{"id":258254,"date":"2025-07-24T17:26:48","date_gmt":"2025-07-24T14:26:48","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/europaische-zentralbank-lasst-leitzinsen-unverandert\/"},"modified":"2025-07-24T17:27:14","modified_gmt":"2025-07-24T14:27:14","slug":"europaische-zentralbank-lasst-leitzinsen-unverandert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/europaische-zentralbank-lasst-leitzinsen-unverandert\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Zentralbank l\u00e4sst Leitzinsen unver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p>Zollstreit mit den USA und eine gesunkene Inflation: Erstmals seit einem Jahr l\u00e4sst die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im Euroraum unver\u00e4ndert. Der f\u00fcr Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Die Notenbank erkl\u00e4rte, das Umfeld sei \u201enach wie vor au\u00dfergew\u00f6hnlich unsicher, vor allem aufgrund von Handelskonflikten\u201c. Zuvor hatte die EZB die Leitzinsen siebenmal in Folge gesenkt. Der Einlagenzins f\u00fcr Gelder, die Banken kurzfristig bei der EZB parken, wurde seit Juni 2024 halbiert. <\/p>\n<p>Fachleute hatten mit dem Abwarten der EZB gerechnet, denn der Zollstreit sorgt f\u00fcr Unsicherheit und die Inflationsrate im Euroraum ist deutlich zur\u00fcckgegangen. Im Juni lag die Teuerung laut Statistikamt Eurostat bei 2,0 Prozent und damit genau im mittelfristigen Ziel der EZB. Damit ist es der Zentralbank gelungen, die Inflationswelle nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs in den Griff zu bekommen \u2013 wenngleich Verbraucher das h\u00f6here Preisniveau im Alltag sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Niedrigere Leitzinsen st\u00fctzen die Konjunktur, da Kredite f\u00fcr Unternehmen und Verbraucher damit tendenziell g\u00fcnstiger werden. Sparer sind dagegen im Nachteil: Bekommen Banken weniger Zinsen f\u00fcr bei der EZB geparkte Gelder, senken sie meist die Tages- und Festgeldzinsen f\u00fcr ihre Kundschaft.<\/p>\n<p>Dem Vergleichsportal Verivox zufolge brachten Tagesgelder zuletzt im Schnitt nur noch 1,17 Prozent Zinsen und Festgelder mit zwei Jahren Laufzeit 1,94 Prozent. Immerhin: Bei zehnj\u00e4hrigen Festgeldern seien die Zinsen wieder leicht gestiegen. Denn Banken stellten sich auf ein nahendes Ende der Zinssenkungsphase bei der EZB ein.<\/p>\n<h3>US-Z\u00f6lle sorgen f\u00fcr Unsicherheit<\/h3>\n<p>Grund f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung der EZB ist auch der Zollstreit zwischen der EU und den USA unter Pr\u00e4sident Donald Trump. Die Folgen der teils verh\u00e4ngten und teils angedrohten hohen Z\u00f6lle f\u00fcr Konjunktur und Inflation lassen sich nur schwer absch\u00e4tzen. Zwar h\u00e4lt sich die Wirtschaft im Euroraum robuster als angenommen, doch spurlos geht der Handelskonflikt nicht an Unternehmen und Verbrauchern vorbei. Ohnehin erwartet die EZB dieses Jahr nur ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent in der Eurozone.<\/p>\n<p>Zugleich f\u00fcrchten \u00d6konomen eine steigende Inflation, sollte die EU milliardenschwere Gegenz\u00f6lle verh\u00e4ngen. Trump hatte Br\u00fcssel mit einem Zoll auf EU-Importe von 30 Prozent ab 1. August gedroht, bis zur Frist bleiben nur noch wenige Tage f\u00fcr Verhandlungen. Mit dem Innehalten gewinnt die EZB Zeit bis zu ihrem n\u00e4chsten Zinsentscheid im September. <\/p>\n<p>Gerade deutsche Notenbanker wie EZB-Direktorin Isabel Schnabel und Bundesbank-Pr\u00e4sident Joachim Nagel hatten zuletzt f\u00fcr ein Abwarten pl\u00e4diert. Andere Notenbanker, etwa aus Frankreich, \u00e4u\u00dferten die Sorge, dass die Inflation unter das EZB-Ziel fallen k\u00f6nnte \u2013 auch weil der starke Euro Importe nach Europa tendenziell verbilligt und so den Preisdruck d\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Die Inflation im Euroraum d\u00fcrfte nach j\u00fcngster EZB-Prognose dieses Jahr bei 2,0 Prozent liegen. 2026 k\u00f6nnte die Teuerung mit 1,6 Prozent das Ziel der Notenbank deutlich unterschreiten.<\/p>\n<p>Hauptziel der EZB sind stabile Preise. Je h\u00f6her die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich dann f\u00fcr einen Euro weniger leisten k\u00f6nnen. Aber auch dauerhaft sinkende Preise wollen Zentralbanken vermeiden: Dann k\u00f6nnten Firmen und Verbraucher Investitionen in der Hoffnung auf noch niedrigere Preise aufschieben \u2013 das w\u00fcrde die Konjunktur bremsen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zollstreit mit den USA und eine gesunkene Inflation: Erstmals seit einem Jahr l\u00e4sst die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im Euroraum unver\u00e4ndert. Der f\u00fcr Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. 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Damit ist es der Zentralbank gelungen, die Inflationswelle nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs in den Griff zu bekommen \u2013 wenngleich Verbraucher das h\u00f6here Preisniveau im Alltag sp\u00fcren.Niedrigere Leitzinsen st\u00fctzen die Konjunktur, da Kredite f\u00fcr Unternehmen und Verbraucher damit tendenziell g\u00fcnstiger werden. Sparer sind dagegen im Nachteil: Bekommen Banken weniger Zinsen f\u00fcr bei der EZB geparkte Gelder, senken sie meist die Tages- und Festgeldzinsen f\u00fcr ihre Kundschaft.Dem Vergleichsportal Verivox zufolge brachten Tagesgelder zuletzt im Schnitt nur noch 1,17 Prozent Zinsen und Festgelder mit zwei Jahren Laufzeit 1,94 Prozent. Immerhin: Bei zehnj\u00e4hrigen Festgeldern seien die Zinsen wieder leicht gestiegen. Denn Banken stellten sich auf ein nahendes Ende der Zinssenkungsphase bei der EZB ein.US-Z\u00f6lle sorgen f\u00fcr UnsicherheitGrund f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung der EZB ist auch der Zollstreit zwischen der EU und den USA unter Pr\u00e4sident Donald Trump. Die Folgen der teils verh\u00e4ngten und teils angedrohten hohen Z\u00f6lle f\u00fcr Konjunktur und Inflation lassen sich nur schwer absch\u00e4tzen. Zwar h\u00e4lt sich die Wirtschaft im Euroraum robuster als angenommen, doch spurlos geht der Handelskonflikt nicht an Unternehmen und Verbrauchern vorbei. Ohnehin erwartet die EZB dieses Jahr nur ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent in der Eurozone.Zugleich f\u00fcrchten \u00d6konomen eine steigende Inflation, sollte die EU milliardenschwere Gegenz\u00f6lle verh\u00e4ngen. Trump hatte Br\u00fcssel mit einem Zoll auf EU-Importe von 30 Prozent ab 1. August gedroht, bis zur Frist bleiben nur noch wenige Tage f\u00fcr Verhandlungen. Mit dem Innehalten gewinnt die EZB Zeit bis zu ihrem n\u00e4chsten Zinsentscheid im September. Gerade deutsche Notenbanker wie EZB-Direktorin Isabel Schnabel und Bundesbank-Pr\u00e4sident Joachim Nagel hatten zuletzt f\u00fcr ein Abwarten pl\u00e4diert. Andere Notenbanker, etwa aus Frankreich, \u00e4u\u00dferten die Sorge, dass die Inflation unter das EZB-Ziel fallen k\u00f6nnte \u2013 auch weil der starke Euro Importe nach Europa tendenziell verbilligt und so den Preisdruck d\u00e4mpft.Die Inflation im Euroraum d\u00fcrfte nach j\u00fcngster EZB-Prognose dieses Jahr bei 2,0 Prozent liegen. 2026 k\u00f6nnte die Teuerung mit 1,6 Prozent das Ziel der Notenbank deutlich unterschreiten.Hauptziel der EZB sind stabile Preise. Je h\u00f6her die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich dann f\u00fcr einen Euro weniger leisten k\u00f6nnen. 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Sparer sind dagegen im Nachteil: Bekommen Banken weniger Zinsen f\u00fcr bei der EZB geparkte Gelder, senken sie meist die Tages- und Festgeldzinsen f\u00fcr ihre Kundschaft.Dem Vergleichsportal Verivox zufolge brachten Tagesgelder zuletzt im Schnitt nur noch 1,17 Prozent Zinsen und Festgelder mit zwei Jahren Laufzeit 1,94 Prozent. Immerhin: Bei zehnj\u00e4hrigen Festgeldern seien die Zinsen wieder leicht gestiegen. Denn Banken stellten sich auf ein nahendes Ende der Zinssenkungsphase bei der EZB ein.US-Z\u00f6lle sorgen f\u00fcr UnsicherheitGrund f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung der EZB ist auch der Zollstreit zwischen der EU und den USA unter Pr\u00e4sident Donald Trump. Die Folgen der teils verh\u00e4ngten und teils angedrohten hohen Z\u00f6lle f\u00fcr Konjunktur und Inflation lassen sich nur schwer absch\u00e4tzen. Zwar h\u00e4lt sich die Wirtschaft im Euroraum robuster als angenommen, doch spurlos geht der Handelskonflikt nicht an Unternehmen und Verbrauchern vorbei. Ohnehin erwartet die EZB dieses Jahr nur ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent in der Eurozone.Zugleich f\u00fcrchten \u00d6konomen eine steigende Inflation, sollte die EU milliardenschwere Gegenz\u00f6lle verh\u00e4ngen. Trump hatte Br\u00fcssel mit einem Zoll auf EU-Importe von 30 Prozent ab 1. August gedroht, bis zur Frist bleiben nur noch wenige Tage f\u00fcr Verhandlungen. Mit dem Innehalten gewinnt die EZB Zeit bis zu ihrem n\u00e4chsten Zinsentscheid im September. Gerade deutsche Notenbanker wie EZB-Direktorin Isabel Schnabel und Bundesbank-Pr\u00e4sident Joachim Nagel hatten zuletzt f\u00fcr ein Abwarten pl\u00e4diert. Andere Notenbanker, etwa aus Frankreich, \u00e4u\u00dferten die Sorge, dass die Inflation unter das EZB-Ziel fallen k\u00f6nnte \u2013 auch weil der starke Euro Importe nach Europa tendenziell verbilligt und so den Preisdruck d\u00e4mpft.Die Inflation im Euroraum d\u00fcrfte nach j\u00fcngster EZB-Prognose dieses Jahr bei 2,0 Prozent liegen. 2026 k\u00f6nnte die Teuerung mit 1,6 Prozent das Ziel der Notenbank deutlich unterschreiten.Hauptziel der EZB sind stabile Preise. Je h\u00f6her die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich dann f\u00fcr einen Euro weniger leisten k\u00f6nnen. 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Damit ist es der Zentralbank gelungen, die Inflationswelle nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs in den Griff zu bekommen \u2013 wenngleich Verbraucher das h\u00f6here Preisniveau im Alltag sp\u00fcren.Niedrigere Leitzinsen st\u00fctzen die Konjunktur, da Kredite f\u00fcr Unternehmen und Verbraucher damit tendenziell g\u00fcnstiger werden. Sparer sind dagegen im Nachteil: Bekommen Banken weniger Zinsen f\u00fcr bei der EZB geparkte Gelder, senken sie meist die Tages- und Festgeldzinsen f\u00fcr ihre Kundschaft.Dem Vergleichsportal Verivox zufolge brachten Tagesgelder zuletzt im Schnitt nur noch 1,17 Prozent Zinsen und Festgelder mit zwei Jahren Laufzeit 1,94 Prozent. Immerhin: Bei zehnj\u00e4hrigen Festgeldern seien die Zinsen wieder leicht gestiegen. Denn Banken stellten sich auf ein nahendes Ende der Zinssenkungsphase bei der EZB ein.US-Z\u00f6lle sorgen f\u00fcr UnsicherheitGrund f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung der EZB ist auch der Zollstreit zwischen der EU und den USA unter Pr\u00e4sident Donald Trump. Die Folgen der teils verh\u00e4ngten und teils angedrohten hohen Z\u00f6lle f\u00fcr Konjunktur und Inflation lassen sich nur schwer absch\u00e4tzen. Zwar h\u00e4lt sich die Wirtschaft im Euroraum robuster als angenommen, doch spurlos geht der Handelskonflikt nicht an Unternehmen und Verbrauchern vorbei. Ohnehin erwartet die EZB dieses Jahr nur ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent in der Eurozone.Zugleich f\u00fcrchten \u00d6konomen eine steigende Inflation, sollte die EU milliardenschwere Gegenz\u00f6lle verh\u00e4ngen. Trump hatte Br\u00fcssel mit einem Zoll auf EU-Importe von 30 Prozent ab 1. August gedroht, bis zur Frist bleiben nur noch wenige Tage f\u00fcr Verhandlungen. Mit dem Innehalten gewinnt die EZB Zeit bis zu ihrem n\u00e4chsten Zinsentscheid im September. Gerade deutsche Notenbanker wie EZB-Direktorin Isabel Schnabel und Bundesbank-Pr\u00e4sident Joachim Nagel hatten zuletzt f\u00fcr ein Abwarten pl\u00e4diert. Andere Notenbanker, etwa aus Frankreich, \u00e4u\u00dferten die Sorge, dass die Inflation unter das EZB-Ziel fallen k\u00f6nnte \u2013 auch weil der starke Euro Importe nach Europa tendenziell verbilligt und so den Preisdruck d\u00e4mpft.Die Inflation im Euroraum d\u00fcrfte nach j\u00fcngster EZB-Prognose dieses Jahr bei 2,0 Prozent liegen. 2026 k\u00f6nnte die Teuerung mit 1,6 Prozent das Ziel der Notenbank deutlich unterschreiten.Hauptziel der EZB sind stabile Preise. Je h\u00f6her die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich dann f\u00fcr einen Euro weniger leisten k\u00f6nnen. 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Damit ist es der Zentralbank gelungen, die Inflationswelle nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs in den Griff zu bekommen \u2013 wenngleich Verbraucher das h\u00f6here Preisniveau im Alltag sp\u00fcren.Niedrigere Leitzinsen st\u00fctzen die Konjunktur, da Kredite f\u00fcr Unternehmen und Verbraucher damit tendenziell g\u00fcnstiger werden. Sparer sind dagegen im Nachteil: Bekommen Banken weniger Zinsen f\u00fcr bei der EZB geparkte Gelder, senken sie meist die Tages- und Festgeldzinsen f\u00fcr ihre Kundschaft.Dem Vergleichsportal Verivox zufolge brachten Tagesgelder zuletzt im Schnitt nur noch 1,17 Prozent Zinsen und Festgelder mit zwei Jahren Laufzeit 1,94 Prozent. Immerhin: Bei zehnj\u00e4hrigen Festgeldern seien die Zinsen wieder leicht gestiegen. Denn Banken stellten sich auf ein nahendes Ende der Zinssenkungsphase bei der EZB ein.US-Z\u00f6lle sorgen f\u00fcr UnsicherheitGrund f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung der EZB ist auch der Zollstreit zwischen der EU und den USA unter Pr\u00e4sident Donald Trump. Die Folgen der teils verh\u00e4ngten und teils angedrohten hohen Z\u00f6lle f\u00fcr Konjunktur und Inflation lassen sich nur schwer absch\u00e4tzen. Zwar h\u00e4lt sich die Wirtschaft im Euroraum robuster als angenommen, doch spurlos geht der Handelskonflikt nicht an Unternehmen und Verbrauchern vorbei. Ohnehin erwartet die EZB dieses Jahr nur ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent in der Eurozone.Zugleich f\u00fcrchten \u00d6konomen eine steigende Inflation, sollte die EU milliardenschwere Gegenz\u00f6lle verh\u00e4ngen. Trump hatte Br\u00fcssel mit einem Zoll auf EU-Importe von 30 Prozent ab 1. August gedroht, bis zur Frist bleiben nur noch wenige Tage f\u00fcr Verhandlungen. Mit dem Innehalten gewinnt die EZB Zeit bis zu ihrem n\u00e4chsten Zinsentscheid im September. Gerade deutsche Notenbanker wie EZB-Direktorin Isabel Schnabel und Bundesbank-Pr\u00e4sident Joachim Nagel hatten zuletzt f\u00fcr ein Abwarten pl\u00e4diert. Andere Notenbanker, etwa aus Frankreich, \u00e4u\u00dferten die Sorge, dass die Inflation unter das EZB-Ziel fallen k\u00f6nnte \u2013 auch weil der starke Euro Importe nach Europa tendenziell verbilligt und so den Preisdruck d\u00e4mpft.Die Inflation im Euroraum d\u00fcrfte nach j\u00fcngster EZB-Prognose dieses Jahr bei 2,0 Prozent liegen. 2026 k\u00f6nnte die Teuerung mit 1,6 Prozent das Ziel der Notenbank deutlich unterschreiten.Hauptziel der EZB sind stabile Preise. Je h\u00f6her die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich dann f\u00fcr einen Euro weniger leisten k\u00f6nnen. Aber auch dauerhaft sinkende Preise wollen Zentralbanken vermeiden: Dann k\u00f6nnten Firmen und Verbraucher Investitionen in der Hoffnung auf noch niedrigere Preise aufschieben \u2013 das w\u00fcrde die Konjunktur bremsen.","robots":{"index":"noindex","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Europ\u00e4ische Zentralbank l\u00e4sst Leitzinsen unver\u00e4ndert - vof-news.eu","og_description":"Zollstreit mit den USA und eine gesunkene Inflation: Erstmals seit einem Jahr l\u00e4sst die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen im Euroraum unver\u00e4ndert. Der f\u00fcr Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Die Notenbank erkl\u00e4rte, das Umfeld sei \u201enach wie vor au\u00dfergew\u00f6hnlich unsicher, vor allem aufgrund von Handelskonflikten\u201c. Zuvor hatte die EZB die Leitzinsen siebenmal in Folge gesenkt. Der Einlagenzins f\u00fcr Gelder, die Banken kurzfristig bei der EZB parken, wurde seit Juni 2024 halbiert. Fachleute hatten mit dem Abwarten der EZB gerechnet, denn der Zollstreit sorgt f\u00fcr Unsicherheit und die Inflationsrate im Euroraum ist deutlich zur\u00fcckgegangen. Im Juni lag die Teuerung laut Statistikamt Eurostat bei 2,0 Prozent und damit genau im mittelfristigen Ziel der EZB. Damit ist es der Zentralbank gelungen, die Inflationswelle nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs in den Griff zu bekommen \u2013 wenngleich Verbraucher das h\u00f6here Preisniveau im Alltag sp\u00fcren.Niedrigere Leitzinsen st\u00fctzen die Konjunktur, da Kredite f\u00fcr Unternehmen und Verbraucher damit tendenziell g\u00fcnstiger werden. Sparer sind dagegen im Nachteil: Bekommen Banken weniger Zinsen f\u00fcr bei der EZB geparkte Gelder, senken sie meist die Tages- und Festgeldzinsen f\u00fcr ihre Kundschaft.Dem Vergleichsportal Verivox zufolge brachten Tagesgelder zuletzt im Schnitt nur noch 1,17 Prozent Zinsen und Festgelder mit zwei Jahren Laufzeit 1,94 Prozent. Immerhin: Bei zehnj\u00e4hrigen Festgeldern seien die Zinsen wieder leicht gestiegen. Denn Banken stellten sich auf ein nahendes Ende der Zinssenkungsphase bei der EZB ein.US-Z\u00f6lle sorgen f\u00fcr UnsicherheitGrund f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung der EZB ist auch der Zollstreit zwischen der EU und den USA unter Pr\u00e4sident Donald Trump. Die Folgen der teils verh\u00e4ngten und teils angedrohten hohen Z\u00f6lle f\u00fcr Konjunktur und Inflation lassen sich nur schwer absch\u00e4tzen. Zwar h\u00e4lt sich die Wirtschaft im Euroraum robuster als angenommen, doch spurlos geht der Handelskonflikt nicht an Unternehmen und Verbrauchern vorbei. Ohnehin erwartet die EZB dieses Jahr nur ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent in der Eurozone.Zugleich f\u00fcrchten \u00d6konomen eine steigende Inflation, sollte die EU milliardenschwere Gegenz\u00f6lle verh\u00e4ngen. Trump hatte Br\u00fcssel mit einem Zoll auf EU-Importe von 30 Prozent ab 1. August gedroht, bis zur Frist bleiben nur noch wenige Tage f\u00fcr Verhandlungen. Mit dem Innehalten gewinnt die EZB Zeit bis zu ihrem n\u00e4chsten Zinsentscheid im September. Gerade deutsche Notenbanker wie EZB-Direktorin Isabel Schnabel und Bundesbank-Pr\u00e4sident Joachim Nagel hatten zuletzt f\u00fcr ein Abwarten pl\u00e4diert. Andere Notenbanker, etwa aus Frankreich, \u00e4u\u00dferten die Sorge, dass die Inflation unter das EZB-Ziel fallen k\u00f6nnte \u2013 auch weil der starke Euro Importe nach Europa tendenziell verbilligt und so den Preisdruck d\u00e4mpft.Die Inflation im Euroraum d\u00fcrfte nach j\u00fcngster EZB-Prognose dieses Jahr bei 2,0 Prozent liegen. 2026 k\u00f6nnte die Teuerung mit 1,6 Prozent das Ziel der Notenbank deutlich unterschreiten.Hauptziel der EZB sind stabile Preise. Je h\u00f6her die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich dann f\u00fcr einen Euro weniger leisten k\u00f6nnen. 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Damit ist es der Zentralbank gelungen, die Inflationswelle nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs in den Griff zu bekommen \u2013 wenngleich Verbraucher das h\u00f6here Preisniveau im Alltag sp\u00fcren.Niedrigere Leitzinsen st\u00fctzen die Konjunktur, da Kredite f\u00fcr Unternehmen und Verbraucher damit tendenziell g\u00fcnstiger werden. Sparer sind dagegen im Nachteil: Bekommen Banken weniger Zinsen f\u00fcr bei der EZB geparkte Gelder, senken sie meist die Tages- und Festgeldzinsen f\u00fcr ihre Kundschaft.Dem Vergleichsportal Verivox zufolge brachten Tagesgelder zuletzt im Schnitt nur noch 1,17 Prozent Zinsen und Festgelder mit zwei Jahren Laufzeit 1,94 Prozent. Immerhin: Bei zehnj\u00e4hrigen Festgeldern seien die Zinsen wieder leicht gestiegen. Denn Banken stellten sich auf ein nahendes Ende der Zinssenkungsphase bei der EZB ein.US-Z\u00f6lle sorgen f\u00fcr UnsicherheitGrund f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung der EZB ist auch der Zollstreit zwischen der EU und den USA unter Pr\u00e4sident Donald Trump. Die Folgen der teils verh\u00e4ngten und teils angedrohten hohen Z\u00f6lle f\u00fcr Konjunktur und Inflation lassen sich nur schwer absch\u00e4tzen. Zwar h\u00e4lt sich die Wirtschaft im Euroraum robuster als angenommen, doch spurlos geht der Handelskonflikt nicht an Unternehmen und Verbrauchern vorbei. Ohnehin erwartet die EZB dieses Jahr nur ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent in der Eurozone.Zugleich f\u00fcrchten \u00d6konomen eine steigende Inflation, sollte die EU milliardenschwere Gegenz\u00f6lle verh\u00e4ngen. Trump hatte Br\u00fcssel mit einem Zoll auf EU-Importe von 30 Prozent ab 1. August gedroht, bis zur Frist bleiben nur noch wenige Tage f\u00fcr Verhandlungen. Mit dem Innehalten gewinnt die EZB Zeit bis zu ihrem n\u00e4chsten Zinsentscheid im September. Gerade deutsche Notenbanker wie EZB-Direktorin Isabel Schnabel und Bundesbank-Pr\u00e4sident Joachim Nagel hatten zuletzt f\u00fcr ein Abwarten pl\u00e4diert. Andere Notenbanker, etwa aus Frankreich, \u00e4u\u00dferten die Sorge, dass die Inflation unter das EZB-Ziel fallen k\u00f6nnte \u2013 auch weil der starke Euro Importe nach Europa tendenziell verbilligt und so den Preisdruck d\u00e4mpft.Die Inflation im Euroraum d\u00fcrfte nach j\u00fcngster EZB-Prognose dieses Jahr bei 2,0 Prozent liegen. 2026 k\u00f6nnte die Teuerung mit 1,6 Prozent das Ziel der Notenbank deutlich unterschreiten.Hauptziel der EZB sind stabile Preise. Je h\u00f6her die Inflation, umso geringer die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich dann f\u00fcr einen Euro weniger leisten k\u00f6nnen. 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