{"id":257146,"date":"2025-07-21T19:26:46","date_gmt":"2025-07-21T16:26:46","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/wenn-wir-das-nicht-hinbekommen-dann-kommen-leute-mit-der-kettensage-an-die-macht\/"},"modified":"2025-07-21T19:27:14","modified_gmt":"2025-07-21T16:27:14","slug":"wenn-wir-das-nicht-hinbekommen-dann-kommen-leute-mit-der-kettensage-an-die-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wenn-wir-das-nicht-hinbekommen-dann-kommen-leute-mit-der-kettensage-an-die-macht\/","title":{"rendered":"\u201eWenn wir das nicht hinbekommen, dann kommen Leute mit der Kettens\u00e4ge an die Macht\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Unter Deutschlands Wirtschaftsvertretern macht sich verhaltener Optimismus breit angesichts der ersten Schritte der neuen Bundesregierung. Zu den gewaltigen Ausgaben des Bundes f\u00fcr Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung kommt nun eine Investitionsoffensive von privaten Investoren und Unternehmen mit dem Titel \u201eMade for Germany\u201c. <\/p>\n<p>Auf einer Sonderausgabe des WELT-Wirtschaftsgipfels kam am Montag in Berlin die Hoffnung der Manager auf bessere Rahmenbedingungen f\u00fcr den Standort zum Ausdruck \u2013 und die Zuversicht gro\u00dfer Investoren, dass sich Deutschland und Europa aus der jahrelangen Wirtschaftsschw\u00e4che befreien k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die strukturellen Gr\u00fcnde dieser Wachstumsschw\u00e4che sind indes nicht beseitigt. In den Gespr\u00e4chen im 19. Stock des Axel-Springer-Hochhauses wurde deutlich, dass Energie dringend g\u00fcnstiger werden muss, die B\u00fcrokratie abgebaut und die Sozialsysteme umgebaut werden m\u00fcssen. <\/p>\n<p>In der Initiative \u201eMade for Germany\u201c haben sich 61 Unternehmen und Investoren zusammengetan und zugesagt, in den kommenden Jahren zusammen 631 Milliarden Euro im Land zu investieren. Die Summe umfasst Investitionen in Sachanlagen, Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung sowie Zusagen internationaler Investoren. Dabei soll es sich nicht nur um ohnehin bereits eingeplante Investitionen handeln, sondern auch um Neuinvestitionen. <\/p>\n<p>Zu den Initiatoren der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Allianz geh\u00f6rt neben den Vorstandsvorsitzenden von Deutscher Bank und Siemens, Christian Sewing und Roland Busch, auch Mathias D\u00f6pfner, der Vorstandschef der Axel Springer SE (\u201eBild\u201c, WELT). Vertreter der Initiative stellten ihre Vorhaben am Nachmittag der Regierung bei einem Treffen im Bundeskanzleramt vor. <\/p>\n<p>Carsten Knobel, Chef von Henkel, brachte die Idee der Initiative im WELT-TV-Interview auf den Punkt: \u201eMit der Initiative wollen wir dazu beitragen, eine Wachstumswende einzuleiten\u201c, sagte Knobel. Der Bundeskanzler und die Regierung h\u00e4tten in den vergangenen Wochen gezeigt, dass \u201eder Wille f\u00fcr Ver\u00e4nderung durch entsprechende Investitionsoffensiven auch gegeben ist\u201c. Die Industrie brauche niedrigere wettbewerbsf\u00e4hige Energiekosten und \u201eganz klar einen B\u00fcrokratieabbau, den wir ja schon seit Langem fordern\u201c. Es sei jetzt an der Zeit, f\u00fcr konkrete Ma\u00dfnahmen diese Forderungen umzusetzen. <\/p>\n<p>Aus Sicht von Siemens-Chef Busch geht die Wirtschaft mit dem milliardenschweren Bekenntnis zum Standort Deutschland in eine gewisse Vorleistung. \u201eWir als Unternehmen m\u00fcssen unseren Beitrag leisten und die Regierung nat\u00fcrlich auch und wir mischen uns nicht in deren Aufgaben ein \u2013 und umgekehrt. Entscheidend ist aber, dass es neben dem Kapital, was wir mobilisieren wollen, auch nat\u00fcrlich strukturelle Reformen braucht\u201c, sagte Busch.<\/p>\n<p>Lars Klingbeil (SPD), Vizekanzler und Bundesfinanzminister, sprach sich auf dem WELT-Wirtschaftsgipfel f\u00fcr einen engen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft aus. \u201eWir wollen f\u00fcr neue wirtschaftliche St\u00e4rke und f\u00fcr sichere Arbeitspl\u00e4tze sorgen. Diesen Weg gehen wir gemeinsam mit der Wirtschaft\u201c, sagte er. Daf\u00fcr brauche es staatliche Investitionen, aber auch private Investitionen. \u201eDeshalb ist diese Initiative wichtig. Es geht nicht nur um Politik. Es geht darum, wie wir alle gemeinsam Deutschland weiter nach vorn bringen.\u201c<\/p>\n<p>Auf die Forderungen der Wirtschaftsvertreter nach Strukturreformen ging Klingbeil ein. \u201eWir gehen strukturelle Reformen jetzt an. Wir beschleunigen Genehmigungen und Prozesse in diesem Land, bauen B\u00fcrokratie ab und unternehmen Schritte, um die Energiepreise nach unten zu bekommen\u201c, sagte Klingbeil. Auch Reformen der Sozialsysteme gehe die Regierung an. Der Sozialstaat m\u00fcsse stark und zugleich finanzierbar bleiben. \u201eWenn wir das als schwarz-rote Regierung nicht hinbekommen, werden irgendwann Leute mit der Kettens\u00e4ge an die Macht kommen. Das k\u00f6nnen wir als Demokraten nicht wollen.\u201c<\/p>\n<h3>US-Gro\u00dfinvestor gibt Regierung Vorschusslorbeeren<\/h3>\n<p>F\u00fcr Stephen Schwarzman klingen solche Ank\u00fcndigungen vielversprechend. Der Chef der US-Investmentgesellschaft Blackstone gab der neuen Bundesregierung Vorschusslorbeeren. \u201eEs handelt sich um eine wachstumsfreundliche, kapitalistisch orientierte Regierung. Und angesichts dessen, was in den letzten Jahren in Deutschland passiert ist, ist dies aus der Sicht eines Au\u00dfenstehenden eine gute Ver\u00e4nderung\u201c, sagte er WELT TV. <\/p>\n<p>In den kommenden zehn Jahren will Blackstone 500 Milliarden Dollar (430 Milliarden Euro) in Europa investieren. Wie viel davon nach Deutschland flie\u00dfe, h\u00e4nge von den Anreizen f\u00fcr Wachstum ab. Blackstone will laut Schwarzman unter anderem in Gewerbeimmobilien und Energieinfrastruktur investieren. Schwarzman sprach zudem den Verteidigungsbereich an, auch hier k\u00f6nnten sich Unternehmen wie Blackstone in einem gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab als bislang engagieren. <\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen der EU und den USA, das aktuell durch den Zollstreit stark belastet ist, sieht Schwarzman als \u201e\u00dcbergangsphase, in der sich diese Kr\u00e4fte neu formieren\u201c. Bis zum Jahresende wisse man besser, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die Tatsache, dass sich fast alle Aktienm\u00e4rkte der Welt auf Rekordniveau befinden, zeige, dass in der Investmentwelt weitgehende Einigkeit dar\u00fcber herrsche, dass es eine Einigung geben werde. Erst in der Vorwoche hatte Bundesbankpr\u00e4sident Joachim Nagel die Sorge ge\u00e4u\u00dfert, dass bei einem ung\u00fcnstigen Ausgang des Zollstreits <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article687a2470ac4eb2618d528971\/drohende-rezession-das-r-wort-ist-ausgesprochen-und-die-deutsche-ohnmacht-ist-offensichtlich.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article687a2470ac4eb2618d528971\/drohende-rezession-das-r-wort-ist-ausgesprochen-und-die-deutsche-ohnmacht-ist-offensichtlich.html\">Deutschland zur\u00fcck in die Rezession rutscht<\/a>.<\/p>\n<p>Einig waren sich die Wirtschaftsvertreter dar\u00fcber, dass der Kapitalmarkt in Europa gest\u00e4rkt werden muss, um mehr Mittel anzulocken. \u201eDie Kapitalm\u00e4rkte sind der Multiplikator, um aus den staatlichen Impulsen ein Vielfaches zu machen. Es ist sehr zu begr\u00fc\u00dfen, dass der Koalitionsvertrag als Regierungsprogramm erstmals auch eine St\u00e4rkung des Kapitalmarkts als Priorit\u00e4t f\u00fcr Deutschland anerkennt\u201c, sagte der Chef der Deutschen B\u00f6rse, Stephan Leithner, gegen\u00fcber WELT. <\/p>\n<p>Ziel m\u00fcsse es sein, das vorhandene Kapital privater Investoren aus dem In- und Ausland f\u00fcr die Modernisierung von Unternehmen, Infrastruktur und Alterssicherung zu gewinnen. \u201eViele konkrete Vorschl\u00e4ge liegen bereits von der letzten Regierung und aus dem Koalitionsvertrag vor und k\u00f6nnen kurzfristig umgesetzt werden\u201c, sagte Leithner.<\/p>\n<p>Kritik an der Initiative kommt ausgerechnet vom Wirtschaftsrat der CDU, in dem einige der Investoren selbst vertreten sind. \u201eDamit von dem Gipfel mehr bleibt als gute Stimmung und positive PR, wird es vor allem darauf ankommen, auch bei den gro\u00dfen Mittelst\u00e4ndlern deutlich mehr Investitionen zu mobilisieren\u201c, sagte Wolfgang Steiger, Generalsekret\u00e4r des Wirtschaftsrats gegen\u00fcber WELT. Mittelst\u00e4ndler h\u00e4tten im Gegensatz zu aktiennotierten Konzernen meist ein viel gr\u00f6\u00dferes Finanzierungsproblem, weil sie sich nicht einfach am Aktienmarkt mit Eigenkapital versorgen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Zugleich m\u00fcssten diese Unternehmen Wandel ihrer Gesch\u00e4ftsmodelle investieren, in die Produktion und ihre Lieferketten. Die entsprechenden Stichworte laut Steiger: Digitalisierung, Dekarbonisierung und Diversifizierung. \u201eHier reichen die Bankkredite h\u00e4ufig nicht mehr. Mittelst\u00e4ndler m\u00fcssen deshalb endlich besseren Zugang zum Kapitalmarkt erhalten\u201c, forderte er. Insbesondere der Bundesfinanzminister habe an dieser Stelle \u201edringende Hausaufgaben\u201c. Aktuell l\u00e4gen allein auf den Bankkonten deutscher Sparer nicht-investierte Spar- und Sichteinlagen im Volumen von 3,3 Billionen Euro. \u201eWir m\u00fcssen diese Sparer viel st\u00e4rker zu Investoren in die heimische Wirtschaft machen\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Die Forderungen der Wirtschaftsvertreter an die Bundesregierung waren so breit wie die Initiative \u201eMade for Germany\u201c, deren Mitglieder von der Finanzbranche \u00fcber die Industrie bis zu Tech-Unternehmen reichen. Mit dabei ist unter anderem der Wohnungskonzern Vonovia, dessen Chef Rolf Buch auch am WELT-Wirtschaftsgipfel teilnahm. Am Rande der Veranstaltung forderte er im Interview die z\u00fcgige Besetzung der geplanten Kommission zur Mieten-Regulierung. <\/p>\n<p>\u201eViele der Investitionen in Deutschland sind abh\u00e4ngig vom Staat, entweder weil er Direktabnehmer ist oder weil er den Markt wesentlich reguliert, weil die Verbraucher gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen\u201c, sagte Buch. \u201eGerade in diesen Punkten m\u00fcssen wir uns Gedanken machen, wie Regulierung funktioniert und wie Regulierung ihre Ziele erreichen, aber gleichzeitig auch Investitionen bef\u00f6rdern kann. Und ich glaube, das ist eine gute Diskussion.\u201c<\/p>\n<p><p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/karsten-seibel\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/karsten-seibel\/\"><b><em>Karsten Seibel<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/staatsschulden\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/staatsschulden\/\"><b><em>Haushalts-<\/em><\/b><\/a><b><em> und <\/em><\/b><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/steuer\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/steuer\/\"><b><em>Steuerpolitik<\/em><\/b><\/a><b><em>.<\/em><\/b> <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-zwick\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/daniel-zwick\/\"><b><em>Daniel Zwick<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.<\/em><\/b><\/p>\n<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/karsten-seibel\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/karsten-seibel\/\"><b><em>Karsten Seibel<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. 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Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik. 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Dabei soll es sich nicht nur um ohnehin bereits eingeplante Investitionen handeln, sondern auch um Neuinvestitionen. Zu den Initiatoren der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Allianz geh\u00f6rt neben den Vorstandsvorsitzenden von Deutscher Bank und Siemens, Christian Sewing und Roland Busch, auch Mathias D\u00f6pfner, der Vorstandschef der Axel Springer SE (\u201eBild\u201c, WELT). Vertreter der Initiative stellten ihre Vorhaben am Nachmittag der Regierung bei einem Treffen im Bundeskanzleramt vor. Carsten Knobel, Chef von Henkel, brachte die Idee der Initiative im WELT-TV-Interview auf den Punkt: \u201eMit der Initiative wollen wir dazu beitragen, eine Wachstumswende einzuleiten\u201c, sagte Knobel. Der Bundeskanzler und die Regierung h\u00e4tten in den vergangenen Wochen gezeigt, dass \u201eder Wille f\u00fcr Ver\u00e4nderung durch entsprechende Investitionsoffensiven auch gegeben ist\u201c. Die Industrie brauche niedrigere wettbewerbsf\u00e4hige Energiekosten und \u201eganz klar einen B\u00fcrokratieabbau, den wir ja schon seit Langem fordern\u201c. Es sei jetzt an der Zeit, f\u00fcr konkrete Ma\u00dfnahmen diese Forderungen umzusetzen. Aus Sicht von Siemens-Chef Busch geht die Wirtschaft mit dem milliardenschweren Bekenntnis zum Standort Deutschland in eine gewisse Vorleistung. \u201eWir als Unternehmen m\u00fcssen unseren Beitrag leisten und die Regierung nat\u00fcrlich auch und wir mischen uns nicht in deren Aufgaben ein \u2013 und umgekehrt. Entscheidend ist aber, dass es neben dem Kapital, was wir mobilisieren wollen, auch nat\u00fcrlich strukturelle Reformen braucht\u201c, sagte Busch.Lars Klingbeil (SPD), Vizekanzler und Bundesfinanzminister, sprach sich auf dem WELT-Wirtschaftsgipfel f\u00fcr einen engen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft aus. \u201eWir wollen f\u00fcr neue wirtschaftliche St\u00e4rke und f\u00fcr sichere Arbeitspl\u00e4tze sorgen. Diesen Weg gehen wir gemeinsam mit der Wirtschaft\u201c, sagte er. Daf\u00fcr brauche es staatliche Investitionen, aber auch private Investitionen. \u201eDeshalb ist diese Initiative wichtig. Es geht nicht nur um Politik. Es geht darum, wie wir alle gemeinsam Deutschland weiter nach vorn bringen.\u201cAuf die Forderungen der Wirtschaftsvertreter nach Strukturreformen ging Klingbeil ein. \u201eWir gehen strukturelle Reformen jetzt an. Wir beschleunigen Genehmigungen und Prozesse in diesem Land, bauen B\u00fcrokratie ab und unternehmen Schritte, um die Energiepreise nach unten zu bekommen\u201c, sagte Klingbeil. Auch Reformen der Sozialsysteme gehe die Regierung an. Der Sozialstaat m\u00fcsse stark und zugleich finanzierbar bleiben. \u201eWenn wir das als schwarz-rote Regierung nicht hinbekommen, werden irgendwann Leute mit der Kettens\u00e4ge an die Macht kommen. Das k\u00f6nnen wir als Demokraten nicht wollen.\u201cUS-Gro\u00dfinvestor gibt Regierung VorschusslorbeerenF\u00fcr Stephen Schwarzman klingen solche Ank\u00fcndigungen vielversprechend. Der Chef der US-Investmentgesellschaft Blackstone gab der neuen Bundesregierung Vorschusslorbeeren. \u201eEs handelt sich um eine wachstumsfreundliche, kapitalistisch orientierte Regierung. Und angesichts dessen, was in den letzten Jahren in Deutschland passiert ist, ist dies aus der Sicht eines Au\u00dfenstehenden eine gute Ver\u00e4nderung\u201c, sagte er WELT TV. In den kommenden zehn Jahren will Blackstone 500 Milliarden Dollar (430 Milliarden Euro) in Europa investieren. Wie viel davon nach Deutschland flie\u00dfe, h\u00e4nge von den Anreizen f\u00fcr Wachstum ab. Blackstone will laut Schwarzman unter anderem in Gewerbeimmobilien und Energieinfrastruktur investieren. Schwarzman sprach zudem den Verteidigungsbereich an, auch hier k\u00f6nnten sich Unternehmen wie Blackstone in einem gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab als bislang engagieren. Das Verh\u00e4ltnis zwischen der EU und den USA, das aktuell durch den Zollstreit stark belastet ist, sieht Schwarzman als \u201e\u00dcbergangsphase, in der sich diese Kr\u00e4fte neu formieren\u201c. Bis zum Jahresende wisse man besser, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die Tatsache, dass sich fast alle Aktienm\u00e4rkte der Welt auf Rekordniveau befinden, zeige, dass in der Investmentwelt weitgehende Einigkeit dar\u00fcber herrsche, dass es eine Einigung geben werde. Erst in der Vorwoche hatte Bundesbankpr\u00e4sident Joachim Nagel die Sorge ge\u00e4u\u00dfert, dass bei einem ung\u00fcnstigen Ausgang des Zollstreits Deutschland zur\u00fcck in die Rezession rutscht.Einig waren sich die Wirtschaftsvertreter dar\u00fcber, dass der Kapitalmarkt in Europa gest\u00e4rkt werden muss, um mehr Mittel anzulocken. \u201eDie Kapitalm\u00e4rkte sind der Multiplikator, um aus den staatlichen Impulsen ein Vielfaches zu machen. Es ist sehr zu begr\u00fc\u00dfen, dass der Koalitionsvertrag als Regierungsprogramm erstmals auch eine St\u00e4rkung des Kapitalmarkts als Priorit\u00e4t f\u00fcr Deutschland anerkennt\u201c, sagte der Chef der Deutschen B\u00f6rse, Stephan Leithner, gegen\u00fcber WELT. Ziel m\u00fcsse es sein, das vorhandene Kapital privater Investoren aus dem In- und Ausland f\u00fcr die Modernisierung von Unternehmen, Infrastruktur und Alterssicherung zu gewinnen. \u201eViele konkrete Vorschl\u00e4ge liegen bereits von der letzten Regierung und aus dem Koalitionsvertrag vor und k\u00f6nnen kurzfristig umgesetzt werden\u201c, sagte Leithner.Kritik an der Initiative kommt ausgerechnet vom Wirtschaftsrat der CDU, in dem einige der Investoren selbst vertreten sind. \u201eDamit von dem Gipfel mehr bleibt als gute Stimmung und positive PR, wird es vor allem darauf ankommen, auch bei den gro\u00dfen Mittelst\u00e4ndlern deutlich mehr Investitionen zu mobilisieren\u201c, sagte Wolfgang Steiger, Generalsekret\u00e4r des Wirtschaftsrats gegen\u00fcber WELT. Mittelst\u00e4ndler h\u00e4tten im Gegensatz zu aktiennotierten Konzernen meist ein viel gr\u00f6\u00dferes Finanzierungsproblem, weil sie sich nicht einfach am Aktienmarkt mit Eigenkapital versorgen k\u00f6nnen. Zugleich m\u00fcssten diese Unternehmen Wandel ihrer Gesch\u00e4ftsmodelle investieren, in die Produktion und ihre Lieferketten. Die entsprechenden Stichworte laut Steiger: Digitalisierung, Dekarbonisierung und Diversifizierung. \u201eHier reichen die Bankkredite h\u00e4ufig nicht mehr. Mittelst\u00e4ndler m\u00fcssen deshalb endlich besseren Zugang zum Kapitalmarkt erhalten\u201c, forderte er. Insbesondere der Bundesfinanzminister habe an dieser Stelle \u201edringende Hausaufgaben\u201c. Aktuell l\u00e4gen allein auf den Bankkonten deutscher Sparer nicht-investierte Spar- und Sichteinlagen im Volumen von 3,3 Billionen Euro. \u201eWir m\u00fcssen diese Sparer viel st\u00e4rker zu Investoren in die heimische Wirtschaft machen\u201c, sagte er.Die Forderungen der Wirtschaftsvertreter an die Bundesregierung waren so breit wie die Initiative \u201eMade for Germany\u201c, deren Mitglieder von der Finanzbranche \u00fcber die Industrie bis zu Tech-Unternehmen reichen. Mit dabei ist unter anderem der Wohnungskonzern Vonovia, dessen Chef Rolf Buch auch am WELT-Wirtschaftsgipfel teilnahm. Am Rande der Veranstaltung forderte er im Interview die z\u00fcgige Besetzung der geplanten Kommission zur Mieten-Regulierung. \u201eViele der Investitionen in Deutschland sind abh\u00e4ngig vom Staat, entweder weil er Direktabnehmer ist oder weil er den Markt wesentlich reguliert, weil die Verbraucher gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen\u201c, sagte Buch. \u201eGerade in diesen Punkten m\u00fcssen wir uns Gedanken machen, wie Regulierung funktioniert und wie Regulierung ihre Ziele erreichen, aber gleichzeitig auch Investitionen bef\u00f6rdern kann. Und ich glaube, das ist eine gute Diskussion.\u201cKarsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik. Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik. 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In der Initiative \u201eMade for Germany\u201c haben sich 61 Unternehmen und Investoren zusammengetan und zugesagt, in den kommenden Jahren zusammen 631 Milliarden Euro im Land zu investieren. Die Summe umfasst Investitionen in Sachanlagen, Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung sowie Zusagen internationaler Investoren. Dabei soll es sich nicht nur um ohnehin bereits eingeplante Investitionen handeln, sondern auch um Neuinvestitionen. Zu den Initiatoren der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Allianz geh\u00f6rt neben den Vorstandsvorsitzenden von Deutscher Bank und Siemens, Christian Sewing und Roland Busch, auch Mathias D\u00f6pfner, der Vorstandschef der Axel Springer SE (\u201eBild\u201c, WELT). Vertreter der Initiative stellten ihre Vorhaben am Nachmittag der Regierung bei einem Treffen im Bundeskanzleramt vor. Carsten Knobel, Chef von Henkel, brachte die Idee der Initiative im WELT-TV-Interview auf den Punkt: \u201eMit der Initiative wollen wir dazu beitragen, eine Wachstumswende einzuleiten\u201c, sagte Knobel. Der Bundeskanzler und die Regierung h\u00e4tten in den vergangenen Wochen gezeigt, dass \u201eder Wille f\u00fcr Ver\u00e4nderung durch entsprechende Investitionsoffensiven auch gegeben ist\u201c. Die Industrie brauche niedrigere wettbewerbsf\u00e4hige Energiekosten und \u201eganz klar einen B\u00fcrokratieabbau, den wir ja schon seit Langem fordern\u201c. Es sei jetzt an der Zeit, f\u00fcr konkrete Ma\u00dfnahmen diese Forderungen umzusetzen. Aus Sicht von Siemens-Chef Busch geht die Wirtschaft mit dem milliardenschweren Bekenntnis zum Standort Deutschland in eine gewisse Vorleistung. \u201eWir als Unternehmen m\u00fcssen unseren Beitrag leisten und die Regierung nat\u00fcrlich auch und wir mischen uns nicht in deren Aufgaben ein \u2013 und umgekehrt. Entscheidend ist aber, dass es neben dem Kapital, was wir mobilisieren wollen, auch nat\u00fcrlich strukturelle Reformen braucht\u201c, sagte Busch.Lars Klingbeil (SPD), Vizekanzler und Bundesfinanzminister, sprach sich auf dem WELT-Wirtschaftsgipfel f\u00fcr einen engen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft aus. \u201eWir wollen f\u00fcr neue wirtschaftliche St\u00e4rke und f\u00fcr sichere Arbeitspl\u00e4tze sorgen. Diesen Weg gehen wir gemeinsam mit der Wirtschaft\u201c, sagte er. Daf\u00fcr brauche es staatliche Investitionen, aber auch private Investitionen. \u201eDeshalb ist diese Initiative wichtig. Es geht nicht nur um Politik. Es geht darum, wie wir alle gemeinsam Deutschland weiter nach vorn bringen.\u201cAuf die Forderungen der Wirtschaftsvertreter nach Strukturreformen ging Klingbeil ein. \u201eWir gehen strukturelle Reformen jetzt an. 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In den kommenden zehn Jahren will Blackstone 500 Milliarden Dollar (430 Milliarden Euro) in Europa investieren. Wie viel davon nach Deutschland flie\u00dfe, h\u00e4nge von den Anreizen f\u00fcr Wachstum ab. Blackstone will laut Schwarzman unter anderem in Gewerbeimmobilien und Energieinfrastruktur investieren. Schwarzman sprach zudem den Verteidigungsbereich an, auch hier k\u00f6nnten sich Unternehmen wie Blackstone in einem gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab als bislang engagieren. Das Verh\u00e4ltnis zwischen der EU und den USA, das aktuell durch den Zollstreit stark belastet ist, sieht Schwarzman als \u201e\u00dcbergangsphase, in der sich diese Kr\u00e4fte neu formieren\u201c. Bis zum Jahresende wisse man besser, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die Tatsache, dass sich fast alle Aktienm\u00e4rkte der Welt auf Rekordniveau befinden, zeige, dass in der Investmentwelt weitgehende Einigkeit dar\u00fcber herrsche, dass es eine Einigung geben werde. 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Zugleich m\u00fcssten diese Unternehmen Wandel ihrer Gesch\u00e4ftsmodelle investieren, in die Produktion und ihre Lieferketten. Die entsprechenden Stichworte laut Steiger: Digitalisierung, Dekarbonisierung und Diversifizierung. \u201eHier reichen die Bankkredite h\u00e4ufig nicht mehr. Mittelst\u00e4ndler m\u00fcssen deshalb endlich besseren Zugang zum Kapitalmarkt erhalten\u201c, forderte er. Insbesondere der Bundesfinanzminister habe an dieser Stelle \u201edringende Hausaufgaben\u201c. Aktuell l\u00e4gen allein auf den Bankkonten deutscher Sparer nicht-investierte Spar- und Sichteinlagen im Volumen von 3,3 Billionen Euro. \u201eWir m\u00fcssen diese Sparer viel st\u00e4rker zu Investoren in die heimische Wirtschaft machen\u201c, sagte er.Die Forderungen der Wirtschaftsvertreter an die Bundesregierung waren so breit wie die Initiative \u201eMade for Germany\u201c, deren Mitglieder von der Finanzbranche \u00fcber die Industrie bis zu Tech-Unternehmen reichen. Mit dabei ist unter anderem der Wohnungskonzern Vonovia, dessen Chef Rolf Buch auch am WELT-Wirtschaftsgipfel teilnahm. Am Rande der Veranstaltung forderte er im Interview die z\u00fcgige Besetzung der geplanten Kommission zur Mieten-Regulierung. \u201eViele der Investitionen in Deutschland sind abh\u00e4ngig vom Staat, entweder weil er Direktabnehmer ist oder weil er den Markt wesentlich reguliert, weil die Verbraucher gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen\u201c, sagte Buch. \u201eGerade in diesen Punkten m\u00fcssen wir uns Gedanken machen, wie Regulierung funktioniert und wie Regulierung ihre Ziele erreichen, aber gleichzeitig auch Investitionen bef\u00f6rdern kann. Und ich glaube, das ist eine gute Diskussion.\u201cKarsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik. 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In der Initiative \u201eMade for Germany\u201c haben sich 61 Unternehmen und Investoren zusammengetan und zugesagt, in den kommenden Jahren zusammen 631 Milliarden Euro im Land zu investieren. Die Summe umfasst Investitionen in Sachanlagen, Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung sowie Zusagen internationaler Investoren. Dabei soll es sich nicht nur um ohnehin bereits eingeplante Investitionen handeln, sondern auch um Neuinvestitionen. Zu den Initiatoren der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Allianz geh\u00f6rt neben den Vorstandsvorsitzenden von Deutscher Bank und Siemens, Christian Sewing und Roland Busch, auch Mathias D\u00f6pfner, der Vorstandschef der Axel Springer SE (\u201eBild\u201c, WELT). Vertreter der Initiative stellten ihre Vorhaben am Nachmittag der Regierung bei einem Treffen im Bundeskanzleramt vor. Carsten Knobel, Chef von Henkel, brachte die Idee der Initiative im WELT-TV-Interview auf den Punkt: \u201eMit der Initiative wollen wir dazu beitragen, eine Wachstumswende einzuleiten\u201c, sagte Knobel. Der Bundeskanzler und die Regierung h\u00e4tten in den vergangenen Wochen gezeigt, dass \u201eder Wille f\u00fcr Ver\u00e4nderung durch entsprechende Investitionsoffensiven auch gegeben ist\u201c. Die Industrie brauche niedrigere wettbewerbsf\u00e4hige Energiekosten und \u201eganz klar einen B\u00fcrokratieabbau, den wir ja schon seit Langem fordern\u201c. Es sei jetzt an der Zeit, f\u00fcr konkrete Ma\u00dfnahmen diese Forderungen umzusetzen. Aus Sicht von Siemens-Chef Busch geht die Wirtschaft mit dem milliardenschweren Bekenntnis zum Standort Deutschland in eine gewisse Vorleistung. \u201eWir als Unternehmen m\u00fcssen unseren Beitrag leisten und die Regierung nat\u00fcrlich auch und wir mischen uns nicht in deren Aufgaben ein \u2013 und umgekehrt. Entscheidend ist aber, dass es neben dem Kapital, was wir mobilisieren wollen, auch nat\u00fcrlich strukturelle Reformen braucht\u201c, sagte Busch.Lars Klingbeil (SPD), Vizekanzler und Bundesfinanzminister, sprach sich auf dem WELT-Wirtschaftsgipfel f\u00fcr einen engen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft aus. \u201eWir wollen f\u00fcr neue wirtschaftliche St\u00e4rke und f\u00fcr sichere Arbeitspl\u00e4tze sorgen. Diesen Weg gehen wir gemeinsam mit der Wirtschaft\u201c, sagte er. Daf\u00fcr brauche es staatliche Investitionen, aber auch private Investitionen. \u201eDeshalb ist diese Initiative wichtig. Es geht nicht nur um Politik. Es geht darum, wie wir alle gemeinsam Deutschland weiter nach vorn bringen.\u201cAuf die Forderungen der Wirtschaftsvertreter nach Strukturreformen ging Klingbeil ein. \u201eWir gehen strukturelle Reformen jetzt an. Wir beschleunigen Genehmigungen und Prozesse in diesem Land, bauen B\u00fcrokratie ab und unternehmen Schritte, um die Energiepreise nach unten zu bekommen\u201c, sagte Klingbeil. Auch Reformen der Sozialsysteme gehe die Regierung an. Der Sozialstaat m\u00fcsse stark und zugleich finanzierbar bleiben. \u201eWenn wir das als schwarz-rote Regierung nicht hinbekommen, werden irgendwann Leute mit der Kettens\u00e4ge an die Macht kommen. Das k\u00f6nnen wir als Demokraten nicht wollen.\u201cUS-Gro\u00dfinvestor gibt Regierung VorschusslorbeerenF\u00fcr Stephen Schwarzman klingen solche Ank\u00fcndigungen vielversprechend. Der Chef der US-Investmentgesellschaft Blackstone gab der neuen Bundesregierung Vorschusslorbeeren. \u201eEs handelt sich um eine wachstumsfreundliche, kapitalistisch orientierte Regierung. Und angesichts dessen, was in den letzten Jahren in Deutschland passiert ist, ist dies aus der Sicht eines Au\u00dfenstehenden eine gute Ver\u00e4nderung\u201c, sagte er WELT TV. In den kommenden zehn Jahren will Blackstone 500 Milliarden Dollar (430 Milliarden Euro) in Europa investieren. Wie viel davon nach Deutschland flie\u00dfe, h\u00e4nge von den Anreizen f\u00fcr Wachstum ab. Blackstone will laut Schwarzman unter anderem in Gewerbeimmobilien und Energieinfrastruktur investieren. Schwarzman sprach zudem den Verteidigungsbereich an, auch hier k\u00f6nnten sich Unternehmen wie Blackstone in einem gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab als bislang engagieren. Das Verh\u00e4ltnis zwischen der EU und den USA, das aktuell durch den Zollstreit stark belastet ist, sieht Schwarzman als \u201e\u00dcbergangsphase, in der sich diese Kr\u00e4fte neu formieren\u201c. Bis zum Jahresende wisse man besser, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die Tatsache, dass sich fast alle Aktienm\u00e4rkte der Welt auf Rekordniveau befinden, zeige, dass in der Investmentwelt weitgehende Einigkeit dar\u00fcber herrsche, dass es eine Einigung geben werde. Erst in der Vorwoche hatte Bundesbankpr\u00e4sident Joachim Nagel die Sorge ge\u00e4u\u00dfert, dass bei einem ung\u00fcnstigen Ausgang des Zollstreits Deutschland zur\u00fcck in die Rezession rutscht.Einig waren sich die Wirtschaftsvertreter dar\u00fcber, dass der Kapitalmarkt in Europa gest\u00e4rkt werden muss, um mehr Mittel anzulocken. \u201eDie Kapitalm\u00e4rkte sind der Multiplikator, um aus den staatlichen Impulsen ein Vielfaches zu machen. Es ist sehr zu begr\u00fc\u00dfen, dass der Koalitionsvertrag als Regierungsprogramm erstmals auch eine St\u00e4rkung des Kapitalmarkts als Priorit\u00e4t f\u00fcr Deutschland anerkennt\u201c, sagte der Chef der Deutschen B\u00f6rse, Stephan Leithner, gegen\u00fcber WELT. Ziel m\u00fcsse es sein, das vorhandene Kapital privater Investoren aus dem In- und Ausland f\u00fcr die Modernisierung von Unternehmen, Infrastruktur und Alterssicherung zu gewinnen. \u201eViele konkrete Vorschl\u00e4ge liegen bereits von der letzten Regierung und aus dem Koalitionsvertrag vor und k\u00f6nnen kurzfristig umgesetzt werden\u201c, sagte Leithner.Kritik an der Initiative kommt ausgerechnet vom Wirtschaftsrat der CDU, in dem einige der Investoren selbst vertreten sind. \u201eDamit von dem Gipfel mehr bleibt als gute Stimmung und positive PR, wird es vor allem darauf ankommen, auch bei den gro\u00dfen Mittelst\u00e4ndlern deutlich mehr Investitionen zu mobilisieren\u201c, sagte Wolfgang Steiger, Generalsekret\u00e4r des Wirtschaftsrats gegen\u00fcber WELT. Mittelst\u00e4ndler h\u00e4tten im Gegensatz zu aktiennotierten Konzernen meist ein viel gr\u00f6\u00dferes Finanzierungsproblem, weil sie sich nicht einfach am Aktienmarkt mit Eigenkapital versorgen k\u00f6nnen. Zugleich m\u00fcssten diese Unternehmen Wandel ihrer Gesch\u00e4ftsmodelle investieren, in die Produktion und ihre Lieferketten. Die entsprechenden Stichworte laut Steiger: Digitalisierung, Dekarbonisierung und Diversifizierung. \u201eHier reichen die Bankkredite h\u00e4ufig nicht mehr. Mittelst\u00e4ndler m\u00fcssen deshalb endlich besseren Zugang zum Kapitalmarkt erhalten\u201c, forderte er. Insbesondere der Bundesfinanzminister habe an dieser Stelle \u201edringende Hausaufgaben\u201c. Aktuell l\u00e4gen allein auf den Bankkonten deutscher Sparer nicht-investierte Spar- und Sichteinlagen im Volumen von 3,3 Billionen Euro. \u201eWir m\u00fcssen diese Sparer viel st\u00e4rker zu Investoren in die heimische Wirtschaft machen\u201c, sagte er.Die Forderungen der Wirtschaftsvertreter an die Bundesregierung waren so breit wie die Initiative \u201eMade for Germany\u201c, deren Mitglieder von der Finanzbranche \u00fcber die Industrie bis zu Tech-Unternehmen reichen. Mit dabei ist unter anderem der Wohnungskonzern Vonovia, dessen Chef Rolf Buch auch am WELT-Wirtschaftsgipfel teilnahm. Am Rande der Veranstaltung forderte er im Interview die z\u00fcgige Besetzung der geplanten Kommission zur Mieten-Regulierung. \u201eViele der Investitionen in Deutschland sind abh\u00e4ngig vom Staat, entweder weil er Direktabnehmer ist oder weil er den Markt wesentlich reguliert, weil die Verbraucher gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen\u201c, sagte Buch. \u201eGerade in diesen Punkten m\u00fcssen wir uns Gedanken machen, wie Regulierung funktioniert und wie Regulierung ihre Ziele erreichen, aber gleichzeitig auch Investitionen bef\u00f6rdern kann. Und ich glaube, das ist eine gute Diskussion.\u201cKarsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik. Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik. Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.","robots":{"index":"noindex","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"\u201eWenn wir das nicht hinbekommen, dann kommen Leute mit der Kettens\u00e4ge an die Macht\u201c - vof-news.eu","og_description":"Unter Deutschlands Wirtschaftsvertretern macht sich verhaltener Optimismus breit angesichts der ersten Schritte der neuen Bundesregierung. 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In der Initiative \u201eMade for Germany\u201c haben sich 61 Unternehmen und Investoren zusammengetan und zugesagt, in den kommenden Jahren zusammen 631 Milliarden Euro im Land zu investieren. Die Summe umfasst Investitionen in Sachanlagen, Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung sowie Zusagen internationaler Investoren. Dabei soll es sich nicht nur um ohnehin bereits eingeplante Investitionen handeln, sondern auch um Neuinvestitionen. Zu den Initiatoren der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Allianz geh\u00f6rt neben den Vorstandsvorsitzenden von Deutscher Bank und Siemens, Christian Sewing und Roland Busch, auch Mathias D\u00f6pfner, der Vorstandschef der Axel Springer SE (\u201eBild\u201c, WELT). Vertreter der Initiative stellten ihre Vorhaben am Nachmittag der Regierung bei einem Treffen im Bundeskanzleramt vor. Carsten Knobel, Chef von Henkel, brachte die Idee der Initiative im WELT-TV-Interview auf den Punkt: \u201eMit der Initiative wollen wir dazu beitragen, eine Wachstumswende einzuleiten\u201c, sagte Knobel. Der Bundeskanzler und die Regierung h\u00e4tten in den vergangenen Wochen gezeigt, dass \u201eder Wille f\u00fcr Ver\u00e4nderung durch entsprechende Investitionsoffensiven auch gegeben ist\u201c. Die Industrie brauche niedrigere wettbewerbsf\u00e4hige Energiekosten und \u201eganz klar einen B\u00fcrokratieabbau, den wir ja schon seit Langem fordern\u201c. Es sei jetzt an der Zeit, f\u00fcr konkrete Ma\u00dfnahmen diese Forderungen umzusetzen. Aus Sicht von Siemens-Chef Busch geht die Wirtschaft mit dem milliardenschweren Bekenntnis zum Standort Deutschland in eine gewisse Vorleistung. \u201eWir als Unternehmen m\u00fcssen unseren Beitrag leisten und die Regierung nat\u00fcrlich auch und wir mischen uns nicht in deren Aufgaben ein \u2013 und umgekehrt. Entscheidend ist aber, dass es neben dem Kapital, was wir mobilisieren wollen, auch nat\u00fcrlich strukturelle Reformen braucht\u201c, sagte Busch.Lars Klingbeil (SPD), Vizekanzler und Bundesfinanzminister, sprach sich auf dem WELT-Wirtschaftsgipfel f\u00fcr einen engen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft aus. \u201eWir wollen f\u00fcr neue wirtschaftliche St\u00e4rke und f\u00fcr sichere Arbeitspl\u00e4tze sorgen. Diesen Weg gehen wir gemeinsam mit der Wirtschaft\u201c, sagte er. Daf\u00fcr brauche es staatliche Investitionen, aber auch private Investitionen. \u201eDeshalb ist diese Initiative wichtig. Es geht nicht nur um Politik. Es geht darum, wie wir alle gemeinsam Deutschland weiter nach vorn bringen.\u201cAuf die Forderungen der Wirtschaftsvertreter nach Strukturreformen ging Klingbeil ein. \u201eWir gehen strukturelle Reformen jetzt an. Wir beschleunigen Genehmigungen und Prozesse in diesem Land, bauen B\u00fcrokratie ab und unternehmen Schritte, um die Energiepreise nach unten zu bekommen\u201c, sagte Klingbeil. Auch Reformen der Sozialsysteme gehe die Regierung an. Der Sozialstaat m\u00fcsse stark und zugleich finanzierbar bleiben. \u201eWenn wir das als schwarz-rote Regierung nicht hinbekommen, werden irgendwann Leute mit der Kettens\u00e4ge an die Macht kommen. Das k\u00f6nnen wir als Demokraten nicht wollen.\u201cUS-Gro\u00dfinvestor gibt Regierung VorschusslorbeerenF\u00fcr Stephen Schwarzman klingen solche Ank\u00fcndigungen vielversprechend. Der Chef der US-Investmentgesellschaft Blackstone gab der neuen Bundesregierung Vorschusslorbeeren. \u201eEs handelt sich um eine wachstumsfreundliche, kapitalistisch orientierte Regierung. Und angesichts dessen, was in den letzten Jahren in Deutschland passiert ist, ist dies aus der Sicht eines Au\u00dfenstehenden eine gute Ver\u00e4nderung\u201c, sagte er WELT TV. In den kommenden zehn Jahren will Blackstone 500 Milliarden Dollar (430 Milliarden Euro) in Europa investieren. Wie viel davon nach Deutschland flie\u00dfe, h\u00e4nge von den Anreizen f\u00fcr Wachstum ab. Blackstone will laut Schwarzman unter anderem in Gewerbeimmobilien und Energieinfrastruktur investieren. Schwarzman sprach zudem den Verteidigungsbereich an, auch hier k\u00f6nnten sich Unternehmen wie Blackstone in einem gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab als bislang engagieren. Das Verh\u00e4ltnis zwischen der EU und den USA, das aktuell durch den Zollstreit stark belastet ist, sieht Schwarzman als \u201e\u00dcbergangsphase, in der sich diese Kr\u00e4fte neu formieren\u201c. Bis zum Jahresende wisse man besser, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die Tatsache, dass sich fast alle Aktienm\u00e4rkte der Welt auf Rekordniveau befinden, zeige, dass in der Investmentwelt weitgehende Einigkeit dar\u00fcber herrsche, dass es eine Einigung geben werde. 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Ziel m\u00fcsse es sein, das vorhandene Kapital privater Investoren aus dem In- und Ausland f\u00fcr die Modernisierung von Unternehmen, Infrastruktur und Alterssicherung zu gewinnen. \u201eViele konkrete Vorschl\u00e4ge liegen bereits von der letzten Regierung und aus dem Koalitionsvertrag vor und k\u00f6nnen kurzfristig umgesetzt werden\u201c, sagte Leithner.Kritik an der Initiative kommt ausgerechnet vom Wirtschaftsrat der CDU, in dem einige der Investoren selbst vertreten sind. \u201eDamit von dem Gipfel mehr bleibt als gute Stimmung und positive PR, wird es vor allem darauf ankommen, auch bei den gro\u00dfen Mittelst\u00e4ndlern deutlich mehr Investitionen zu mobilisieren\u201c, sagte Wolfgang Steiger, Generalsekret\u00e4r des Wirtschaftsrats gegen\u00fcber WELT. Mittelst\u00e4ndler h\u00e4tten im Gegensatz zu aktiennotierten Konzernen meist ein viel gr\u00f6\u00dferes Finanzierungsproblem, weil sie sich nicht einfach am Aktienmarkt mit Eigenkapital versorgen k\u00f6nnen. Zugleich m\u00fcssten diese Unternehmen Wandel ihrer Gesch\u00e4ftsmodelle investieren, in die Produktion und ihre Lieferketten. Die entsprechenden Stichworte laut Steiger: Digitalisierung, Dekarbonisierung und Diversifizierung. \u201eHier reichen die Bankkredite h\u00e4ufig nicht mehr. Mittelst\u00e4ndler m\u00fcssen deshalb endlich besseren Zugang zum Kapitalmarkt erhalten\u201c, forderte er. Insbesondere der Bundesfinanzminister habe an dieser Stelle \u201edringende Hausaufgaben\u201c. Aktuell l\u00e4gen allein auf den Bankkonten deutscher Sparer nicht-investierte Spar- und Sichteinlagen im Volumen von 3,3 Billionen Euro. \u201eWir m\u00fcssen diese Sparer viel st\u00e4rker zu Investoren in die heimische Wirtschaft machen\u201c, sagte er.Die Forderungen der Wirtschaftsvertreter an die Bundesregierung waren so breit wie die Initiative \u201eMade for Germany\u201c, deren Mitglieder von der Finanzbranche \u00fcber die Industrie bis zu Tech-Unternehmen reichen. Mit dabei ist unter anderem der Wohnungskonzern Vonovia, dessen Chef Rolf Buch auch am WELT-Wirtschaftsgipfel teilnahm. Am Rande der Veranstaltung forderte er im Interview die z\u00fcgige Besetzung der geplanten Kommission zur Mieten-Regulierung. \u201eViele der Investitionen in Deutschland sind abh\u00e4ngig vom Staat, entweder weil er Direktabnehmer ist oder weil er den Markt wesentlich reguliert, weil die Verbraucher gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen\u201c, sagte Buch. \u201eGerade in diesen Punkten m\u00fcssen wir uns Gedanken machen, wie Regulierung funktioniert und wie Regulierung ihre Ziele erreichen, aber gleichzeitig auch Investitionen bef\u00f6rdern kann. Und ich glaube, das ist eine gute Diskussion.\u201cKarsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik. 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Wir beschleunigen Genehmigungen und Prozesse in diesem Land, bauen B\u00fcrokratie ab und unternehmen Schritte, um die Energiepreise nach unten zu bekommen\u201c, sagte Klingbeil. Auch Reformen der Sozialsysteme gehe die Regierung an. Der Sozialstaat m\u00fcsse stark und zugleich finanzierbar bleiben. \u201eWenn wir das als schwarz-rote Regierung nicht hinbekommen, werden irgendwann Leute mit der Kettens\u00e4ge an die Macht kommen. Das k\u00f6nnen wir als Demokraten nicht wollen.\u201cUS-Gro\u00dfinvestor gibt Regierung VorschusslorbeerenF\u00fcr Stephen Schwarzman klingen solche Ank\u00fcndigungen vielversprechend. Der Chef der US-Investmentgesellschaft Blackstone gab der neuen Bundesregierung Vorschusslorbeeren. \u201eEs handelt sich um eine wachstumsfreundliche, kapitalistisch orientierte Regierung. Und angesichts dessen, was in den letzten Jahren in Deutschland passiert ist, ist dies aus der Sicht eines Au\u00dfenstehenden eine gute Ver\u00e4nderung\u201c, sagte er WELT TV. In den kommenden zehn Jahren will Blackstone 500 Milliarden Dollar (430 Milliarden Euro) in Europa investieren. Wie viel davon nach Deutschland flie\u00dfe, h\u00e4nge von den Anreizen f\u00fcr Wachstum ab. Blackstone will laut Schwarzman unter anderem in Gewerbeimmobilien und Energieinfrastruktur investieren. Schwarzman sprach zudem den Verteidigungsbereich an, auch hier k\u00f6nnten sich Unternehmen wie Blackstone in einem gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab als bislang engagieren. Das Verh\u00e4ltnis zwischen der EU und den USA, das aktuell durch den Zollstreit stark belastet ist, sieht Schwarzman als \u201e\u00dcbergangsphase, in der sich diese Kr\u00e4fte neu formieren\u201c. Bis zum Jahresende wisse man besser, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die Tatsache, dass sich fast alle Aktienm\u00e4rkte der Welt auf Rekordniveau befinden, zeige, dass in der Investmentwelt weitgehende Einigkeit dar\u00fcber herrsche, dass es eine Einigung geben werde. Erst in der Vorwoche hatte Bundesbankpr\u00e4sident Joachim Nagel die Sorge ge\u00e4u\u00dfert, dass bei einem ung\u00fcnstigen Ausgang des Zollstreits Deutschland zur\u00fcck in die Rezession rutscht.Einig waren sich die Wirtschaftsvertreter dar\u00fcber, dass der Kapitalmarkt in Europa gest\u00e4rkt werden muss, um mehr Mittel anzulocken. \u201eDie Kapitalm\u00e4rkte sind der Multiplikator, um aus den staatlichen Impulsen ein Vielfaches zu machen. Es ist sehr zu begr\u00fc\u00dfen, dass der Koalitionsvertrag als Regierungsprogramm erstmals auch eine St\u00e4rkung des Kapitalmarkts als Priorit\u00e4t f\u00fcr Deutschland anerkennt\u201c, sagte der Chef der Deutschen B\u00f6rse, Stephan Leithner, gegen\u00fcber WELT. Ziel m\u00fcsse es sein, das vorhandene Kapital privater Investoren aus dem In- und Ausland f\u00fcr die Modernisierung von Unternehmen, Infrastruktur und Alterssicherung zu gewinnen. \u201eViele konkrete Vorschl\u00e4ge liegen bereits von der letzten Regierung und aus dem Koalitionsvertrag vor und k\u00f6nnen kurzfristig umgesetzt werden\u201c, sagte Leithner.Kritik an der Initiative kommt ausgerechnet vom Wirtschaftsrat der CDU, in dem einige der Investoren selbst vertreten sind. \u201eDamit von dem Gipfel mehr bleibt als gute Stimmung und positive PR, wird es vor allem darauf ankommen, auch bei den gro\u00dfen Mittelst\u00e4ndlern deutlich mehr Investitionen zu mobilisieren\u201c, sagte Wolfgang Steiger, Generalsekret\u00e4r des Wirtschaftsrats gegen\u00fcber WELT. Mittelst\u00e4ndler h\u00e4tten im Gegensatz zu aktiennotierten Konzernen meist ein viel gr\u00f6\u00dferes Finanzierungsproblem, weil sie sich nicht einfach am Aktienmarkt mit Eigenkapital versorgen k\u00f6nnen. Zugleich m\u00fcssten diese Unternehmen Wandel ihrer Gesch\u00e4ftsmodelle investieren, in die Produktion und ihre Lieferketten. Die entsprechenden Stichworte laut Steiger: Digitalisierung, Dekarbonisierung und Diversifizierung. \u201eHier reichen die Bankkredite h\u00e4ufig nicht mehr. Mittelst\u00e4ndler m\u00fcssen deshalb endlich besseren Zugang zum Kapitalmarkt erhalten\u201c, forderte er. Insbesondere der Bundesfinanzminister habe an dieser Stelle \u201edringende Hausaufgaben\u201c. Aktuell l\u00e4gen allein auf den Bankkonten deutscher Sparer nicht-investierte Spar- und Sichteinlagen im Volumen von 3,3 Billionen Euro. \u201eWir m\u00fcssen diese Sparer viel st\u00e4rker zu Investoren in die heimische Wirtschaft machen\u201c, sagte er.Die Forderungen der Wirtschaftsvertreter an die Bundesregierung waren so breit wie die Initiative \u201eMade for Germany\u201c, deren Mitglieder von der Finanzbranche \u00fcber die Industrie bis zu Tech-Unternehmen reichen. Mit dabei ist unter anderem der Wohnungskonzern Vonovia, dessen Chef Rolf Buch auch am WELT-Wirtschaftsgipfel teilnahm. Am Rande der Veranstaltung forderte er im Interview die z\u00fcgige Besetzung der geplanten Kommission zur Mieten-Regulierung. \u201eViele der Investitionen in Deutschland sind abh\u00e4ngig vom Staat, entweder weil er Direktabnehmer ist oder weil er den Markt wesentlich reguliert, weil die Verbraucher gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen\u201c, sagte Buch. \u201eGerade in diesen Punkten m\u00fcssen wir uns Gedanken machen, wie Regulierung funktioniert und wie Regulierung ihre Ziele erreichen, aber gleichzeitig auch Investitionen bef\u00f6rdern kann. Und ich glaube, das ist eine gute Diskussion.\u201cKarsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik. Daniel Zwick ist Wirtschaftsredakteur in Berlin und berichtet f\u00fcr WELT \u00fcber Wirtschafts- und Energiepolitik, Digitalisierung und Staatsmodernisierung.Karsten Seibel ist Wirtschaftsredakteur in Berlin. Er berichtet unter anderem \u00fcber Haushalts- und Steuerpolitik. 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