{"id":257088,"date":"2025-07-21T17:26:54","date_gmt":"2025-07-21T14:26:54","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/auslandische-investoren-schauen-jetzt-auf-deutschland\/"},"modified":"2025-07-21T17:27:11","modified_gmt":"2025-07-21T14:27:11","slug":"auslandische-investoren-schauen-jetzt-auf-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/auslandische-investoren-schauen-jetzt-auf-deutschland\/","title":{"rendered":"\u201eAusl\u00e4ndische Investoren schauen jetzt auf Deutschland\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Eine Initiative will den Standort Deutschland wieder in Schwung bringen: Bei \u201eMade for Germany\u201c haben sich 61 Unternehmen \u2013 darunter auch der Axel-Springer-Konzern, zu dem \u201eBild\u201c, WELT, \u201eBusiness Insider\u201c und \u201ePolitico\u201c geh\u00f6ren \u2013\u00a0zusammengeschlossen und wollen Milliarden investieren. Im WELT-Interview erkl\u00e4ren Siemens-Chef Roland Busch und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, welche Erwartungen die Unternehmen im Gegenzug f\u00fcr ihre Investitionen an die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) haben.  <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Made for Germany, Herr Busch, was steckt dahinter, wer steckt dahinter, was soll es bringen?<\/p>\n<p><b>Roland Busch:<\/b> Was wollen wir erreichen? Wir wollen Deutschland wieder in den Wachstumsmodus bekommen. Wir m\u00fcssen unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit steigern, und wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich das Thema Technologie und Innovation wieder in den Vordergrund stellen, wir m\u00fcssen schneller innovieren. Das ist der Hauptgedanke. Dazu haben sich 61 Firmen zusammengefunden und wir haben dar\u00fcber gesprochen: Was k\u00f6nnen wir tun? Wie k\u00f6nnen wir eine neue Art der Zusammenarbeit mit der Politik, mit der Regierung gestalten, und wie k\u00f6nnen wir das Ganze lostreten mit einer Investitionszusage von den Firmen? Und das Paket, das da zusammengekommen ist, das ist beachtlich: Wir reden \u00fcber 631 Milliarden Euro bis 2028, eine Zusage von 61 Firmen, Start-ups, Mittelst\u00e4ndler, gro\u00dfe Firmen, Finanzinstitutionen. Und damit wollen wir nat\u00fcrlich gemeinsam zeigen, dass wir an den Standort Deutschland glauben und die Kr\u00e4fte, die auch in der Wirtschaft stecken.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Herr Sewing, wer verteilt diese Gelder? Also gibt es jemanden, der sozusagen die Hand auf allem hat oder ist es eher so, dass jedes Unternehmen f\u00fcr sich etwas macht und macht dann Meldung?<\/p>\n<p><b>Christian Sewing: <\/b>Nein, gl\u00fccklicherweise ist es so, dass jedes Unternehmen nat\u00fcrlich f\u00fcr sich seine Investitionen sich \u00fcberlegt, plant, entscheidet und dann auch einsetzt. Von daher ist da keine zentrale Handhabe. Es ist beachtlich, wie Roland Busch es gerade gesagt hat, dass in k\u00fcrzester Zeit \u2013 wir reden mal gerade \u00fcber zwei, zweieinhalb Monate, seitdem die Initiative sozusagen ins Laufen gekommen ist \u2013 die Privatwirtschaft gesagt hat: Jawohl, wir glauben an den Standort Deutschland, wir wissen, dass wir investieren m\u00fcssen. Wir haben meines Erachtens einen soliden Start der Bundesregierung gehabt mit dem Fiskalpaket, mit der Reformbereitschaft. Auf einmal bewegt sich hier was, dass man sagt: Wir glauben an den Standort Deutschland, wir wollen ihn st\u00e4rken und deswegen investieren wir. Und so sind die 631 Milliarden zusammen gekommen, und ich bin davon \u00fcberzeugt, dass es nicht dabei bleibt, denn es kommen immer mehr Unternehmen dazu, es ist ja eine offene Initiative. <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Welche Wirkung erhoffen sie sich?<\/p>\n<p><b>Sewing: I<\/b>ch glaube, man kann sich gar nicht vorstellen, was das im Ausland bedeutet: Viele ausl\u00e4ndische Investoren schauen nat\u00fcrlich jetzt auf Deutschland und sagen, wenn die deutschen Unternehmen so viel in Deutschland investieren, dann werden wir uns auch mal genau \u00fcberlegen, ob wir nicht dabei sein wollen. Von daher sehen wir auch ausl\u00e4ndische Kapitalgeber, die jetzt auf den Markt kommen.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Siemens ist ein international t\u00e4tiger Konzern. Was h\u00f6ren Sie im Moment, bevor diese Initiative jetzt an Fahrt aufnimmt?<\/p>\n<p><b>Busch: <\/b>Der erste Punkt, den ich immer wieder h\u00f6re, ist: Wir haben einen unglaublich hohen Respekt, was deutsche Firmen anbelangt, also nicht nur die Gro\u00dfen, sondern auch der Mittelstand, diese Hidden Champions, die Technologien haben, die Sie woanders nicht finden. Der Respekt gilt auch unseren \u00d6kosystemen um Chemie, Pharmazie, Medizin-, Automobiltechnik. Das zweite, was ich immer wieder h\u00f6re, ist, dass wir zu langsam sind, dass wir zu viel regulieren, dass Entscheidungsprozesse zu langsam sind, auch das Thema Digitalisierung ist ein gro\u00dfes. Also man erkennt schon die L\u00fccken, die es zu f\u00fcllen gilt, um dieses Potenzial, was wir in Deutschland haben, zu f\u00fcllen. <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Klug investieren ist ein Stichwort der Initiative. Was hei\u00dft denn klug investieren f\u00fcr Sie, Herr Sewing?<\/p>\n<p><b>Sewing: <\/b>Naja, wir haben ja insgesamt Leuchtturmprojekte identifiziert, ich glaube \u00fcber 70. Das hei\u00dft, die Unternehmen, die dabei sind, sagen ja schon, wo sie genau investieren. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> D\u00fcrfen Sie welche nennen? <\/p>\n<p><b>Sewing:<\/b> Wir haben es zum Teil \u00f6ffentlich gemacht, das m\u00f6chte ich allerdings den Unternehmen \u00fcberlassen. Aber es geht um Ausbildungsst\u00e4tten, es geht um Investitionen in Energie, es geht um Investitionen in Technologie, es geht auf der Bankenseite darum, wie wir die Verteidigung mitfinanzieren. Also ein unglaublich breiter Antritt. Dann haben wir Themenfelder identifiziert, die sehr, sehr nah und sehr, sehr eng mit dem Koalitionsvertrag zu lesen sind. Da geht es um Digitalisierung, um privaten Kapitalmarkt, Kapitalmarktunion, da geht es um Arbeitsmarktreformen, da geht es um Deregulierung. All diese Themen versuchen wir zu bespielen, um sozusagen Rat zu geben und auch Vorschl\u00e4ge zu geben, wie wir dieses Land schneller wieder in Wachstum und Wettbewerbsf\u00e4higkeit bekommen. Das Feedback auf Deutschland ist eigentlich ganz leicht: mikro sehr gut, makro nicht so gut. Mikro bedeutet, die Unternehmen sind weiterhin top, nicht nur Siemens, sondern auch die Familienunternehmen sind Top-Unternehmen, aber wir m\u00fcssen was am Makroumfeld tun. Genau das startet jetzt die Bundesregierung, wenn wir das mit der Investitionsoffensive verkn\u00fcpfen, haben wir eine Chance, echt zu wachsen.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Apropos Bundesregierung: F\u00f6rdern und fordern wollen sie mit dieser Initiative. Wie wollen Sie Kanzler Merz f\u00f6rdern und wie wollen Sie ihn fordern?<\/p>\n<p><b>Busch: <\/b>Wir m\u00fcssen gemeinsam an einem Strang ziehen, um das zu erreichen. Das hei\u00dft: Wir als Unternehmen m\u00fcssen unseren Beitrag leisten und die Regierung nat\u00fcrlich auch. Wir mischen uns nicht in deren Aufgaben ein \u2013 und umgekehrt. Entscheidend ist aber, dass es neben dem Kapital, was wir mobilisieren wollen, auch  strukturelle Reformen braucht \u2013 keine neue Erkenntnis. Wir als Made-for-Germany-Initiative haben neun Aktionsfelder definiert, die im \u00fcbrigen deckungsgleich sind mit den Aufgaben, die die Regierung in ihrem Koalitionsvertrag niedergeschrieben hat. Es geht also jetzt weniger um die Erkenntnis, dass wir Themen haben, die wir ver\u00e4ndern m\u00fcssen, sondern um das Umsetzen \u2013 und zwar das schnelle Umsetzen. Man muss es mutig tun. Ich glaube, die Regierung wird nicht immer Beifall von allen bekommen daf\u00fcr. Aber es gibt einige Themen, die wir ver\u00e4ndern m\u00fcssen \u2013 und zwar sehr, sehr schnell, damit wir wirklich in den Wachstumsmodus kommen.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Welche Themen sind es?<\/p>\n<p><b>Sewing:<\/b> Drei Themenfelder werden immer wieder von Unternehmen gebracht, insbesondere von Familienunternehmen, Mittelstandsunternehmen, nicht nur von den Gro\u00dfunternehmen: Energiepreise, Arbeitsmarktreform, weniger Regulierung und weniger B\u00fcrokratie. Wenn wir bei diesen Themen Fortschritte machen, dann werden wir schnell auch eine \u00c4nderung des Sentiments sehen, was f\u00fcr eine Wirtschaft wahnsinnig wichtig ist. Dass die Leute sehen: Wir beantragen etwas und wir bekommen die Genehmigung. Dass es schnell geht. Ich glaube, das sind die drei Punkte, die immer im Vordergrund stehen. <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Und mittelfristig?<\/p>\n<p><b>Sewing: <\/b>Wenn wir auf Dauer Wachstum generieren wollen, m\u00fcssen wir viel mehr finanzieren als das, was jetzt im Fiskalpaket drin ist. Daf\u00fcr braucht man den privaten Kapitalmarkt, und deswegen ist eine Rentenreform so wichtig. Das ist sicherlich was, worauf wir immer wieder hinweisen werden. Eine Rentenreform ist nicht nur f\u00fcr die Absicherung der Renten wichtig, sondern auch um die Investitionen in das langfristige Wachstum zu sichern.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Rentenreform ist ein Stichwort, Arbeitskr\u00e4ftemangel ist ein anderes Stichwort. Wo holen wir die her?<\/p>\n<p><b>Busch: <\/b>Ein<b> <\/b>Riesenthema. Ich glaube, das Erste ist nat\u00fcrlich, das Potenzial zu realisieren, das wir in Deutschland schon haben. Also: weniger Teilzeitarbeit, all das zu tun, wo man ermutigen kann, wirklich in Vollzeitarbeit zu gehen, Menschen, die in Deutschland leben, wirklich in die Arbeit zu bringen, durch Aus- und Weiterbildung, aber auch durch Genehmigung, was deren Qualifikation anbelangt. Wir brauchen Top-Talente. Wir m\u00fcssen mehr und mehr gute Leute in unser Land holen, die einen Beitrag leisten. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, daran zu arbeiten, das ist ein Thema. Und der Punkt Talente: Es geht auch um Schulen, Universit\u00e4ten, da wieder  zu investieren, etwa in den baulichen R\u00fcckstau. Der Zeitpunkt ist hervorragend: Es gibt viele Talente, die aus anderen L\u00e4ndern jetzt gerne nach Deutschland kommen w\u00fcrden \u2013 und zwar schnell.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Warum hat es diese Initiative nicht gegeben unter der vorherigen Regierung? Warum sind Sie nicht auf den Kanzler Scholz mit so einer Idee zugegangen?<\/p>\n<p><b>Busch:<\/b> Zun\u00e4chst mal muss man sagen: Die Zeiten haben sich ver\u00e4ndert. Wenn Sie jetzt sehen, was momentan in den USA passiert, diese Zollverhandlungen machen zus\u00e4tzlichen Druck. Wir haben nat\u00fcrlich auch gesprochen, die Konstellation ist eine neue. Das hei\u00dft, es geht hier mehr darum, nach vorne zu gucken: Was kann die neue Regierung jetzt tun? Man muss sich nat\u00fcrlich in der Regierung bei ein paar Themen einigen. Das sollte darauf ausgerichtet sein, wie man jetzt dieses Kapital m\u00f6glichst schnell produktiv schaltet. Letzter Punkt: Es geht vielleicht auch darum, weniger zu regulieren, daran zu glauben, dass die Firmen die richtigen Dinge tun, wir sie nicht gegenregulieren \u2013 sondern ma\u00dfvoll, um in einen schnelleren Entscheidungsmodus zu kommen.<\/p>\n<p><b>Sewing: <\/b>Ich glaube, Roland Busch hat recht, dass die Konstellation eine andere ist. Die \u00c4nderungen machen sich in Europa langsam bemerkbar. Wir haben eine neue Kommission, die auch Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Wachstum in den Mittelpunkt gestellt hat. Das hat nat\u00fcrlich Strahleffekte. Die schnellen, initialen Schritte der Bundesregierung, gleich nach der Wahl mit dem Fiskalpaket zu kommen, Reformen anzuk\u00fcndigen, haben dazu gef\u00fchrt, dass auch bei uns sich ein Momentum entwickelt hat. Von daher ist es jetzt ein g\u00fcnstiger Moment. Auch die geopolitischen Verwerfungen und Entscheidungen in anderen L\u00e4ndern der Welt f\u00fchren dazu, dass ausl\u00e4ndische Investoren auf uns zukommen. All das ist eine enorme Chance f\u00fcr uns. Ich glaube, da wollen Wirtschaft und Politik zusammen daran arbeiten \u2013 und es ist gut f\u00fcr die Gesellschaft.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Wie schnell, glauben Sie, sind wir mit dem Wachstum wieder in einem anderen Bereich als jetzt gerade?<\/p>\n<p><b>Sewing: <\/b>Erstmal sind die Zahlen f\u00fcr 2025 leicht besser, als wir es alle gedacht haben. Das hei\u00dft, man merkt schon ein Sentiment. Wenn es nicht zu deutlich negativen \u00dcberraschungen bei den Zollverhandlungen kommt, haben wir eine Chance, deutlich \u00fcber ein Prozent im Jahr 2026 zu wachsen. Mit diesen Initiativen und dem R\u00fcckenwind, den wir damit hoffentlich bauen, kann es Deutschland wieder schaffen, \u00fcber zwei Prozent zu wachsen. Das k\u00f6nnten wir 2027 schaffen.<\/p>\n<p><b>Busch: <\/b>Ich bin bei ihm, er kennt die Zahlen makro\u00f6konomisch, es h\u00e4ngt nat\u00fcrlich auch von anderen M\u00e4rkten ab und von den Zollverhandlungen. Wir werden h\u00f6here Z\u00f6lle sehen, das ist so, wie es ist. Aber es geht darum, dann eine Basis zu haben, auf der man entscheiden kann. Es geht darum, das Exportland Deutschland wie die anderen gro\u00dfen M\u00e4rkte USA und China mit nach oben zu ziehen. Aber ich bin bei den Zahlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Initiative will den Standort Deutschland wieder in Schwung bringen: Bei \u201eMade for Germany\u201c haben sich 61 Unternehmen \u2013 darunter auch der Axel-Springer-Konzern, zu dem \u201eBild\u201c, WELT, \u201eBusiness Insider\u201c und \u201ePolitico\u201c geh\u00f6ren \u2013\u00a0zusammengeschlossen und wollen Milliarden investieren. 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Und das Paket, das da zusammengekommen ist, das ist beachtlich: Wir reden \u00fcber 631 Milliarden Euro bis 2028, eine Zusage von 61 Firmen, Start-ups, Mittelst\u00e4ndler, gro\u00dfe Firmen, Finanzinstitutionen. Und damit wollen wir nat\u00fcrlich gemeinsam zeigen, dass wir an den Standort Deutschland glauben und die Kr\u00e4fte, die auch in der Wirtschaft stecken.WELT: Herr Sewing, wer verteilt diese Gelder? Also gibt es jemanden, der sozusagen die Hand auf allem hat oder ist es eher so, dass jedes Unternehmen f\u00fcr sich etwas macht und macht dann Meldung?Christian Sewing: Nein, gl\u00fccklicherweise ist es so, dass jedes Unternehmen nat\u00fcrlich f\u00fcr sich seine Investitionen sich \u00fcberlegt, plant, entscheidet und dann auch einsetzt. Von daher ist da keine zentrale Handhabe. Es ist beachtlich, wie Roland Busch es gerade gesagt hat, dass in k\u00fcrzester Zeit \u2013 wir reden mal gerade \u00fcber zwei, zweieinhalb Monate, seitdem die Initiative sozusagen ins Laufen gekommen ist \u2013 die Privatwirtschaft gesagt hat: Jawohl, wir glauben an den Standort Deutschland, wir wissen, dass wir investieren m\u00fcssen. Wir haben meines Erachtens einen soliden Start der Bundesregierung gehabt mit dem Fiskalpaket, mit der Reformbereitschaft. Auf einmal bewegt sich hier was, dass man sagt: Wir glauben an den Standort Deutschland, wir wollen ihn st\u00e4rken und deswegen investieren wir. Und so sind die 631 Milliarden zusammen gekommen, und ich bin davon \u00fcberzeugt, dass es nicht dabei bleibt, denn es kommen immer mehr Unternehmen dazu, es ist ja eine offene Initiative. WELT: Welche Wirkung erhoffen sie sich?Sewing: Ich glaube, man kann sich gar nicht vorstellen, was das im Ausland bedeutet: Viele ausl\u00e4ndische Investoren schauen nat\u00fcrlich jetzt auf Deutschland und sagen, wenn die deutschen Unternehmen so viel in Deutschland investieren, dann werden wir uns auch mal genau \u00fcberlegen, ob wir nicht dabei sein wollen. Von daher sehen wir auch ausl\u00e4ndische Kapitalgeber, die jetzt auf den Markt kommen.WELT: Siemens ist ein international t\u00e4tiger Konzern. Was h\u00f6ren Sie im Moment, bevor diese Initiative jetzt an Fahrt aufnimmt?Busch: Der erste Punkt, den ich immer wieder h\u00f6re, ist: Wir haben einen unglaublich hohen Respekt, was deutsche Firmen anbelangt, also nicht nur die Gro\u00dfen, sondern auch der Mittelstand, diese Hidden Champions, die Technologien haben, die Sie woanders nicht finden. Der Respekt gilt auch unseren \u00d6kosystemen um Chemie, Pharmazie, Medizin-, Automobiltechnik. Das zweite, was ich immer wieder h\u00f6re, ist, dass wir zu langsam sind, dass wir zu viel regulieren, dass Entscheidungsprozesse zu langsam sind, auch das Thema Digitalisierung ist ein gro\u00dfes. Also man erkennt schon die L\u00fccken, die es zu f\u00fcllen gilt, um dieses Potenzial, was wir in Deutschland haben, zu f\u00fcllen. WELT: Klug investieren ist ein Stichwort der Initiative. Was hei\u00dft denn klug investieren f\u00fcr Sie, Herr Sewing?Sewing: Naja, wir haben ja insgesamt Leuchtturmprojekte identifiziert, ich glaube \u00fcber 70. Das hei\u00dft, die Unternehmen, die dabei sind, sagen ja schon, wo sie genau investieren. WELT: D\u00fcrfen Sie welche nennen? Sewing: Wir haben es zum Teil \u00f6ffentlich gemacht, das m\u00f6chte ich allerdings den Unternehmen \u00fcberlassen. Aber es geht um Ausbildungsst\u00e4tten, es geht um Investitionen in Energie, es geht um Investitionen in Technologie, es geht auf der Bankenseite darum, wie wir die Verteidigung mitfinanzieren. Also ein unglaublich breiter Antritt. Dann haben wir Themenfelder identifiziert, die sehr, sehr nah und sehr, sehr eng mit dem Koalitionsvertrag zu lesen sind. Da geht es um Digitalisierung, um privaten Kapitalmarkt, Kapitalmarktunion, da geht es um Arbeitsmarktreformen, da geht es um Deregulierung. All diese Themen versuchen wir zu bespielen, um sozusagen Rat zu geben und auch Vorschl\u00e4ge zu geben, wie wir dieses Land schneller wieder in Wachstum und Wettbewerbsf\u00e4higkeit bekommen. Das Feedback auf Deutschland ist eigentlich ganz leicht: mikro sehr gut, makro nicht so gut. Mikro bedeutet, die Unternehmen sind weiterhin top, nicht nur Siemens, sondern auch die Familienunternehmen sind Top-Unternehmen, aber wir m\u00fcssen was am Makroumfeld tun. Genau das startet jetzt die Bundesregierung, wenn wir das mit der Investitionsoffensive verkn\u00fcpfen, haben wir eine Chance, echt zu wachsen.WELT: Apropos Bundesregierung: F\u00f6rdern und fordern wollen sie mit dieser Initiative. Wie wollen Sie Kanzler Merz f\u00f6rdern und wie wollen Sie ihn fordern?Busch: Wir m\u00fcssen gemeinsam an einem Strang ziehen, um das zu erreichen. Das hei\u00dft: Wir als Unternehmen m\u00fcssen unseren Beitrag leisten und die Regierung nat\u00fcrlich auch. Wir mischen uns nicht in deren Aufgaben ein \u2013 und umgekehrt. Entscheidend ist aber, dass es neben dem Kapital, was wir mobilisieren wollen, auch strukturelle Reformen braucht \u2013 keine neue Erkenntnis. Wir als Made-for-Germany-Initiative haben neun Aktionsfelder definiert, die im \u00fcbrigen deckungsgleich sind mit den Aufgaben, die die Regierung in ihrem Koalitionsvertrag niedergeschrieben hat. Es geht also jetzt weniger um die Erkenntnis, dass wir Themen haben, die wir ver\u00e4ndern m\u00fcssen, sondern um das Umsetzen \u2013 und zwar das schnelle Umsetzen. Man muss es mutig tun. Ich glaube, die Regierung wird nicht immer Beifall von allen bekommen daf\u00fcr. Aber es gibt einige Themen, die wir ver\u00e4ndern m\u00fcssen \u2013 und zwar sehr, sehr schnell, damit wir wirklich in den Wachstumsmodus kommen.WELT: Welche Themen sind es?Sewing: Drei Themenfelder werden immer wieder von Unternehmen gebracht, insbesondere von Familienunternehmen, Mittelstandsunternehmen, nicht nur von den Gro\u00dfunternehmen: Energiepreise, Arbeitsmarktreform, weniger Regulierung und weniger B\u00fcrokratie. Wenn wir bei diesen Themen Fortschritte machen, dann werden wir schnell auch eine \u00c4nderung des Sentiments sehen, was f\u00fcr eine Wirtschaft wahnsinnig wichtig ist. Dass die Leute sehen: Wir beantragen etwas und wir bekommen die Genehmigung. Dass es schnell geht. Ich glaube, das sind die drei Punkte, die immer im Vordergrund stehen. WELT: Und mittelfristig?Sewing: Wenn wir auf Dauer Wachstum generieren wollen, m\u00fcssen wir viel mehr finanzieren als das, was jetzt im Fiskalpaket drin ist. Daf\u00fcr braucht man den privaten Kapitalmarkt, und deswegen ist eine Rentenreform so wichtig. Das ist sicherlich was, worauf wir immer wieder hinweisen werden. Eine Rentenreform ist nicht nur f\u00fcr die Absicherung der Renten wichtig, sondern auch um die Investitionen in das langfristige Wachstum zu sichern.WELT: Rentenreform ist ein Stichwort, Arbeitskr\u00e4ftemangel ist ein anderes Stichwort. Wo holen wir die her?Busch: Ein Riesenthema. Ich glaube, das Erste ist nat\u00fcrlich, das Potenzial zu realisieren, das wir in Deutschland schon haben. Also: weniger Teilzeitarbeit, all das zu tun, wo man ermutigen kann, wirklich in Vollzeitarbeit zu gehen, Menschen, die in Deutschland leben, wirklich in die Arbeit zu bringen, durch Aus- und Weiterbildung, aber auch durch Genehmigung, was deren Qualifikation anbelangt. Wir brauchen Top-Talente. Wir m\u00fcssen mehr und mehr gute Leute in unser Land holen, die einen Beitrag leisten. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, daran zu arbeiten, das ist ein Thema. Und der Punkt Talente: Es geht auch um Schulen, Universit\u00e4ten, da wieder zu investieren, etwa in den baulichen R\u00fcckstau. Der Zeitpunkt ist hervorragend: Es gibt viele Talente, die aus anderen L\u00e4ndern jetzt gerne nach Deutschland kommen w\u00fcrden \u2013 und zwar schnell.WELT: Warum hat es diese Initiative nicht gegeben unter der vorherigen Regierung? Warum sind Sie nicht auf den Kanzler Scholz mit so einer Idee zugegangen?Busch: Zun\u00e4chst mal muss man sagen: Die Zeiten haben sich ver\u00e4ndert. Wenn Sie jetzt sehen, was momentan in den USA passiert, diese Zollverhandlungen machen zus\u00e4tzlichen Druck. Wir haben nat\u00fcrlich auch gesprochen, die Konstellation ist eine neue. Das hei\u00dft, es geht hier mehr darum, nach vorne zu gucken: Was kann die neue Regierung jetzt tun? Man muss sich nat\u00fcrlich in der Regierung bei ein paar Themen einigen. Das sollte darauf ausgerichtet sein, wie man jetzt dieses Kapital m\u00f6glichst schnell produktiv schaltet. Letzter Punkt: Es geht vielleicht auch darum, weniger zu regulieren, daran zu glauben, dass die Firmen die richtigen Dinge tun, wir sie nicht gegenregulieren \u2013 sondern ma\u00dfvoll, um in einen schnelleren Entscheidungsmodus zu kommen.Sewing: Ich glaube, Roland Busch hat recht, dass die Konstellation eine andere ist. Die \u00c4nderungen machen sich in Europa langsam bemerkbar. Wir haben eine neue Kommission, die auch Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Wachstum in den Mittelpunkt gestellt hat. Das hat nat\u00fcrlich Strahleffekte. Die schnellen, initialen Schritte der Bundesregierung, gleich nach der Wahl mit dem Fiskalpaket zu kommen, Reformen anzuk\u00fcndigen, haben dazu gef\u00fchrt, dass auch bei uns sich ein Momentum entwickelt hat. Von daher ist es jetzt ein g\u00fcnstiger Moment. Auch die geopolitischen Verwerfungen und Entscheidungen in anderen L\u00e4ndern der Welt f\u00fchren dazu, dass ausl\u00e4ndische Investoren auf uns zukommen. All das ist eine enorme Chance f\u00fcr uns. Ich glaube, da wollen Wirtschaft und Politik zusammen daran arbeiten \u2013 und es ist gut f\u00fcr die Gesellschaft.WELT: Wie schnell, glauben Sie, sind wir mit dem Wachstum wieder in einem anderen Bereich als jetzt gerade?Sewing: Erstmal sind die Zahlen f\u00fcr 2025 leicht besser, als wir es alle gedacht haben. Das hei\u00dft, man merkt schon ein Sentiment. Wenn es nicht zu deutlich negativen \u00dcberraschungen bei den Zollverhandlungen kommt, haben wir eine Chance, deutlich \u00fcber ein Prozent im Jahr 2026 zu wachsen. Mit diesen Initiativen und dem R\u00fcckenwind, den wir damit hoffentlich bauen, kann es Deutschland wieder schaffen, \u00fcber zwei Prozent zu wachsen. Das k\u00f6nnten wir 2027 schaffen.Busch: Ich bin bei ihm, er kennt die Zahlen makro\u00f6konomisch, es h\u00e4ngt nat\u00fcrlich auch von anderen M\u00e4rkten ab und von den Zollverhandlungen. Wir werden h\u00f6here Z\u00f6lle sehen, das ist so, wie es ist. Aber es geht darum, dann eine Basis zu haben, auf der man entscheiden kann. Es geht darum, das Exportland Deutschland wie die anderen gro\u00dfen M\u00e4rkte USA und China mit nach oben zu ziehen. 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Im WELT-Interview erkl\u00e4ren Siemens-Chef Roland Busch und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, welche Erwartungen die Unternehmen im Gegenzug f\u00fcr ihre Investitionen an die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) haben. WELT: Made for Germany, Herr Busch, was steckt dahinter, wer steckt dahinter, was soll es bringen?Roland Busch: Was wollen wir erreichen? Wir wollen Deutschland wieder in den Wachstumsmodus bekommen. Wir m\u00fcssen unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit steigern, und wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich das Thema Technologie und Innovation wieder in den Vordergrund stellen, wir m\u00fcssen schneller innovieren. Das ist der Hauptgedanke. Dazu haben sich 61 Firmen zusammengefunden und wir haben dar\u00fcber gesprochen: Was k\u00f6nnen wir tun? Wie k\u00f6nnen wir eine neue Art der Zusammenarbeit mit der Politik, mit der Regierung gestalten, und wie k\u00f6nnen wir das Ganze lostreten mit einer Investitionszusage von den Firmen? Und das Paket, das da zusammengekommen ist, das ist beachtlich: Wir reden \u00fcber 631 Milliarden Euro bis 2028, eine Zusage von 61 Firmen, Start-ups, Mittelst\u00e4ndler, gro\u00dfe Firmen, Finanzinstitutionen. Und damit wollen wir nat\u00fcrlich gemeinsam zeigen, dass wir an den Standort Deutschland glauben und die Kr\u00e4fte, die auch in der Wirtschaft stecken.WELT: Herr Sewing, wer verteilt diese Gelder? Also gibt es jemanden, der sozusagen die Hand auf allem hat oder ist es eher so, dass jedes Unternehmen f\u00fcr sich etwas macht und macht dann Meldung?Christian Sewing: Nein, gl\u00fccklicherweise ist es so, dass jedes Unternehmen nat\u00fcrlich f\u00fcr sich seine Investitionen sich \u00fcberlegt, plant, entscheidet und dann auch einsetzt. Von daher ist da keine zentrale Handhabe. Es ist beachtlich, wie Roland Busch es gerade gesagt hat, dass in k\u00fcrzester Zeit \u2013 wir reden mal gerade \u00fcber zwei, zweieinhalb Monate, seitdem die Initiative sozusagen ins Laufen gekommen ist \u2013 die Privatwirtschaft gesagt hat: Jawohl, wir glauben an den Standort Deutschland, wir wissen, dass wir investieren m\u00fcssen. Wir haben meines Erachtens einen soliden Start der Bundesregierung gehabt mit dem Fiskalpaket, mit der Reformbereitschaft. Auf einmal bewegt sich hier was, dass man sagt: Wir glauben an den Standort Deutschland, wir wollen ihn st\u00e4rken und deswegen investieren wir. Und so sind die 631 Milliarden zusammen gekommen, und ich bin davon \u00fcberzeugt, dass es nicht dabei bleibt, denn es kommen immer mehr Unternehmen dazu, es ist ja eine offene Initiative. WELT: Welche Wirkung erhoffen sie sich?Sewing: Ich glaube, man kann sich gar nicht vorstellen, was das im Ausland bedeutet: Viele ausl\u00e4ndische Investoren schauen nat\u00fcrlich jetzt auf Deutschland und sagen, wenn die deutschen Unternehmen so viel in Deutschland investieren, dann werden wir uns auch mal genau \u00fcberlegen, ob wir nicht dabei sein wollen. Von daher sehen wir auch ausl\u00e4ndische Kapitalgeber, die jetzt auf den Markt kommen.WELT: Siemens ist ein international t\u00e4tiger Konzern. Was h\u00f6ren Sie im Moment, bevor diese Initiative jetzt an Fahrt aufnimmt?Busch: Der erste Punkt, den ich immer wieder h\u00f6re, ist: Wir haben einen unglaublich hohen Respekt, was deutsche Firmen anbelangt, also nicht nur die Gro\u00dfen, sondern auch der Mittelstand, diese Hidden Champions, die Technologien haben, die Sie woanders nicht finden. Der Respekt gilt auch unseren \u00d6kosystemen um Chemie, Pharmazie, Medizin-, Automobiltechnik. 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Wie wollen Sie Kanzler Merz f\u00f6rdern und wie wollen Sie ihn fordern?Busch: Wir m\u00fcssen gemeinsam an einem Strang ziehen, um das zu erreichen. Das hei\u00dft: Wir als Unternehmen m\u00fcssen unseren Beitrag leisten und die Regierung nat\u00fcrlich auch. Wir mischen uns nicht in deren Aufgaben ein \u2013 und umgekehrt. Entscheidend ist aber, dass es neben dem Kapital, was wir mobilisieren wollen, auch strukturelle Reformen braucht \u2013 keine neue Erkenntnis. Wir als Made-for-Germany-Initiative haben neun Aktionsfelder definiert, die im \u00fcbrigen deckungsgleich sind mit den Aufgaben, die die Regierung in ihrem Koalitionsvertrag niedergeschrieben hat. Es geht also jetzt weniger um die Erkenntnis, dass wir Themen haben, die wir ver\u00e4ndern m\u00fcssen, sondern um das Umsetzen \u2013 und zwar das schnelle Umsetzen. Man muss es mutig tun. Ich glaube, die Regierung wird nicht immer Beifall von allen bekommen daf\u00fcr. Aber es gibt einige Themen, die wir ver\u00e4ndern m\u00fcssen \u2013 und zwar sehr, sehr schnell, damit wir wirklich in den Wachstumsmodus kommen.WELT: Welche Themen sind es?Sewing: Drei Themenfelder werden immer wieder von Unternehmen gebracht, insbesondere von Familienunternehmen, Mittelstandsunternehmen, nicht nur von den Gro\u00dfunternehmen: Energiepreise, Arbeitsmarktreform, weniger Regulierung und weniger B\u00fcrokratie. Wenn wir bei diesen Themen Fortschritte machen, dann werden wir schnell auch eine \u00c4nderung des Sentiments sehen, was f\u00fcr eine Wirtschaft wahnsinnig wichtig ist. Dass die Leute sehen: Wir beantragen etwas und wir bekommen die Genehmigung. Dass es schnell geht. Ich glaube, das sind die drei Punkte, die immer im Vordergrund stehen. WELT: Und mittelfristig?Sewing: Wenn wir auf Dauer Wachstum generieren wollen, m\u00fcssen wir viel mehr finanzieren als das, was jetzt im Fiskalpaket drin ist. Daf\u00fcr braucht man den privaten Kapitalmarkt, und deswegen ist eine Rentenreform so wichtig. Das ist sicherlich was, worauf wir immer wieder hinweisen werden. Eine Rentenreform ist nicht nur f\u00fcr die Absicherung der Renten wichtig, sondern auch um die Investitionen in das langfristige Wachstum zu sichern.WELT: Rentenreform ist ein Stichwort, Arbeitskr\u00e4ftemangel ist ein anderes Stichwort. Wo holen wir die her?Busch: Ein Riesenthema. Ich glaube, das Erste ist nat\u00fcrlich, das Potenzial zu realisieren, das wir in Deutschland schon haben. Also: weniger Teilzeitarbeit, all das zu tun, wo man ermutigen kann, wirklich in Vollzeitarbeit zu gehen, Menschen, die in Deutschland leben, wirklich in die Arbeit zu bringen, durch Aus- und Weiterbildung, aber auch durch Genehmigung, was deren Qualifikation anbelangt. Wir brauchen Top-Talente. Wir m\u00fcssen mehr und mehr gute Leute in unser Land holen, die einen Beitrag leisten. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, daran zu arbeiten, das ist ein Thema. Und der Punkt Talente: Es geht auch um Schulen, Universit\u00e4ten, da wieder zu investieren, etwa in den baulichen R\u00fcckstau. Der Zeitpunkt ist hervorragend: Es gibt viele Talente, die aus anderen L\u00e4ndern jetzt gerne nach Deutschland kommen w\u00fcrden \u2013 und zwar schnell.WELT: Warum hat es diese Initiative nicht gegeben unter der vorherigen Regierung? Warum sind Sie nicht auf den Kanzler Scholz mit so einer Idee zugegangen?Busch: Zun\u00e4chst mal muss man sagen: Die Zeiten haben sich ver\u00e4ndert. Wenn Sie jetzt sehen, was momentan in den USA passiert, diese Zollverhandlungen machen zus\u00e4tzlichen Druck. Wir haben nat\u00fcrlich auch gesprochen, die Konstellation ist eine neue. Das hei\u00dft, es geht hier mehr darum, nach vorne zu gucken: Was kann die neue Regierung jetzt tun? Man muss sich nat\u00fcrlich in der Regierung bei ein paar Themen einigen. Das sollte darauf ausgerichtet sein, wie man jetzt dieses Kapital m\u00f6glichst schnell produktiv schaltet. Letzter Punkt: Es geht vielleicht auch darum, weniger zu regulieren, daran zu glauben, dass die Firmen die richtigen Dinge tun, wir sie nicht gegenregulieren \u2013 sondern ma\u00dfvoll, um in einen schnelleren Entscheidungsmodus zu kommen.Sewing: Ich glaube, Roland Busch hat recht, dass die Konstellation eine andere ist. Die \u00c4nderungen machen sich in Europa langsam bemerkbar. Wir haben eine neue Kommission, die auch Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Wachstum in den Mittelpunkt gestellt hat. Das hat nat\u00fcrlich Strahleffekte. Die schnellen, initialen Schritte der Bundesregierung, gleich nach der Wahl mit dem Fiskalpaket zu kommen, Reformen anzuk\u00fcndigen, haben dazu gef\u00fchrt, dass auch bei uns sich ein Momentum entwickelt hat. Von daher ist es jetzt ein g\u00fcnstiger Moment. 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Das k\u00f6nnten wir 2027 schaffen.Busch: Ich bin bei ihm, er kennt die Zahlen makro\u00f6konomisch, es h\u00e4ngt nat\u00fcrlich auch von anderen M\u00e4rkten ab und von den Zollverhandlungen. Wir werden h\u00f6here Z\u00f6lle sehen, das ist so, wie es ist. Aber es geht darum, dann eine Basis zu haben, auf der man entscheiden kann. Es geht darum, das Exportland Deutschland wie die anderen gro\u00dfen M\u00e4rkte USA und China mit nach oben zu ziehen. 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Im WELT-Interview erkl\u00e4ren Siemens-Chef Roland Busch und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, welche Erwartungen die Unternehmen im Gegenzug f\u00fcr ihre Investitionen an die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) haben. WELT: Made for Germany, Herr Busch, was steckt dahinter, wer steckt dahinter, was soll es bringen?Roland Busch: Was wollen wir erreichen? Wir wollen Deutschland wieder in den Wachstumsmodus bekommen. Wir m\u00fcssen unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit steigern, und wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich das Thema Technologie und Innovation wieder in den Vordergrund stellen, wir m\u00fcssen schneller innovieren. Das ist der Hauptgedanke. Dazu haben sich 61 Firmen zusammengefunden und wir haben dar\u00fcber gesprochen: Was k\u00f6nnen wir tun? Wie k\u00f6nnen wir eine neue Art der Zusammenarbeit mit der Politik, mit der Regierung gestalten, und wie k\u00f6nnen wir das Ganze lostreten mit einer Investitionszusage von den Firmen? Und das Paket, das da zusammengekommen ist, das ist beachtlich: Wir reden \u00fcber 631 Milliarden Euro bis 2028, eine Zusage von 61 Firmen, Start-ups, Mittelst\u00e4ndler, gro\u00dfe Firmen, Finanzinstitutionen. Und damit wollen wir nat\u00fcrlich gemeinsam zeigen, dass wir an den Standort Deutschland glauben und die Kr\u00e4fte, die auch in der Wirtschaft stecken.WELT: Herr Sewing, wer verteilt diese Gelder? Also gibt es jemanden, der sozusagen die Hand auf allem hat oder ist es eher so, dass jedes Unternehmen f\u00fcr sich etwas macht und macht dann Meldung?Christian Sewing: Nein, gl\u00fccklicherweise ist es so, dass jedes Unternehmen nat\u00fcrlich f\u00fcr sich seine Investitionen sich \u00fcberlegt, plant, entscheidet und dann auch einsetzt. Von daher ist da keine zentrale Handhabe. 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Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, daran zu arbeiten, das ist ein Thema. Und der Punkt Talente: Es geht auch um Schulen, Universit\u00e4ten, da wieder zu investieren, etwa in den baulichen R\u00fcckstau. Der Zeitpunkt ist hervorragend: Es gibt viele Talente, die aus anderen L\u00e4ndern jetzt gerne nach Deutschland kommen w\u00fcrden \u2013 und zwar schnell.WELT: Warum hat es diese Initiative nicht gegeben unter der vorherigen Regierung? Warum sind Sie nicht auf den Kanzler Scholz mit so einer Idee zugegangen?Busch: Zun\u00e4chst mal muss man sagen: Die Zeiten haben sich ver\u00e4ndert. Wenn Sie jetzt sehen, was momentan in den USA passiert, diese Zollverhandlungen machen zus\u00e4tzlichen Druck. Wir haben nat\u00fcrlich auch gesprochen, die Konstellation ist eine neue. Das hei\u00dft, es geht hier mehr darum, nach vorne zu gucken: Was kann die neue Regierung jetzt tun? Man muss sich nat\u00fcrlich in der Regierung bei ein paar Themen einigen. 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Im WELT-Interview erkl\u00e4ren Siemens-Chef Roland Busch und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, welche Erwartungen die Unternehmen im Gegenzug f\u00fcr ihre Investitionen an die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) haben. WELT: Made for Germany, Herr Busch, was steckt dahinter, wer steckt dahinter, was soll es bringen?Roland Busch: Was wollen wir erreichen? Wir wollen Deutschland wieder in den Wachstumsmodus bekommen. Wir m\u00fcssen unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit steigern, und wir m\u00fcssen nat\u00fcrlich das Thema Technologie und Innovation wieder in den Vordergrund stellen, wir m\u00fcssen schneller innovieren. Das ist der Hauptgedanke. Dazu haben sich 61 Firmen zusammengefunden und wir haben dar\u00fcber gesprochen: Was k\u00f6nnen wir tun? Wie k\u00f6nnen wir eine neue Art der Zusammenarbeit mit der Politik, mit der Regierung gestalten, und wie k\u00f6nnen wir das Ganze lostreten mit einer Investitionszusage von den Firmen? Und das Paket, das da zusammengekommen ist, das ist beachtlich: Wir reden \u00fcber 631 Milliarden Euro bis 2028, eine Zusage von 61 Firmen, Start-ups, Mittelst\u00e4ndler, gro\u00dfe Firmen, Finanzinstitutionen. Und damit wollen wir nat\u00fcrlich gemeinsam zeigen, dass wir an den Standort Deutschland glauben und die Kr\u00e4fte, die auch in der Wirtschaft stecken.WELT: Herr Sewing, wer verteilt diese Gelder? Also gibt es jemanden, der sozusagen die Hand auf allem hat oder ist es eher so, dass jedes Unternehmen f\u00fcr sich etwas macht und macht dann Meldung?Christian Sewing: Nein, gl\u00fccklicherweise ist es so, dass jedes Unternehmen nat\u00fcrlich f\u00fcr sich seine Investitionen sich \u00fcberlegt, plant, entscheidet und dann auch einsetzt. Von daher ist da keine zentrale Handhabe. Es ist beachtlich, wie Roland Busch es gerade gesagt hat, dass in k\u00fcrzester Zeit \u2013 wir reden mal gerade \u00fcber zwei, zweieinhalb Monate, seitdem die Initiative sozusagen ins Laufen gekommen ist \u2013 die Privatwirtschaft gesagt hat: Jawohl, wir glauben an den Standort Deutschland, wir wissen, dass wir investieren m\u00fcssen. Wir haben meines Erachtens einen soliden Start der Bundesregierung gehabt mit dem Fiskalpaket, mit der Reformbereitschaft. Auf einmal bewegt sich hier was, dass man sagt: Wir glauben an den Standort Deutschland, wir wollen ihn st\u00e4rken und deswegen investieren wir. Und so sind die 631 Milliarden zusammen gekommen, und ich bin davon \u00fcberzeugt, dass es nicht dabei bleibt, denn es kommen immer mehr Unternehmen dazu, es ist ja eine offene Initiative. WELT: Welche Wirkung erhoffen sie sich?Sewing: Ich glaube, man kann sich gar nicht vorstellen, was das im Ausland bedeutet: Viele ausl\u00e4ndische Investoren schauen nat\u00fcrlich jetzt auf Deutschland und sagen, wenn die deutschen Unternehmen so viel in Deutschland investieren, dann werden wir uns auch mal genau \u00fcberlegen, ob wir nicht dabei sein wollen. Von daher sehen wir auch ausl\u00e4ndische Kapitalgeber, die jetzt auf den Markt kommen.WELT: Siemens ist ein international t\u00e4tiger Konzern. Was h\u00f6ren Sie im Moment, bevor diese Initiative jetzt an Fahrt aufnimmt?Busch: Der erste Punkt, den ich immer wieder h\u00f6re, ist: Wir haben einen unglaublich hohen Respekt, was deutsche Firmen anbelangt, also nicht nur die Gro\u00dfen, sondern auch der Mittelstand, diese Hidden Champions, die Technologien haben, die Sie woanders nicht finden. Der Respekt gilt auch unseren \u00d6kosystemen um Chemie, Pharmazie, Medizin-, Automobiltechnik. Das zweite, was ich immer wieder h\u00f6re, ist, dass wir zu langsam sind, dass wir zu viel regulieren, dass Entscheidungsprozesse zu langsam sind, auch das Thema Digitalisierung ist ein gro\u00dfes. Also man erkennt schon die L\u00fccken, die es zu f\u00fcllen gilt, um dieses Potenzial, was wir in Deutschland haben, zu f\u00fcllen. WELT: Klug investieren ist ein Stichwort der Initiative. Was hei\u00dft denn klug investieren f\u00fcr Sie, Herr Sewing?Sewing: Naja, wir haben ja insgesamt Leuchtturmprojekte identifiziert, ich glaube \u00fcber 70. Das hei\u00dft, die Unternehmen, die dabei sind, sagen ja schon, wo sie genau investieren. WELT: D\u00fcrfen Sie welche nennen? Sewing: Wir haben es zum Teil \u00f6ffentlich gemacht, das m\u00f6chte ich allerdings den Unternehmen \u00fcberlassen. Aber es geht um Ausbildungsst\u00e4tten, es geht um Investitionen in Energie, es geht um Investitionen in Technologie, es geht auf der Bankenseite darum, wie wir die Verteidigung mitfinanzieren. Also ein unglaublich breiter Antritt. Dann haben wir Themenfelder identifiziert, die sehr, sehr nah und sehr, sehr eng mit dem Koalitionsvertrag zu lesen sind. Da geht es um Digitalisierung, um privaten Kapitalmarkt, Kapitalmarktunion, da geht es um Arbeitsmarktreformen, da geht es um Deregulierung. All diese Themen versuchen wir zu bespielen, um sozusagen Rat zu geben und auch Vorschl\u00e4ge zu geben, wie wir dieses Land schneller wieder in Wachstum und Wettbewerbsf\u00e4higkeit bekommen. Das Feedback auf Deutschland ist eigentlich ganz leicht: mikro sehr gut, makro nicht so gut. Mikro bedeutet, die Unternehmen sind weiterhin top, nicht nur Siemens, sondern auch die Familienunternehmen sind Top-Unternehmen, aber wir m\u00fcssen was am Makroumfeld tun. Genau das startet jetzt die Bundesregierung, wenn wir das mit der Investitionsoffensive verkn\u00fcpfen, haben wir eine Chance, echt zu wachsen.WELT: Apropos Bundesregierung: F\u00f6rdern und fordern wollen sie mit dieser Initiative. Wie wollen Sie Kanzler Merz f\u00f6rdern und wie wollen Sie ihn fordern?Busch: Wir m\u00fcssen gemeinsam an einem Strang ziehen, um das zu erreichen. Das hei\u00dft: Wir als Unternehmen m\u00fcssen unseren Beitrag leisten und die Regierung nat\u00fcrlich auch. Wir mischen uns nicht in deren Aufgaben ein \u2013 und umgekehrt. Entscheidend ist aber, dass es neben dem Kapital, was wir mobilisieren wollen, auch strukturelle Reformen braucht \u2013 keine neue Erkenntnis. Wir als Made-for-Germany-Initiative haben neun Aktionsfelder definiert, die im \u00fcbrigen deckungsgleich sind mit den Aufgaben, die die Regierung in ihrem Koalitionsvertrag niedergeschrieben hat. Es geht also jetzt weniger um die Erkenntnis, dass wir Themen haben, die wir ver\u00e4ndern m\u00fcssen, sondern um das Umsetzen \u2013 und zwar das schnelle Umsetzen. Man muss es mutig tun. Ich glaube, die Regierung wird nicht immer Beifall von allen bekommen daf\u00fcr. Aber es gibt einige Themen, die wir ver\u00e4ndern m\u00fcssen \u2013 und zwar sehr, sehr schnell, damit wir wirklich in den Wachstumsmodus kommen.WELT: Welche Themen sind es?Sewing: Drei Themenfelder werden immer wieder von Unternehmen gebracht, insbesondere von Familienunternehmen, Mittelstandsunternehmen, nicht nur von den Gro\u00dfunternehmen: Energiepreise, Arbeitsmarktreform, weniger Regulierung und weniger B\u00fcrokratie. Wenn wir bei diesen Themen Fortschritte machen, dann werden wir schnell auch eine \u00c4nderung des Sentiments sehen, was f\u00fcr eine Wirtschaft wahnsinnig wichtig ist. Dass die Leute sehen: Wir beantragen etwas und wir bekommen die Genehmigung. Dass es schnell geht. Ich glaube, das sind die drei Punkte, die immer im Vordergrund stehen. WELT: Und mittelfristig?Sewing: Wenn wir auf Dauer Wachstum generieren wollen, m\u00fcssen wir viel mehr finanzieren als das, was jetzt im Fiskalpaket drin ist. Daf\u00fcr braucht man den privaten Kapitalmarkt, und deswegen ist eine Rentenreform so wichtig. Das ist sicherlich was, worauf wir immer wieder hinweisen werden. Eine Rentenreform ist nicht nur f\u00fcr die Absicherung der Renten wichtig, sondern auch um die Investitionen in das langfristige Wachstum zu sichern.WELT: Rentenreform ist ein Stichwort, Arbeitskr\u00e4ftemangel ist ein anderes Stichwort. Wo holen wir die her?Busch: Ein Riesenthema. Ich glaube, das Erste ist nat\u00fcrlich, das Potenzial zu realisieren, das wir in Deutschland schon haben. Also: weniger Teilzeitarbeit, all das zu tun, wo man ermutigen kann, wirklich in Vollzeitarbeit zu gehen, Menschen, die in Deutschland leben, wirklich in die Arbeit zu bringen, durch Aus- und Weiterbildung, aber auch durch Genehmigung, was deren Qualifikation anbelangt. Wir brauchen Top-Talente. Wir m\u00fcssen mehr und mehr gute Leute in unser Land holen, die einen Beitrag leisten. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, daran zu arbeiten, das ist ein Thema. Und der Punkt Talente: Es geht auch um Schulen, Universit\u00e4ten, da wieder zu investieren, etwa in den baulichen R\u00fcckstau. Der Zeitpunkt ist hervorragend: Es gibt viele Talente, die aus anderen L\u00e4ndern jetzt gerne nach Deutschland kommen w\u00fcrden \u2013 und zwar schnell.WELT: Warum hat es diese Initiative nicht gegeben unter der vorherigen Regierung? Warum sind Sie nicht auf den Kanzler Scholz mit so einer Idee zugegangen?Busch: Zun\u00e4chst mal muss man sagen: Die Zeiten haben sich ver\u00e4ndert. Wenn Sie jetzt sehen, was momentan in den USA passiert, diese Zollverhandlungen machen zus\u00e4tzlichen Druck. Wir haben nat\u00fcrlich auch gesprochen, die Konstellation ist eine neue. Das hei\u00dft, es geht hier mehr darum, nach vorne zu gucken: Was kann die neue Regierung jetzt tun? Man muss sich nat\u00fcrlich in der Regierung bei ein paar Themen einigen. Das sollte darauf ausgerichtet sein, wie man jetzt dieses Kapital m\u00f6glichst schnell produktiv schaltet. Letzter Punkt: Es geht vielleicht auch darum, weniger zu regulieren, daran zu glauben, dass die Firmen die richtigen Dinge tun, wir sie nicht gegenregulieren \u2013 sondern ma\u00dfvoll, um in einen schnelleren Entscheidungsmodus zu kommen.Sewing: Ich glaube, Roland Busch hat recht, dass die Konstellation eine andere ist. Die \u00c4nderungen machen sich in Europa langsam bemerkbar. Wir haben eine neue Kommission, die auch Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Wachstum in den Mittelpunkt gestellt hat. Das hat nat\u00fcrlich Strahleffekte. Die schnellen, initialen Schritte der Bundesregierung, gleich nach der Wahl mit dem Fiskalpaket zu kommen, Reformen anzuk\u00fcndigen, haben dazu gef\u00fchrt, dass auch bei uns sich ein Momentum entwickelt hat. Von daher ist es jetzt ein g\u00fcnstiger Moment. Auch die geopolitischen Verwerfungen und Entscheidungen in anderen L\u00e4ndern der Welt f\u00fchren dazu, dass ausl\u00e4ndische Investoren auf uns zukommen. All das ist eine enorme Chance f\u00fcr uns. Ich glaube, da wollen Wirtschaft und Politik zusammen daran arbeiten \u2013 und es ist gut f\u00fcr die Gesellschaft.WELT: Wie schnell, glauben Sie, sind wir mit dem Wachstum wieder in einem anderen Bereich als jetzt gerade?Sewing: Erstmal sind die Zahlen f\u00fcr 2025 leicht besser, als wir es alle gedacht haben. Das hei\u00dft, man merkt schon ein Sentiment. Wenn es nicht zu deutlich negativen \u00dcberraschungen bei den Zollverhandlungen kommt, haben wir eine Chance, deutlich \u00fcber ein Prozent im Jahr 2026 zu wachsen. Mit diesen Initiativen und dem R\u00fcckenwind, den wir damit hoffentlich bauen, kann es Deutschland wieder schaffen, \u00fcber zwei Prozent zu wachsen. Das k\u00f6nnten wir 2027 schaffen.Busch: Ich bin bei ihm, er kennt die Zahlen makro\u00f6konomisch, es h\u00e4ngt nat\u00fcrlich auch von anderen M\u00e4rkten ab und von den Zollverhandlungen. Wir werden h\u00f6here Z\u00f6lle sehen, das ist so, wie es ist. Aber es geht darum, dann eine Basis zu haben, auf der man entscheiden kann. Es geht darum, das Exportland Deutschland wie die anderen gro\u00dfen M\u00e4rkte USA und China mit nach oben zu ziehen. 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