{"id":255243,"date":"2025-07-16T13:26:39","date_gmt":"2025-07-16T10:26:39","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/machtkampf-um-die-schlachthofe-tonnies-legt-sich-mit-dem-kartellamt-an\/"},"modified":"2025-07-16T13:27:02","modified_gmt":"2025-07-16T10:27:02","slug":"machtkampf-um-die-schlachthofe-tonnies-legt-sich-mit-dem-kartellamt-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/machtkampf-um-die-schlachthofe-tonnies-legt-sich-mit-dem-kartellamt-an\/","title":{"rendered":"Machtkampf um die Schlachth\u00f6fe \u2013 T\u00f6nnies legt sich mit dem Kartellamt an"},"content":{"rendered":"<p>Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Fleischkonzern Premium Food Group (PFG) wehrt sich gegen eine <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article256243756\/Toennies-Kartellamt-stoppt-den-Fleisch-Deal-das-passiert-jetzt-als-naechstes.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article256243756\/Toennies-Kartellamt-stoppt-den-Fleisch-Deal-das-passiert-jetzt-als-naechstes.html\">Verbotsentscheidung des Bundeskartellamts<\/a>. Die Wettbewerbsbeh\u00f6rde hat dem fr\u00fcher als T\u00f6nnies bekannten Familienunternehmen k\u00fcrzlich untersagt, das deutsche Rindfleischgesch\u00e4ft des niederl\u00e4ndischen Konkurrenten Vion Food Group mit insgesamt vier Schlacht- und Zerlege- sowie zwei H\u00e4uteverarbeitungsbetrieben in S\u00fcddeutschland zu \u00fcbernehmen. <\/p>\n<p>Dagegen hat PFG nun Beschwerde beim Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf eingelegt. \u201eWir haben eine andere Meinung zur Entscheidung des Kartellamts und sind bereit, diese Auseinandersetzung gerichtlich auszutragen\u201c, sagte Maximilian T\u00f6nnies, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Gesellschafter von PFG, vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung D\u00fcsseldorf (WPV). Zudem zieht das Unternehmen auch weitere Schritte in Erw\u00e4gung, etwa die Beantragung einer Ministererlaubnis.<\/p>\n<p>Das Kartellamt begr\u00fcndet sein Verbot mit der dominierenden Marktstellung, die PFG durch die geplante \u00dcbernahme erlangen w\u00fcrde. T\u00f6nnies indes h\u00e4lt die Bewertung der Marktposition f\u00fcr falsch: \u201eWeil wir ein Angebot gemacht haben, das ausreichend Wettbewerb geschaffen h\u00e4tte.\u201c Zudem gebe es ein \u00fcberragendes Gemeinwohlinteresse. \u201eEs geht um nichts weniger als die Zukunft der landwirtschaftlichen Tierhaltung in S\u00fcddeutschland.\u201c Seit der negativen Entscheidung des Kartellamts habe es zahlreiche Hilferufe von Landwirten, aber auch von anderer Seite gegeben. <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gibt es nicht mehr viele gro\u00dfe Rinder-Schlachth\u00f6fe in S\u00fcddeutschland. In der bayerischen Landesregierung kommt daher die Sorge vor Versorgungsengp\u00e4ssen und einem Strukturbruch auf. Denn Vion will sich im Zuge einer strategischen Neuausrichtung aus dem wettbewerbsintensiven <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/fleischkonsum\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/fleischkonsum\/\">deutschen Markt<\/a> zur\u00fcckziehen und sich stattdessen st\u00e4rker auf die Benelux-L\u00e4nder konzentrieren. Und damit k\u00f6nnten bei einem gescheiterten Verkauf auch Schlie\u00dfungen drohen. <\/p>\n<p>\u201eAnstatt froh zu sein, dass ein deutsches Unternehmen Schlachth\u00f6fe \u00fcbernimmt und in die Zukunft investiert, schiebt das <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/bundeskartellamt\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/bundeskartellamt\/\">Kartellamt<\/a> den Riegel vor. Dieser Schritt ist f\u00fcr mich absolut nicht nachvollziehbar\u201c, beklagt Michaela Kaniber, die bayerische CSU-Staatsministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten. \u201eWir wollen kurze Transportwege, eine sichere Ern\u00e4hrungsversorgung und die Wertsch\u00f6pfung m\u00f6glichst im eigenen Land behalten.\u201c<\/p>\n<p>Dass es kartellrechtlich schwierig werden k\u00f6nnte, d\u00fcrfte allen Beteiligten indes klar gewesen sein. Immerhin ist T\u00f6nnies das mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Schlachtunternehmen hierzulande und Vion hinter Westfleisch die Nummer drei im Markt. Um Bedenken auszur\u00e4umen, wollte PFG dem Vernehmen nach im Zuge der geplanten \u00dcbernahme einen Betrieb abgeben und einen weiteren verpachten. Das allerdings hat dem Kartellamt nicht ausgereicht. \u201eDiese Zusagen waren nicht geeignet, die Entstehung, beziehungsweise Verst\u00e4rkung der marktbeherrschenden Stellung auf den betroffenen M\u00e4rkten abzuwenden\u201c, hei\u00dft es von der Beh\u00f6rde. <\/p>\n<p>Dagegen habe sowohl die konkrete Ausgestaltung der Zusagen als auch die fehlende Unabh\u00e4ngigkeit der geplanten Erwerber von der T\u00f6nnies-Gruppe gesprochen. Nun k\u00f6nnte aber nochmal Bewegung in die Sache kommen. Denn PFG will parallel zum angestrengten Gerichtsverfahren wieder mit dem Kartellamt sprechen und scheint dabei zu zus\u00e4tzlichen Zugest\u00e4ndnissen bereit zu sein. Das jedenfalls hat Konzernchef T\u00f6nnies vor der WPV angedeutet. <\/p>\n<p>Wohl auch, weil mit Westfleisch pl\u00f6tzlich ein Wettbewerber Interesse an den Vion-Standorten im S\u00fcden anmeldet. Man pr\u00fcfe strategische Optionen f\u00fcr einen Markteintritt in S\u00fcddeutschland, hei\u00dft es von der Genossenschaft aus M\u00fcnster. Am offiziellen Vion-Verkaufsprozess im vergangenen Jahr hatte sich Westfleisch derweil nicht beteiligt. Branchenexperten sprechen den Westfalen ohnehin die n\u00f6tige Finanzkraft f\u00fcr eine \u00dcbernehme ab, genau wie anderen denkbaren K\u00e4ufern wie der M\u00fcller-Gruppe aus Baden-W\u00fcrttemberg oder Danish Crown. PFG-Chef T\u00f6nnies zeigt sich entsprechend \u00fcberrascht. \u201eEs muss ja gute Gr\u00fcnde geben, warum die Prozessbeteiligten Westfleisch nicht als Alternative gesehen haben, beziehungsweise warum sich Westfleisch nicht vorher intensiv bem\u00fcht hat.\u201c <\/p>\n<h3>PFG erw\u00e4gt auch Antrag auf Ministerentscheid<\/h3>\n<p>Gleichwohl hat PFG erst einmal weiter das Zugriffsrecht. \u201eWir haben einen g\u00fcltigen Vertrag\u201c, sagt T\u00f6nnies. Und der gelte auch w\u00e4hrend des nun angestrengten Gerichtsverfahrens. \u201eGehen Sie davon aus, dass wir genug Zeit haben.\u201c Wie lange dieses Verfahren dauert, vermag der Unternehmer nicht zu prognostizieren. Monate werden es aber mindestens sein, sagen Beobachter, m\u00f6glicherweise Jahre. Schon die Fusionskontrolle hat rund neun Monate in Anspruch genommen. <\/p>\n<p>Vion bem\u00fcht sich derweil, keine Panik bei Lieferanten und Kunden aufkommen zu lassen. \u201eDie Entscheidung des Kartellamts hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Tagesgesch\u00e4ft\u201c, haben die Niederl\u00e4nder bereits klargestellt. \u201eAuch wenn das Ergebnis anders ausgefallen ist als geplant, bin ich voll und ganz davon \u00fcberzeugt, dass wir unsere M\u00e4rkte bedienen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend wir die Bewertung des Bundeskartellamts analysieren und die besten n\u00e4chsten Schritte festlegen\u201c, wird Tjarda Klimp zitiert, die Vorstandschefin der Vion Food Group.<\/p>\n<p>Eine H\u00e4ngepartie will PFG gleichwohl vermeiden. Deshalb erw\u00e4gen die Ostwestfalen parallel zum Gerichtsverfahren und neuen Gespr\u00e4chen mit dem Kartellamt auch eine politische L\u00f6sung. \u201eWir sind als Unternehmen in der Pflicht, jede M\u00f6glichkeit zu pr\u00fcfen. Dazu geh\u00f6rt logischerweise auch ein Ministerentscheid.\u201c Auch wenn das nat\u00fcrlich der Weg sei mit den h\u00f6chsten H\u00fcrden. <\/p>\n<p>Bei diesem Verfahren kann das Bundeswirtschaftsministerium eine vom Kartellamt untersagte Fusion doch noch erlauben, etwa wenn ein \u00fcberragendes \u00f6ffentliches Interesse besteht. Genutzt wurde dieses Instrument seit Einf\u00fchrung der Fusionskontrolle \u00e4u\u00dferst selten. Der letzte gro\u00dfe Fall war 2016 die nachtr\u00e4gliche Erlaubnis des damaligen Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD), der die \u00dcbernahme der Supermarktkette Tengelmann durch Konkurrent Edeka unter Auflagen und gegen den Willen der Wettbewerbsh\u00fcter durchgewunken hat. Zwar hat das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf die Ministererlaubnis aufgrund einer Klage von Rewe, Norma und Markant wieder au\u00dfer Kraft gesetzt. Nach einem Interessenausgleich zwischen den Beteiligten, in dem Fall einer Aufteilung der Filialen, wurden die Klagen zur\u00fcckgezogen und die Ministererlaubnis bestandskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>T\u00f6nnies sieht f\u00fcr sich das \u00f6ffentliche Interesse und glaubt damit eine Offenheit seitens der Politik. Denn die Sorge vor einem Strukturbruch und \u201edass Schlachth\u00f6fe dort langfristig nicht mehr existent sind\u201c, wie er es ausdr\u00fcckt, sei gro\u00df in der betroffenen Region. \u201eSollte es dort zu Schlie\u00dfungen kommen, werden die Transportwege f\u00fcr die Tiere bis zum n\u00e4chsten Schlachthof deutlich weiter. Das aber steht dem Tierwohl-Thema entgegen und verursacht zudem noch hohe Logistikkosten, die an die Verbraucher weitergegeben werden m\u00fcssen\u201c, ordnet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ein. <\/p>\n<p>T\u00f6nnies wiederum betont die Bedeutung seines Unternehmens f\u00fcr den Lebensmittelhandel. \u201eWir sind einer der gro\u00dfen Produzenten von SB-Fleisch und Lieferant s\u00e4mtlicher Bedientheken in Deutschland vom Supermarkt \u00fcber Metzgereien bis zu Caterern.\u201c Gemessen an den Nettoums\u00e4tzen ist PFG derzeit nach eigenen Angaben sogar der gr\u00f6\u00dfte Lieferant f\u00fcr den deutschen Lebensmittelhandel insgesamt, noch vor Konzernen wie Oetker, Coca-Cola, der Molkerei M\u00fcller oder Ferrero. Den Stammsitz in Rheda-Wiedenbr\u00fcck bezeichnet T\u00f6nnies als \u201egr\u00f6\u00dften Fleischbetrieb in Europa\u201c mit Schlachtung, Zerlegung und Weiterverarbeitung. 2024 lag der Umsatz seines Unternehmens bei fast acht Milliarden Euro. <\/p>\n<p>Und es gibt weitere Expansionspl\u00e4ne. \u201eWir sind offen f\u00fcr Investitionen jeglicher Art in der Lebensmittelbranche\u201c, sagt Eigent\u00fcmer T\u00f6nnies. Dazu k\u00f6nne zum Beispiel der Wachstumsbereich Gefl\u00fcgel geh\u00f6ren. Bislang ist PFG lediglich Verarbeiter von Gefl\u00fcgelfleisch, hat in diesem Segment aber keine Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Schlachtung und Zerlegung. \u201eWenn man da Richtung Osteuropa denkt, gibt es sicherlich gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten.\u201c In Deutschland sei es dagegen eher schwierig. <\/p>\n<p>Jenseits des klassischen Fleischgesch\u00e4fts mit Schweinen und Rindern ist PFG bereits t\u00e4tig in Bereichen wie Tierfutter, alternative Proteine, also vegane Produkte, Insekten-Nahrungsmittel, Bio-Kerosin, Logistik und Lagerhaltung f\u00fcr Ultrafrische- und Tiefk\u00fchlprodukte oder auch KI und Versicherungen. Zweitgr\u00f6\u00dftes Standbein aber ist das Thema <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/wurst\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/wurst\/\">Wurst<\/a> mit der Konzerntochter Zur-M\u00fchlen-Gruppe, dem hierzulande gr\u00f6\u00dften Hersteller in diesem Segment. Und auch da gibt es aktuell Bewegung und ein m\u00f6gliches Kartellthema. Denn PFG will als Investor bei seinem gr\u00f6\u00dften, aktuell aber angeschlagenen Konkurrenten The Family Butchers (TFB) einsteigen. Geplant ist die \u00dcbernahme von knapp 49 Prozent der Anteile \u2013 wenn das Kartellamt zustimmt. <\/p>\n<p>Wobei T\u00f6nnies keine Probleme sieht, wie er vor der WPV betont hat. \u201eDer Wurstmarkt ist komplett anders aufgestellt als der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/article256045122\/Vorstoss-des-neuen-Agrarministers-Mehr-und-billigeres-Fleisch-Kuenast-fuehlt-sich-per-Zeitmaschine-um-Jahrzehnte-zurueckgeworfen.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/article256045122\/Vorstoss-des-neuen-Agrarministers-Mehr-und-billigeres-Fleisch-Kuenast-fuehlt-sich-per-Zeitmaschine-um-Jahrzehnte-zurueckgeworfen.html\">Fleischmarkt<\/a>\u201c, begr\u00fcndet der Sohn von Firmenmitgr\u00fcnder <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/clemens-toennies\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/clemens-toennies\/\">Clemens T\u00f6nnies<\/a>. So komme erst gar nicht zur Grundthematik des Schlacht-Themas. \u201eFleisch wird europa-, bei Gefl\u00fcgel weltweit eingekauft, irgendwohin transportiert und dann ein Produkt erzeugt.\u201c <\/p>\n<p>Und da gebe es ausreichend Wettbewerb mit in Deutschland rund 250 mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gten Wurstfabriken und dazu eigenen Werken des Lebensmittelhandels mit allein fast sechs Milliarden Euro Umsatz. \u201eDeswegen sehen wir dort keine Hemmnisse f\u00fcr eine Kartellfreigabe.\u201c Beh\u00f6rden-Chef Andreas Mundt h\u00e4lt sich derweil bedeckt. Eine Einsch\u00e4tzung wollte er k\u00fcrzlich bei der Vorlage der Jahresbilanz des Kartellamts nicht geben. Der entsprechende Antrag sei aber auch noch nicht eingegangen. <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/carsten-dierig\/\"><b><em>Carsten Dierig<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen. <\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Fleischkonzern Premium Food Group (PFG) wehrt sich gegen eine Verbotsentscheidung des Bundeskartellamts. Die Wettbewerbsbeh\u00f6rde hat dem fr\u00fcher als T\u00f6nnies bekannten Familienunternehmen k\u00fcrzlich untersagt, das deutsche Rindfleischgesch\u00e4ft des niederl\u00e4ndischen Konkurrenten Vion Food Group mit insgesamt vier Schlacht- und Zerlege- sowie zwei H\u00e4uteverarbeitungsbetrieben in S\u00fcddeutschland zu \u00fcbernehmen. 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T\u00f6nnies indes h\u00e4lt die Bewertung der Marktposition f\u00fcr falsch: \u201eWeil wir ein Angebot gemacht haben, das ausreichend Wettbewerb geschaffen h\u00e4tte.\u201c Zudem gebe es ein \u00fcberragendes Gemeinwohlinteresse. \u201eEs geht um nichts weniger als die Zukunft der landwirtschaftlichen Tierhaltung in S\u00fcddeutschland.\u201c Seit der negativen Entscheidung des Kartellamts habe es zahlreiche Hilferufe von Landwirten, aber auch von anderer Seite gegeben. Tats\u00e4chlich gibt es nicht mehr viele gro\u00dfe Rinder-Schlachth\u00f6fe in S\u00fcddeutschland. In der bayerischen Landesregierung kommt daher die Sorge vor Versorgungsengp\u00e4ssen und einem Strukturbruch auf. Denn Vion will sich im Zuge einer strategischen Neuausrichtung aus dem wettbewerbsintensiven deutschen Markt zur\u00fcckziehen und sich stattdessen st\u00e4rker auf die Benelux-L\u00e4nder konzentrieren. 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Das allerdings hat dem Kartellamt nicht ausgereicht. \u201eDiese Zusagen waren nicht geeignet, die Entstehung, beziehungsweise Verst\u00e4rkung der marktbeherrschenden Stellung auf den betroffenen M\u00e4rkten abzuwenden\u201c, hei\u00dft es von der Beh\u00f6rde. Dagegen habe sowohl die konkrete Ausgestaltung der Zusagen als auch die fehlende Unabh\u00e4ngigkeit der geplanten Erwerber von der T\u00f6nnies-Gruppe gesprochen. Nun k\u00f6nnte aber nochmal Bewegung in die Sache kommen. Denn PFG will parallel zum angestrengten Gerichtsverfahren wieder mit dem Kartellamt sprechen und scheint dabei zu zus\u00e4tzlichen Zugest\u00e4ndnissen bereit zu sein. Das jedenfalls hat Konzernchef T\u00f6nnies vor der WPV angedeutet. Wohl auch, weil mit Westfleisch pl\u00f6tzlich ein Wettbewerber Interesse an den Vion-Standorten im S\u00fcden anmeldet. Man pr\u00fcfe strategische Optionen f\u00fcr einen Markteintritt in S\u00fcddeutschland, hei\u00dft es von der Genossenschaft aus M\u00fcnster. Am offiziellen Vion-Verkaufsprozess im vergangenen Jahr hatte sich Westfleisch derweil nicht beteiligt. Branchenexperten sprechen den Westfalen ohnehin die n\u00f6tige Finanzkraft f\u00fcr eine \u00dcbernehme ab, genau wie anderen denkbaren K\u00e4ufern wie der M\u00fcller-Gruppe aus Baden-W\u00fcrttemberg oder Danish Crown. PFG-Chef T\u00f6nnies zeigt sich entsprechend \u00fcberrascht. \u201eEs muss ja gute Gr\u00fcnde geben, warum die Prozessbeteiligten Westfleisch nicht als Alternative gesehen haben, beziehungsweise warum sich Westfleisch nicht vorher intensiv bem\u00fcht hat.\u201c PFG erw\u00e4gt auch Antrag auf MinisterentscheidGleichwohl hat PFG erst einmal weiter das Zugriffsrecht. \u201eWir haben einen g\u00fcltigen Vertrag\u201c, sagt T\u00f6nnies. Und der gelte auch w\u00e4hrend des nun angestrengten Gerichtsverfahrens. \u201eGehen Sie davon aus, dass wir genug Zeit haben.\u201c Wie lange dieses Verfahren dauert, vermag der Unternehmer nicht zu prognostizieren. Monate werden es aber mindestens sein, sagen Beobachter, m\u00f6glicherweise Jahre. Schon die Fusionskontrolle hat rund neun Monate in Anspruch genommen. Vion bem\u00fcht sich derweil, keine Panik bei Lieferanten und Kunden aufkommen zu lassen. \u201eDie Entscheidung des Kartellamts hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Tagesgesch\u00e4ft\u201c, haben die Niederl\u00e4nder bereits klargestellt. \u201eAuch wenn das Ergebnis anders ausgefallen ist als geplant, bin ich voll und ganz davon \u00fcberzeugt, dass wir unsere M\u00e4rkte bedienen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend wir die Bewertung des Bundeskartellamts analysieren und die besten n\u00e4chsten Schritte festlegen\u201c, wird Tjarda Klimp zitiert, die Vorstandschefin der Vion Food Group.Eine H\u00e4ngepartie will PFG gleichwohl vermeiden. 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Zwar hat das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf die Ministererlaubnis aufgrund einer Klage von Rewe, Norma und Markant wieder au\u00dfer Kraft gesetzt. Nach einem Interessenausgleich zwischen den Beteiligten, in dem Fall einer Aufteilung der Filialen, wurden die Klagen zur\u00fcckgezogen und die Ministererlaubnis bestandskr\u00e4ftig.T\u00f6nnies sieht f\u00fcr sich das \u00f6ffentliche Interesse und glaubt damit eine Offenheit seitens der Politik. Denn die Sorge vor einem Strukturbruch und \u201edass Schlachth\u00f6fe dort langfristig nicht mehr existent sind\u201c, wie er es ausdr\u00fcckt, sei gro\u00df in der betroffenen Region. \u201eSollte es dort zu Schlie\u00dfungen kommen, werden die Transportwege f\u00fcr die Tiere bis zum n\u00e4chsten Schlachthof deutlich weiter. Das aber steht dem Tierwohl-Thema entgegen und verursacht zudem noch hohe Logistikkosten, die an die Verbraucher weitergegeben werden m\u00fcssen\u201c, ordnet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ein. T\u00f6nnies wiederum betont die Bedeutung seines Unternehmens f\u00fcr den Lebensmittelhandel. \u201eWir sind einer der gro\u00dfen Produzenten von SB-Fleisch und Lieferant s\u00e4mtlicher Bedientheken in Deutschland vom Supermarkt \u00fcber Metzgereien bis zu Caterern.\u201c Gemessen an den Nettoums\u00e4tzen ist PFG derzeit nach eigenen Angaben sogar der gr\u00f6\u00dfte Lieferant f\u00fcr den deutschen Lebensmittelhandel insgesamt, noch vor Konzernen wie Oetker, Coca-Cola, der Molkerei M\u00fcller oder Ferrero. Den Stammsitz in Rheda-Wiedenbr\u00fcck bezeichnet T\u00f6nnies als \u201egr\u00f6\u00dften Fleischbetrieb in Europa\u201c mit Schlachtung, Zerlegung und Weiterverarbeitung. 2024 lag der Umsatz seines Unternehmens bei fast acht Milliarden Euro. Und es gibt weitere Expansionspl\u00e4ne. \u201eWir sind offen f\u00fcr Investitionen jeglicher Art in der Lebensmittelbranche\u201c, sagt Eigent\u00fcmer T\u00f6nnies. Dazu k\u00f6nne zum Beispiel der Wachstumsbereich Gefl\u00fcgel geh\u00f6ren. Bislang ist PFG lediglich Verarbeiter von Gefl\u00fcgelfleisch, hat in diesem Segment aber keine Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Schlachtung und Zerlegung. \u201eWenn man da Richtung Osteuropa denkt, gibt es sicherlich gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten.\u201c In Deutschland sei es dagegen eher schwierig. Jenseits des klassischen Fleischgesch\u00e4fts mit Schweinen und Rindern ist PFG bereits t\u00e4tig in Bereichen wie Tierfutter, alternative Proteine, also vegane Produkte, Insekten-Nahrungsmittel, Bio-Kerosin, Logistik und Lagerhaltung f\u00fcr Ultrafrische- und Tiefk\u00fchlprodukte oder auch KI und Versicherungen. Zweitgr\u00f6\u00dftes Standbein aber ist das Thema Wurst mit der Konzerntochter Zur-M\u00fchlen-Gruppe, dem hierzulande gr\u00f6\u00dften Hersteller in diesem Segment. Und auch da gibt es aktuell Bewegung und ein m\u00f6gliches Kartellthema. Denn PFG will als Investor bei seinem gr\u00f6\u00dften, aktuell aber angeschlagenen Konkurrenten The Family Butchers (TFB) einsteigen. Geplant ist die \u00dcbernahme von knapp 49 Prozent der Anteile \u2013 wenn das Kartellamt zustimmt. Wobei T\u00f6nnies keine Probleme sieht, wie er vor der WPV betont hat. \u201eDer Wurstmarkt ist komplett anders aufgestellt als der Fleischmarkt\u201c, begr\u00fcndet der Sohn von Firmenmitgr\u00fcnder Clemens T\u00f6nnies. So komme erst gar nicht zur Grundthematik des Schlacht-Themas. \u201eFleisch wird europa-, bei Gefl\u00fcgel weltweit eingekauft, irgendwohin transportiert und dann ein Produkt erzeugt.\u201c Und da gebe es ausreichend Wettbewerb mit in Deutschland rund 250 mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gten Wurstfabriken und dazu eigenen Werken des Lebensmittelhandels mit allein fast sechs Milliarden Euro Umsatz. \u201eDeswegen sehen wir dort keine Hemmnisse f\u00fcr eine Kartellfreigabe.\u201c Beh\u00f6rden-Chef Andreas Mundt h\u00e4lt sich derweil bedeckt. Eine Einsch\u00e4tzung wollte er k\u00fcrzlich bei der Vorlage der Jahresbilanz des Kartellamts nicht geben. Der entsprechende Antrag sei aber auch noch nicht eingegangen. Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. Er berichtet \u00fcber Handel und Konsumg\u00fcter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"noindex, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Machtkampf um die Schlachth\u00f6fe \u2013 T\u00f6nnies legt sich mit dem Kartellamt an - vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Fleischkonzern Premium Food Group (PFG) wehrt sich gegen eine Verbotsentscheidung des Bundeskartellamts. 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T\u00f6nnies indes h\u00e4lt die Bewertung der Marktposition f\u00fcr falsch: \u201eWeil wir ein Angebot gemacht haben, das ausreichend Wettbewerb geschaffen h\u00e4tte.\u201c Zudem gebe es ein \u00fcberragendes Gemeinwohlinteresse. \u201eEs geht um nichts weniger als die Zukunft der landwirtschaftlichen Tierhaltung in S\u00fcddeutschland.\u201c Seit der negativen Entscheidung des Kartellamts habe es zahlreiche Hilferufe von Landwirten, aber auch von anderer Seite gegeben. Tats\u00e4chlich gibt es nicht mehr viele gro\u00dfe Rinder-Schlachth\u00f6fe in S\u00fcddeutschland. In der bayerischen Landesregierung kommt daher die Sorge vor Versorgungsengp\u00e4ssen und einem Strukturbruch auf. Denn Vion will sich im Zuge einer strategischen Neuausrichtung aus dem wettbewerbsintensiven deutschen Markt zur\u00fcckziehen und sich stattdessen st\u00e4rker auf die Benelux-L\u00e4nder konzentrieren. Und damit k\u00f6nnten bei einem gescheiterten Verkauf auch Schlie\u00dfungen drohen. \u201eAnstatt froh zu sein, dass ein deutsches Unternehmen Schlachth\u00f6fe \u00fcbernimmt und in die Zukunft investiert, schiebt das Kartellamt den Riegel vor. Dieser Schritt ist f\u00fcr mich absolut nicht nachvollziehbar\u201c, beklagt Michaela Kaniber, die bayerische CSU-Staatsministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten. \u201eWir wollen kurze Transportwege, eine sichere Ern\u00e4hrungsversorgung und die Wertsch\u00f6pfung m\u00f6glichst im eigenen Land behalten.\u201cDass es kartellrechtlich schwierig werden k\u00f6nnte, d\u00fcrfte allen Beteiligten indes klar gewesen sein. Immerhin ist T\u00f6nnies das mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Schlachtunternehmen hierzulande und Vion hinter Westfleisch die Nummer drei im Markt. Um Bedenken auszur\u00e4umen, wollte PFG dem Vernehmen nach im Zuge der geplanten \u00dcbernahme einen Betrieb abgeben und einen weiteren verpachten. Das allerdings hat dem Kartellamt nicht ausgereicht. \u201eDiese Zusagen waren nicht geeignet, die Entstehung, beziehungsweise Verst\u00e4rkung der marktbeherrschenden Stellung auf den betroffenen M\u00e4rkten abzuwenden\u201c, hei\u00dft es von der Beh\u00f6rde. Dagegen habe sowohl die konkrete Ausgestaltung der Zusagen als auch die fehlende Unabh\u00e4ngigkeit der geplanten Erwerber von der T\u00f6nnies-Gruppe gesprochen. Nun k\u00f6nnte aber nochmal Bewegung in die Sache kommen. Denn PFG will parallel zum angestrengten Gerichtsverfahren wieder mit dem Kartellamt sprechen und scheint dabei zu zus\u00e4tzlichen Zugest\u00e4ndnissen bereit zu sein. Das jedenfalls hat Konzernchef T\u00f6nnies vor der WPV angedeutet. Wohl auch, weil mit Westfleisch pl\u00f6tzlich ein Wettbewerber Interesse an den Vion-Standorten im S\u00fcden anmeldet. Man pr\u00fcfe strategische Optionen f\u00fcr einen Markteintritt in S\u00fcddeutschland, hei\u00dft es von der Genossenschaft aus M\u00fcnster. Am offiziellen Vion-Verkaufsprozess im vergangenen Jahr hatte sich Westfleisch derweil nicht beteiligt. Branchenexperten sprechen den Westfalen ohnehin die n\u00f6tige Finanzkraft f\u00fcr eine \u00dcbernehme ab, genau wie anderen denkbaren K\u00e4ufern wie der M\u00fcller-Gruppe aus Baden-W\u00fcrttemberg oder Danish Crown. PFG-Chef T\u00f6nnies zeigt sich entsprechend \u00fcberrascht. \u201eEs muss ja gute Gr\u00fcnde geben, warum die Prozessbeteiligten Westfleisch nicht als Alternative gesehen haben, beziehungsweise warum sich Westfleisch nicht vorher intensiv bem\u00fcht hat.\u201c PFG erw\u00e4gt auch Antrag auf MinisterentscheidGleichwohl hat PFG erst einmal weiter das Zugriffsrecht. \u201eWir haben einen g\u00fcltigen Vertrag\u201c, sagt T\u00f6nnies. Und der gelte auch w\u00e4hrend des nun angestrengten Gerichtsverfahrens. \u201eGehen Sie davon aus, dass wir genug Zeit haben.\u201c Wie lange dieses Verfahren dauert, vermag der Unternehmer nicht zu prognostizieren. Monate werden es aber mindestens sein, sagen Beobachter, m\u00f6glicherweise Jahre. Schon die Fusionskontrolle hat rund neun Monate in Anspruch genommen. Vion bem\u00fcht sich derweil, keine Panik bei Lieferanten und Kunden aufkommen zu lassen. \u201eDie Entscheidung des Kartellamts hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Tagesgesch\u00e4ft\u201c, haben die Niederl\u00e4nder bereits klargestellt. \u201eAuch wenn das Ergebnis anders ausgefallen ist als geplant, bin ich voll und ganz davon \u00fcberzeugt, dass wir unsere M\u00e4rkte bedienen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend wir die Bewertung des Bundeskartellamts analysieren und die besten n\u00e4chsten Schritte festlegen\u201c, wird Tjarda Klimp zitiert, die Vorstandschefin der Vion Food Group.Eine H\u00e4ngepartie will PFG gleichwohl vermeiden. Deshalb erw\u00e4gen die Ostwestfalen parallel zum Gerichtsverfahren und neuen Gespr\u00e4chen mit dem Kartellamt auch eine politische L\u00f6sung. \u201eWir sind als Unternehmen in der Pflicht, jede M\u00f6glichkeit zu pr\u00fcfen. Dazu geh\u00f6rt logischerweise auch ein Ministerentscheid.\u201c Auch wenn das nat\u00fcrlich der Weg sei mit den h\u00f6chsten H\u00fcrden. Bei diesem Verfahren kann das Bundeswirtschaftsministerium eine vom Kartellamt untersagte Fusion doch noch erlauben, etwa wenn ein \u00fcberragendes \u00f6ffentliches Interesse besteht. Genutzt wurde dieses Instrument seit Einf\u00fchrung der Fusionskontrolle \u00e4u\u00dferst selten. Der letzte gro\u00dfe Fall war 2016 die nachtr\u00e4gliche Erlaubnis des damaligen Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD), der die \u00dcbernahme der Supermarktkette Tengelmann durch Konkurrent Edeka unter Auflagen und gegen den Willen der Wettbewerbsh\u00fcter durchgewunken hat. Zwar hat das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf die Ministererlaubnis aufgrund einer Klage von Rewe, Norma und Markant wieder au\u00dfer Kraft gesetzt. Nach einem Interessenausgleich zwischen den Beteiligten, in dem Fall einer Aufteilung der Filialen, wurden die Klagen zur\u00fcckgezogen und die Ministererlaubnis bestandskr\u00e4ftig.T\u00f6nnies sieht f\u00fcr sich das \u00f6ffentliche Interesse und glaubt damit eine Offenheit seitens der Politik. Denn die Sorge vor einem Strukturbruch und \u201edass Schlachth\u00f6fe dort langfristig nicht mehr existent sind\u201c, wie er es ausdr\u00fcckt, sei gro\u00df in der betroffenen Region. \u201eSollte es dort zu Schlie\u00dfungen kommen, werden die Transportwege f\u00fcr die Tiere bis zum n\u00e4chsten Schlachthof deutlich weiter. Das aber steht dem Tierwohl-Thema entgegen und verursacht zudem noch hohe Logistikkosten, die an die Verbraucher weitergegeben werden m\u00fcssen\u201c, ordnet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ein. T\u00f6nnies wiederum betont die Bedeutung seines Unternehmens f\u00fcr den Lebensmittelhandel. \u201eWir sind einer der gro\u00dfen Produzenten von SB-Fleisch und Lieferant s\u00e4mtlicher Bedientheken in Deutschland vom Supermarkt \u00fcber Metzgereien bis zu Caterern.\u201c Gemessen an den Nettoums\u00e4tzen ist PFG derzeit nach eigenen Angaben sogar der gr\u00f6\u00dfte Lieferant f\u00fcr den deutschen Lebensmittelhandel insgesamt, noch vor Konzernen wie Oetker, Coca-Cola, der Molkerei M\u00fcller oder Ferrero. Den Stammsitz in Rheda-Wiedenbr\u00fcck bezeichnet T\u00f6nnies als \u201egr\u00f6\u00dften Fleischbetrieb in Europa\u201c mit Schlachtung, Zerlegung und Weiterverarbeitung. 2024 lag der Umsatz seines Unternehmens bei fast acht Milliarden Euro. Und es gibt weitere Expansionspl\u00e4ne. \u201eWir sind offen f\u00fcr Investitionen jeglicher Art in der Lebensmittelbranche\u201c, sagt Eigent\u00fcmer T\u00f6nnies. Dazu k\u00f6nne zum Beispiel der Wachstumsbereich Gefl\u00fcgel geh\u00f6ren. Bislang ist PFG lediglich Verarbeiter von Gefl\u00fcgelfleisch, hat in diesem Segment aber keine Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Schlachtung und Zerlegung. \u201eWenn man da Richtung Osteuropa denkt, gibt es sicherlich gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten.\u201c In Deutschland sei es dagegen eher schwierig. Jenseits des klassischen Fleischgesch\u00e4fts mit Schweinen und Rindern ist PFG bereits t\u00e4tig in Bereichen wie Tierfutter, alternative Proteine, also vegane Produkte, Insekten-Nahrungsmittel, Bio-Kerosin, Logistik und Lagerhaltung f\u00fcr Ultrafrische- und Tiefk\u00fchlprodukte oder auch KI und Versicherungen. Zweitgr\u00f6\u00dftes Standbein aber ist das Thema Wurst mit der Konzerntochter Zur-M\u00fchlen-Gruppe, dem hierzulande gr\u00f6\u00dften Hersteller in diesem Segment. Und auch da gibt es aktuell Bewegung und ein m\u00f6gliches Kartellthema. Denn PFG will als Investor bei seinem gr\u00f6\u00dften, aktuell aber angeschlagenen Konkurrenten The Family Butchers (TFB) einsteigen. Geplant ist die \u00dcbernahme von knapp 49 Prozent der Anteile \u2013 wenn das Kartellamt zustimmt. Wobei T\u00f6nnies keine Probleme sieht, wie er vor der WPV betont hat. \u201eDer Wurstmarkt ist komplett anders aufgestellt als der Fleischmarkt\u201c, begr\u00fcndet der Sohn von Firmenmitgr\u00fcnder Clemens T\u00f6nnies. So komme erst gar nicht zur Grundthematik des Schlacht-Themas. \u201eFleisch wird europa-, bei Gefl\u00fcgel weltweit eingekauft, irgendwohin transportiert und dann ein Produkt erzeugt.\u201c Und da gebe es ausreichend Wettbewerb mit in Deutschland rund 250 mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gten Wurstfabriken und dazu eigenen Werken des Lebensmittelhandels mit allein fast sechs Milliarden Euro Umsatz. \u201eDeswegen sehen wir dort keine Hemmnisse f\u00fcr eine Kartellfreigabe.\u201c Beh\u00f6rden-Chef Andreas Mundt h\u00e4lt sich derweil bedeckt. Eine Einsch\u00e4tzung wollte er k\u00fcrzlich bei der Vorlage der Jahresbilanz des Kartellamts nicht geben. Der entsprechende Antrag sei aber auch noch nicht eingegangen. Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in D\u00fcsseldorf. 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T\u00f6nnies indes h\u00e4lt die Bewertung der Marktposition f\u00fcr falsch: \u201eWeil wir ein Angebot gemacht haben, das ausreichend Wettbewerb geschaffen h\u00e4tte.\u201c Zudem gebe es ein \u00fcberragendes Gemeinwohlinteresse. \u201eEs geht um nichts weniger als die Zukunft der landwirtschaftlichen Tierhaltung in S\u00fcddeutschland.\u201c Seit der negativen Entscheidung des Kartellamts habe es zahlreiche Hilferufe von Landwirten, aber auch von anderer Seite gegeben. Tats\u00e4chlich gibt es nicht mehr viele gro\u00dfe Rinder-Schlachth\u00f6fe in S\u00fcddeutschland. In der bayerischen Landesregierung kommt daher die Sorge vor Versorgungsengp\u00e4ssen und einem Strukturbruch auf. Denn Vion will sich im Zuge einer strategischen Neuausrichtung aus dem wettbewerbsintensiven deutschen Markt zur\u00fcckziehen und sich stattdessen st\u00e4rker auf die Benelux-L\u00e4nder konzentrieren. Und damit k\u00f6nnten bei einem gescheiterten Verkauf auch Schlie\u00dfungen drohen. \u201eAnstatt froh zu sein, dass ein deutsches Unternehmen Schlachth\u00f6fe \u00fcbernimmt und in die Zukunft investiert, schiebt das Kartellamt den Riegel vor. Dieser Schritt ist f\u00fcr mich absolut nicht nachvollziehbar\u201c, beklagt Michaela Kaniber, die bayerische CSU-Staatsministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten. \u201eWir wollen kurze Transportwege, eine sichere Ern\u00e4hrungsversorgung und die Wertsch\u00f6pfung m\u00f6glichst im eigenen Land behalten.\u201cDass es kartellrechtlich schwierig werden k\u00f6nnte, d\u00fcrfte allen Beteiligten indes klar gewesen sein. Immerhin ist T\u00f6nnies das mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Schlachtunternehmen hierzulande und Vion hinter Westfleisch die Nummer drei im Markt. Um Bedenken auszur\u00e4umen, wollte PFG dem Vernehmen nach im Zuge der geplanten \u00dcbernahme einen Betrieb abgeben und einen weiteren verpachten. Das allerdings hat dem Kartellamt nicht ausgereicht. \u201eDiese Zusagen waren nicht geeignet, die Entstehung, beziehungsweise Verst\u00e4rkung der marktbeherrschenden Stellung auf den betroffenen M\u00e4rkten abzuwenden\u201c, hei\u00dft es von der Beh\u00f6rde. Dagegen habe sowohl die konkrete Ausgestaltung der Zusagen als auch die fehlende Unabh\u00e4ngigkeit der geplanten Erwerber von der T\u00f6nnies-Gruppe gesprochen. Nun k\u00f6nnte aber nochmal Bewegung in die Sache kommen. Denn PFG will parallel zum angestrengten Gerichtsverfahren wieder mit dem Kartellamt sprechen und scheint dabei zu zus\u00e4tzlichen Zugest\u00e4ndnissen bereit zu sein. Das jedenfalls hat Konzernchef T\u00f6nnies vor der WPV angedeutet. Wohl auch, weil mit Westfleisch pl\u00f6tzlich ein Wettbewerber Interesse an den Vion-Standorten im S\u00fcden anmeldet. Man pr\u00fcfe strategische Optionen f\u00fcr einen Markteintritt in S\u00fcddeutschland, hei\u00dft es von der Genossenschaft aus M\u00fcnster. Am offiziellen Vion-Verkaufsprozess im vergangenen Jahr hatte sich Westfleisch derweil nicht beteiligt. Branchenexperten sprechen den Westfalen ohnehin die n\u00f6tige Finanzkraft f\u00fcr eine \u00dcbernehme ab, genau wie anderen denkbaren K\u00e4ufern wie der M\u00fcller-Gruppe aus Baden-W\u00fcrttemberg oder Danish Crown. PFG-Chef T\u00f6nnies zeigt sich entsprechend \u00fcberrascht. \u201eEs muss ja gute Gr\u00fcnde geben, warum die Prozessbeteiligten Westfleisch nicht als Alternative gesehen haben, beziehungsweise warum sich Westfleisch nicht vorher intensiv bem\u00fcht hat.\u201c PFG erw\u00e4gt auch Antrag auf MinisterentscheidGleichwohl hat PFG erst einmal weiter das Zugriffsrecht. \u201eWir haben einen g\u00fcltigen Vertrag\u201c, sagt T\u00f6nnies. Und der gelte auch w\u00e4hrend des nun angestrengten Gerichtsverfahrens. \u201eGehen Sie davon aus, dass wir genug Zeit haben.\u201c Wie lange dieses Verfahren dauert, vermag der Unternehmer nicht zu prognostizieren. Monate werden es aber mindestens sein, sagen Beobachter, m\u00f6glicherweise Jahre. Schon die Fusionskontrolle hat rund neun Monate in Anspruch genommen. Vion bem\u00fcht sich derweil, keine Panik bei Lieferanten und Kunden aufkommen zu lassen. \u201eDie Entscheidung des Kartellamts hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Tagesgesch\u00e4ft\u201c, haben die Niederl\u00e4nder bereits klargestellt. \u201eAuch wenn das Ergebnis anders ausgefallen ist als geplant, bin ich voll und ganz davon \u00fcberzeugt, dass wir unsere M\u00e4rkte bedienen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend wir die Bewertung des Bundeskartellamts analysieren und die besten n\u00e4chsten Schritte festlegen\u201c, wird Tjarda Klimp zitiert, die Vorstandschefin der Vion Food Group.Eine H\u00e4ngepartie will PFG gleichwohl vermeiden. Deshalb erw\u00e4gen die Ostwestfalen parallel zum Gerichtsverfahren und neuen Gespr\u00e4chen mit dem Kartellamt auch eine politische L\u00f6sung. \u201eWir sind als Unternehmen in der Pflicht, jede M\u00f6glichkeit zu pr\u00fcfen. Dazu geh\u00f6rt logischerweise auch ein Ministerentscheid.\u201c Auch wenn das nat\u00fcrlich der Weg sei mit den h\u00f6chsten H\u00fcrden. Bei diesem Verfahren kann das Bundeswirtschaftsministerium eine vom Kartellamt untersagte Fusion doch noch erlauben, etwa wenn ein \u00fcberragendes \u00f6ffentliches Interesse besteht. Genutzt wurde dieses Instrument seit Einf\u00fchrung der Fusionskontrolle \u00e4u\u00dferst selten. Der letzte gro\u00dfe Fall war 2016 die nachtr\u00e4gliche Erlaubnis des damaligen Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD), der die \u00dcbernahme der Supermarktkette Tengelmann durch Konkurrent Edeka unter Auflagen und gegen den Willen der Wettbewerbsh\u00fcter durchgewunken hat. Zwar hat das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf die Ministererlaubnis aufgrund einer Klage von Rewe, Norma und Markant wieder au\u00dfer Kraft gesetzt. Nach einem Interessenausgleich zwischen den Beteiligten, in dem Fall einer Aufteilung der Filialen, wurden die Klagen zur\u00fcckgezogen und die Ministererlaubnis bestandskr\u00e4ftig.T\u00f6nnies sieht f\u00fcr sich das \u00f6ffentliche Interesse und glaubt damit eine Offenheit seitens der Politik. Denn die Sorge vor einem Strukturbruch und \u201edass Schlachth\u00f6fe dort langfristig nicht mehr existent sind\u201c, wie er es ausdr\u00fcckt, sei gro\u00df in der betroffenen Region. \u201eSollte es dort zu Schlie\u00dfungen kommen, werden die Transportwege f\u00fcr die Tiere bis zum n\u00e4chsten Schlachthof deutlich weiter. Das aber steht dem Tierwohl-Thema entgegen und verursacht zudem noch hohe Logistikkosten, die an die Verbraucher weitergegeben werden m\u00fcssen\u201c, ordnet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ein. T\u00f6nnies wiederum betont die Bedeutung seines Unternehmens f\u00fcr den Lebensmittelhandel. \u201eWir sind einer der gro\u00dfen Produzenten von SB-Fleisch und Lieferant s\u00e4mtlicher Bedientheken in Deutschland vom Supermarkt \u00fcber Metzgereien bis zu Caterern.\u201c Gemessen an den Nettoums\u00e4tzen ist PFG derzeit nach eigenen Angaben sogar der gr\u00f6\u00dfte Lieferant f\u00fcr den deutschen Lebensmittelhandel insgesamt, noch vor Konzernen wie Oetker, Coca-Cola, der Molkerei M\u00fcller oder Ferrero. Den Stammsitz in Rheda-Wiedenbr\u00fcck bezeichnet T\u00f6nnies als \u201egr\u00f6\u00dften Fleischbetrieb in Europa\u201c mit Schlachtung, Zerlegung und Weiterverarbeitung. 2024 lag der Umsatz seines Unternehmens bei fast acht Milliarden Euro. Und es gibt weitere Expansionspl\u00e4ne. \u201eWir sind offen f\u00fcr Investitionen jeglicher Art in der Lebensmittelbranche\u201c, sagt Eigent\u00fcmer T\u00f6nnies. Dazu k\u00f6nne zum Beispiel der Wachstumsbereich Gefl\u00fcgel geh\u00f6ren. Bislang ist PFG lediglich Verarbeiter von Gefl\u00fcgelfleisch, hat in diesem Segment aber keine Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Schlachtung und Zerlegung. \u201eWenn man da Richtung Osteuropa denkt, gibt es sicherlich gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten.\u201c In Deutschland sei es dagegen eher schwierig. Jenseits des klassischen Fleischgesch\u00e4fts mit Schweinen und Rindern ist PFG bereits t\u00e4tig in Bereichen wie Tierfutter, alternative Proteine, also vegane Produkte, Insekten-Nahrungsmittel, Bio-Kerosin, Logistik und Lagerhaltung f\u00fcr Ultrafrische- und Tiefk\u00fchlprodukte oder auch KI und Versicherungen. Zweitgr\u00f6\u00dftes Standbein aber ist das Thema Wurst mit der Konzerntochter Zur-M\u00fchlen-Gruppe, dem hierzulande gr\u00f6\u00dften Hersteller in diesem Segment. Und auch da gibt es aktuell Bewegung und ein m\u00f6gliches Kartellthema. 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Und damit k\u00f6nnten bei einem gescheiterten Verkauf auch Schlie\u00dfungen drohen. \u201eAnstatt froh zu sein, dass ein deutsches Unternehmen Schlachth\u00f6fe \u00fcbernimmt und in die Zukunft investiert, schiebt das Kartellamt den Riegel vor. Dieser Schritt ist f\u00fcr mich absolut nicht nachvollziehbar\u201c, beklagt Michaela Kaniber, die bayerische CSU-Staatsministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten. \u201eWir wollen kurze Transportwege, eine sichere Ern\u00e4hrungsversorgung und die Wertsch\u00f6pfung m\u00f6glichst im eigenen Land behalten.\u201cDass es kartellrechtlich schwierig werden k\u00f6nnte, d\u00fcrfte allen Beteiligten indes klar gewesen sein. Immerhin ist T\u00f6nnies das mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Schlachtunternehmen hierzulande und Vion hinter Westfleisch die Nummer drei im Markt. Um Bedenken auszur\u00e4umen, wollte PFG dem Vernehmen nach im Zuge der geplanten \u00dcbernahme einen Betrieb abgeben und einen weiteren verpachten. Das allerdings hat dem Kartellamt nicht ausgereicht. \u201eDiese Zusagen waren nicht geeignet, die Entstehung, beziehungsweise Verst\u00e4rkung der marktbeherrschenden Stellung auf den betroffenen M\u00e4rkten abzuwenden\u201c, hei\u00dft es von der Beh\u00f6rde. Dagegen habe sowohl die konkrete Ausgestaltung der Zusagen als auch die fehlende Unabh\u00e4ngigkeit der geplanten Erwerber von der T\u00f6nnies-Gruppe gesprochen. Nun k\u00f6nnte aber nochmal Bewegung in die Sache kommen. Denn PFG will parallel zum angestrengten Gerichtsverfahren wieder mit dem Kartellamt sprechen und scheint dabei zu zus\u00e4tzlichen Zugest\u00e4ndnissen bereit zu sein. Das jedenfalls hat Konzernchef T\u00f6nnies vor der WPV angedeutet. Wohl auch, weil mit Westfleisch pl\u00f6tzlich ein Wettbewerber Interesse an den Vion-Standorten im S\u00fcden anmeldet. Man pr\u00fcfe strategische Optionen f\u00fcr einen Markteintritt in S\u00fcddeutschland, hei\u00dft es von der Genossenschaft aus M\u00fcnster. Am offiziellen Vion-Verkaufsprozess im vergangenen Jahr hatte sich Westfleisch derweil nicht beteiligt. Branchenexperten sprechen den Westfalen ohnehin die n\u00f6tige Finanzkraft f\u00fcr eine \u00dcbernehme ab, genau wie anderen denkbaren K\u00e4ufern wie der M\u00fcller-Gruppe aus Baden-W\u00fcrttemberg oder Danish Crown. PFG-Chef T\u00f6nnies zeigt sich entsprechend \u00fcberrascht. \u201eEs muss ja gute Gr\u00fcnde geben, warum die Prozessbeteiligten Westfleisch nicht als Alternative gesehen haben, beziehungsweise warum sich Westfleisch nicht vorher intensiv bem\u00fcht hat.\u201c PFG erw\u00e4gt auch Antrag auf MinisterentscheidGleichwohl hat PFG erst einmal weiter das Zugriffsrecht. \u201eWir haben einen g\u00fcltigen Vertrag\u201c, sagt T\u00f6nnies. Und der gelte auch w\u00e4hrend des nun angestrengten Gerichtsverfahrens. \u201eGehen Sie davon aus, dass wir genug Zeit haben.\u201c Wie lange dieses Verfahren dauert, vermag der Unternehmer nicht zu prognostizieren. Monate werden es aber mindestens sein, sagen Beobachter, m\u00f6glicherweise Jahre. Schon die Fusionskontrolle hat rund neun Monate in Anspruch genommen. Vion bem\u00fcht sich derweil, keine Panik bei Lieferanten und Kunden aufkommen zu lassen. \u201eDie Entscheidung des Kartellamts hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Tagesgesch\u00e4ft\u201c, haben die Niederl\u00e4nder bereits klargestellt. \u201eAuch wenn das Ergebnis anders ausgefallen ist als geplant, bin ich voll und ganz davon \u00fcberzeugt, dass wir unsere M\u00e4rkte bedienen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend wir die Bewertung des Bundeskartellamts analysieren und die besten n\u00e4chsten Schritte festlegen\u201c, wird Tjarda Klimp zitiert, die Vorstandschefin der Vion Food Group.Eine H\u00e4ngepartie will PFG gleichwohl vermeiden. Deshalb erw\u00e4gen die Ostwestfalen parallel zum Gerichtsverfahren und neuen Gespr\u00e4chen mit dem Kartellamt auch eine politische L\u00f6sung. \u201eWir sind als Unternehmen in der Pflicht, jede M\u00f6glichkeit zu pr\u00fcfen. Dazu geh\u00f6rt logischerweise auch ein Ministerentscheid.\u201c Auch wenn das nat\u00fcrlich der Weg sei mit den h\u00f6chsten H\u00fcrden. Bei diesem Verfahren kann das Bundeswirtschaftsministerium eine vom Kartellamt untersagte Fusion doch noch erlauben, etwa wenn ein \u00fcberragendes \u00f6ffentliches Interesse besteht. Genutzt wurde dieses Instrument seit Einf\u00fchrung der Fusionskontrolle \u00e4u\u00dferst selten. Der letzte gro\u00dfe Fall war 2016 die nachtr\u00e4gliche Erlaubnis des damaligen Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD), der die \u00dcbernahme der Supermarktkette Tengelmann durch Konkurrent Edeka unter Auflagen und gegen den Willen der Wettbewerbsh\u00fcter durchgewunken hat. Zwar hat das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf die Ministererlaubnis aufgrund einer Klage von Rewe, Norma und Markant wieder au\u00dfer Kraft gesetzt. Nach einem Interessenausgleich zwischen den Beteiligten, in dem Fall einer Aufteilung der Filialen, wurden die Klagen zur\u00fcckgezogen und die Ministererlaubnis bestandskr\u00e4ftig.T\u00f6nnies sieht f\u00fcr sich das \u00f6ffentliche Interesse und glaubt damit eine Offenheit seitens der Politik. Denn die Sorge vor einem Strukturbruch und \u201edass Schlachth\u00f6fe dort langfristig nicht mehr existent sind\u201c, wie er es ausdr\u00fcckt, sei gro\u00df in der betroffenen Region. \u201eSollte es dort zu Schlie\u00dfungen kommen, werden die Transportwege f\u00fcr die Tiere bis zum n\u00e4chsten Schlachthof deutlich weiter. Das aber steht dem Tierwohl-Thema entgegen und verursacht zudem noch hohe Logistikkosten, die an die Verbraucher weitergegeben werden m\u00fcssen\u201c, ordnet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ein. T\u00f6nnies wiederum betont die Bedeutung seines Unternehmens f\u00fcr den Lebensmittelhandel. \u201eWir sind einer der gro\u00dfen Produzenten von SB-Fleisch und Lieferant s\u00e4mtlicher Bedientheken in Deutschland vom Supermarkt \u00fcber Metzgereien bis zu Caterern.\u201c Gemessen an den Nettoums\u00e4tzen ist PFG derzeit nach eigenen Angaben sogar der gr\u00f6\u00dfte Lieferant f\u00fcr den deutschen Lebensmittelhandel insgesamt, noch vor Konzernen wie Oetker, Coca-Cola, der Molkerei M\u00fcller oder Ferrero. Den Stammsitz in Rheda-Wiedenbr\u00fcck bezeichnet T\u00f6nnies als \u201egr\u00f6\u00dften Fleischbetrieb in Europa\u201c mit Schlachtung, Zerlegung und Weiterverarbeitung. 2024 lag der Umsatz seines Unternehmens bei fast acht Milliarden Euro. Und es gibt weitere Expansionspl\u00e4ne. \u201eWir sind offen f\u00fcr Investitionen jeglicher Art in der Lebensmittelbranche\u201c, sagt Eigent\u00fcmer T\u00f6nnies. Dazu k\u00f6nne zum Beispiel der Wachstumsbereich Gefl\u00fcgel geh\u00f6ren. Bislang ist PFG lediglich Verarbeiter von Gefl\u00fcgelfleisch, hat in diesem Segment aber keine Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Schlachtung und Zerlegung. \u201eWenn man da Richtung Osteuropa denkt, gibt es sicherlich gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten.\u201c In Deutschland sei es dagegen eher schwierig. Jenseits des klassischen Fleischgesch\u00e4fts mit Schweinen und Rindern ist PFG bereits t\u00e4tig in Bereichen wie Tierfutter, alternative Proteine, also vegane Produkte, Insekten-Nahrungsmittel, Bio-Kerosin, Logistik und Lagerhaltung f\u00fcr Ultrafrische- und Tiefk\u00fchlprodukte oder auch KI und Versicherungen. Zweitgr\u00f6\u00dftes Standbein aber ist das Thema Wurst mit der Konzerntochter Zur-M\u00fchlen-Gruppe, dem hierzulande gr\u00f6\u00dften Hersteller in diesem Segment. Und auch da gibt es aktuell Bewegung und ein m\u00f6gliches Kartellthema. Denn PFG will als Investor bei seinem gr\u00f6\u00dften, aktuell aber angeschlagenen Konkurrenten The Family Butchers (TFB) einsteigen. Geplant ist die \u00dcbernahme von knapp 49 Prozent der Anteile \u2013 wenn das Kartellamt zustimmt. Wobei T\u00f6nnies keine Probleme sieht, wie er vor der WPV betont hat. \u201eDer Wurstmarkt ist komplett anders aufgestellt als der Fleischmarkt\u201c, begr\u00fcndet der Sohn von Firmenmitgr\u00fcnder Clemens T\u00f6nnies. 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Monate werden es aber mindestens sein, sagen Beobachter, m\u00f6glicherweise Jahre. Schon die Fusionskontrolle hat rund neun Monate in Anspruch genommen. Vion bem\u00fcht sich derweil, keine Panik bei Lieferanten und Kunden aufkommen zu lassen. \u201eDie Entscheidung des Kartellamts hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Tagesgesch\u00e4ft\u201c, haben die Niederl\u00e4nder bereits klargestellt. \u201eAuch wenn das Ergebnis anders ausgefallen ist als geplant, bin ich voll und ganz davon \u00fcberzeugt, dass wir unsere M\u00e4rkte bedienen k\u00f6nnen, w\u00e4hrend wir die Bewertung des Bundeskartellamts analysieren und die besten n\u00e4chsten Schritte festlegen\u201c, wird Tjarda Klimp zitiert, die Vorstandschefin der Vion Food Group.Eine H\u00e4ngepartie will PFG gleichwohl vermeiden. Deshalb erw\u00e4gen die Ostwestfalen parallel zum Gerichtsverfahren und neuen Gespr\u00e4chen mit dem Kartellamt auch eine politische L\u00f6sung. \u201eWir sind als Unternehmen in der Pflicht, jede M\u00f6glichkeit zu pr\u00fcfen. Dazu geh\u00f6rt logischerweise auch ein Ministerentscheid.\u201c Auch wenn das nat\u00fcrlich der Weg sei mit den h\u00f6chsten H\u00fcrden. Bei diesem Verfahren kann das Bundeswirtschaftsministerium eine vom Kartellamt untersagte Fusion doch noch erlauben, etwa wenn ein \u00fcberragendes \u00f6ffentliches Interesse besteht. Genutzt wurde dieses Instrument seit Einf\u00fchrung der Fusionskontrolle \u00e4u\u00dferst selten. Der letzte gro\u00dfe Fall war 2016 die nachtr\u00e4gliche Erlaubnis des damaligen Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD), der die \u00dcbernahme der Supermarktkette Tengelmann durch Konkurrent Edeka unter Auflagen und gegen den Willen der Wettbewerbsh\u00fcter durchgewunken hat. Zwar hat das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf die Ministererlaubnis aufgrund einer Klage von Rewe, Norma und Markant wieder au\u00dfer Kraft gesetzt. Nach einem Interessenausgleich zwischen den Beteiligten, in dem Fall einer Aufteilung der Filialen, wurden die Klagen zur\u00fcckgezogen und die Ministererlaubnis bestandskr\u00e4ftig.T\u00f6nnies sieht f\u00fcr sich das \u00f6ffentliche Interesse und glaubt damit eine Offenheit seitens der Politik. Denn die Sorge vor einem Strukturbruch und \u201edass Schlachth\u00f6fe dort langfristig nicht mehr existent sind\u201c, wie er es ausdr\u00fcckt, sei gro\u00df in der betroffenen Region. \u201eSollte es dort zu Schlie\u00dfungen kommen, werden die Transportwege f\u00fcr die Tiere bis zum n\u00e4chsten Schlachthof deutlich weiter. Das aber steht dem Tierwohl-Thema entgegen und verursacht zudem noch hohe Logistikkosten, die an die Verbraucher weitergegeben werden m\u00fcssen\u201c, ordnet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ein. T\u00f6nnies wiederum betont die Bedeutung seines Unternehmens f\u00fcr den Lebensmittelhandel. \u201eWir sind einer der gro\u00dfen Produzenten von SB-Fleisch und Lieferant s\u00e4mtlicher Bedientheken in Deutschland vom Supermarkt \u00fcber Metzgereien bis zu Caterern.\u201c Gemessen an den Nettoums\u00e4tzen ist PFG derzeit nach eigenen Angaben sogar der gr\u00f6\u00dfte Lieferant f\u00fcr den deutschen Lebensmittelhandel insgesamt, noch vor Konzernen wie Oetker, Coca-Cola, der Molkerei M\u00fcller oder Ferrero. Den Stammsitz in Rheda-Wiedenbr\u00fcck bezeichnet T\u00f6nnies als \u201egr\u00f6\u00dften Fleischbetrieb in Europa\u201c mit Schlachtung, Zerlegung und Weiterverarbeitung. 2024 lag der Umsatz seines Unternehmens bei fast acht Milliarden Euro. Und es gibt weitere Expansionspl\u00e4ne. \u201eWir sind offen f\u00fcr Investitionen jeglicher Art in der Lebensmittelbranche\u201c, sagt Eigent\u00fcmer T\u00f6nnies. Dazu k\u00f6nne zum Beispiel der Wachstumsbereich Gefl\u00fcgel geh\u00f6ren. Bislang ist PFG lediglich Verarbeiter von Gefl\u00fcgelfleisch, hat in diesem Segment aber keine Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Schlachtung und Zerlegung. \u201eWenn man da Richtung Osteuropa denkt, gibt es sicherlich gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten.\u201c In Deutschland sei es dagegen eher schwierig. Jenseits des klassischen Fleischgesch\u00e4fts mit Schweinen und Rindern ist PFG bereits t\u00e4tig in Bereichen wie Tierfutter, alternative Proteine, also vegane Produkte, Insekten-Nahrungsmittel, Bio-Kerosin, Logistik und Lagerhaltung f\u00fcr Ultrafrische- und Tiefk\u00fchlprodukte oder auch KI und Versicherungen. Zweitgr\u00f6\u00dftes Standbein aber ist das Thema Wurst mit der Konzerntochter Zur-M\u00fchlen-Gruppe, dem hierzulande gr\u00f6\u00dften Hersteller in diesem Segment. Und auch da gibt es aktuell Bewegung und ein m\u00f6gliches Kartellthema. 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Die Wettbewerbsbeh\u00f6rde hat dem fr\u00fcher als T\u00f6nnies bekannten Familienunternehmen k\u00fcrzlich untersagt, das deutsche Rindfleischgesch\u00e4ft des niederl\u00e4ndischen Konkurrenten Vion Food Group mit insgesamt vier Schlacht- und Zerlege- sowie zwei H\u00e4uteverarbeitungsbetrieben in S\u00fcddeutschland zu \u00fcbernehmen. Dagegen hat PFG nun Beschwerde beim Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf eingelegt. \u201eWir haben eine andere Meinung zur Entscheidung des Kartellamts und sind bereit, diese Auseinandersetzung gerichtlich auszutragen\u201c, sagte Maximilian T\u00f6nnies, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Gesellschafter von PFG, vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung D\u00fcsseldorf (WPV). Zudem zieht das Unternehmen auch weitere Schritte in Erw\u00e4gung, etwa die Beantragung einer Ministererlaubnis.Das Kartellamt begr\u00fcndet sein Verbot mit der dominierenden Marktstellung, die PFG durch die geplante \u00dcbernahme erlangen w\u00fcrde. T\u00f6nnies indes h\u00e4lt die Bewertung der Marktposition f\u00fcr falsch: \u201eWeil wir ein Angebot gemacht haben, das ausreichend Wettbewerb geschaffen h\u00e4tte.\u201c Zudem gebe es ein \u00fcberragendes Gemeinwohlinteresse. \u201eEs geht um nichts weniger als die Zukunft der landwirtschaftlichen Tierhaltung in S\u00fcddeutschland.\u201c Seit der negativen Entscheidung des Kartellamts habe es zahlreiche Hilferufe von Landwirten, aber auch von anderer Seite gegeben. Tats\u00e4chlich gibt es nicht mehr viele gro\u00dfe Rinder-Schlachth\u00f6fe in S\u00fcddeutschland. In der bayerischen Landesregierung kommt daher die Sorge vor Versorgungsengp\u00e4ssen und einem Strukturbruch auf. Denn Vion will sich im Zuge einer strategischen Neuausrichtung aus dem wettbewerbsintensiven deutschen Markt zur\u00fcckziehen und sich stattdessen st\u00e4rker auf die Benelux-L\u00e4nder konzentrieren. Und damit k\u00f6nnten bei einem gescheiterten Verkauf auch Schlie\u00dfungen drohen. \u201eAnstatt froh zu sein, dass ein deutsches Unternehmen Schlachth\u00f6fe \u00fcbernimmt und in die Zukunft investiert, schiebt das Kartellamt den Riegel vor. Dieser Schritt ist f\u00fcr mich absolut nicht nachvollziehbar\u201c, beklagt Michaela Kaniber, die bayerische CSU-Staatsministerin f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten. \u201eWir wollen kurze Transportwege, eine sichere Ern\u00e4hrungsversorgung und die Wertsch\u00f6pfung m\u00f6glichst im eigenen Land behalten.\u201cDass es kartellrechtlich schwierig werden k\u00f6nnte, d\u00fcrfte allen Beteiligten indes klar gewesen sein. Immerhin ist T\u00f6nnies das mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Schlachtunternehmen hierzulande und Vion hinter Westfleisch die Nummer drei im Markt. Um Bedenken auszur\u00e4umen, wollte PFG dem Vernehmen nach im Zuge der geplanten \u00dcbernahme einen Betrieb abgeben und einen weiteren verpachten. Das allerdings hat dem Kartellamt nicht ausgereicht. \u201eDiese Zusagen waren nicht geeignet, die Entstehung, beziehungsweise Verst\u00e4rkung der marktbeherrschenden Stellung auf den betroffenen M\u00e4rkten abzuwenden\u201c, hei\u00dft es von der Beh\u00f6rde. Dagegen habe sowohl die konkrete Ausgestaltung der Zusagen als auch die fehlende Unabh\u00e4ngigkeit der geplanten Erwerber von der T\u00f6nnies-Gruppe gesprochen. Nun k\u00f6nnte aber nochmal Bewegung in die Sache kommen. Denn PFG will parallel zum angestrengten Gerichtsverfahren wieder mit dem Kartellamt sprechen und scheint dabei zu zus\u00e4tzlichen Zugest\u00e4ndnissen bereit zu sein. Das jedenfalls hat Konzernchef T\u00f6nnies vor der WPV angedeutet. Wohl auch, weil mit Westfleisch pl\u00f6tzlich ein Wettbewerber Interesse an den Vion-Standorten im S\u00fcden anmeldet. Man pr\u00fcfe strategische Optionen f\u00fcr einen Markteintritt in S\u00fcddeutschland, hei\u00dft es von der Genossenschaft aus M\u00fcnster. 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Denn PFG will als Investor bei seinem gr\u00f6\u00dften, aktuell aber angeschlagenen Konkurrenten The Family Butchers (TFB) einsteigen. Geplant ist die \u00dcbernahme von knapp 49 Prozent der Anteile \u2013 wenn das Kartellamt zustimmt. Wobei T\u00f6nnies keine Probleme sieht, wie er vor der WPV betont hat. \u201eDer Wurstmarkt ist komplett anders aufgestellt als der Fleischmarkt\u201c, begr\u00fcndet der Sohn von Firmenmitgr\u00fcnder Clemens T\u00f6nnies. 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