{"id":262091,"date":"2025-08-05T13:26:11","date_gmt":"2025-08-05T10:26:11","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/wenn-sich-umweltschutzer-uber-den-klimaschutz-streiten\/"},"modified":"2025-08-05T13:26:35","modified_gmt":"2025-08-05T10:26:35","slug":"wenn-sich-umweltschutzer-uber-den-klimaschutz-streiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wenn-sich-umweltschutzer-uber-den-klimaschutz-streiten\/","title":{"rendered":"Wenn sich Umweltsch\u00fctzer \u00fcber den Klimaschutz streiten"},"content":{"rendered":"<p>Ohne die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid werde es beim Klimaschutz in Deutschland nicht vorangehen, sagte Hamburgs neue Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Gr\u00fcne) am Montag. Auch Hamburg m\u00fcsse sich f\u00fcr den Einsatz der sogenannten CCS-Technologie \u00f6ffnen. Treibhausgase aus Kraftwerken und Fabriken werden dabei abgefangen, verfl\u00fcssigt und unter dem Meeresboden gespeichert. <\/p>\n<p>\u201eCCS darf kein Ersatz f\u00fcr Klimaschutz sein. Aber es ist v\u00f6llig klar, dass wir unsere Klimaziele ohne CCS nicht erreichen werden\u201c, sagte Fegebank, die zugleich auch Hamburgs Zweite B\u00fcrgermeisterin ist. Die bis sp\u00e4testens 2045 angepeilte Klimaneutralit\u00e4t der Hansestadt k\u00f6nne allein \u00fcber Einsparungen nicht gelingen \u2013 \u201ezumindest die letzten Prozente nicht\u201c. <\/p>\n<p>Die Umweltorganisation BUND widersprach Fegebank am Dienstag. \u201eDer BUND Hamburg ist emp\u00f6rt: Umweltsenatorin Katharina Fegebank m\u00f6chte den Einsatz von Carbon Capture and Storage Technologie auch in Hamburg f\u00f6rdern\u201c, sagte die Landesvorsitzende Sabine Sommer. \u201eDie CCS-Technologie kann unm\u00f6glich von der Umweltbeh\u00f6rde so prominent nach vorne gestellt werden, was einer Vernachl\u00e4ssigung der tats\u00e4chlichen Aufgaben gleichkommt.\u201c <\/p>\n<p>Der BUND warne vor einer \u201eproblematischen Verschiebung der Priorit\u00e4ten. CCS vermittelt den Eindruck, dass Emissionen unproblematisch seien, wenn sie ,weggespeichert\u2018 werden, die damit verbundenen Risiken und hohen Kosten werden dabei au\u00dfer Acht gelassen. Dies schw\u00e4cht Anreize und Spielr\u00e4ume f\u00fcr echte Emissionsreduktionen und konterkarieren das Erreichen der Klimaschutzziele.\u201c<\/p>\n<p>Die CCS-Technologie wird, etwa in den Offshore-\u00d6lf\u00f6rdergebieten der norwegischen Nordsee, schon seit Jahrzehnten praktiziert. Die Unternehmen verpressen Kohlendioxid zur\u00fcck in die Lagerst\u00e4tten unter dem Meeresboden, um die \u00d6lf\u00f6rderung zu stimulieren. Institutionen wie die Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover sehen in der Anwendung der Technologie \u2013 etwa auch in der chemischen Industrie in den USA \u2013 auf der Basis existierender Daten bislang keine unvertretbaren Risiken, etwa den Wiederaustritt des Kohlendioxids. Umweltorganisationen wie unter anderem auch Greenpeace kritisieren CCS hingegen als \u201eScheinl\u00f6sungen\u201c bei der Eind\u00e4mmung von Treibhausgas-Emissionen. <\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Thema ist CCS zum Beispiel auch beim Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft. Sogenannter \u201egr\u00fcner\u201c Wasserstoff, der mithilfe erneuerbarer Energien per Elektrolyse erzeugt wird, steht in den kommenden Jahren international nur in minimalen Mengen zur Verf\u00fcgung. Viele Unternehmen aus der Industrie und der Energiewirtschaft wollen f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit deshalb \u201eblauen\u201c Wasserstoff nutzen. Dabei wird Wasserstoff aus Erdgas abgetrennt und das verbleibende Kohlendioxid unterirdisch verpresst. Auf diese Weise lie\u00dfe sich auch \u201eblaues\u201c Ammoniak erzeugen, eine Grundstoffchemikalie, die aus Wasserstoff und Stockstoff besteht. Ammoniak eignet sich zum Transport etwa per Tanker besser als reiner Wasserstoff. Auch ist Ammoniak der Grundstoff etwa f\u00fcr D\u00fcngemittel.<\/p>\n<p>In den Nordseeregionen von D\u00e4nemark und Norwegen wird Kohlendioxid mithilfe der CCS-Technologien mittlerweile in wachsenden Mengen unter den Meeresboden gebracht. Beide L\u00e4nder vermarkten daf\u00fcr Kapazit\u00e4ten in ausgef\u00f6rderten Erd\u00f6l- und Erdgasfeldern. In Deutschland ist der Einsatz der CCS-Technologie bislang nicht erlaubt. Der vormalige Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Gr\u00fcne) brachte f\u00fcr die Nutzung von CCS ein Gesetzgebungsverfahren in Gang, das die Ampelkoalition im Bundestag jedoch nicht mehr realisieren konnte. In den Jahren zuvor waren die Gr\u00fcnen strikt gegen den Einsatz von CCS. Wann die neue Bundesregierung aus Union und SPD das Thema wieder aufgreifen wird, ist unklar.<\/p>\n<p>Fegebanks Ausf\u00fchrungen spiegeln die heutige Haltung der Gr\u00fcnen zu dem Thema CCS wider. \u201eWir brauchen es f\u00fcr die Klimaziele, das ist total klar\u201c, sagt sie. \u201eDeshalb ist es wichtig, dass wir breit dar\u00fcber sprechen und die besten Wege finden, um CCS zum Einsatz zu bringen. Die Bundesregierung muss kl\u00e4ren, wie abtransportiert und wo gelagert oder verpresst werden darf. Das ist im Moment noch alles unklar und faktisch verboten.\u201c In Hamburg wolle man den Einsatz von CCS vor allem bei der M\u00fcllverbrennung pr\u00fcfen: \u201eWir haben dazu mit der Stadtreinigung eine Machbarkeitsstudie erstellt und werden schauen, welche Erkenntnisse wir daraus ableiten k\u00f6nnen.\u201c <\/p>\n<p>Hamburgs BUND-Chefin Sommer hingegen kritisiert, damit werde die Wirtschaft \u201enicht nur bei der M\u00fcllverbrennung oder Zementherstellung in die fossile Sackgasse gelenkt. Hamburg braucht keine unterirdische Verpressungspolitik mit hohen Kosten und ebensolchen Risiken, sondern echten Klimaschutz an der Oberfl\u00e4che: Kreislaufwirtschaft vor der M\u00fcllverbrennung, statt erst nach der Verbrennung mit aufw\u00e4ndigst abgeschiedenem CO2.\u201c Mehr erneuerbare Energien seien n\u00f6tig, etwa Solaranlagen auf Hamburgs D\u00e4chern, \u201eanstatt fossiler Gro\u00dfprojekte mit CCS als Feigenblatt. Und nicht zuletzt: Den \u00f6ffentlichen politischen Willen und Fokus daf\u00fcr.\u201c<\/p>\n<p><b><em>Olaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. Die Energiewirtschaft ist seit Jahrzehnten eines seiner Schwerpunktthemen.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid werde es beim Klimaschutz in Deutschland nicht vorangehen, sagte Hamburgs neue Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Gr\u00fcne) am Montag. Auch Hamburg m\u00fcsse sich f\u00fcr den Einsatz der sogenannten CCS-Technologie \u00f6ffnen. 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Das ist im Moment noch alles unklar und faktisch verboten.\u201c In Hamburg wolle man den Einsatz von CCS vor allem bei der M\u00fcllverbrennung pr\u00fcfen: \u201eWir haben dazu mit der Stadtreinigung eine Machbarkeitsstudie erstellt und werden schauen, welche Erkenntnisse wir daraus ableiten k\u00f6nnen.\u201c Hamburgs BUND-Chefin Sommer hingegen kritisiert, damit werde die Wirtschaft \u201enicht nur bei der M\u00fcllverbrennung oder Zementherstellung in die fossile Sackgasse gelenkt. Hamburg braucht keine unterirdische Verpressungspolitik mit hohen Kosten und ebensolchen Risiken, sondern echten Klimaschutz an der Oberfl\u00e4che: Kreislaufwirtschaft vor der M\u00fcllverbrennung, statt erst nach der Verbrennung mit aufw\u00e4ndigst abgeschiedenem CO2.\u201c Mehr erneuerbare Energien seien n\u00f6tig, etwa Solaranlagen auf Hamburgs D\u00e4chern, \u201eanstatt fossiler Gro\u00dfprojekte mit CCS als Feigenblatt. 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Sogenannter \u201egr\u00fcner\u201c Wasserstoff, der mithilfe erneuerbarer Energien per Elektrolyse erzeugt wird, steht in den kommenden Jahren international nur in minimalen Mengen zur Verf\u00fcgung. Viele Unternehmen aus der Industrie und der Energiewirtschaft wollen f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit deshalb \u201eblauen\u201c Wasserstoff nutzen. Dabei wird Wasserstoff aus Erdgas abgetrennt und das verbleibende Kohlendioxid unterirdisch verpresst. Auf diese Weise lie\u00dfe sich auch \u201eblaues\u201c Ammoniak erzeugen, eine Grundstoffchemikalie, die aus Wasserstoff und Stockstoff besteht. Ammoniak eignet sich zum Transport etwa per Tanker besser als reiner Wasserstoff. Auch ist Ammoniak der Grundstoff etwa f\u00fcr D\u00fcngemittel.In den Nordseeregionen von D\u00e4nemark und Norwegen wird Kohlendioxid mithilfe der CCS-Technologien mittlerweile in wachsenden Mengen unter den Meeresboden gebracht. Beide L\u00e4nder vermarkten daf\u00fcr Kapazit\u00e4ten in ausgef\u00f6rderten Erd\u00f6l- und Erdgasfeldern. In Deutschland ist der Einsatz der CCS-Technologie bislang nicht erlaubt. Der vormalige Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Gr\u00fcne) brachte f\u00fcr die Nutzung von CCS ein Gesetzgebungsverfahren in Gang, das die Ampelkoalition im Bundestag jedoch nicht mehr realisieren konnte. In den Jahren zuvor waren die Gr\u00fcnen strikt gegen den Einsatz von CCS. Wann die neue Bundesregierung aus Union und SPD das Thema wieder aufgreifen wird, ist unklar.Fegebanks Ausf\u00fchrungen spiegeln die heutige Haltung der Gr\u00fcnen zu dem Thema CCS wider. \u201eWir brauchen es f\u00fcr die Klimaziele, das ist total klar\u201c, sagt sie. \u201eDeshalb ist es wichtig, dass wir breit dar\u00fcber sprechen und die besten Wege finden, um CCS zum Einsatz zu bringen. Die Bundesregierung muss kl\u00e4ren, wie abtransportiert und wo gelagert oder verpresst werden darf. Das ist im Moment noch alles unklar und faktisch verboten.\u201c In Hamburg wolle man den Einsatz von CCS vor allem bei der M\u00fcllverbrennung pr\u00fcfen: \u201eWir haben dazu mit der Stadtreinigung eine Machbarkeitsstudie erstellt und werden schauen, welche Erkenntnisse wir daraus ableiten k\u00f6nnen.\u201c Hamburgs BUND-Chefin Sommer hingegen kritisiert, damit werde die Wirtschaft \u201enicht nur bei der M\u00fcllverbrennung oder Zementherstellung in die fossile Sackgasse gelenkt. Hamburg braucht keine unterirdische Verpressungspolitik mit hohen Kosten und ebensolchen Risiken, sondern echten Klimaschutz an der Oberfl\u00e4che: Kreislaufwirtschaft vor der M\u00fcllverbrennung, statt erst nach der Verbrennung mit aufw\u00e4ndigst abgeschiedenem CO2.\u201c Mehr erneuerbare Energien seien n\u00f6tig, etwa Solaranlagen auf Hamburgs D\u00e4chern, \u201eanstatt fossiler Gro\u00dfprojekte mit CCS als Feigenblatt. 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Die Umweltorganisation BUND widersprach Fegebank am Dienstag. \u201eDer BUND Hamburg ist emp\u00f6rt: Umweltsenatorin Katharina Fegebank m\u00f6chte den Einsatz von Carbon Capture and Storage Technologie auch in Hamburg f\u00f6rdern\u201c, sagte die Landesvorsitzende Sabine Sommer. \u201eDie CCS-Technologie kann unm\u00f6glich von der Umweltbeh\u00f6rde so prominent nach vorne gestellt werden, was einer Vernachl\u00e4ssigung der tats\u00e4chlichen Aufgaben gleichkommt.\u201c Der BUND warne vor einer \u201eproblematischen Verschiebung der Priorit\u00e4ten. CCS vermittelt den Eindruck, dass Emissionen unproblematisch seien, wenn sie ,weggespeichert\u2018 werden, die damit verbundenen Risiken und hohen Kosten werden dabei au\u00dfer Acht gelassen. 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Das ist im Moment noch alles unklar und faktisch verboten.\u201c In Hamburg wolle man den Einsatz von CCS vor allem bei der M\u00fcllverbrennung pr\u00fcfen: \u201eWir haben dazu mit der Stadtreinigung eine Machbarkeitsstudie erstellt und werden schauen, welche Erkenntnisse wir daraus ableiten k\u00f6nnen.\u201c Hamburgs BUND-Chefin Sommer hingegen kritisiert, damit werde die Wirtschaft \u201enicht nur bei der M\u00fcllverbrennung oder Zementherstellung in die fossile Sackgasse gelenkt. Hamburg braucht keine unterirdische Verpressungspolitik mit hohen Kosten und ebensolchen Risiken, sondern echten Klimaschutz an der Oberfl\u00e4che: Kreislaufwirtschaft vor der M\u00fcllverbrennung, statt erst nach der Verbrennung mit aufw\u00e4ndigst abgeschiedenem CO2.\u201c Mehr erneuerbare Energien seien n\u00f6tig, etwa Solaranlagen auf Hamburgs D\u00e4chern, \u201eanstatt fossiler Gro\u00dfprojekte mit CCS als Feigenblatt. 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Die Umweltorganisation BUND widersprach Fegebank am Dienstag. \u201eDer BUND Hamburg ist emp\u00f6rt: Umweltsenatorin Katharina Fegebank m\u00f6chte den Einsatz von Carbon Capture and Storage Technologie auch in Hamburg f\u00f6rdern\u201c, sagte die Landesvorsitzende Sabine Sommer. \u201eDie CCS-Technologie kann unm\u00f6glich von der Umweltbeh\u00f6rde so prominent nach vorne gestellt werden, was einer Vernachl\u00e4ssigung der tats\u00e4chlichen Aufgaben gleichkommt.\u201c Der BUND warne vor einer \u201eproblematischen Verschiebung der Priorit\u00e4ten. CCS vermittelt den Eindruck, dass Emissionen unproblematisch seien, wenn sie ,weggespeichert\u2018 werden, die damit verbundenen Risiken und hohen Kosten werden dabei au\u00dfer Acht gelassen. 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Sogenannter \u201egr\u00fcner\u201c Wasserstoff, der mithilfe erneuerbarer Energien per Elektrolyse erzeugt wird, steht in den kommenden Jahren international nur in minimalen Mengen zur Verf\u00fcgung. Viele Unternehmen aus der Industrie und der Energiewirtschaft wollen f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit deshalb \u201eblauen\u201c Wasserstoff nutzen. Dabei wird Wasserstoff aus Erdgas abgetrennt und das verbleibende Kohlendioxid unterirdisch verpresst. Auf diese Weise lie\u00dfe sich auch \u201eblaues\u201c Ammoniak erzeugen, eine Grundstoffchemikalie, die aus Wasserstoff und Stockstoff besteht. Ammoniak eignet sich zum Transport etwa per Tanker besser als reiner Wasserstoff. Auch ist Ammoniak der Grundstoff etwa f\u00fcr D\u00fcngemittel.In den Nordseeregionen von D\u00e4nemark und Norwegen wird Kohlendioxid mithilfe der CCS-Technologien mittlerweile in wachsenden Mengen unter den Meeresboden gebracht. Beide L\u00e4nder vermarkten daf\u00fcr Kapazit\u00e4ten in ausgef\u00f6rderten Erd\u00f6l- und Erdgasfeldern. In Deutschland ist der Einsatz der CCS-Technologie bislang nicht erlaubt. Der vormalige Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Gr\u00fcne) brachte f\u00fcr die Nutzung von CCS ein Gesetzgebungsverfahren in Gang, das die Ampelkoalition im Bundestag jedoch nicht mehr realisieren konnte. In den Jahren zuvor waren die Gr\u00fcnen strikt gegen den Einsatz von CCS. Wann die neue Bundesregierung aus Union und SPD das Thema wieder aufgreifen wird, ist unklar.Fegebanks Ausf\u00fchrungen spiegeln die heutige Haltung der Gr\u00fcnen zu dem Thema CCS wider. \u201eWir brauchen es f\u00fcr die Klimaziele, das ist total klar\u201c, sagt sie. \u201eDeshalb ist es wichtig, dass wir breit dar\u00fcber sprechen und die besten Wege finden, um CCS zum Einsatz zu bringen. Die Bundesregierung muss kl\u00e4ren, wie abtransportiert und wo gelagert oder verpresst werden darf. 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Sogenannter \u201egr\u00fcner\u201c Wasserstoff, der mithilfe erneuerbarer Energien per Elektrolyse erzeugt wird, steht in den kommenden Jahren international nur in minimalen Mengen zur Verf\u00fcgung. Viele Unternehmen aus der Industrie und der Energiewirtschaft wollen f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit deshalb \u201eblauen\u201c Wasserstoff nutzen. Dabei wird Wasserstoff aus Erdgas abgetrennt und das verbleibende Kohlendioxid unterirdisch verpresst. Auf diese Weise lie\u00dfe sich auch \u201eblaues\u201c Ammoniak erzeugen, eine Grundstoffchemikalie, die aus Wasserstoff und Stockstoff besteht. Ammoniak eignet sich zum Transport etwa per Tanker besser als reiner Wasserstoff. Auch ist Ammoniak der Grundstoff etwa f\u00fcr D\u00fcngemittel.In den Nordseeregionen von D\u00e4nemark und Norwegen wird Kohlendioxid mithilfe der CCS-Technologien mittlerweile in wachsenden Mengen unter den Meeresboden gebracht. 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Das ist im Moment noch alles unklar und faktisch verboten.\u201c In Hamburg wolle man den Einsatz von CCS vor allem bei der M\u00fcllverbrennung pr\u00fcfen: \u201eWir haben dazu mit der Stadtreinigung eine Machbarkeitsstudie erstellt und werden schauen, welche Erkenntnisse wir daraus ableiten k\u00f6nnen.\u201c Hamburgs BUND-Chefin Sommer hingegen kritisiert, damit werde die Wirtschaft \u201enicht nur bei der M\u00fcllverbrennung oder Zementherstellung in die fossile Sackgasse gelenkt. Hamburg braucht keine unterirdische Verpressungspolitik mit hohen Kosten und ebensolchen Risiken, sondern echten Klimaschutz an der Oberfl\u00e4che: Kreislaufwirtschaft vor der M\u00fcllverbrennung, statt erst nach der Verbrennung mit aufw\u00e4ndigst abgeschiedenem CO2.\u201c Mehr erneuerbare Energien seien n\u00f6tig, etwa Solaranlagen auf Hamburgs D\u00e4chern, \u201eanstatt fossiler Gro\u00dfprojekte mit CCS als Feigenblatt. Und nicht zuletzt: Den \u00f6ffentlichen politischen Willen und Fokus daf\u00fcr.\u201cOlaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. Die Energiewirtschaft ist seit Jahrzehnten eines seiner Schwerpunktthemen.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wenn-sich-umweltschutzer-uber-den-klimaschutz-streiten\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/wenn-sich-umweltschutzer-uber-den-klimaschutz-streiten\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wenn-sich-umweltschutzer-uber-den-klimaschutz-streiten\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bund-chefin-sabine-sommer-in-einer-begruenten-sitzecke-am-eppendorfer-weg-in-hamburg.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/bund-chefin-sabine-sommer-in-einer-begruenten-sitzecke-am-eppendorfer-weg-in-hamburg.webp","width":1200,"height":798},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wenn-sich-umweltschutzer-uber-den-klimaschutz-streiten\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Wenn sich Umweltsch\u00fctzer \u00fcber den Klimaschutz streiten"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/","name":"vof-news.eu","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed","name":"Author","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","caption":"Author"},"sameAs":["http:\/\/vof-news.eu"],"url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/"}]}},"yoast_meta":{"yoast_wpseo_title":"","yoast_wpseo_metadesc":"","yoast_wpseo_canonical":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=262091"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262091\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":262098,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262091\/revisions\/262098"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/262092"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=262091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=262091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=262091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}