{"id":258492,"date":"2025-07-25T11:26:10","date_gmt":"2025-07-25T08:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/mit-neuen-terminals-geht-der-hamburger-hafen-in-die-offensive\/"},"modified":"2025-07-25T11:26:38","modified_gmt":"2025-07-25T08:26:38","slug":"mit-neuen-terminals-geht-der-hamburger-hafen-in-die-offensive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/mit-neuen-terminals-geht-der-hamburger-hafen-in-die-offensive\/","title":{"rendered":"Mit neuen Terminals geht der Hamburger Hafen in die Offensive"},"content":{"rendered":"<p>Die Hafenbarkasse \u201eDiplomat\u201c f\u00e4hrt am Bubendeyufer entlang, die von B\u00fcschen und B\u00e4umen ges\u00e4umte Fl\u00e4che zwischen der Elbfahrrinne und dem Petroleumhafen, gegen\u00fcber dem Elbufer von \u00d6velg\u00f6nne, wirkt vergessen und verlassen. Doch genau hier soll in etwa zehn Jahren das neue Kraftzentrum des Hamburger Hafens stehen, ein hoch automatisierter Terminal f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften Containerschiffe der Welt.<\/p>\n<p>\u00dcber die sogenannte Westerweiterung des Eurokai-Terminals wird seit fast 20 Jahren debattiert, seit 2022 liegt das Baurecht vor. Eng verbunden mit der Erweiterung des Terminals ist die Vergr\u00f6\u00dferung des Drehkreises am Waltershofer Hafen von 480 auf 600 Meter, um das Anlegen der gr\u00f6\u00dften Containerschiffe an den Terminals Eurokai und Burchardkai zu erleichtern. Die Stadt Hamburg investiert in die Westerweiterung und den Drehkreis rund 1,1 Milliarden Euro. Einen Teil bekommt sie sp\u00e4ter \u00fcber die Pacht der Terminalfl\u00e4che vom Unternehmen Eurogate zur\u00fcck, dem Betreiber des Eurokais. Ein voraussichtlich hoher dreistelliger Millionenbetrag wird wohl langfristig der Anteil der Stadt sein. <\/p>\n<p>Durch die Erweiterung des Drehkreises soll die Anlegezeit der Gro\u00dfcontainerschiffe von derzeit rund 90 auf 40 bis 45 Minuten sinken. Hamburg stellt sich damit auf die stetig steigende Zahl von Schiffen mit rund 400 Metern L\u00e4nge und teils mehr 60 Metern Breite ein, die den Hafen anlaufen, speziell Frachter in den Liniendiensten zwischen Europa und China.<\/p>\n<p>\u201eWir tun das, um f\u00fcr die internationale Schifffahrt angebotsf\u00e4hig zu bleiben\u201c, sagt Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) bei ihrer j\u00e4hrlichen Sommer-Pressefahrt durch den Hafen auf die Frage, warum Hamburg neue Terminalfl\u00e4che schafft \u2013 schon heute hat der gr\u00f6\u00dfte deutsche Seehafen viel mehr Kapazit\u00e4t f\u00fcr den Containerumschlag zur Verf\u00fcgung, als Boxen bewegt werden. Rund 7,8 Millionen Containereinheiten (TEU) wurden 2024 in Hamburg umgeschlagen, in diesem Jahr d\u00fcrften es deutlich mehr sein, wenn sich das Wachstum aus dem ersten Halbjahr \u2013 rund neun Prozent \u2013 in den kommenden Monaten fortsetzt. Doch insgesamt k\u00f6nnten die drei Hamburger Containerterminals der HHLA und der Eurokai heutzutage schon etwa 14 Millionen TEU im Jahr umschlagen.<\/p>\n<p>Die Westerweiterung ist derzeit das gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Projekt zur Modernisierung des Containerumschlags in Hamburg. Die Stadt und die beteiligten Unternehmen senden damit das Signal: Der Hamburger Hafen l\u00e4sst sich im Wettbewerb an Nord- und Ostsee nicht weiter abh\u00e4ngen. Im zur\u00fcckliegenden Jahrzehnt hat Hamburg an der \u201eNordrange\u201c deutlich an Marktanteilen verloren, und das soll nicht so bleiben. Mit hoch automatisierten, elektrifizierten Terminals, deren Betrieb perspektivisch keine Treibhausgase ausst\u00f6\u00dft, will die Hansestadt wieder in die Offensive kommen. Die HHLA-Terminals Altenwerder und Burchardkai sind bereits automatisiert, der Eurokai schlie\u00dft mit automatisch betriebenen Fahrzeugen und Containerlagern sowie mit ferngesteuerten Containerbr\u00fccken in den kommenden Jahren technologisch auf. <\/p>\n<p>\u201eWir werden den Eurokai kontinuierlich an den neuesten Stand der Technologie anpassen\u201c, sagt Eurogate-Manager Tim Schmonsees. Die heutige Fl\u00e4che des Eurokais soll von 140 auf 178 Hektar erweitert werden, mit zus\u00e4tzlichen Liegepl\u00e4tzen f\u00fcr Gro\u00dfcontainerschiffe. F\u00fchrende Reedereien wie CMA CGM oder Hapag-Lloyd, hei\u00dft es aus der Hafenwirtschaft, seien daran interessiert, sich an der Westerweiterung zu beteiligen. Allein Eurogate will in die Modernisierung und Westerweiterung des Eurokais rund 700 Millionen Euro investieren, in Fahrzeuge, Containerbr\u00fccken und Portalkr\u00e4ne. <\/p>\n<p>Neben Prestigeprojekten wie diesen steht die K\u00e4rrnerarbeit: die Pflege der insgesamt rund 43 Kilometer Kaikanten im Hamburger Hafen. Rund 35 Kilometer davon geh\u00f6ren der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA). Etwa f\u00fcnf Kilometer der Kaimauern sind \u00e4lter als 100 Jahre, zehn Kilometer sind zwischen 60 und 100 Jahre alt. Nur acht Kilometer sind j\u00fcnger als 30 Jahre. Was allein die Sanierung der Kaikanten im kommenden Jahrzehnt kosten wird, wollen Leonhard und HPA-Chef Jens Meier nicht sagen. \u201eEs ergibt keinen Sinn, solche Globalzahlen aufzurufen, finanzielle Unterst\u00fctzung zum Beispiel vom Bund zu fordern, und das Geld dann wom\u00f6glich nicht zeitnah verbauen zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Meier. \u201eWir versuchen, Sanierung und Neubau bedarfsgerecht zu priorisieren und dann m\u00f6glichst auch Baurecht f\u00fcr das jeweilige Projekt zu haben.\u201c <\/p>\n<p>Allerdings steht auch Hamburg hinter der Forderung der Hafenwirtschaft und ihres Branchenverbandes ZDS, die j\u00e4hrliche Unterst\u00fctzung des Bundes von derzeit nur rund 38 Millionen Euro dauerhaft auf 400 bis 500 Millionen Euro im Jahr zu erh\u00f6hen. Auch punktuelle Beteiligungen des Bundes an Bauprojekten sind in der Hansestadt willkommen.<\/p>\n<p>Hamburg bindet an den Kaikanten heute schon permanent Betr\u00e4ge im hohen dreistelligen Millionenbereich. Allein die Sanierung des Steinwerder Kais an der Werft Blohm+Voss und des Salzgitterkais am Kohle- und Erzterminal Hansa Port kostet insgesamt rund 700 Millionen Euro \u2013 einen Teil davon holt sich die Stadt auch hier durch Pachten zur\u00fcck, andernfalls w\u00fcrde die EU-Kommission die st\u00e4dtischen Investitionen als unerlaubte Beihilfe werten. Die Sanierung des Hachmannkais s\u00fcdlich des Terminals Tollerort auf Steinwerder kostete rund 47 Millionen Euro, sie dauerte bis zum Mai dieses Jahres insgesamt zwei Jahre und acht Monate \u2013 bei einer Kaimauer von 460 Metern L\u00e4nge.<\/p>\n<p>Komplett neu erschlossen wird derzeit das Areal Steinwerder S\u00fcd. Durch Aufsch\u00fcttung verbindet die HPA zwei alte Kaianlagen zu einer neuen trapezf\u00f6rmigen Fl\u00e4che von rund 26,4 Hektar. Seit vielen Jahren wird an diesem Projekt gearbeitet, in den Jahren 2026 und 2027 sollen der oder die k\u00fcnftigen Nutzer ausgew\u00e4hlt, 2029 der Terminal von der Stadt \u00fcbergeben werden. Logistik k\u00f6nnte dort angesiedelt werden, auch in Verbindung mit der Lagerung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen. Der neue Terminal, erreichbar f\u00fcr Schiffe mit 10,8 Metern Tiefgang, ist an die Hamburger Hafenbahn angebunden.<\/p>\n<p>Hohe Summen investiert Hamburg in den kommenden Jahren auch in die Landstromanschl\u00fcsse f\u00fcr See- und Binnenschiffe. Bis 2027 m\u00fcssen alle Kreuzfahrtschiffe in Hamburg mit Landstrom versorgt werden, die dann technisch daf\u00fcr vorbereitet sind. In der EU gilt von 2030 an eine Landstrompflicht f\u00fcr alle daf\u00fcr ausgelegten Kreuzfahrt- und Containerschiffe. Heutzutage ist es f\u00fcr die meisten Reedereien noch billiger, den Strombedarf auf den Schiffen mit den dieselbetriebene Bordaggregaten zu decken. <\/p>\n<p>Das allerdings werde sich \u00e4ndern, sagt Meier, der auch Pr\u00e4sident des Welt-Hafenverbandes International Association of Ports and Harbors (IAPH) ist. Neben der Verpflichtung zur Nutzung von Landstrom werde es Regelungen zum Einsatz von synthetischen, klimaneutralen Kraftstoffen f\u00fcr die Bordaggregate geben. Die Mitgliedstaaten der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO beschlossen 2023, dass die globale Schifffahrt bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein soll. Bislang steht die Schifffahrt f\u00fcr rund drei Prozent des gesamten menschengemachten Aussto\u00dfes an Treibhausgasen. \u201eDiese Entwicklung\u201c, sagt Meier, \u201ewerden wir in den H\u00e4fen nach Kr\u00e4ften unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p><b><em>Olaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. Die maritime Wirtschaft \u2013 Schifffahrt, H\u00e4fen und Werften \u2013 z\u00e4hlt zu seinen Schwerpunktthemen.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hafenbarkasse \u201eDiplomat\u201c f\u00e4hrt am Bubendeyufer entlang, die von B\u00fcschen und B\u00e4umen ges\u00e4umte Fl\u00e4che zwischen der Elbfahrrinne und dem Petroleumhafen, gegen\u00fcber dem Elbufer von \u00d6velg\u00f6nne, wirkt vergessen und verlassen. 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Doch genau hier soll in etwa zehn Jahren das neue Kraftzentrum des Hamburger Hafens stehen, ein hoch automatisierter Terminal f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften Containerschiffe der Welt.\u00dcber die sogenannte Westerweiterung des Eurokai-Terminals wird seit fast 20 Jahren debattiert, seit 2022 liegt das Baurecht vor. Eng verbunden mit der Erweiterung des Terminals ist die Vergr\u00f6\u00dferung des Drehkreises am Waltershofer Hafen von 480 auf 600 Meter, um das Anlegen der gr\u00f6\u00dften Containerschiffe an den Terminals Eurokai und Burchardkai zu erleichtern. Die Stadt Hamburg investiert in die Westerweiterung und den Drehkreis rund 1,1 Milliarden Euro. Einen Teil bekommt sie sp\u00e4ter \u00fcber die Pacht der Terminalfl\u00e4che vom Unternehmen Eurogate zur\u00fcck, dem Betreiber des Eurokais. Ein voraussichtlich hoher dreistelliger Millionenbetrag wird wohl langfristig der Anteil der Stadt sein. Durch die Erweiterung des Drehkreises soll die Anlegezeit der Gro\u00dfcontainerschiffe von derzeit rund 90 auf 40 bis 45 Minuten sinken. Hamburg stellt sich damit auf die stetig steigende Zahl von Schiffen mit rund 400 Metern L\u00e4nge und teils mehr 60 Metern Breite ein, die den Hafen anlaufen, speziell Frachter in den Liniendiensten zwischen Europa und China.\u201eWir tun das, um f\u00fcr die internationale Schifffahrt angebotsf\u00e4hig zu bleiben\u201c, sagt Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) bei ihrer j\u00e4hrlichen Sommer-Pressefahrt durch den Hafen auf die Frage, warum Hamburg neue Terminalfl\u00e4che schafft \u2013 schon heute hat der gr\u00f6\u00dfte deutsche Seehafen viel mehr Kapazit\u00e4t f\u00fcr den Containerumschlag zur Verf\u00fcgung, als Boxen bewegt werden. Rund 7,8 Millionen Containereinheiten (TEU) wurden 2024 in Hamburg umgeschlagen, in diesem Jahr d\u00fcrften es deutlich mehr sein, wenn sich das Wachstum aus dem ersten Halbjahr \u2013 rund neun Prozent \u2013 in den kommenden Monaten fortsetzt. Doch insgesamt k\u00f6nnten die drei Hamburger Containerterminals der HHLA und der Eurokai heutzutage schon etwa 14 Millionen TEU im Jahr umschlagen.Die Westerweiterung ist derzeit das gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Projekt zur Modernisierung des Containerumschlags in Hamburg. Die Stadt und die beteiligten Unternehmen senden damit das Signal: Der Hamburger Hafen l\u00e4sst sich im Wettbewerb an Nord- und Ostsee nicht weiter abh\u00e4ngen. Im zur\u00fcckliegenden Jahrzehnt hat Hamburg an der \u201eNordrange\u201c deutlich an Marktanteilen verloren, und das soll nicht so bleiben. Mit hoch automatisierten, elektrifizierten Terminals, deren Betrieb perspektivisch keine Treibhausgase ausst\u00f6\u00dft, will die Hansestadt wieder in die Offensive kommen. Die HHLA-Terminals Altenwerder und Burchardkai sind bereits automatisiert, der Eurokai schlie\u00dft mit automatisch betriebenen Fahrzeugen und Containerlagern sowie mit ferngesteuerten Containerbr\u00fccken in den kommenden Jahren technologisch auf. \u201eWir werden den Eurokai kontinuierlich an den neuesten Stand der Technologie anpassen\u201c, sagt Eurogate-Manager Tim Schmonsees. Die heutige Fl\u00e4che des Eurokais soll von 140 auf 178 Hektar erweitert werden, mit zus\u00e4tzlichen Liegepl\u00e4tzen f\u00fcr Gro\u00dfcontainerschiffe. F\u00fchrende Reedereien wie CMA CGM oder Hapag-Lloyd, hei\u00dft es aus der Hafenwirtschaft, seien daran interessiert, sich an der Westerweiterung zu beteiligen. Allein Eurogate will in die Modernisierung und Westerweiterung des Eurokais rund 700 Millionen Euro investieren, in Fahrzeuge, Containerbr\u00fccken und Portalkr\u00e4ne. Neben Prestigeprojekten wie diesen steht die K\u00e4rrnerarbeit: die Pflege der insgesamt rund 43 Kilometer Kaikanten im Hamburger Hafen. Rund 35 Kilometer davon geh\u00f6ren der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA). Etwa f\u00fcnf Kilometer der Kaimauern sind \u00e4lter als 100 Jahre, zehn Kilometer sind zwischen 60 und 100 Jahre alt. Nur acht Kilometer sind j\u00fcnger als 30 Jahre. Was allein die Sanierung der Kaikanten im kommenden Jahrzehnt kosten wird, wollen Leonhard und HPA-Chef Jens Meier nicht sagen. \u201eEs ergibt keinen Sinn, solche Globalzahlen aufzurufen, finanzielle Unterst\u00fctzung zum Beispiel vom Bund zu fordern, und das Geld dann wom\u00f6glich nicht zeitnah verbauen zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Meier. \u201eWir versuchen, Sanierung und Neubau bedarfsgerecht zu priorisieren und dann m\u00f6glichst auch Baurecht f\u00fcr das jeweilige Projekt zu haben.\u201c Allerdings steht auch Hamburg hinter der Forderung der Hafenwirtschaft und ihres Branchenverbandes ZDS, die j\u00e4hrliche Unterst\u00fctzung des Bundes von derzeit nur rund 38 Millionen Euro dauerhaft auf 400 bis 500 Millionen Euro im Jahr zu erh\u00f6hen. Auch punktuelle Beteiligungen des Bundes an Bauprojekten sind in der Hansestadt willkommen.Hamburg bindet an den Kaikanten heute schon permanent Betr\u00e4ge im hohen dreistelligen Millionenbereich. Allein die Sanierung des Steinwerder Kais an der Werft Blohm+Voss und des Salzgitterkais am Kohle- und Erzterminal Hansa Port kostet insgesamt rund 700 Millionen Euro \u2013 einen Teil davon holt sich die Stadt auch hier durch Pachten zur\u00fcck, andernfalls w\u00fcrde die EU-Kommission die st\u00e4dtischen Investitionen als unerlaubte Beihilfe werten. Die Sanierung des Hachmannkais s\u00fcdlich des Terminals Tollerort auf Steinwerder kostete rund 47 Millionen Euro, sie dauerte bis zum Mai dieses Jahres insgesamt zwei Jahre und acht Monate \u2013 bei einer Kaimauer von 460 Metern L\u00e4nge.Komplett neu erschlossen wird derzeit das Areal Steinwerder S\u00fcd. Durch Aufsch\u00fcttung verbindet die HPA zwei alte Kaianlagen zu einer neuen trapezf\u00f6rmigen Fl\u00e4che von rund 26,4 Hektar. Seit vielen Jahren wird an diesem Projekt gearbeitet, in den Jahren 2026 und 2027 sollen der oder die k\u00fcnftigen Nutzer ausgew\u00e4hlt, 2029 der Terminal von der Stadt \u00fcbergeben werden. Logistik k\u00f6nnte dort angesiedelt werden, auch in Verbindung mit der Lagerung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen. Der neue Terminal, erreichbar f\u00fcr Schiffe mit 10,8 Metern Tiefgang, ist an die Hamburger Hafenbahn angebunden.Hohe Summen investiert Hamburg in den kommenden Jahren auch in die Landstromanschl\u00fcsse f\u00fcr See- und Binnenschiffe. Bis 2027 m\u00fcssen alle Kreuzfahrtschiffe in Hamburg mit Landstrom versorgt werden, die dann technisch daf\u00fcr vorbereitet sind. In der EU gilt von 2030 an eine Landstrompflicht f\u00fcr alle daf\u00fcr ausgelegten Kreuzfahrt- und Containerschiffe. Heutzutage ist es f\u00fcr die meisten Reedereien noch billiger, den Strombedarf auf den Schiffen mit den dieselbetriebene Bordaggregaten zu decken. Das allerdings werde sich \u00e4ndern, sagt Meier, der auch Pr\u00e4sident des Welt-Hafenverbandes International Association of Ports and Harbors (IAPH) ist. Neben der Verpflichtung zur Nutzung von Landstrom werde es Regelungen zum Einsatz von synthetischen, klimaneutralen Kraftstoffen f\u00fcr die Bordaggregate geben. Die Mitgliedstaaten der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO beschlossen 2023, dass die globale Schifffahrt bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein soll. Bislang steht die Schifffahrt f\u00fcr rund drei Prozent des gesamten menschengemachten Aussto\u00dfes an Treibhausgasen. \u201eDiese Entwicklung\u201c, sagt Meier, \u201ewerden wir in den H\u00e4fen nach Kr\u00e4ften unterst\u00fctzen.\u201cOlaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. 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Durch die Erweiterung des Drehkreises soll die Anlegezeit der Gro\u00dfcontainerschiffe von derzeit rund 90 auf 40 bis 45 Minuten sinken. Hamburg stellt sich damit auf die stetig steigende Zahl von Schiffen mit rund 400 Metern L\u00e4nge und teils mehr 60 Metern Breite ein, die den Hafen anlaufen, speziell Frachter in den Liniendiensten zwischen Europa und China.\u201eWir tun das, um f\u00fcr die internationale Schifffahrt angebotsf\u00e4hig zu bleiben\u201c, sagt Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) bei ihrer j\u00e4hrlichen Sommer-Pressefahrt durch den Hafen auf die Frage, warum Hamburg neue Terminalfl\u00e4che schafft \u2013 schon heute hat der gr\u00f6\u00dfte deutsche Seehafen viel mehr Kapazit\u00e4t f\u00fcr den Containerumschlag zur Verf\u00fcgung, als Boxen bewegt werden. Rund 7,8 Millionen Containereinheiten (TEU) wurden 2024 in Hamburg umgeschlagen, in diesem Jahr d\u00fcrften es deutlich mehr sein, wenn sich das Wachstum aus dem ersten Halbjahr \u2013 rund neun Prozent \u2013 in den kommenden Monaten fortsetzt. Doch insgesamt k\u00f6nnten die drei Hamburger Containerterminals der HHLA und der Eurokai heutzutage schon etwa 14 Millionen TEU im Jahr umschlagen.Die Westerweiterung ist derzeit das gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Projekt zur Modernisierung des Containerumschlags in Hamburg. Die Stadt und die beteiligten Unternehmen senden damit das Signal: Der Hamburger Hafen l\u00e4sst sich im Wettbewerb an Nord- und Ostsee nicht weiter abh\u00e4ngen. Im zur\u00fcckliegenden Jahrzehnt hat Hamburg an der \u201eNordrange\u201c deutlich an Marktanteilen verloren, und das soll nicht so bleiben. Mit hoch automatisierten, elektrifizierten Terminals, deren Betrieb perspektivisch keine Treibhausgase ausst\u00f6\u00dft, will die Hansestadt wieder in die Offensive kommen. Die HHLA-Terminals Altenwerder und Burchardkai sind bereits automatisiert, der Eurokai schlie\u00dft mit automatisch betriebenen Fahrzeugen und Containerlagern sowie mit ferngesteuerten Containerbr\u00fccken in den kommenden Jahren technologisch auf. \u201eWir werden den Eurokai kontinuierlich an den neuesten Stand der Technologie anpassen\u201c, sagt Eurogate-Manager Tim Schmonsees. Die heutige Fl\u00e4che des Eurokais soll von 140 auf 178 Hektar erweitert werden, mit zus\u00e4tzlichen Liegepl\u00e4tzen f\u00fcr Gro\u00dfcontainerschiffe. F\u00fchrende Reedereien wie CMA CGM oder Hapag-Lloyd, hei\u00dft es aus der Hafenwirtschaft, seien daran interessiert, sich an der Westerweiterung zu beteiligen. Allein Eurogate will in die Modernisierung und Westerweiterung des Eurokais rund 700 Millionen Euro investieren, in Fahrzeuge, Containerbr\u00fccken und Portalkr\u00e4ne. Neben Prestigeprojekten wie diesen steht die K\u00e4rrnerarbeit: die Pflege der insgesamt rund 43 Kilometer Kaikanten im Hamburger Hafen. Rund 35 Kilometer davon geh\u00f6ren der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA). Etwa f\u00fcnf Kilometer der Kaimauern sind \u00e4lter als 100 Jahre, zehn Kilometer sind zwischen 60 und 100 Jahre alt. Nur acht Kilometer sind j\u00fcnger als 30 Jahre. Was allein die Sanierung der Kaikanten im kommenden Jahrzehnt kosten wird, wollen Leonhard und HPA-Chef Jens Meier nicht sagen. \u201eEs ergibt keinen Sinn, solche Globalzahlen aufzurufen, finanzielle Unterst\u00fctzung zum Beispiel vom Bund zu fordern, und das Geld dann wom\u00f6glich nicht zeitnah verbauen zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Meier. \u201eWir versuchen, Sanierung und Neubau bedarfsgerecht zu priorisieren und dann m\u00f6glichst auch Baurecht f\u00fcr das jeweilige Projekt zu haben.\u201c Allerdings steht auch Hamburg hinter der Forderung der Hafenwirtschaft und ihres Branchenverbandes ZDS, die j\u00e4hrliche Unterst\u00fctzung des Bundes von derzeit nur rund 38 Millionen Euro dauerhaft auf 400 bis 500 Millionen Euro im Jahr zu erh\u00f6hen. Auch punktuelle Beteiligungen des Bundes an Bauprojekten sind in der Hansestadt willkommen.Hamburg bindet an den Kaikanten heute schon permanent Betr\u00e4ge im hohen dreistelligen Millionenbereich. Allein die Sanierung des Steinwerder Kais an der Werft Blohm+Voss und des Salzgitterkais am Kohle- und Erzterminal Hansa Port kostet insgesamt rund 700 Millionen Euro \u2013 einen Teil davon holt sich die Stadt auch hier durch Pachten zur\u00fcck, andernfalls w\u00fcrde die EU-Kommission die st\u00e4dtischen Investitionen als unerlaubte Beihilfe werten. Die Sanierung des Hachmannkais s\u00fcdlich des Terminals Tollerort auf Steinwerder kostete rund 47 Millionen Euro, sie dauerte bis zum Mai dieses Jahres insgesamt zwei Jahre und acht Monate \u2013 bei einer Kaimauer von 460 Metern L\u00e4nge.Komplett neu erschlossen wird derzeit das Areal Steinwerder S\u00fcd. Durch Aufsch\u00fcttung verbindet die HPA zwei alte Kaianlagen zu einer neuen trapezf\u00f6rmigen Fl\u00e4che von rund 26,4 Hektar. Seit vielen Jahren wird an diesem Projekt gearbeitet, in den Jahren 2026 und 2027 sollen der oder die k\u00fcnftigen Nutzer ausgew\u00e4hlt, 2029 der Terminal von der Stadt \u00fcbergeben werden. Logistik k\u00f6nnte dort angesiedelt werden, auch in Verbindung mit der Lagerung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen. Der neue Terminal, erreichbar f\u00fcr Schiffe mit 10,8 Metern Tiefgang, ist an die Hamburger Hafenbahn angebunden.Hohe Summen investiert Hamburg in den kommenden Jahren auch in die Landstromanschl\u00fcsse f\u00fcr See- und Binnenschiffe. Bis 2027 m\u00fcssen alle Kreuzfahrtschiffe in Hamburg mit Landstrom versorgt werden, die dann technisch daf\u00fcr vorbereitet sind. In der EU gilt von 2030 an eine Landstrompflicht f\u00fcr alle daf\u00fcr ausgelegten Kreuzfahrt- und Containerschiffe. Heutzutage ist es f\u00fcr die meisten Reedereien noch billiger, den Strombedarf auf den Schiffen mit den dieselbetriebene Bordaggregaten zu decken. Das allerdings werde sich \u00e4ndern, sagt Meier, der auch Pr\u00e4sident des Welt-Hafenverbandes International Association of Ports and Harbors (IAPH) ist. Neben der Verpflichtung zur Nutzung von Landstrom werde es Regelungen zum Einsatz von synthetischen, klimaneutralen Kraftstoffen f\u00fcr die Bordaggregate geben. Die Mitgliedstaaten der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO beschlossen 2023, dass die globale Schifffahrt bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein soll. Bislang steht die Schifffahrt f\u00fcr rund drei Prozent des gesamten menschengemachten Aussto\u00dfes an Treibhausgasen. \u201eDiese Entwicklung\u201c, sagt Meier, \u201ewerden wir in den H\u00e4fen nach Kr\u00e4ften unterst\u00fctzen.\u201cOlaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. 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Doch genau hier soll in etwa zehn Jahren das neue Kraftzentrum des Hamburger Hafens stehen, ein hoch automatisierter Terminal f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften Containerschiffe der Welt.\u00dcber die sogenannte Westerweiterung des Eurokai-Terminals wird seit fast 20 Jahren debattiert, seit 2022 liegt das Baurecht vor. Eng verbunden mit der Erweiterung des Terminals ist die Vergr\u00f6\u00dferung des Drehkreises am Waltershofer Hafen von 480 auf 600 Meter, um das Anlegen der gr\u00f6\u00dften Containerschiffe an den Terminals Eurokai und Burchardkai zu erleichtern. Die Stadt Hamburg investiert in die Westerweiterung und den Drehkreis rund 1,1 Milliarden Euro. Einen Teil bekommt sie sp\u00e4ter \u00fcber die Pacht der Terminalfl\u00e4che vom Unternehmen Eurogate zur\u00fcck, dem Betreiber des Eurokais. Ein voraussichtlich hoher dreistelliger Millionenbetrag wird wohl langfristig der Anteil der Stadt sein. 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Doch genau hier soll in etwa zehn Jahren das neue Kraftzentrum des Hamburger Hafens stehen, ein hoch automatisierter Terminal f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften Containerschiffe der Welt.\u00dcber die sogenannte Westerweiterung des Eurokai-Terminals wird seit fast 20 Jahren debattiert, seit 2022 liegt das Baurecht vor. Eng verbunden mit der Erweiterung des Terminals ist die Vergr\u00f6\u00dferung des Drehkreises am Waltershofer Hafen von 480 auf 600 Meter, um das Anlegen der gr\u00f6\u00dften Containerschiffe an den Terminals Eurokai und Burchardkai zu erleichtern. Die Stadt Hamburg investiert in die Westerweiterung und den Drehkreis rund 1,1 Milliarden Euro. Einen Teil bekommt sie sp\u00e4ter \u00fcber die Pacht der Terminalfl\u00e4che vom Unternehmen Eurogate zur\u00fcck, dem Betreiber des Eurokais. Ein voraussichtlich hoher dreistelliger Millionenbetrag wird wohl langfristig der Anteil der Stadt sein. Durch die Erweiterung des Drehkreises soll die Anlegezeit der Gro\u00dfcontainerschiffe von derzeit rund 90 auf 40 bis 45 Minuten sinken. Hamburg stellt sich damit auf die stetig steigende Zahl von Schiffen mit rund 400 Metern L\u00e4nge und teils mehr 60 Metern Breite ein, die den Hafen anlaufen, speziell Frachter in den Liniendiensten zwischen Europa und China.\u201eWir tun das, um f\u00fcr die internationale Schifffahrt angebotsf\u00e4hig zu bleiben\u201c, sagt Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) bei ihrer j\u00e4hrlichen Sommer-Pressefahrt durch den Hafen auf die Frage, warum Hamburg neue Terminalfl\u00e4che schafft \u2013 schon heute hat der gr\u00f6\u00dfte deutsche Seehafen viel mehr Kapazit\u00e4t f\u00fcr den Containerumschlag zur Verf\u00fcgung, als Boxen bewegt werden. Rund 7,8 Millionen Containereinheiten (TEU) wurden 2024 in Hamburg umgeschlagen, in diesem Jahr d\u00fcrften es deutlich mehr sein, wenn sich das Wachstum aus dem ersten Halbjahr \u2013 rund neun Prozent \u2013 in den kommenden Monaten fortsetzt. Doch insgesamt k\u00f6nnten die drei Hamburger Containerterminals der HHLA und der Eurokai heutzutage schon etwa 14 Millionen TEU im Jahr umschlagen.Die Westerweiterung ist derzeit das gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Projekt zur Modernisierung des Containerumschlags in Hamburg. Die Stadt und die beteiligten Unternehmen senden damit das Signal: Der Hamburger Hafen l\u00e4sst sich im Wettbewerb an Nord- und Ostsee nicht weiter abh\u00e4ngen. Im zur\u00fcckliegenden Jahrzehnt hat Hamburg an der \u201eNordrange\u201c deutlich an Marktanteilen verloren, und das soll nicht so bleiben. Mit hoch automatisierten, elektrifizierten Terminals, deren Betrieb perspektivisch keine Treibhausgase ausst\u00f6\u00dft, will die Hansestadt wieder in die Offensive kommen. Die HHLA-Terminals Altenwerder und Burchardkai sind bereits automatisiert, der Eurokai schlie\u00dft mit automatisch betriebenen Fahrzeugen und Containerlagern sowie mit ferngesteuerten Containerbr\u00fccken in den kommenden Jahren technologisch auf. \u201eWir werden den Eurokai kontinuierlich an den neuesten Stand der Technologie anpassen\u201c, sagt Eurogate-Manager Tim Schmonsees. Die heutige Fl\u00e4che des Eurokais soll von 140 auf 178 Hektar erweitert werden, mit zus\u00e4tzlichen Liegepl\u00e4tzen f\u00fcr Gro\u00dfcontainerschiffe. F\u00fchrende Reedereien wie CMA CGM oder Hapag-Lloyd, hei\u00dft es aus der Hafenwirtschaft, seien daran interessiert, sich an der Westerweiterung zu beteiligen. Allein Eurogate will in die Modernisierung und Westerweiterung des Eurokais rund 700 Millionen Euro investieren, in Fahrzeuge, Containerbr\u00fccken und Portalkr\u00e4ne. Neben Prestigeprojekten wie diesen steht die K\u00e4rrnerarbeit: die Pflege der insgesamt rund 43 Kilometer Kaikanten im Hamburger Hafen. Rund 35 Kilometer davon geh\u00f6ren der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA). Etwa f\u00fcnf Kilometer der Kaimauern sind \u00e4lter als 100 Jahre, zehn Kilometer sind zwischen 60 und 100 Jahre alt. Nur acht Kilometer sind j\u00fcnger als 30 Jahre. Was allein die Sanierung der Kaikanten im kommenden Jahrzehnt kosten wird, wollen Leonhard und HPA-Chef Jens Meier nicht sagen. \u201eEs ergibt keinen Sinn, solche Globalzahlen aufzurufen, finanzielle Unterst\u00fctzung zum Beispiel vom Bund zu fordern, und das Geld dann wom\u00f6glich nicht zeitnah verbauen zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Meier. \u201eWir versuchen, Sanierung und Neubau bedarfsgerecht zu priorisieren und dann m\u00f6glichst auch Baurecht f\u00fcr das jeweilige Projekt zu haben.\u201c Allerdings steht auch Hamburg hinter der Forderung der Hafenwirtschaft und ihres Branchenverbandes ZDS, die j\u00e4hrliche Unterst\u00fctzung des Bundes von derzeit nur rund 38 Millionen Euro dauerhaft auf 400 bis 500 Millionen Euro im Jahr zu erh\u00f6hen. Auch punktuelle Beteiligungen des Bundes an Bauprojekten sind in der Hansestadt willkommen.Hamburg bindet an den Kaikanten heute schon permanent Betr\u00e4ge im hohen dreistelligen Millionenbereich. Allein die Sanierung des Steinwerder Kais an der Werft Blohm+Voss und des Salzgitterkais am Kohle- und Erzterminal Hansa Port kostet insgesamt rund 700 Millionen Euro \u2013 einen Teil davon holt sich die Stadt auch hier durch Pachten zur\u00fcck, andernfalls w\u00fcrde die EU-Kommission die st\u00e4dtischen Investitionen als unerlaubte Beihilfe werten. Die Sanierung des Hachmannkais s\u00fcdlich des Terminals Tollerort auf Steinwerder kostete rund 47 Millionen Euro, sie dauerte bis zum Mai dieses Jahres insgesamt zwei Jahre und acht Monate \u2013 bei einer Kaimauer von 460 Metern L\u00e4nge.Komplett neu erschlossen wird derzeit das Areal Steinwerder S\u00fcd. Durch Aufsch\u00fcttung verbindet die HPA zwei alte Kaianlagen zu einer neuen trapezf\u00f6rmigen Fl\u00e4che von rund 26,4 Hektar. Seit vielen Jahren wird an diesem Projekt gearbeitet, in den Jahren 2026 und 2027 sollen der oder die k\u00fcnftigen Nutzer ausgew\u00e4hlt, 2029 der Terminal von der Stadt \u00fcbergeben werden. 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Neben der Verpflichtung zur Nutzung von Landstrom werde es Regelungen zum Einsatz von synthetischen, klimaneutralen Kraftstoffen f\u00fcr die Bordaggregate geben. Die Mitgliedstaaten der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO beschlossen 2023, dass die globale Schifffahrt bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein soll. Bislang steht die Schifffahrt f\u00fcr rund drei Prozent des gesamten menschengemachten Aussto\u00dfes an Treibhausgasen. \u201eDiese Entwicklung\u201c, sagt Meier, \u201ewerden wir in den H\u00e4fen nach Kr\u00e4ften unterst\u00fctzen.\u201cOlaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. 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Doch genau hier soll in etwa zehn Jahren das neue Kraftzentrum des Hamburger Hafens stehen, ein hoch automatisierter Terminal f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften Containerschiffe der Welt.\u00dcber die sogenannte Westerweiterung des Eurokai-Terminals wird seit fast 20 Jahren debattiert, seit 2022 liegt das Baurecht vor. Eng verbunden mit der Erweiterung des Terminals ist die Vergr\u00f6\u00dferung des Drehkreises am Waltershofer Hafen von 480 auf 600 Meter, um das Anlegen der gr\u00f6\u00dften Containerschiffe an den Terminals Eurokai und Burchardkai zu erleichtern. Die Stadt Hamburg investiert in die Westerweiterung und den Drehkreis rund 1,1 Milliarden Euro. Einen Teil bekommt sie sp\u00e4ter \u00fcber die Pacht der Terminalfl\u00e4che vom Unternehmen Eurogate zur\u00fcck, dem Betreiber des Eurokais. Ein voraussichtlich hoher dreistelliger Millionenbetrag wird wohl langfristig der Anteil der Stadt sein. Durch die Erweiterung des Drehkreises soll die Anlegezeit der Gro\u00dfcontainerschiffe von derzeit rund 90 auf 40 bis 45 Minuten sinken. Hamburg stellt sich damit auf die stetig steigende Zahl von Schiffen mit rund 400 Metern L\u00e4nge und teils mehr 60 Metern Breite ein, die den Hafen anlaufen, speziell Frachter in den Liniendiensten zwischen Europa und China.\u201eWir tun das, um f\u00fcr die internationale Schifffahrt angebotsf\u00e4hig zu bleiben\u201c, sagt Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) bei ihrer j\u00e4hrlichen Sommer-Pressefahrt durch den Hafen auf die Frage, warum Hamburg neue Terminalfl\u00e4che schafft \u2013 schon heute hat der gr\u00f6\u00dfte deutsche Seehafen viel mehr Kapazit\u00e4t f\u00fcr den Containerumschlag zur Verf\u00fcgung, als Boxen bewegt werden. Rund 7,8 Millionen Containereinheiten (TEU) wurden 2024 in Hamburg umgeschlagen, in diesem Jahr d\u00fcrften es deutlich mehr sein, wenn sich das Wachstum aus dem ersten Halbjahr \u2013 rund neun Prozent \u2013 in den kommenden Monaten fortsetzt. Doch insgesamt k\u00f6nnten die drei Hamburger Containerterminals der HHLA und der Eurokai heutzutage schon etwa 14 Millionen TEU im Jahr umschlagen.Die Westerweiterung ist derzeit das gr\u00f6\u00dfte und wichtigste Projekt zur Modernisierung des Containerumschlags in Hamburg. Die Stadt und die beteiligten Unternehmen senden damit das Signal: Der Hamburger Hafen l\u00e4sst sich im Wettbewerb an Nord- und Ostsee nicht weiter abh\u00e4ngen. Im zur\u00fcckliegenden Jahrzehnt hat Hamburg an der \u201eNordrange\u201c deutlich an Marktanteilen verloren, und das soll nicht so bleiben. Mit hoch automatisierten, elektrifizierten Terminals, deren Betrieb perspektivisch keine Treibhausgase ausst\u00f6\u00dft, will die Hansestadt wieder in die Offensive kommen. Die HHLA-Terminals Altenwerder und Burchardkai sind bereits automatisiert, der Eurokai schlie\u00dft mit automatisch betriebenen Fahrzeugen und Containerlagern sowie mit ferngesteuerten Containerbr\u00fccken in den kommenden Jahren technologisch auf. \u201eWir werden den Eurokai kontinuierlich an den neuesten Stand der Technologie anpassen\u201c, sagt Eurogate-Manager Tim Schmonsees. Die heutige Fl\u00e4che des Eurokais soll von 140 auf 178 Hektar erweitert werden, mit zus\u00e4tzlichen Liegepl\u00e4tzen f\u00fcr Gro\u00dfcontainerschiffe. F\u00fchrende Reedereien wie CMA CGM oder Hapag-Lloyd, hei\u00dft es aus der Hafenwirtschaft, seien daran interessiert, sich an der Westerweiterung zu beteiligen. Allein Eurogate will in die Modernisierung und Westerweiterung des Eurokais rund 700 Millionen Euro investieren, in Fahrzeuge, Containerbr\u00fccken und Portalkr\u00e4ne. Neben Prestigeprojekten wie diesen steht die K\u00e4rrnerarbeit: die Pflege der insgesamt rund 43 Kilometer Kaikanten im Hamburger Hafen. Rund 35 Kilometer davon geh\u00f6ren der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA). Etwa f\u00fcnf Kilometer der Kaimauern sind \u00e4lter als 100 Jahre, zehn Kilometer sind zwischen 60 und 100 Jahre alt. Nur acht Kilometer sind j\u00fcnger als 30 Jahre. Was allein die Sanierung der Kaikanten im kommenden Jahrzehnt kosten wird, wollen Leonhard und HPA-Chef Jens Meier nicht sagen. \u201eEs ergibt keinen Sinn, solche Globalzahlen aufzurufen, finanzielle Unterst\u00fctzung zum Beispiel vom Bund zu fordern, und das Geld dann wom\u00f6glich nicht zeitnah verbauen zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Meier. \u201eWir versuchen, Sanierung und Neubau bedarfsgerecht zu priorisieren und dann m\u00f6glichst auch Baurecht f\u00fcr das jeweilige Projekt zu haben.\u201c Allerdings steht auch Hamburg hinter der Forderung der Hafenwirtschaft und ihres Branchenverbandes ZDS, die j\u00e4hrliche Unterst\u00fctzung des Bundes von derzeit nur rund 38 Millionen Euro dauerhaft auf 400 bis 500 Millionen Euro im Jahr zu erh\u00f6hen. Auch punktuelle Beteiligungen des Bundes an Bauprojekten sind in der Hansestadt willkommen.Hamburg bindet an den Kaikanten heute schon permanent Betr\u00e4ge im hohen dreistelligen Millionenbereich. Allein die Sanierung des Steinwerder Kais an der Werft Blohm+Voss und des Salzgitterkais am Kohle- und Erzterminal Hansa Port kostet insgesamt rund 700 Millionen Euro \u2013 einen Teil davon holt sich die Stadt auch hier durch Pachten zur\u00fcck, andernfalls w\u00fcrde die EU-Kommission die st\u00e4dtischen Investitionen als unerlaubte Beihilfe werten. Die Sanierung des Hachmannkais s\u00fcdlich des Terminals Tollerort auf Steinwerder kostete rund 47 Millionen Euro, sie dauerte bis zum Mai dieses Jahres insgesamt zwei Jahre und acht Monate \u2013 bei einer Kaimauer von 460 Metern L\u00e4nge.Komplett neu erschlossen wird derzeit das Areal Steinwerder S\u00fcd. Durch Aufsch\u00fcttung verbindet die HPA zwei alte Kaianlagen zu einer neuen trapezf\u00f6rmigen Fl\u00e4che von rund 26,4 Hektar. Seit vielen Jahren wird an diesem Projekt gearbeitet, in den Jahren 2026 und 2027 sollen der oder die k\u00fcnftigen Nutzer ausgew\u00e4hlt, 2029 der Terminal von der Stadt \u00fcbergeben werden. Logistik k\u00f6nnte dort angesiedelt werden, auch in Verbindung mit der Lagerung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen. Der neue Terminal, erreichbar f\u00fcr Schiffe mit 10,8 Metern Tiefgang, ist an die Hamburger Hafenbahn angebunden.Hohe Summen investiert Hamburg in den kommenden Jahren auch in die Landstromanschl\u00fcsse f\u00fcr See- und Binnenschiffe. Bis 2027 m\u00fcssen alle Kreuzfahrtschiffe in Hamburg mit Landstrom versorgt werden, die dann technisch daf\u00fcr vorbereitet sind. In der EU gilt von 2030 an eine Landstrompflicht f\u00fcr alle daf\u00fcr ausgelegten Kreuzfahrt- und Containerschiffe. Heutzutage ist es f\u00fcr die meisten Reedereien noch billiger, den Strombedarf auf den Schiffen mit den dieselbetriebene Bordaggregaten zu decken. Das allerdings werde sich \u00e4ndern, sagt Meier, der auch Pr\u00e4sident des Welt-Hafenverbandes International Association of Ports and Harbors (IAPH) ist. Neben der Verpflichtung zur Nutzung von Landstrom werde es Regelungen zum Einsatz von synthetischen, klimaneutralen Kraftstoffen f\u00fcr die Bordaggregate geben. Die Mitgliedstaaten der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO beschlossen 2023, dass die globale Schifffahrt bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein soll. Bislang steht die Schifffahrt f\u00fcr rund drei Prozent des gesamten menschengemachten Aussto\u00dfes an Treibhausgasen. \u201eDiese Entwicklung\u201c, sagt Meier, \u201ewerden wir in den H\u00e4fen nach Kr\u00e4ften unterst\u00fctzen.\u201cOlaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. 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