{"id":259887,"date":"2025-07-29T15:26:13","date_gmt":"2025-07-29T12:26:13","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/wie-schlimm-sind-15-prozent-zoll-wirklich-1935-liefert-die-antwort\/"},"modified":"2025-07-29T15:26:32","modified_gmt":"2025-07-29T12:26:32","slug":"wie-schlimm-sind-15-prozent-zoll-wirklich-1935-liefert-die-antwort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wie-schlimm-sind-15-prozent-zoll-wirklich-1935-liefert-die-antwort\/","title":{"rendered":"Wie schlimm sind 15 Prozent Zoll wirklich? 1935 liefert die Antwort"},"content":{"rendered":"<p>Monatelang wurde verhandelt. Es gab unz\u00e4hlige Telefonate und Videokonferenzen. Und immer wieder reisten Br\u00fcsseler Beamte nach Washington, trafen Vertraute Donald Trumps. Am Sonntag dann sprach die Chefin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, in Schottland pers\u00f6nlich mit dem US-Pr\u00e4sidenten \u2013 und verk\u00fcndete kurz darauf eine Zahl: 15 Prozent. So hoch ist der Zoll, den Amerika k\u00fcnftig auf fast alle Produkte aus Europa erheben will. <\/p>\n<p>Doch was bedeutet das? Sind 15 Prozent viel oder wenig? Von der Leyen bem\u00fchte sich am Sonntag, den Satz als niedrig darzustellen. Trump, sagte sie, habe zuletzt schlie\u00dflich 30 Prozent angedroht. Tats\u00e4chlich konnte die EU das halbieren und \u2013 vielleicht noch wichtiger \u2013 eine lange Phase des Hoffens und Bangens beenden. Europas Unternehmen haben nun mehr Planungssicherheit. Alles gut also? <\/p>\n<h3>Trump ist  bisher der gro\u00dfe Gewinner<\/h3>\n<p>Kaum. Denn betrachtet man die H\u00f6he der amerikanischen Z\u00f6lle auf Produkte aus der EU in der Zeit vor Trumps zweiter Pr\u00e4sidentschaft, dann wirkt der Deal schlecht: Zwischen 2000 und 2024 lag der durchschnittliche Satz bei ungef\u00e4hr zwei Prozent. 15 Prozent bedeuten also eine dramatische Steigerung. Aus deutscher Sicht besonders heikel ist, dass dieser Wert auch f\u00fcr Autos gilt. Unter Trumps Vorg\u00e4nger Joe Biden zahlten Importeure nur 2,5 Prozent, also einen Bruchteil.  <\/p>\n<p>Viele andere Weltregionen m\u00fcssen noch mit deutlich h\u00f6heren S\u00e4tzen leben. Anfang Juli hatte Trump 50 Prozent f\u00fcr Importe aus Brasilien angek\u00fcndigt. Auf Waren aus Thailand sollen 36 Prozent f\u00e4llig werden, auf G\u00fcter aus S\u00fcdkorea 25 Prozent. Die Einnahmen aus all den neuen Z\u00f6llen d\u00fcrften dem US-Pr\u00e4sidenten bei der Finanzierung von Steuersenkungen helfen. Und vor seinen W\u00e4hlern steht er einmal mehr als \u201eDealmaker\u201c da, als geschickter Verhandler. Trump ist \u2013 das l\u00e4sst sich nach mehr als 100 Tagen Zollkonflikt sagen \u2013 bisher der gro\u00dfe Gewinner.  <\/p>\n<p>Wer das ganze Ausma\u00df seiner Handelspolitik verstehen will, sollte weiter in die Vergangenheit schauen \u2013 noch in die Zeit vor Joe Biden und sogar vor der Jahrtausendwende. Einer Untersuchung der amerikanischen Elite-Universit\u00e4t Yale aus der vergangenen Woche zufolge sind die US-B\u00fcrger einem durchschnittlichen Zollsatz von 17,3 Prozent ausgesetzt, das ist der h\u00f6chste Wert seit 1935. <\/p>\n<h3>US-B\u00fcrger zahlen Preis f\u00fcr Trumps Z\u00f6lle<\/h3>\n<p>Damals verfolgte Pr\u00e4sident Franklin D. Roosevelt eine protektionistische Handelspolitik. Sein Land befand sich seit dem B\u00f6rsencrash von 1929 in einer tiefen Wirtschaftskrise, Millionen Menschen waren arbeitslos, Unternehmen gingen pleite. Roosevelt versuchte, die heimische Wirtschaft zu sch\u00fctzen. Nach jener Zeit sanken die amerikanischen S\u00e4tze aber stetig, von einigen Ausschl\u00e4gen abgesehen. Mit Trump schnellten sie wieder in die H\u00f6he. <\/p>\n<p>Und das d\u00fcrfte Amerikas Verbraucher belasten. Die Z\u00f6lle, die Trump in diesem Jahr bisher verh\u00e4ngte, f\u00fchren laut der Yale-Untersuchung zu einem Anstieg der Preise in den USA um zwei Prozent \u2013 was einem durchschnittlichen Einkommensverlust pro Haushalt von 2700 Dollar entspricht. <\/p>\n<p>Am Ende, so scheint es, kennen Trumps globale Handelskriege zwei Verlierer: all die Staaten, auf die nun h\u00f6here Z\u00f6lle zukommen \u2013 und die US-B\u00fcrger selbst. <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/stefan-beutelsbacher\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/stefan-beutelsbacher\/\"><b><em>Stefan Beutelsbacher<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Korrespondent in Br\u00fcssel. 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Denn betrachtet man die H\u00f6he der amerikanischen Z\u00f6lle auf Produkte aus der EU in der Zeit vor Trumps zweiter Pr\u00e4sidentschaft, dann wirkt der Deal schlecht: Zwischen 2000 und 2024 lag der durchschnittliche Satz bei ungef\u00e4hr zwei Prozent. 15 Prozent bedeuten also eine dramatische Steigerung. Aus deutscher Sicht besonders heikel ist, dass dieser Wert auch f\u00fcr Autos gilt. Unter Trumps Vorg\u00e4nger Joe Biden zahlten Importeure nur 2,5 Prozent, also einen Bruchteil. Viele andere Weltregionen m\u00fcssen noch mit deutlich h\u00f6heren S\u00e4tzen leben. Anfang Juli hatte Trump 50 Prozent f\u00fcr Importe aus Brasilien angek\u00fcndigt. Auf Waren aus Thailand sollen 36 Prozent f\u00e4llig werden, auf G\u00fcter aus S\u00fcdkorea 25 Prozent. Die Einnahmen aus all den neuen Z\u00f6llen d\u00fcrften dem US-Pr\u00e4sidenten bei der Finanzierung von Steuersenkungen helfen. 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Sind 15 Prozent viel oder wenig? Von der Leyen bem\u00fchte sich am Sonntag, den Satz als niedrig darzustellen. Trump, sagte sie, habe zuletzt schlie\u00dflich 30 Prozent angedroht. Tats\u00e4chlich konnte die EU das halbieren und \u2013 vielleicht noch wichtiger \u2013 eine lange Phase des Hoffens und Bangens beenden. Europas Unternehmen haben nun mehr Planungssicherheit. Alles gut also? Trump ist bisher der gro\u00dfe GewinnerKaum. Denn betrachtet man die H\u00f6he der amerikanischen Z\u00f6lle auf Produkte aus der EU in der Zeit vor Trumps zweiter Pr\u00e4sidentschaft, dann wirkt der Deal schlecht: Zwischen 2000 und 2024 lag der durchschnittliche Satz bei ungef\u00e4hr zwei Prozent. 15 Prozent bedeuten also eine dramatische Steigerung. Aus deutscher Sicht besonders heikel ist, dass dieser Wert auch f\u00fcr Autos gilt. Unter Trumps Vorg\u00e4nger Joe Biden zahlten Importeure nur 2,5 Prozent, also einen Bruchteil. Viele andere Weltregionen m\u00fcssen noch mit deutlich h\u00f6heren S\u00e4tzen leben. Anfang Juli hatte Trump 50 Prozent f\u00fcr Importe aus Brasilien angek\u00fcndigt. Auf Waren aus Thailand sollen 36 Prozent f\u00e4llig werden, auf G\u00fcter aus S\u00fcdkorea 25 Prozent. Die Einnahmen aus all den neuen Z\u00f6llen d\u00fcrften dem US-Pr\u00e4sidenten bei der Finanzierung von Steuersenkungen helfen. Und vor seinen W\u00e4hlern steht er einmal mehr als \u201eDealmaker\u201c da, als geschickter Verhandler. Trump ist \u2013 das l\u00e4sst sich nach mehr als 100 Tagen Zollkonflikt sagen \u2013 bisher der gro\u00dfe Gewinner. Wer das ganze Ausma\u00df seiner Handelspolitik verstehen will, sollte weiter in die Vergangenheit schauen \u2013 noch in die Zeit vor Joe Biden und sogar vor der Jahrtausendwende. Einer Untersuchung der amerikanischen Elite-Universit\u00e4t Yale aus der vergangenen Woche zufolge sind die US-B\u00fcrger einem durchschnittlichen Zollsatz von 17,3 Prozent ausgesetzt, das ist der h\u00f6chste Wert seit 1935. US-B\u00fcrger zahlen Preis f\u00fcr Trumps Z\u00f6lleDamals verfolgte Pr\u00e4sident Franklin D. Roosevelt eine protektionistische Handelspolitik. Sein Land befand sich seit dem B\u00f6rsencrash von 1929 in einer tiefen Wirtschaftskrise, Millionen Menschen waren arbeitslos, Unternehmen gingen pleite. Roosevelt versuchte, die heimische Wirtschaft zu sch\u00fctzen. Nach jener Zeit sanken die amerikanischen S\u00e4tze aber stetig, von einigen Ausschl\u00e4gen abgesehen. Mit Trump schnellten sie wieder in die H\u00f6he. Und das d\u00fcrfte Amerikas Verbraucher belasten. Die Z\u00f6lle, die Trump in diesem Jahr bisher verh\u00e4ngte, f\u00fchren laut der Yale-Untersuchung zu einem Anstieg der Preise in den USA um zwei Prozent \u2013 was einem durchschnittlichen Einkommensverlust pro Haushalt von 2700 Dollar entspricht. Am Ende, so scheint es, kennen Trumps globale Handelskriege zwei Verlierer: all die Staaten, auf die nun h\u00f6here Z\u00f6lle zukommen \u2013 und die US-B\u00fcrger selbst. Stefan Beutelsbacher ist Korrespondent in Br\u00fcssel. 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Denn betrachtet man die H\u00f6he der amerikanischen Z\u00f6lle auf Produkte aus der EU in der Zeit vor Trumps zweiter Pr\u00e4sidentschaft, dann wirkt der Deal schlecht: Zwischen 2000 und 2024 lag der durchschnittliche Satz bei ungef\u00e4hr zwei Prozent. 15 Prozent bedeuten also eine dramatische Steigerung. Aus deutscher Sicht besonders heikel ist, dass dieser Wert auch f\u00fcr Autos gilt. Unter Trumps Vorg\u00e4nger Joe Biden zahlten Importeure nur 2,5 Prozent, also einen Bruchteil. Viele andere Weltregionen m\u00fcssen noch mit deutlich h\u00f6heren S\u00e4tzen leben. Anfang Juli hatte Trump 50 Prozent f\u00fcr Importe aus Brasilien angek\u00fcndigt. Auf Waren aus Thailand sollen 36 Prozent f\u00e4llig werden, auf G\u00fcter aus S\u00fcdkorea 25 Prozent. Die Einnahmen aus all den neuen Z\u00f6llen d\u00fcrften dem US-Pr\u00e4sidenten bei der Finanzierung von Steuersenkungen helfen. 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Denn betrachtet man die H\u00f6he der amerikanischen Z\u00f6lle auf Produkte aus der EU in der Zeit vor Trumps zweiter Pr\u00e4sidentschaft, dann wirkt der Deal schlecht: Zwischen 2000 und 2024 lag der durchschnittliche Satz bei ungef\u00e4hr zwei Prozent. 15 Prozent bedeuten also eine dramatische Steigerung. Aus deutscher Sicht besonders heikel ist, dass dieser Wert auch f\u00fcr Autos gilt. Unter Trumps Vorg\u00e4nger Joe Biden zahlten Importeure nur 2,5 Prozent, also einen Bruchteil. Viele andere Weltregionen m\u00fcssen noch mit deutlich h\u00f6heren S\u00e4tzen leben. Anfang Juli hatte Trump 50 Prozent f\u00fcr Importe aus Brasilien angek\u00fcndigt. Auf Waren aus Thailand sollen 36 Prozent f\u00e4llig werden, auf G\u00fcter aus S\u00fcdkorea 25 Prozent. Die Einnahmen aus all den neuen Z\u00f6llen d\u00fcrften dem US-Pr\u00e4sidenten bei der Finanzierung von Steuersenkungen helfen. Und vor seinen W\u00e4hlern steht er einmal mehr als \u201eDealmaker\u201c da, als geschickter Verhandler. Trump ist \u2013 das l\u00e4sst sich nach mehr als 100 Tagen Zollkonflikt sagen \u2013 bisher der gro\u00dfe Gewinner. Wer das ganze Ausma\u00df seiner Handelspolitik verstehen will, sollte weiter in die Vergangenheit schauen \u2013 noch in die Zeit vor Joe Biden und sogar vor der Jahrtausendwende. Einer Untersuchung der amerikanischen Elite-Universit\u00e4t Yale aus der vergangenen Woche zufolge sind die US-B\u00fcrger einem durchschnittlichen Zollsatz von 17,3 Prozent ausgesetzt, das ist der h\u00f6chste Wert seit 1935. US-B\u00fcrger zahlen Preis f\u00fcr Trumps Z\u00f6lleDamals verfolgte Pr\u00e4sident Franklin D. Roosevelt eine protektionistische Handelspolitik. Sein Land befand sich seit dem B\u00f6rsencrash von 1929 in einer tiefen Wirtschaftskrise, Millionen Menschen waren arbeitslos, Unternehmen gingen pleite. Roosevelt versuchte, die heimische Wirtschaft zu sch\u00fctzen. Nach jener Zeit sanken die amerikanischen S\u00e4tze aber stetig, von einigen Ausschl\u00e4gen abgesehen. Mit Trump schnellten sie wieder in die H\u00f6he. Und das d\u00fcrfte Amerikas Verbraucher belasten. Die Z\u00f6lle, die Trump in diesem Jahr bisher verh\u00e4ngte, f\u00fchren laut der Yale-Untersuchung zu einem Anstieg der Preise in den USA um zwei Prozent \u2013 was einem durchschnittlichen Einkommensverlust pro Haushalt von 2700 Dollar entspricht. Am Ende, so scheint es, kennen Trumps globale Handelskriege zwei Verlierer: all die Staaten, auf die nun h\u00f6here Z\u00f6lle zukommen \u2013 und die US-B\u00fcrger selbst. Stefan Beutelsbacher ist Korrespondent in Br\u00fcssel. 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Von der Leyen bem\u00fchte sich am Sonntag, den Satz als niedrig darzustellen. Trump, sagte sie, habe zuletzt schlie\u00dflich 30 Prozent angedroht. Tats\u00e4chlich konnte die EU das halbieren und \u2013 vielleicht noch wichtiger \u2013 eine lange Phase des Hoffens und Bangens beenden. Europas Unternehmen haben nun mehr Planungssicherheit. Alles gut also? Trump ist bisher der gro\u00dfe GewinnerKaum. Denn betrachtet man die H\u00f6he der amerikanischen Z\u00f6lle auf Produkte aus der EU in der Zeit vor Trumps zweiter Pr\u00e4sidentschaft, dann wirkt der Deal schlecht: Zwischen 2000 und 2024 lag der durchschnittliche Satz bei ungef\u00e4hr zwei Prozent. 15 Prozent bedeuten also eine dramatische Steigerung. Aus deutscher Sicht besonders heikel ist, dass dieser Wert auch f\u00fcr Autos gilt. Unter Trumps Vorg\u00e4nger Joe Biden zahlten Importeure nur 2,5 Prozent, also einen Bruchteil. Viele andere Weltregionen m\u00fcssen noch mit deutlich h\u00f6heren S\u00e4tzen leben. Anfang Juli hatte Trump 50 Prozent f\u00fcr Importe aus Brasilien angek\u00fcndigt. Auf Waren aus Thailand sollen 36 Prozent f\u00e4llig werden, auf G\u00fcter aus S\u00fcdkorea 25 Prozent. Die Einnahmen aus all den neuen Z\u00f6llen d\u00fcrften dem US-Pr\u00e4sidenten bei der Finanzierung von Steuersenkungen helfen. Und vor seinen W\u00e4hlern steht er einmal mehr als \u201eDealmaker\u201c da, als geschickter Verhandler. Trump ist \u2013 das l\u00e4sst sich nach mehr als 100 Tagen Zollkonflikt sagen \u2013 bisher der gro\u00dfe Gewinner. Wer das ganze Ausma\u00df seiner Handelspolitik verstehen will, sollte weiter in die Vergangenheit schauen \u2013 noch in die Zeit vor Joe Biden und sogar vor der Jahrtausendwende. Einer Untersuchung der amerikanischen Elite-Universit\u00e4t Yale aus der vergangenen Woche zufolge sind die US-B\u00fcrger einem durchschnittlichen Zollsatz von 17,3 Prozent ausgesetzt, das ist der h\u00f6chste Wert seit 1935. US-B\u00fcrger zahlen Preis f\u00fcr Trumps Z\u00f6lleDamals verfolgte Pr\u00e4sident Franklin D. Roosevelt eine protektionistische Handelspolitik. Sein Land befand sich seit dem B\u00f6rsencrash von 1929 in einer tiefen Wirtschaftskrise, Millionen Menschen waren arbeitslos, Unternehmen gingen pleite. Roosevelt versuchte, die heimische Wirtschaft zu sch\u00fctzen. Nach jener Zeit sanken die amerikanischen S\u00e4tze aber stetig, von einigen Ausschl\u00e4gen abgesehen. Mit Trump schnellten sie wieder in die H\u00f6he. Und das d\u00fcrfte Amerikas Verbraucher belasten. Die Z\u00f6lle, die Trump in diesem Jahr bisher verh\u00e4ngte, f\u00fchren laut der Yale-Untersuchung zu einem Anstieg der Preise in den USA um zwei Prozent \u2013 was einem durchschnittlichen Einkommensverlust pro Haushalt von 2700 Dollar entspricht. Am Ende, so scheint es, kennen Trumps globale Handelskriege zwei Verlierer: all die Staaten, auf die nun h\u00f6here Z\u00f6lle zukommen \u2013 und die US-B\u00fcrger selbst. Stefan Beutelsbacher ist Korrespondent in Br\u00fcssel. 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Denn betrachtet man die H\u00f6he der amerikanischen Z\u00f6lle auf Produkte aus der EU in der Zeit vor Trumps zweiter Pr\u00e4sidentschaft, dann wirkt der Deal schlecht: Zwischen 2000 und 2024 lag der durchschnittliche Satz bei ungef\u00e4hr zwei Prozent. 15 Prozent bedeuten also eine dramatische Steigerung. Aus deutscher Sicht besonders heikel ist, dass dieser Wert auch f\u00fcr Autos gilt. Unter Trumps Vorg\u00e4nger Joe Biden zahlten Importeure nur 2,5 Prozent, also einen Bruchteil. Viele andere Weltregionen m\u00fcssen noch mit deutlich h\u00f6heren S\u00e4tzen leben. Anfang Juli hatte Trump 50 Prozent f\u00fcr Importe aus Brasilien angek\u00fcndigt. Auf Waren aus Thailand sollen 36 Prozent f\u00e4llig werden, auf G\u00fcter aus S\u00fcdkorea 25 Prozent. Die Einnahmen aus all den neuen Z\u00f6llen d\u00fcrften dem US-Pr\u00e4sidenten bei der Finanzierung von Steuersenkungen helfen. Und vor seinen W\u00e4hlern steht er einmal mehr als \u201eDealmaker\u201c da, als geschickter Verhandler. Trump ist \u2013 das l\u00e4sst sich nach mehr als 100 Tagen Zollkonflikt sagen \u2013 bisher der gro\u00dfe Gewinner. Wer das ganze Ausma\u00df seiner Handelspolitik verstehen will, sollte weiter in die Vergangenheit schauen \u2013 noch in die Zeit vor Joe Biden und sogar vor der Jahrtausendwende. Einer Untersuchung der amerikanischen Elite-Universit\u00e4t Yale aus der vergangenen Woche zufolge sind die US-B\u00fcrger einem durchschnittlichen Zollsatz von 17,3 Prozent ausgesetzt, das ist der h\u00f6chste Wert seit 1935. US-B\u00fcrger zahlen Preis f\u00fcr Trumps Z\u00f6lleDamals verfolgte Pr\u00e4sident Franklin D. Roosevelt eine protektionistische Handelspolitik. Sein Land befand sich seit dem B\u00f6rsencrash von 1929 in einer tiefen Wirtschaftskrise, Millionen Menschen waren arbeitslos, Unternehmen gingen pleite. Roosevelt versuchte, die heimische Wirtschaft zu sch\u00fctzen. Nach jener Zeit sanken die amerikanischen S\u00e4tze aber stetig, von einigen Ausschl\u00e4gen abgesehen. Mit Trump schnellten sie wieder in die H\u00f6he. Und das d\u00fcrfte Amerikas Verbraucher belasten. Die Z\u00f6lle, die Trump in diesem Jahr bisher verh\u00e4ngte, f\u00fchren laut der Yale-Untersuchung zu einem Anstieg der Preise in den USA um zwei Prozent \u2013 was einem durchschnittlichen Einkommensverlust pro Haushalt von 2700 Dollar entspricht. Am Ende, so scheint es, kennen Trumps globale Handelskriege zwei Verlierer: all die Staaten, auf die nun h\u00f6here Z\u00f6lle zukommen \u2013 und die US-B\u00fcrger selbst. Stefan Beutelsbacher ist Korrespondent in Br\u00fcssel. 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