{"id":255801,"date":"2025-07-17T15:26:12","date_gmt":"2025-07-17T12:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/eine-abwartsspirale-die-sich-immer-schneller-nach-unten-dreht\/"},"modified":"2025-07-17T15:26:28","modified_gmt":"2025-07-17T12:26:28","slug":"eine-abwartsspirale-die-sich-immer-schneller-nach-unten-dreht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/eine-abwartsspirale-die-sich-immer-schneller-nach-unten-dreht\/","title":{"rendered":"\u201eEine Abw\u00e4rtsspirale, die sich immer schneller nach unten dreht\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Vorzeichen f\u00fcr die Halbjahresbilanz der Chemie- und Pharmaindustrie waren d\u00fcster. Bereits am vergangenen Freitag hatten die Chemiekonzerne <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/basf\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/basf\/\">BASF<\/a> und Covestro ihre Aktion\u00e4re und Mitarbeiter mit einer Gewinnwarnung geschockt. Durchwachsen fielen auch die Branchenzahlen aus, die Markus Steilemann, Pr\u00e4sident des Verbands der chemischen Industrie (VCI), am Donnerstag pr\u00e4sentierte. <\/p>\n<p>\u201eIm Gesamtjahresvergleich der Produktion steht ein Minus von einem Prozent\u201c, fasste Steilemann die Lage der Chemie- und Pharmabranche zusammen. Besonders die Chemie bereitet Sorgen. Denn im ersten Halbjahr 2025 ging der Branchenumsatz in der Chemie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent zur\u00fcck. Die Produktion ging in dem Zeitraum sogar um drei Prozent zur\u00fcck. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Bereich Pharma sieht es besser aus. Sie verzeichnete bei der Produktion gegen\u00fcber dem vorangegangenen Halbjahr ein Plus von zwei Prozent, beim Umsatz legte der Bereich sogar um 5 Prozent zu. \u201eIn diesen Zeiten ist das bereits ein Erfolg\u201c, so Steilemann.<\/p>\n<p>Die Chemiebranche gilt nicht umsonst als Schl\u00fcsselbereich der deutschen Industrie. Rund 480.000 Menschen besch\u00e4ftigen die Chemieunternehmen hierzulande. Und sie ist so etwas wie der Seismograf der gesamten nachgelagerten Industrie. Die am Donnerstag pr\u00e4sentierten Zahlen des VCI weisen deshalb \u00fcber die Branche hinaus \u2013 und zeigen, worauf die deutsche <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/industrie\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/industrie\/\">Industrie<\/a> sich in den kommenden Monaten einstellen muss.<\/p>\n<p>Doch auch beim Ausblick auf das restliche Jahr konnte Steilemann mit keinen guten Nachrichten aufwarten. \u201eDas gr\u00f6\u00dfte Problem bleibt der Auftragsmangel\u201c, sagte der VCI-Pr\u00e4sident. So w\u00fcrden knapp 40 Prozent der Unternehmen aktuell von zu wenigen Bestellungen berichten. \u201eDie Auslastung der Anlagen erreicht im Schnitt keine 80 Prozent\u201c, so Steilemann. Die Folge: Auch f\u00fcr das restliche Jahr 2025 w\u00fcrde sich keine Kehrtwende abzeichnen. \u201eDie Chemieproduktion wird sogar leicht zur\u00fcckgehen\u201c, prognostizierte Steilemann.<\/p>\n<p>Besonders zu sp\u00fcren k\u00f6nnten das die Besch\u00e4ftigten der Chemieindustrie bekommen. Die Besch\u00e4ftigtenzahlen der Branche seien zwar bislang stabil. Aber Steilemann hatte f\u00fcr die Chemiemitarbeiter schlechte Nachrichten im Gep\u00e4ck: \u201eEine signifikante Anzahl von Unternehmen haben bereits Einschnitte angek\u00fcndigt\u201c, so der VCI-Pr\u00e4sident. <\/p>\n<p>Zudem warnte Steilemann vor einem Teufelskreis aus Auftragsmangel, hohen Kosten und steigenden Importen, welche die Auslastung dr\u00fccken und die Unternehmen aus dem Markt dr\u00e4ngen w\u00fcrden. Steilemann sprach von einer \u201eAbw\u00e4rtsspirale, die sich immer schneller nach unten dreht\u201c.<\/p>\n<p>Analysten und Investoren hatten mit \u00e4hnlichen Prognosen gerechnet. F\u00fcr Christopher Schaefer, Portfoliomanager bei Union Investment, kommen die Gewinnwarnungen von BASF und Covestro \u201enicht \u00fcberraschend\u201c. Schaefer hat auch eine Knallhart-Forderung an die Chemieunternehmen: \u201eIn Europa sind weitere Kapazit\u00e4tsschlie\u00dfungen n\u00f6tig, um den Verlust der Exportm\u00e4rkte und die Effekte der Deindustrialisierung zu kompensieren\u201c, sagte Schaefer gegen\u00fcber WELT. <\/p>\n<p>Auch Arne Rautenberg, Leiter des Aktienfondsmanagements von Union Investment, war von den Gewinnwarnungen in der Chemiebranche nicht erstaunt. \u201eNach kurzzeitigen Kursverlusten nach der Gewinnwarnung stieg etwa die BASF-Aktie wieder ins Plus. Das zeigt, dass der Markt angesichts des schwierigen Umfelds einen geringeren Gewinn der Unternehmen bereits eingepreist hatte\u201c, so Rautenberg.<\/p>\n<h3>Warten auf die Investitionsmilliarden<\/h3>\n<p>\u201eDas letzte Quartal war gepr\u00e4gt von den US-Strafz\u00f6llen und der Androhung, dass diese weiter steigen k\u00f6nnten. In so einer Situation herrscht Unsicherheit und die Kunden der Chemiebranche stocken in so einer Situation ihre Lager nicht auf\u201c, so Rautenberg. Wachstumsimpulse k\u00f6nnte es laut Rautenberg fr\u00fchestens im vierten Quartal des Jahres geben. \u201eAuf beiden Seiten des Atlantiks werden gerade Konjunkturprogramme gestartet. Wenn die Investitionsmilliarden in Deutschland und die US-Ma\u00dfnahmen verfangen, sollte es auch mit der Chemie wieder aufw\u00e4rtsgehen\u201c, so Rautenberg.<\/p>\n<p>Damit das passiert, wandte sich VCI-Pr\u00e4sident Steilemann mit konkreten Forderungen an die Bundesregierung. So machte Steilemann als \u201egef\u00e4hrlichstes Investitionshemmnis\u201c nicht geopolitischer Gegner aus, sondern die wuchernde <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/buerokratie\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/buerokratie\/\">B\u00fcrokratie<\/a> in Deutschland. \u201e146 Milliarden Euro verliert unsere Volkswirtschaft laut ifo-Institut jedes Jahr, weil Unternehmen sich durch ein Dickicht aus Regeln und Formularen k\u00e4mpfen m\u00fcssen\u201c, sagte Steilemann. 88 Prozent der VCI-Mitglieder w\u00fcrden sagen, dass B\u00fcrokratie sie massiv bremst. <\/p>\n<p>Zudem forderte Steilemann eine Modernisierung der Schuldenbremse. \u201eWir brauchen eine zeitgem\u00e4\u00dfe Schuldenbremse. Und einen verfassungsrechtlich abgesicherten Vorrang f\u00fcr Investitionen\u201c, so Steilemann. Auch an der Energiewende \u00e4u\u00dferste der VCI-Pr\u00e4sident Kritik. Er forderte die Entfristung der Stromsteuersenkung, einen Zuschuss zu den Stromnetzentgelten und die Abschaffung der Gasspeicherumlage. Diese Notpflaster sind laut Steilemann dringend notwendig. <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/andreas-macho\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/andreas-macho\/\"><b>Andreas Macho<\/b><\/a><b> ist WELT-Wirtschaftsreporter in Berlin mit dem Schwerpunkt Gesundheit.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorzeichen f\u00fcr die Halbjahresbilanz der Chemie- und Pharmaindustrie waren d\u00fcster. Bereits am vergangenen Freitag hatten die Chemiekonzerne BASF und Covestro ihre Aktion\u00e4re und Mitarbeiter mit einer Gewinnwarnung geschockt. 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Sie verzeichnete bei der Produktion gegen\u00fcber dem vorangegangenen Halbjahr ein Plus von zwei Prozent, beim Umsatz legte der Bereich sogar um 5 Prozent zu. \u201eIn diesen Zeiten ist das bereits ein Erfolg\u201c, so Steilemann.Die Chemiebranche gilt nicht umsonst als Schl\u00fcsselbereich der deutschen Industrie. Rund 480.000 Menschen besch\u00e4ftigen die Chemieunternehmen hierzulande. Und sie ist so etwas wie der Seismograf der gesamten nachgelagerten Industrie. Die am Donnerstag pr\u00e4sentierten Zahlen des VCI weisen deshalb \u00fcber die Branche hinaus \u2013 und zeigen, worauf die deutsche Industrie sich in den kommenden Monaten einstellen muss.Doch auch beim Ausblick auf das restliche Jahr konnte Steilemann mit keinen guten Nachrichten aufwarten. \u201eDas gr\u00f6\u00dfte Problem bleibt der Auftragsmangel\u201c, sagte der VCI-Pr\u00e4sident. 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Rund 480.000 Menschen besch\u00e4ftigen die Chemieunternehmen hierzulande. Und sie ist so etwas wie der Seismograf der gesamten nachgelagerten Industrie. Die am Donnerstag pr\u00e4sentierten Zahlen des VCI weisen deshalb \u00fcber die Branche hinaus \u2013 und zeigen, worauf die deutsche Industrie sich in den kommenden Monaten einstellen muss.Doch auch beim Ausblick auf das restliche Jahr konnte Steilemann mit keinen guten Nachrichten aufwarten. \u201eDas gr\u00f6\u00dfte Problem bleibt der Auftragsmangel\u201c, sagte der VCI-Pr\u00e4sident. So w\u00fcrden knapp 40 Prozent der Unternehmen aktuell von zu wenigen Bestellungen berichten. \u201eDie Auslastung der Anlagen erreicht im Schnitt keine 80 Prozent\u201c, so Steilemann. Die Folge: Auch f\u00fcr das restliche Jahr 2025 w\u00fcrde sich keine Kehrtwende abzeichnen. \u201eDie Chemieproduktion wird sogar leicht zur\u00fcckgehen\u201c, prognostizierte Steilemann.Besonders zu sp\u00fcren k\u00f6nnten das die Besch\u00e4ftigten der Chemieindustrie bekommen. Die Besch\u00e4ftigtenzahlen der Branche seien zwar bislang stabil. Aber Steilemann hatte f\u00fcr die Chemiemitarbeiter schlechte Nachrichten im Gep\u00e4ck: \u201eEine signifikante Anzahl von Unternehmen haben bereits Einschnitte angek\u00fcndigt\u201c, so der VCI-Pr\u00e4sident. Zudem warnte Steilemann vor einem Teufelskreis aus Auftragsmangel, hohen Kosten und steigenden Importen, welche die Auslastung dr\u00fccken und die Unternehmen aus dem Markt dr\u00e4ngen w\u00fcrden. Steilemann sprach von einer \u201eAbw\u00e4rtsspirale, die sich immer schneller nach unten dreht\u201c.Analysten und Investoren hatten mit \u00e4hnlichen Prognosen gerechnet. 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In so einer Situation herrscht Unsicherheit und die Kunden der Chemiebranche stocken in so einer Situation ihre Lager nicht auf\u201c, so Rautenberg. Wachstumsimpulse k\u00f6nnte es laut Rautenberg fr\u00fchestens im vierten Quartal des Jahres geben. \u201eAuf beiden Seiten des Atlantiks werden gerade Konjunkturprogramme gestartet. Wenn die Investitionsmilliarden in Deutschland und die US-Ma\u00dfnahmen verfangen, sollte es auch mit der Chemie wieder aufw\u00e4rtsgehen\u201c, so Rautenberg.Damit das passiert, wandte sich VCI-Pr\u00e4sident Steilemann mit konkreten Forderungen an die Bundesregierung. 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Sie verzeichnete bei der Produktion gegen\u00fcber dem vorangegangenen Halbjahr ein Plus von zwei Prozent, beim Umsatz legte der Bereich sogar um 5 Prozent zu. \u201eIn diesen Zeiten ist das bereits ein Erfolg\u201c, so Steilemann.Die Chemiebranche gilt nicht umsonst als Schl\u00fcsselbereich der deutschen Industrie. Rund 480.000 Menschen besch\u00e4ftigen die Chemieunternehmen hierzulande. Und sie ist so etwas wie der Seismograf der gesamten nachgelagerten Industrie. Die am Donnerstag pr\u00e4sentierten Zahlen des VCI weisen deshalb \u00fcber die Branche hinaus \u2013 und zeigen, worauf die deutsche Industrie sich in den kommenden Monaten einstellen muss.Doch auch beim Ausblick auf das restliche Jahr konnte Steilemann mit keinen guten Nachrichten aufwarten. \u201eDas gr\u00f6\u00dfte Problem bleibt der Auftragsmangel\u201c, sagte der VCI-Pr\u00e4sident. 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Sie verzeichnete bei der Produktion gegen\u00fcber dem vorangegangenen Halbjahr ein Plus von zwei Prozent, beim Umsatz legte der Bereich sogar um 5 Prozent zu. \u201eIn diesen Zeiten ist das bereits ein Erfolg\u201c, so Steilemann.Die Chemiebranche gilt nicht umsonst als Schl\u00fcsselbereich der deutschen Industrie. Rund 480.000 Menschen besch\u00e4ftigen die Chemieunternehmen hierzulande. Und sie ist so etwas wie der Seismograf der gesamten nachgelagerten Industrie. Die am Donnerstag pr\u00e4sentierten Zahlen des VCI weisen deshalb \u00fcber die Branche hinaus \u2013 und zeigen, worauf die deutsche Industrie sich in den kommenden Monaten einstellen muss.Doch auch beim Ausblick auf das restliche Jahr konnte Steilemann mit keinen guten Nachrichten aufwarten. \u201eDas gr\u00f6\u00dfte Problem bleibt der Auftragsmangel\u201c, sagte der VCI-Pr\u00e4sident. 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Aber Steilemann hatte f\u00fcr die Chemiemitarbeiter schlechte Nachrichten im Gep\u00e4ck: \u201eEine signifikante Anzahl von Unternehmen haben bereits Einschnitte angek\u00fcndigt\u201c, so der VCI-Pr\u00e4sident. Zudem warnte Steilemann vor einem Teufelskreis aus Auftragsmangel, hohen Kosten und steigenden Importen, welche die Auslastung dr\u00fccken und die Unternehmen aus dem Markt dr\u00e4ngen w\u00fcrden. Steilemann sprach von einer \u201eAbw\u00e4rtsspirale, die sich immer schneller nach unten dreht\u201c.Analysten und Investoren hatten mit \u00e4hnlichen Prognosen gerechnet. F\u00fcr Christopher Schaefer, Portfoliomanager bei Union Investment, kommen die Gewinnwarnungen von BASF und Covestro \u201enicht \u00fcberraschend\u201c. Schaefer hat auch eine Knallhart-Forderung an die Chemieunternehmen: \u201eIn Europa sind weitere Kapazit\u00e4tsschlie\u00dfungen n\u00f6tig, um den Verlust der Exportm\u00e4rkte und die Effekte der Deindustrialisierung zu kompensieren\u201c, sagte Schaefer gegen\u00fcber WELT. Auch Arne Rautenberg, Leiter des Aktienfondsmanagements von Union Investment, war von den Gewinnwarnungen in der Chemiebranche nicht erstaunt. \u201eNach kurzzeitigen Kursverlusten nach der Gewinnwarnung stieg etwa die BASF-Aktie wieder ins Plus. Das zeigt, dass der Markt angesichts des schwierigen Umfelds einen geringeren Gewinn der Unternehmen bereits eingepreist hatte\u201c, so Rautenberg.Warten auf die Investitionsmilliarden\u201eDas letzte Quartal war gepr\u00e4gt von den US-Strafz\u00f6llen und der Androhung, dass diese weiter steigen k\u00f6nnten. In so einer Situation herrscht Unsicherheit und die Kunden der Chemiebranche stocken in so einer Situation ihre Lager nicht auf\u201c, so Rautenberg. Wachstumsimpulse k\u00f6nnte es laut Rautenberg fr\u00fchestens im vierten Quartal des Jahres geben. \u201eAuf beiden Seiten des Atlantiks werden gerade Konjunkturprogramme gestartet. Wenn die Investitionsmilliarden in Deutschland und die US-Ma\u00dfnahmen verfangen, sollte es auch mit der Chemie wieder aufw\u00e4rtsgehen\u201c, so Rautenberg.Damit das passiert, wandte sich VCI-Pr\u00e4sident Steilemann mit konkreten Forderungen an die Bundesregierung. So machte Steilemann als \u201egef\u00e4hrlichstes Investitionshemmnis\u201c nicht geopolitischer Gegner aus, sondern die wuchernde B\u00fcrokratie in Deutschland. \u201e146 Milliarden Euro verliert unsere Volkswirtschaft laut ifo-Institut jedes Jahr, weil Unternehmen sich durch ein Dickicht aus Regeln und Formularen k\u00e4mpfen m\u00fcssen\u201c, sagte Steilemann. 88 Prozent der VCI-Mitglieder w\u00fcrden sagen, dass B\u00fcrokratie sie massiv bremst. Zudem forderte Steilemann eine Modernisierung der Schuldenbremse. \u201eWir brauchen eine zeitgem\u00e4\u00dfe Schuldenbremse. Und einen verfassungsrechtlich abgesicherten Vorrang f\u00fcr Investitionen\u201c, so Steilemann. Auch an der Energiewende \u00e4u\u00dferste der VCI-Pr\u00e4sident Kritik. Er forderte die Entfristung der Stromsteuersenkung, einen Zuschuss zu den Stromnetzentgelten und die Abschaffung der Gasspeicherumlage. Diese Notpflaster sind laut Steilemann dringend notwendig. 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Sie verzeichnete bei der Produktion gegen\u00fcber dem vorangegangenen Halbjahr ein Plus von zwei Prozent, beim Umsatz legte der Bereich sogar um 5 Prozent zu. \u201eIn diesen Zeiten ist das bereits ein Erfolg\u201c, so Steilemann.Die Chemiebranche gilt nicht umsonst als Schl\u00fcsselbereich der deutschen Industrie. Rund 480.000 Menschen besch\u00e4ftigen die Chemieunternehmen hierzulande. Und sie ist so etwas wie der Seismograf der gesamten nachgelagerten Industrie. Die am Donnerstag pr\u00e4sentierten Zahlen des VCI weisen deshalb \u00fcber die Branche hinaus \u2013 und zeigen, worauf die deutsche Industrie sich in den kommenden Monaten einstellen muss.Doch auch beim Ausblick auf das restliche Jahr konnte Steilemann mit keinen guten Nachrichten aufwarten. \u201eDas gr\u00f6\u00dfte Problem bleibt der Auftragsmangel\u201c, sagte der VCI-Pr\u00e4sident. So w\u00fcrden knapp 40 Prozent der Unternehmen aktuell von zu wenigen Bestellungen berichten. \u201eDie Auslastung der Anlagen erreicht im Schnitt keine 80 Prozent\u201c, so Steilemann. Die Folge: Auch f\u00fcr das restliche Jahr 2025 w\u00fcrde sich keine Kehrtwende abzeichnen. \u201eDie Chemieproduktion wird sogar leicht zur\u00fcckgehen\u201c, prognostizierte Steilemann.Besonders zu sp\u00fcren k\u00f6nnten das die Besch\u00e4ftigten der Chemieindustrie bekommen. Die Besch\u00e4ftigtenzahlen der Branche seien zwar bislang stabil. Aber Steilemann hatte f\u00fcr die Chemiemitarbeiter schlechte Nachrichten im Gep\u00e4ck: \u201eEine signifikante Anzahl von Unternehmen haben bereits Einschnitte angek\u00fcndigt\u201c, so der VCI-Pr\u00e4sident. Zudem warnte Steilemann vor einem Teufelskreis aus Auftragsmangel, hohen Kosten und steigenden Importen, welche die Auslastung dr\u00fccken und die Unternehmen aus dem Markt dr\u00e4ngen w\u00fcrden. Steilemann sprach von einer \u201eAbw\u00e4rtsspirale, die sich immer schneller nach unten dreht\u201c.Analysten und Investoren hatten mit \u00e4hnlichen Prognosen gerechnet. F\u00fcr Christopher Schaefer, Portfoliomanager bei Union Investment, kommen die Gewinnwarnungen von BASF und Covestro \u201enicht \u00fcberraschend\u201c. Schaefer hat auch eine Knallhart-Forderung an die Chemieunternehmen: \u201eIn Europa sind weitere Kapazit\u00e4tsschlie\u00dfungen n\u00f6tig, um den Verlust der Exportm\u00e4rkte und die Effekte der Deindustrialisierung zu kompensieren\u201c, sagte Schaefer gegen\u00fcber WELT. Auch Arne Rautenberg, Leiter des Aktienfondsmanagements von Union Investment, war von den Gewinnwarnungen in der Chemiebranche nicht erstaunt. \u201eNach kurzzeitigen Kursverlusten nach der Gewinnwarnung stieg etwa die BASF-Aktie wieder ins Plus. Das zeigt, dass der Markt angesichts des schwierigen Umfelds einen geringeren Gewinn der Unternehmen bereits eingepreist hatte\u201c, so Rautenberg.Warten auf die Investitionsmilliarden\u201eDas letzte Quartal war gepr\u00e4gt von den US-Strafz\u00f6llen und der Androhung, dass diese weiter steigen k\u00f6nnten. In so einer Situation herrscht Unsicherheit und die Kunden der Chemiebranche stocken in so einer Situation ihre Lager nicht auf\u201c, so Rautenberg. Wachstumsimpulse k\u00f6nnte es laut Rautenberg fr\u00fchestens im vierten Quartal des Jahres geben. \u201eAuf beiden Seiten des Atlantiks werden gerade Konjunkturprogramme gestartet. Wenn die Investitionsmilliarden in Deutschland und die US-Ma\u00dfnahmen verfangen, sollte es auch mit der Chemie wieder aufw\u00e4rtsgehen\u201c, so Rautenberg.Damit das passiert, wandte sich VCI-Pr\u00e4sident Steilemann mit konkreten Forderungen an die Bundesregierung. So machte Steilemann als \u201egef\u00e4hrlichstes Investitionshemmnis\u201c nicht geopolitischer Gegner aus, sondern die wuchernde B\u00fcrokratie in Deutschland. \u201e146 Milliarden Euro verliert unsere Volkswirtschaft laut ifo-Institut jedes Jahr, weil Unternehmen sich durch ein Dickicht aus Regeln und Formularen k\u00e4mpfen m\u00fcssen\u201c, sagte Steilemann. 88 Prozent der VCI-Mitglieder w\u00fcrden sagen, dass B\u00fcrokratie sie massiv bremst. Zudem forderte Steilemann eine Modernisierung der Schuldenbremse. \u201eWir brauchen eine zeitgem\u00e4\u00dfe Schuldenbremse. Und einen verfassungsrechtlich abgesicherten Vorrang f\u00fcr Investitionen\u201c, so Steilemann. Auch an der Energiewende \u00e4u\u00dferste der VCI-Pr\u00e4sident Kritik. Er forderte die Entfristung der Stromsteuersenkung, einen Zuschuss zu den Stromnetzentgelten und die Abschaffung der Gasspeicherumlage. Diese Notpflaster sind laut Steilemann dringend notwendig. Andreas Macho ist WELT-Wirtschaftsreporter in Berlin mit dem Schwerpunkt Gesundheit.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/eine-abwartsspirale-die-sich-immer-schneller-nach-unten-dreht\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/vof-news.eu\/de\/eine-abwartsspirale-die-sich-immer-schneller-nach-unten-dreht\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/eine-abwartsspirale-die-sich-immer-schneller-nach-unten-dreht\/#primaryimage","url":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/chemiekonzern-basf.webp","contentUrl":"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/chemiekonzern-basf.webp","width":1200,"height":574},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/eine-abwartsspirale-die-sich-immer-schneller-nach-unten-dreht\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"\u201eEine Abw\u00e4rtsspirale, die sich immer schneller nach unten dreht\u201c"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website","url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/","name":"vof-news.eu","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed","name":"Author","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/b67e614b1b25b3e9c0c239efdd2fde5ab015b5affd6f1c3c85911ca4b384e790?s=96&d=mm&r=g","caption":"Author"},"sameAs":["http:\/\/vof-news.eu"],"url":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/author\/zwt6qxnjulxbnyg\/"}]}},"yoast_meta":{"yoast_wpseo_title":"","yoast_wpseo_metadesc":"","yoast_wpseo_canonical":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/255801","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=255801"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/255801\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":255808,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/255801\/revisions\/255808"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/255802"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=255801"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=255801"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=255801"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}