{"id":250561,"date":"2025-07-09T17:26:10","date_gmt":"2025-07-09T14:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/die-nachfrage-wachst-in-allen-segmenten-das-hatten-wir-so-noch-nie\/"},"modified":"2025-07-09T17:26:33","modified_gmt":"2025-07-09T14:26:33","slug":"die-nachfrage-wachst-in-allen-segmenten-das-hatten-wir-so-noch-nie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/die-nachfrage-wachst-in-allen-segmenten-das-hatten-wir-so-noch-nie\/","title":{"rendered":"\u201eDie Nachfrage w\u00e4chst in allen Segmenten. Das hatten wir so noch nie\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Martin Johannsmann in der maritimen Industrie t\u00e4tig, derzeit als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von SKF Marine in Hamburg. Beim Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) leitet er die Arbeitsgemeinschaft Marine Equipment and Systems. Krisen und Aufschwungphasen hat er in seiner Branche oft erlebt, das aktuelle Ph\u00e4nomen aber noch nie: \u201eAlle Segmente ziehen und haben Nachfrage\u201c, sagt er am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz im Hafen Klub an den Landungsbr\u00fccken in Hamburg.<\/p>\n<p>Alle Segmente hei\u00dft in diesem Fall: Das Gesch\u00e4ft mit Ausstattung von Handelsschiffen floriert ebenso wie der Bau von Marineschiffen und von Meerestechnik. Im vergangenen Jahr verzeichneten die deutschen Schiffbau-Zulieferunternehmen 11,9 Milliarden Euro Umsatz, 5,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, die Folgen der Pandemie sind \u00fcberwunden. Der Auftragseingang stieg 2024 im Durchschnitt um 4,6 Prozent \u2013 nach zwei f\u00fcr die Branche bereits starken Jahren. \u201eF\u00fcr das kommende Jahr zeichnet sich laut Einsch\u00e4tzung der teilnehmenden Unternehmen ein konstanter oder zunehmender Auftragseingang ab\u201c, sagt Volker Behrens, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Schoenrock Hydraulik Marine Systems in Tornesch bei Hamburg. \u201eWeniger als 20 Prozent erwarten eine Abnahme des Auftragseingangs. Auch mittelfristig gehen fast zwei Drittel der VDMA-Mitgliedsunternehmen von einer positiven Marktentwicklung aus.\u201c<\/p>\n<p>Die Schiffbau-Zulieferbranche ist der weitaus wichtigste Teil der deutschen maritimen Industrie. Bundesweit besch\u00e4ftigen die Unternehmen, die dem Marktsegment zugerechnet werden, derzeit etwa 65.000 Menschen, rund 1,2 Prozent mehr als Mitte 2024. Zum Vergleich: In den Stammbelegschaften der deutschen Werften arbeiten derzeit rund 16.000 Menschen. Beim Umsatz liegen Schiffbau-Zulieferunternehmen aus Baden-W\u00fcrttemberg mit 27 Prozent an der Spitze der deutschen Bundesl\u00e4nder vor Bayern mit 23 Prozent. Auf Hamburg entfallen zehn Prozent des Branchenumsatzes, auf Schleswig-Holstein acht und auf Niedersachsen sechs Prozent.<\/p>\n<p>Die deutschen Schiffbau-Zulieferer sind global t\u00e4tig, sie r\u00fcsten alle Schiffstypen mit aus. Die Exportquote der Branche liegt bei 81 Prozent. Der Anteil der Ausr\u00fcstungen an der Wertsch\u00f6pfung eines gesamten Schiffes, \u00fcber den st\u00e4hlernen Rumpf hinaus, liegt zum Beispiel bei einem gro\u00dfen Containerschiff, wie es heutzutage in China oder S\u00fcdkorea f\u00fcr Reedereien weltweit gebaut wird, bei mehr als 60 Prozent. In einem Kreuzfahrtschiff, wie es etwa die Papenburger Meyer Werft baut, umfasst der Wert der Ausr\u00fcstungen \u00fcber den reinen Stahlbau hinaus rund 90 Prozent.<\/p>\n<p>Deutsche Spitzenprodukte sind etwa Schiffspropeller von Mecklenburger Metallguss in Waren an der M\u00fcritz oder Schiffsmotoren von Everllence (fr\u00fcher MAN Energy Solutions). SKF Marine wiederum fertigt zum Beispiel Stabilisatoren f\u00fcr die R\u00fcmpfe von Kreuzfahrtschiffen, um deren Rollbewegung auf See zu minimieren, aber auch Unterwasserturbinen zur Energiegewinnung. Atlas Elektronik wiederum, das zur Marinewerft TKMS und damit bislang noch zum ThyssenKrupp-Konzern geh\u00f6rt, ist ein international f\u00fchrender Hersteller von maritimer Ortungs-, Kommunikations- und Navigationstechnologie, speziell auch f\u00fcr Marineschiffe. <\/p>\n<p>Zwei Faktoren treiben das Gesch\u00e4ft der deutschen Schiffbau-Zulieferer derzeit besonders an: die internationale maritime Aufr\u00fcstung und der Umweltschutz speziell bei den Handelsschiffen. Der absehbar h\u00f6here Auftragsbestand aus der anstehenden deutschen Mariner\u00fcstung sei dabei bislang noch nicht bei den Zulieferunternehmen und Ausr\u00fcstern angekommen, sagt Johannsmann.<\/p>\n<p>Anders sei dies beim Thema Umwelt- und Klimaschutz: Die Mitgliedstaaten der Internationalen Maritimen Organisation (IMO) haben sich im vergangenen Jahr darauf verst\u00e4ndigt, in der Handelsschifffahrt bis 2050 einen klimaneutralen Betrieb zu erreichen. Die Modernisierung der Flotten, etwa bei Reedereien wie Hapag-Lloyd oder Maersk, l\u00e4uft auf vollen Touren \u2013 um den Energieverbrauch der Schiffe zu senken, und um neue Kraftstoffe, etwa auch klimaneutral, synthetisch erzeugtes Methanol und Ammoniak, in den Betrieb der Flotten zu bringen. \u201eUmwelt- und Klimaschutz ist ein gro\u00dfer Treiber\u201c, sagt Johannsmann. \u201eEs gibt in der Schifffahrt riesige Investitionen in ,gr\u00fcn\u2018 und ,sauber\u2018. F\u00fcr viele Unternehmen unserer Branche ist das eine Sonderkonjunktur im gro\u00dfen Ma\u00dfstab.\u201c<\/p>\n<p>Auch mit Blick auf China sind die deutschen Schiffbau-Zulieferunternehmen optimistischer als etwa die Werften. Beim Bau von Handelsschiffen dominieren chinesischen Werften mittlerweile den Weltmarkt, nur S\u00fcdkorea kann beim Bauvolumen noch mithalten. Bei den Zulieferunternehmen sei das Bild aber sehr viel differenzierter, sagt Johannsmann, etliche deutsche Unternehmen h\u00e4tten weiterhin einen klaren technischen Vorsprung vor den chinesischen Herstellern. <\/p>\n<p>Wichtig sei vor allem Transparenz am Markt: \u201eDie k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte China-Position des VDMA setzt auf faire Wettbewerbsbedingungen und appelliert an die Bundesregierung, sich f\u00fcr bessere Rahmenbedingungen in Deutschland einzusetzen und so die Wettbewerbsf\u00e4higkeit europ\u00e4ischer Unternehmen zu st\u00e4rken. Wir erwarten hier auf jeden Fall mehr von der deutschen Politik.\u201c<\/p>\n<p><b><em>Olaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. Er berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten \u00fcber die maritime Wirtschaft, \u00fcber Schifffahrt, H\u00e4fen und Werften.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Martin Johannsmann in der maritimen Industrie t\u00e4tig, derzeit als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von SKF Marine in Hamburg. Beim Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) leitet er die Arbeitsgemeinschaft Marine Equipment and Systems. 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Die Modernisierung der Flotten, etwa bei Reedereien wie Hapag-Lloyd oder Maersk, l\u00e4uft auf vollen Touren \u2013 um den Energieverbrauch der Schiffe zu senken, und um neue Kraftstoffe, etwa auch klimaneutral, synthetisch erzeugtes Methanol und Ammoniak, in den Betrieb der Flotten zu bringen. \u201eUmwelt- und Klimaschutz ist ein gro\u00dfer Treiber\u201c, sagt Johannsmann. \u201eEs gibt in der Schifffahrt riesige Investitionen in ,gr\u00fcn\u2018 und ,sauber\u2018. F\u00fcr viele Unternehmen unserer Branche ist das eine Sonderkonjunktur im gro\u00dfen Ma\u00dfstab.\u201cAuch mit Blick auf China sind die deutschen Schiffbau-Zulieferunternehmen optimistischer als etwa die Werften. Beim Bau von Handelsschiffen dominieren chinesischen Werften mittlerweile den Weltmarkt, nur S\u00fcdkorea kann beim Bauvolumen noch mithalten. 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Krisen und Aufschwungphasen hat er in seiner Branche oft erlebt, das aktuelle Ph\u00e4nomen aber noch nie: \u201eAlle Segmente ziehen und haben Nachfrage\u201c, sagt er am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz im Hafen Klub an den Landungsbr\u00fccken in Hamburg.Alle Segmente hei\u00dft in diesem Fall: Das Gesch\u00e4ft mit Ausstattung von Handelsschiffen floriert ebenso wie der Bau von Marineschiffen und von Meerestechnik. Im vergangenen Jahr verzeichneten die deutschen Schiffbau-Zulieferunternehmen 11,9 Milliarden Euro Umsatz, 5,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, die Folgen der Pandemie sind \u00fcberwunden. 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Die Modernisierung der Flotten, etwa bei Reedereien wie Hapag-Lloyd oder Maersk, l\u00e4uft auf vollen Touren \u2013 um den Energieverbrauch der Schiffe zu senken, und um neue Kraftstoffe, etwa auch klimaneutral, synthetisch erzeugtes Methanol und Ammoniak, in den Betrieb der Flotten zu bringen. \u201eUmwelt- und Klimaschutz ist ein gro\u00dfer Treiber\u201c, sagt Johannsmann. \u201eEs gibt in der Schifffahrt riesige Investitionen in ,gr\u00fcn\u2018 und ,sauber\u2018. F\u00fcr viele Unternehmen unserer Branche ist das eine Sonderkonjunktur im gro\u00dfen Ma\u00dfstab.\u201cAuch mit Blick auf China sind die deutschen Schiffbau-Zulieferunternehmen optimistischer als etwa die Werften. Beim Bau von Handelsschiffen dominieren chinesischen Werften mittlerweile den Weltmarkt, nur S\u00fcdkorea kann beim Bauvolumen noch mithalten. 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In einem Kreuzfahrtschiff, wie es etwa die Papenburger Meyer Werft baut, umfasst der Wert der Ausr\u00fcstungen \u00fcber den reinen Stahlbau hinaus rund 90 Prozent.Deutsche Spitzenprodukte sind etwa Schiffspropeller von Mecklenburger Metallguss in Waren an der M\u00fcritz oder Schiffsmotoren von Everllence (fr\u00fcher MAN Energy Solutions). SKF Marine wiederum fertigt zum Beispiel Stabilisatoren f\u00fcr die R\u00fcmpfe von Kreuzfahrtschiffen, um deren Rollbewegung auf See zu minimieren, aber auch Unterwasserturbinen zur Energiegewinnung. Atlas Elektronik wiederum, das zur Marinewerft TKMS und damit bislang noch zum ThyssenKrupp-Konzern geh\u00f6rt, ist ein international f\u00fchrender Hersteller von maritimer Ortungs-, Kommunikations- und Navigationstechnologie, speziell auch f\u00fcr Marineschiffe. 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