine heimlichen Kartellabsprachen mehr.Diesel immer seltener rentabelDamit ist aber noch nicht das ganze Unheil von Diesel-Fahrern erfasst. Denn ein Gro\u00dfteil der Kraftstoffpreise basiert auf Steuern und Abgaben. Beim Benzin machen Energie- und Mehrwertsteuer sowie die CO2-Abgabe 61 Prozent, beim Diesel rund 53 Prozent des Preises aus, berichtete der ADAC zu Jahresbeginn. W\u00e4hrend rein auf Abgaben-Basis also Diesel laut ADAC 20 Cent g\u00fcnstiger sein m\u00fcsste als Benzin, ist das f\u00fcr die Zukunft alles andere als gesetzt.Im Gegenteil: Wie es die EU-Richtlinie vorsieht, wird die CO2-Abgabe in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Bereits jetzt ist Tanken und Heizen durch die nationale CO2-Bepreisung seit 2021 schrittweise teurer geworden \u2013 zuletzt Anfang des Jahres. Das soll den Aussto\u00df des Treibhausgases reduzieren und helfen, die Klimaziele zu erreichen. Beim Diesel ist die CO2-Abgabe knapp 2 Cent h\u00f6her als beim Benzin.Allerdings wird ab dem Jahr 2027 nicht mehr die Bundesregierung wie bisher Festpreise festlegen. Vielmehr wird der nationale CO2-Preis durch ein EU-weites Verfahren abgel\u00f6st, bei dem sich der CO2-Preis im freien Markt bildet. Der ADAC geht davon aus, dass die Spritpreise stark steigen werden \u2013 es sei ein weiterer Anstieg von bis zu 19 Cent pro Liter Benzin und Diesel m\u00f6glich.Die Folgen: Schon jetzt ist die Rentabilit\u00e4t eines Diesel-Kaufs fraglich. Die alte Faustregel, dass der Diesel-Pkw zwar teurer in der Anschaffung sein mag, man den Preisunterschied aber langfristig \u00fcber die Ersparnis an der Zapfs\u00e4ule wieder hereinf\u00e4hrt, gilt nur noch bedingt. \u201eFr\u00fcher hat sich ein Diesel-Pkw gegen\u00fcber einem Benziner ab circa 15.000 Kilometer j\u00e4hrlicher Fahrleistung finanziell gelohnt\u201c, erkl\u00e4rt ein ADAC-Sprecher dazu. \u201eMittlerweile ist das oft erst ab \u00fcber 20.000 Kilometern der Fall. Bei einigen Modellen rechnet sich der Diesel im Prinzip gar nicht mehr.\u201cDieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit \u201eBusiness Insider Deutschland\u201c.Steffen Bosse ist Wirtschaftsredakteur und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber alle Themen aus der Autoindustrie und der Beratungsbranche.","robots":{"index":"noindex","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"\u201eRakete und Feder\u201c-Effekt \u2013 darum ist Diesel gerade so teuer - vof-news.eu","og_description":"Wer sich einen Diesel kauft, tut dies normalerweise wegen der Preisersparnis beim Tanken. Der Kraftstoff ist an den Zapfs\u00e4ulen in der Regel deutlich g\u00fcnstiger als Benzin \u2013 und gleicht damit \u00fcber l\u00e4ngere Zeit die meist h\u00f6heren Anschaffungskosten f\u00fcr den Diesel-Pkw aus. Doch wer in den vergangenen Wochen an Tankstellen gehalten hat, hat nur selten g\u00fcnstige Diesel-Preise gesehen. Gerade im Juli lag Diesel fast gleichauf mit anderen Kraftstoffen, in Einzelf\u00e4llen war Diesel sogar teurer als Benzin. Schuld daran sind geopolitische Konflikte \u2013 aber auch die Preispolitik der Mineral\u00f6lkonzern. Und auch auf lange Sicht d\u00fcrfte ein Diesel-Pkw in immer weniger F\u00e4llen rentabel sein.Begonnen hat das aktuelle Preishoch beim Diesel im Juni. Von rund 1,54 Euro zu Beginn des Monats kletterte der Preis bis zum Ende des Monats auf 1,64 Euro \u2013 und bewegte sich damit parallel zum \u00d6lpreis. Denn der war nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran in die H\u00f6he geschnellt. Auch die Benzinpreise waren zun\u00e4chst angestiegen. Doch der Preis f\u00fcr E10 ist bereits Mitte Juli auf sein Ausgangsniveau zur\u00fcckgekehrt. Diesel notiert indes noch immer \u00fcber der Marke von 1,60 Euro.Dass Diesel st\u00e4rker auf internationale Krisen und Marktschwankungen reagiert, ist nicht ungew\u00f6hnlich. \u201eDer Diesel ist krisenanf\u00e4lliger, unter anderem, weil wir sehr viel mehr davon importieren\u201c, hei\u00dft es vom ADAC. Tats\u00e4chlich wurden im Jahr 2024 laut dem Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gut 32 Millionen Tonnen Diesel in Deutschland abgesetzt \u2013 fast 13 Millionen davon wurden importiert. Vom Kraftstoff Benzin wurden hingegen lediglich 18 Millionen Tonnen abgesetzt und zwei Millionen Tonnen importiert. Besonders deutlich hatte sich die Importabh\u00e4ngigkeit Deutschlands nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine im Jahr 2022 gezeigt. Im Jahresschnitt lag der Diesel-Preis laut ADAC sogar mehr als acht Cent h\u00f6her als der von E10.Trotzdem m\u00fcsste der Diesel-Preis an den Tankstellen eigentlich bereits st\u00e4rker gesunken sein, kritisiert der ADAC. \u201eF\u00fcr das aktuell hartn\u00e4ckige Preishoch beim Diesel gibt es eigentlich keinen Grund\u201c, erkl\u00e4rt der Autofahrerclub gegen\u00fcber WELT. Denn das Hoch der \u00d6lpreise hat nach den Angriffen auf den Iran bereits nachgelassen. \u201eMit Preissenkungen lassen sich die Konzerne nun aber speziell beim Diesel offenbar Zeit.\u201c Mehr noch: \u201eDiesel m\u00fcsste gemessen am Steuerunterschied rund 20 Cent g\u00fcnstiger sein als Benzin\u201c, teilt der ADAC mit. Kartellamt kritisiert Preisbildung bei Diesel Auch das Bundeskartellamt hatte bereits im Februar wegen der Preisentwicklung nach Russlands Angriffskrieg die Wettbewerbsbedingungen im Mineral\u00f6l-Sektor ausgewertet \u2013 und gefolgert, dass die \u201eBedingungen f\u00fcr einen funktionierenden Wettbewerb im Mineral\u00f6lbereich in Deutschland schwierig sind\u201c, so Kartellamtschef Andreas Mundt.Eines der Probleme sei die hohe Markttransparenz durch den Einfluss von Preisnotierungen. Dienstleistungsanbieter erstellen dabei Preisempfehlungen auf Basis von tagesaktuellen Meldungen und Informationen von Marktteilnehmern, beispielsweise \u00fcber konkrete Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcsse. Auf dieser Grundlage werden dann langfristige Liefervertr\u00e4ge festgelegt.Allerdings werden diese in Deutschland ma\u00dfgeblich von zwei Anbietern herausgegeben. Laut Kartellamtschef Andreas Mundt besteht dadurch das Risiko einer Kollusion, also \u201eeiner stillschweigenden Einigung der Marktteilnehmer auf ein Preisniveau, das \u00fcber dem Wettbewerbspreis liegt.\u201c Au\u00dferdem k\u00f6nnten Marktteilnehmer die Preisnotierungen beispielsweise durch selektive Meldungen manipulieren.Und: Es kommt laut dem Kartellamt immer wieder zum \u201eRocket-and-Feather\u201c-Effekt, auf Deutsch \u201eRakete und Feder\u201c. W\u00e4hrend geopolitische Krisen durch einen Anstieg des \u00d6lpreises etwa rasch zu steigenden Spritpreisen f\u00fchren, lassen sich die Anbieter bei sinkenden Roh\u00f6lpreisen Zeit, bis sie diese an Verbraucher weitergeben. Hier werden also erst Margen gesichert \u2013 und dann Gewinne mitgenommen.Der Tankstellen-Interessenverband (TIV), der die Tankstellen-P\u00e4chter vertritt, begr\u00fc\u00dft die klare Positionierung des Kartellamtes. \u201eDie politische Absicht eines Wettbewerbs, in dem es eine Preiskonkurrenz gibt, die dem Verbraucher am Ende \u00fcber Angebot und Nachfrage zugutekommt, wird durch das Preisbildungssystem ausgehebelt\u201c, erkl\u00e4rte ein Sprecher gegen\u00fcber WELT. Der TIV fordert deshalb mehr Transparenz \u00fcber die Preise. \u201eDurch die Markttransparenz kann ich fast in Echtzeit verfolgen, wie sich meine Wettbewerber im Markt verhalten.\u201c Wenn also jede Entwicklung im Markt auf Knopfdruck abrufbar sei und Preis\u00e4nderungen ebenso direkt an die Tankstellen ausgespielt werden k\u00f6nnen, brauche es keine heimlichen Kartellabsprachen mehr.Diesel immer seltener rentabelDamit ist aber noch nicht das ganze Unheil von Diesel-Fahrern erfasst. Denn ein Gro\u00dfteil der Kraftstoffpreise basiert auf Steuern und Abgaben. Beim Benzin machen Energie- und Mehrwertsteuer sowie die CO2-Abgabe 61 Prozent, beim Diesel rund 53 Prozent des Preises aus, berichtete der ADAC zu Jahresbeginn. W\u00e4hrend rein auf Abgaben-Basis also Diesel laut ADAC 20 Cent g\u00fcnstiger sein m\u00fcsste als Benzin, ist das f\u00fcr die Zukunft alles andere als gesetzt.Im Gegenteil: Wie es die EU-Richtlinie vorsieht, wird die CO2-Abgabe in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Bereits jetzt ist Tanken und Heizen durch die nationale CO2-Bepreisung seit 2021 schrittweise teurer geworden \u2013 zuletzt Anfang des Jahres. Das soll den Aussto\u00df des Treibhausgases reduzieren und helfen, die Klimaziele zu erreichen. Beim Diesel ist die CO2-Abgabe knapp 2 Cent h\u00f6her als beim Benzin.Allerdings wird ab dem Jahr 2027 nicht mehr die Bundesregierung wie bisher Festpreise festlegen. Vielmehr wird der nationale CO2-Preis durch ein EU-weites Verfahren abgel\u00f6st, bei dem sich der CO2-Preis im freien Markt bildet. Der ADAC geht davon aus, dass die Spritpreise stark steigen werden \u2013 es sei ein weiterer Anstieg von bis zu 19 Cent pro Liter Benzin und Diesel m\u00f6glich.Die Folgen: Schon jetzt ist die Rentabilit\u00e4t eines Diesel-Kaufs fraglich. Die alte Faustregel, dass der Diesel-Pkw zwar teurer in der Anschaffung sein mag, man den Preisunterschied aber langfristig \u00fcber die Ersparnis an der Zapfs\u00e4ule wieder hereinf\u00e4hrt, gilt nur noch bedingt. \u201eFr\u00fcher hat sich ein Diesel-Pkw gegen\u00fcber einem Benziner ab circa 15.000 Kilometer j\u00e4hrlicher Fahrleistung finanziell gelohnt\u201c, erkl\u00e4rt ein ADAC-Sprecher dazu. \u201eMittlerweile ist das oft erst ab \u00fcber 20.000 Kilometern der Fall. 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Im Jahresschnitt lag der Diesel-Preis laut ADAC sogar mehr als acht Cent h\u00f6her als der von E10.Trotzdem m\u00fcsste der Diesel-Preis an den Tankstellen eigentlich bereits st\u00e4rker gesunken sein, kritisiert der ADAC. \u201eF\u00fcr das aktuell hartn\u00e4ckige Preishoch beim Diesel gibt es eigentlich keinen Grund\u201c, erkl\u00e4rt der Autofahrerclub gegen\u00fcber WELT. Denn das Hoch der \u00d6lpreise hat nach den Angriffen auf den Iran bereits nachgelassen. \u201eMit Preissenkungen lassen sich die Konzerne nun aber speziell beim Diesel offenbar Zeit.\u201c Mehr noch: \u201eDiesel m\u00fcsste gemessen am Steuerunterschied rund 20 Cent g\u00fcnstiger sein als Benzin\u201c, teilt der ADAC mit. Kartellamt kritisiert Preisbildung bei Diesel Auch das Bundeskartellamt hatte bereits im Februar wegen der Preisentwicklung nach Russlands Angriffskrieg die Wettbewerbsbedingungen im Mineral\u00f6l-Sektor ausgewertet \u2013 und gefolgert, dass die \u201eBedingungen f\u00fcr einen funktionierenden Wettbewerb im Mineral\u00f6lbereich in Deutschland schwierig sind\u201c, so Kartellamtschef Andreas Mundt.Eines der Probleme sei die hohe Markttransparenz durch den Einfluss von Preisnotierungen. Dienstleistungsanbieter erstellen dabei Preisempfehlungen auf Basis von tagesaktuellen Meldungen und Informationen von Marktteilnehmern, beispielsweise \u00fcber konkrete Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcsse. Auf dieser Grundlage werden dann langfristige Liefervertr\u00e4ge festgelegt.Allerdings werden diese in Deutschland ma\u00dfgeblich von zwei Anbietern herausgegeben. Laut Kartellamtschef Andreas Mundt besteht dadurch das Risiko einer Kollusion, also \u201eeiner stillschweigenden Einigung der Marktteilnehmer auf ein Preisniveau, das \u00fcber dem Wettbewerbspreis liegt.\u201c Au\u00dferdem k\u00f6nnten Marktteilnehmer die Preisnotierungen beispielsweise durch selektive Meldungen manipulieren.Und: Es kommt laut dem Kartellamt immer wieder zum \u201eRocket-and-Feather\u201c-Effekt, auf Deutsch \u201eRakete und Feder\u201c. W\u00e4hrend geopolitische Krisen durch einen Anstieg des \u00d6lpreises etwa rasch zu steigenden Spritpreisen f\u00fchren, lassen sich die Anbieter bei sinkenden Roh\u00f6lpreisen Zeit, bis sie diese an Verbraucher weitergeben. 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Vielmehr wird der nationale CO2-Preis durch ein EU-weites Verfahren abgel\u00f6st, bei dem sich der CO2-Preis im freien Markt bildet. Der ADAC geht davon aus, dass die Spritpreise stark steigen werden \u2013 es sei ein weiterer Anstieg von bis zu 19 Cent pro Liter Benzin und Diesel m\u00f6glich.Die Folgen: Schon jetzt ist die Rentabilit\u00e4t eines Diesel-Kaufs fraglich. Die alte Faustregel, dass der Diesel-Pkw zwar teurer in der Anschaffung sein mag, man den Preisunterschied aber langfristig \u00fcber die Ersparnis an der Zapfs\u00e4ule wieder hereinf\u00e4hrt, gilt nur noch bedingt. \u201eFr\u00fcher hat sich ein Diesel-Pkw gegen\u00fcber einem Benziner ab circa 15.000 Kilometer j\u00e4hrlicher Fahrleistung finanziell gelohnt\u201c, erkl\u00e4rt ein ADAC-Sprecher dazu. \u201eMittlerweile ist das oft erst ab \u00fcber 20.000 Kilometern der Fall. 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