{"id":245737,"date":"2025-07-02T21:26:13","date_gmt":"2025-07-02T18:26:13","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/12-euro-mehr-pro-uber-fahrt-der-kampf-der-taxifahrer-fur-neue-mindestpreise\/"},"modified":"2025-07-02T21:26:34","modified_gmt":"2025-07-02T18:26:34","slug":"12-euro-mehr-pro-uber-fahrt-der-kampf-der-taxifahrer-fur-neue-mindestpreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/12-euro-mehr-pro-uber-fahrt-der-kampf-der-taxifahrer-fur-neue-mindestpreise\/","title":{"rendered":"12 Euro mehr pro Uber-Fahrt? Der Kampf der Taxifahrer f\u00fcr neue Mindestpreise"},"content":{"rendered":"<p>In mehr als einem Dutzend St\u00e4dten protestieren Taxifahrer mit Autokorsos am 2. Juli gegen die ihrer Ansicht nach unfairen Wettbewerbsbedingungen. Organisiert vom Bundesverband Taxi und Mietwagen e.\u00a0V., richtet sich der Protest gegen Plattformanbieter wie Uber und Bolt \u2013 und gegen die Politik, die aus Sicht des Verbands tatenlos zusieht.<\/p>\n<p>\u201eIm Taxi gibt es beh\u00f6rdlich festgesetzte Preise und revisionssichere Aufzeichnungen aller Vorg\u00e4nge \u2013 bei Uber &amp; Co herrschen Wildwest und Willk\u00fcr. So kann Wettbewerb nicht funktionieren\u201c, <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/bundesverband.taxi\/deutsches-taxi-gewerbe-stemmt-sich-mit-bundesweitem-protesttag-gegen-drohendes-ende\/#:~:text=Bundesweit.,Co%20herrschen%20Wildwest%20und%20Willk%C3%BCr.\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/bundesverband.taxi\/deutsches-taxi-gewerbe-stemmt-sich-mit-bundesweitem-protesttag-gegen-drohendes-ende\/#:~:text=Bundesweit.,Co%20herrschen%20Wildwest%20und%20Willk%C3%BCr.\" rel=\"nofollow\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\">kritisiert Michael Oppermann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands<\/a>. Er macht deutlich: \u201eWir fordern Waffengleichheit: Mindestpreise f\u00fcr alle, statt nur f\u00fcr uns.\u201c<\/p>\n<p>Der Hintergrund: W\u00e4hrend Taxitarife von kommunalen Gremien festgelegt und streng \u00fcberwacht werden, k\u00f6nnen Mietwagenfirmen bislang ihre Preise selbst bestimmen. Das erm\u00f6gliche es Plattformen, mit teils sehr niedrigen Preisen auf den Markt zu dr\u00e4ngen \u2013 haupts\u00e4chlich in Gro\u00dfst\u00e4dten. Dort ger\u00e4t das klassische Taxigewerbe zunehmend unter Druck, so die Argumentation des Verbands.<\/p>\n<h3>Uber sieht sich nicht als Problem<\/h3>\n<p>Der Protesttag ist Ausdruck eines tiefer liegenden Konflikts: klassische Regulierung gegen digitale Plattform\u00f6konomie. F\u00fcr die Taxi-Unternehmen steht viel auf dem Spiel \u2013 nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strukturell. \u201eWenn Uber-Dumping noch oben drauf kommt, wird es zum Taxi-Killer\u201c, warnt der Branchenverband.<\/p>\n<p>Der US-Konzern Uber sieht sich hingegen zu Unrecht im Visier. In einer <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.uber.com\/de\/newsroom\/taxi-deutschland\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.uber.com\/de\/newsroom\/taxi-deutschland\/\" rel=\"nofollow\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\">schriftlichen Stellungnahme<\/a> verweist das Unternehmen auf \u201estrukturelle Probleme\u201c des Taxigewerbes, die nicht durch Plattformen verursacht w\u00fcrden. \u201eTaxis sind fast \u00fcberall in einer tiefen Krise \u2013 auch in St\u00e4dten, in denen Uber gar nicht aktiv ist\u201c, hei\u00dft es dort.<\/p>\n<p>Der Vorschlag des Taxi-Verbands, f\u00fcr Mietwagenanbieter gesetzlich geregelte Mindestpreise einzuf\u00fchren, st\u00f6\u00dft bei Uber auf deutliche Ablehnung. Man zweifelt an der Wirksamkeit: \u201eMindestpreise w\u00fcrden nicht zu mehr Fahrg\u00e4sten f\u00fcr das Taxi f\u00fchren, sondern diese wieder vermehrt in den eigenen Pkw treiben\u201c, argumentiert das Unternehmen \u2013 <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.iwconsult.de\/projekte\/uber-in-deutschland\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.iwconsult.de\/projekte\/uber-in-deutschland\/\" rel=\"nofollow\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\">unter Verweis auf eine Studie<\/a>, die im Auftrag von Uber vom Beratungsunternehmen IW Consult erstellt wurde.<\/p>\n<p>Wettbewerber Bolt lehnt pauschale Mindestfahrpreise ebenfalls ab. \u201eUnsere Analysen zeigen: Ein Preisanstieg von zehn Prozent kann einen Nachfrageeinbruch von bis zu 15 Prozent verursachen \u2013 was unmittelbar zu weniger Fahrten und geringerem Einkommen f\u00fcr Fahrer f\u00fchrt\u201c, hei\u00dft es auf Anfrage beim Unternehmen.<\/p>\n<p>Dem Vorwurf, das eigene <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus250224428\/Uber-Mafioese-Strukturen-illegale-Autos-dieser-Skandal-kommt-fuer-Uber-zur-Unzeit.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus250224428\/Uber-Mafioese-Strukturen-illegale-Autos-dieser-Skandal-kommt-fuer-Uber-zur-Unzeit.html\">Gesch\u00e4ftsmodell beg\u00fcnstige Sozialdumping oder Schwarzarbeit<\/a>, entgegnet Bolt: Illegales Handeln entstehe nicht durch Tarifgestaltung, sondern durch das Ausnutzen von Rechtsl\u00fccken. Mindestpreise tr\u00e4fen deshalb die Falschen. Notwendig seien stattdessen gezielte Ma\u00dfnahmen \u2013 etwa ein bundesweites, digitales Echtzeit-Register f\u00fcr Taxi- und Mietwagenlizenzen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich nutzen Firmen und Fahrer die Plattformen immer wieder aus. <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.rbb24.de\/wirtschaft\/beitrag\/2024\/02\/berlin-autos-ohne-konzession-uber-bolt-freenow-gefahren.html\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/wirtschaft\/beitrag\/2024\/02\/berlin-autos-ohne-konzession-uber-bolt-freenow-gefahren.html\" rel=\"nofollow\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\">Einer Recherche des RBB zufolge<\/a> war mindestens jedes f\u00fcnfte in Berlin buchbare Auto ohne Genehmigung unterwegs. Der Berliner Senat ist seitdem nach eigenen Angaben erfolgreich gegen illegale Fahrzeuge vorgegangen. <\/p>\n<p>Uber geht auf die Taxifahrer zu und positioniert sich \u00f6ffentlich als Partner der Taxi-Betriebe. Man wolle dem Gewerbe helfen, durch Technologie \u201eneue Zielgruppen anzusprechen und h\u00f6here Erl\u00f6se zu erzielen\u201c. Das Unternehmen verweist auf die eigene Kooperation mit Taxizentralen \u2013 etwa mit der Taxi Auto Zentrale Stuttgart (TAZ).<\/p>\n<p>Diese Argumentation weist der Taxi-Verband zur\u00fcck. Uber sei \u201edefinitiv kein verl\u00e4sslicher Partner des Taxigewerbes\u201c, hei\u00dft es in einer Gegenstellungnahme von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Oppermann. Dass Uber Taxis in seine App aufnehme, sei vor allem ein Image-Schachzug: \u201eIn Deutschland vermittelt Uber nur deshalb unter anderem auch Taxis, weil die Kunden gro\u00dfe Vorbehalte gegen\u00fcber den Dumping-Fahrdiensten haben.\u201c<\/p>\n<p>Auch das Argument, Mindestpreise w\u00fcrden Fahrg\u00e4ste vertreiben, h\u00e4lt der Verband f\u00fcr vorgeschoben. \u201eDer kleinste Teil verzichtet f\u00fcr die Fahrt im Uber auf das private Auto. Das Argument ist eine Nebelkerze von Uber, die nicht z\u00fcndet.\u201c<\/p>\n<p>Doch was w\u00fcrde die Einf\u00fchrung eines Mindestpreises bei Uber und Co. f\u00fcr die Kunden bedeuten? Im Fall M\u00fcnchen ermittelte Uber, dass die durchschnittliche Fahrt von rund elf Kilometern um etwa zw\u00f6lf Euro teurer werden w\u00fcrde. Bolt geht auf Anfrage in einer Einsch\u00e4tzung von Preissteigerungen zwischen zehn und 30 Prozent aus. \u201eDie von der Politik geplante k\u00fcnstliche Verteuerung der Preise f\u00fcr Mietwagenfahrten trifft besonders die Konsumenten, die unter den enormen Preissteigerungen der letzten Jahre leiden\u201c, so Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler.<\/p>\n<p>Der Taxi-Verband sieht den Gesetzgeber bei der Einf\u00fchrung der Mindestpreise jedoch auf seiner Seite: \u201eSeit rund vier Jahren haben St\u00e4dte und Gemeinden die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr einen fairen Wettbewerb bei der Personenbef\u00f6rderung zu sorgen.\u201c Der Verband bezieht sich auf \u00c4nderungen im Personenbef\u00f6rderungsgesetz, die seit 2021 gelten. Demnach d\u00fcrfen Genehmigungsbeh\u00f6rden f\u00fcr den Verkehr mit Mietwagen \u2013 zu denen etwa Bolt und Uber geh\u00f6ren \u2013 Mindestbef\u00f6rderungsentgelte festlegen.<\/p>\n<p>Leipzig war eine der ersten Kommunen, die Mindestpreise f\u00fcr Mietwagen einf\u00fchrten. Zwar musste die Stadt ihre entsprechende Vorschrift vorerst zur\u00fccknehmen \u2013 der darin festgesetzte Preis sei zu hoch gewesen, so das Gericht. Der Taxi-Verband feierte das Urteil des Verwaltungsgerichts trotzdem als Erfolg. Denn das Gericht stellte fest, dass Mindestpreise zum Schutz des Taxigewerbes grunds\u00e4tzlich erlaubt sind.<\/p>\n<p>Uber sieht in dem Urteil stattdessen einen Beweis f\u00fcr die hohen rechtlichen H\u00fcrden bei der Einf\u00fchrung von Mindestpreisen. Zudem verweist man auf eine Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs. Dieser urteilte, dass die blo\u00dfe Sicherung der wirtschaftlichen Existenz des Taxigewerbes nicht als hinreichender Grund ausreicht, um die Rechte von Mietwagenunternehmen einzuschr\u00e4nken. <\/p>\n<p>Klar ist: Die Debatte \u00fcber die Zukunft der Personenbef\u00f6rderung wird mit dem Protesttag neu entfacht. St\u00e4dte wie M\u00fcnchen und Berlin pr\u00fcfen aktuell, ob Mindestpreise bei den Anbietern eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" data-internal-tracking='{\"action\":\"click\",\"label\":\"link\",\"name\":\"Inline Element\",\"data\":{\"source\":\"\",\"target\":\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/klemens-handke\/\",\"trackingName\":\"\",\"trackingLabel\":\"\"}}' data-internal-tracking-enabled=\"true\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/klemens-handke\/\"><b><em>Klemens Handke<\/em><\/b><\/a><b><em> ist Redakteur im Wirtschaftskompetenzzentrum. Er berichtet \u00fcber Verkehrspolitik und die Deutsche Bahn.<\/em><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In mehr als einem Dutzend St\u00e4dten protestieren Taxifahrer mit Autokorsos am 2. Juli gegen die ihrer Ansicht nach unfairen Wettbewerbsbedingungen. 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Dort ger\u00e4t das klassische Taxigewerbe zunehmend unter Druck, so die Argumentation des Verbands.Uber sieht sich nicht als ProblemDer Protesttag ist Ausdruck eines tiefer liegenden Konflikts: klassische Regulierung gegen digitale Plattform\u00f6konomie. F\u00fcr die Taxi-Unternehmen steht viel auf dem Spiel \u2013 nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strukturell. \u201eWenn Uber-Dumping noch oben drauf kommt, wird es zum Taxi-Killer\u201c, warnt der Branchenverband.Der US-Konzern Uber sieht sich hingegen zu Unrecht im Visier. In einer schriftlichen Stellungnahme verweist das Unternehmen auf \u201estrukturelle Probleme\u201c des Taxigewerbes, die nicht durch Plattformen verursacht w\u00fcrden. \u201eTaxis sind fast \u00fcberall in einer tiefen Krise \u2013 auch in St\u00e4dten, in denen Uber gar nicht aktiv ist\u201c, hei\u00dft es dort.Der Vorschlag des Taxi-Verbands, f\u00fcr Mietwagenanbieter gesetzlich geregelte Mindestpreise einzuf\u00fchren, st\u00f6\u00dft bei Uber auf deutliche Ablehnung. Man zweifelt an der Wirksamkeit: \u201eMindestpreise w\u00fcrden nicht zu mehr Fahrg\u00e4sten f\u00fcr das Taxi f\u00fchren, sondern diese wieder vermehrt in den eigenen Pkw treiben\u201c, argumentiert das Unternehmen \u2013 unter Verweis auf eine Studie, die im Auftrag von Uber vom Beratungsunternehmen IW Consult erstellt wurde.Wettbewerber Bolt lehnt pauschale Mindestfahrpreise ebenfalls ab. \u201eUnsere Analysen zeigen: Ein Preisanstieg von zehn Prozent kann einen Nachfrageeinbruch von bis zu 15 Prozent verursachen \u2013 was unmittelbar zu weniger Fahrten und geringerem Einkommen f\u00fcr Fahrer f\u00fchrt\u201c, hei\u00dft es auf Anfrage beim Unternehmen.Dem Vorwurf, das eigene Gesch\u00e4ftsmodell beg\u00fcnstige Sozialdumping oder Schwarzarbeit, entgegnet Bolt: Illegales Handeln entstehe nicht durch Tarifgestaltung, sondern durch das Ausnutzen von Rechtsl\u00fccken. Mindestpreise tr\u00e4fen deshalb die Falschen. 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Uber sei \u201edefinitiv kein verl\u00e4sslicher Partner des Taxigewerbes\u201c, hei\u00dft es in einer Gegenstellungnahme von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Oppermann. Dass Uber Taxis in seine App aufnehme, sei vor allem ein Image-Schachzug: \u201eIn Deutschland vermittelt Uber nur deshalb unter anderem auch Taxis, weil die Kunden gro\u00dfe Vorbehalte gegen\u00fcber den Dumping-Fahrdiensten haben.\u201cAuch das Argument, Mindestpreise w\u00fcrden Fahrg\u00e4ste vertreiben, h\u00e4lt der Verband f\u00fcr vorgeschoben. \u201eDer kleinste Teil verzichtet f\u00fcr die Fahrt im Uber auf das private Auto. Das Argument ist eine Nebelkerze von Uber, die nicht z\u00fcndet.\u201cDoch was w\u00fcrde die Einf\u00fchrung eines Mindestpreises bei Uber und Co. f\u00fcr die Kunden bedeuten? Im Fall M\u00fcnchen ermittelte Uber, dass die durchschnittliche Fahrt von rund elf Kilometern um etwa zw\u00f6lf Euro teurer werden w\u00fcrde. Bolt geht auf Anfrage in einer Einsch\u00e4tzung von Preissteigerungen zwischen zehn und 30 Prozent aus. \u201eDie von der Politik geplante k\u00fcnstliche Verteuerung der Preise f\u00fcr Mietwagenfahrten trifft besonders die Konsumenten, die unter den enormen Preissteigerungen der letzten Jahre leiden\u201c, so Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler.Der Taxi-Verband sieht den Gesetzgeber bei der Einf\u00fchrung der Mindestpreise jedoch auf seiner Seite: \u201eSeit rund vier Jahren haben St\u00e4dte und Gemeinden die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr einen fairen Wettbewerb bei der Personenbef\u00f6rderung zu sorgen.\u201c Der Verband bezieht sich auf \u00c4nderungen im Personenbef\u00f6rderungsgesetz, die seit 2021 gelten. Demnach d\u00fcrfen Genehmigungsbeh\u00f6rden f\u00fcr den Verkehr mit Mietwagen \u2013 zu denen etwa Bolt und Uber geh\u00f6ren \u2013 Mindestbef\u00f6rderungsentgelte festlegen.Leipzig war eine der ersten Kommunen, die Mindestpreise f\u00fcr Mietwagen einf\u00fchrten. Zwar musste die Stadt ihre entsprechende Vorschrift vorerst zur\u00fccknehmen \u2013 der darin festgesetzte Preis sei zu hoch gewesen, so das Gericht. Der Taxi-Verband feierte das Urteil des Verwaltungsgerichts trotzdem als Erfolg. Denn das Gericht stellte fest, dass Mindestpreise zum Schutz des Taxigewerbes grunds\u00e4tzlich erlaubt sind.Uber sieht in dem Urteil stattdessen einen Beweis f\u00fcr die hohen rechtlichen H\u00fcrden bei der Einf\u00fchrung von Mindestpreisen. Zudem verweist man auf eine Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs. Dieser urteilte, dass die blo\u00dfe Sicherung der wirtschaftlichen Existenz des Taxigewerbes nicht als hinreichender Grund ausreicht, um die Rechte von Mietwagenunternehmen einzuschr\u00e4nken. Klar ist: Die Debatte \u00fcber die Zukunft der Personenbef\u00f6rderung wird mit dem Protesttag neu entfacht. 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In einer schriftlichen Stellungnahme verweist das Unternehmen auf \u201estrukturelle Probleme\u201c des Taxigewerbes, die nicht durch Plattformen verursacht w\u00fcrden. \u201eTaxis sind fast \u00fcberall in einer tiefen Krise \u2013 auch in St\u00e4dten, in denen Uber gar nicht aktiv ist\u201c, hei\u00dft es dort.Der Vorschlag des Taxi-Verbands, f\u00fcr Mietwagenanbieter gesetzlich geregelte Mindestpreise einzuf\u00fchren, st\u00f6\u00dft bei Uber auf deutliche Ablehnung. Man zweifelt an der Wirksamkeit: \u201eMindestpreise w\u00fcrden nicht zu mehr Fahrg\u00e4sten f\u00fcr das Taxi f\u00fchren, sondern diese wieder vermehrt in den eigenen Pkw treiben\u201c, argumentiert das Unternehmen \u2013 unter Verweis auf eine Studie, die im Auftrag von Uber vom Beratungsunternehmen IW Consult erstellt wurde.Wettbewerber Bolt lehnt pauschale Mindestfahrpreise ebenfalls ab. \u201eUnsere Analysen zeigen: Ein Preisanstieg von zehn Prozent kann einen Nachfrageeinbruch von bis zu 15 Prozent verursachen \u2013 was unmittelbar zu weniger Fahrten und geringerem Einkommen f\u00fcr Fahrer f\u00fchrt\u201c, hei\u00dft es auf Anfrage beim Unternehmen.Dem Vorwurf, das eigene Gesch\u00e4ftsmodell beg\u00fcnstige Sozialdumping oder Schwarzarbeit, entgegnet Bolt: Illegales Handeln entstehe nicht durch Tarifgestaltung, sondern durch das Ausnutzen von Rechtsl\u00fccken. Mindestpreise tr\u00e4fen deshalb die Falschen. Notwendig seien stattdessen gezielte Ma\u00dfnahmen \u2013 etwa ein bundesweites, digitales Echtzeit-Register f\u00fcr Taxi- und Mietwagenlizenzen.Tats\u00e4chlich nutzen Firmen und Fahrer die Plattformen immer wieder aus. Einer Recherche des RBB zufolge war mindestens jedes f\u00fcnfte in Berlin buchbare Auto ohne Genehmigung unterwegs. Der Berliner Senat ist seitdem nach eigenen Angaben erfolgreich gegen illegale Fahrzeuge vorgegangen. Uber geht auf die Taxifahrer zu und positioniert sich \u00f6ffentlich als Partner der Taxi-Betriebe. Man wolle dem Gewerbe helfen, durch Technologie \u201eneue Zielgruppen anzusprechen und h\u00f6here Erl\u00f6se zu erzielen\u201c. Das Unternehmen verweist auf die eigene Kooperation mit Taxizentralen \u2013 etwa mit der Taxi Auto Zentrale Stuttgart (TAZ).Diese Argumentation weist der Taxi-Verband zur\u00fcck. Uber sei \u201edefinitiv kein verl\u00e4sslicher Partner des Taxigewerbes\u201c, hei\u00dft es in einer Gegenstellungnahme von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Oppermann. Dass Uber Taxis in seine App aufnehme, sei vor allem ein Image-Schachzug: \u201eIn Deutschland vermittelt Uber nur deshalb unter anderem auch Taxis, weil die Kunden gro\u00dfe Vorbehalte gegen\u00fcber den Dumping-Fahrdiensten haben.\u201cAuch das Argument, Mindestpreise w\u00fcrden Fahrg\u00e4ste vertreiben, h\u00e4lt der Verband f\u00fcr vorgeschoben. \u201eDer kleinste Teil verzichtet f\u00fcr die Fahrt im Uber auf das private Auto. Das Argument ist eine Nebelkerze von Uber, die nicht z\u00fcndet.\u201cDoch was w\u00fcrde die Einf\u00fchrung eines Mindestpreises bei Uber und Co. f\u00fcr die Kunden bedeuten? Im Fall M\u00fcnchen ermittelte Uber, dass die durchschnittliche Fahrt von rund elf Kilometern um etwa zw\u00f6lf Euro teurer werden w\u00fcrde. Bolt geht auf Anfrage in einer Einsch\u00e4tzung von Preissteigerungen zwischen zehn und 30 Prozent aus. \u201eDie von der Politik geplante k\u00fcnstliche Verteuerung der Preise f\u00fcr Mietwagenfahrten trifft besonders die Konsumenten, die unter den enormen Preissteigerungen der letzten Jahre leiden\u201c, so Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler.Der Taxi-Verband sieht den Gesetzgeber bei der Einf\u00fchrung der Mindestpreise jedoch auf seiner Seite: \u201eSeit rund vier Jahren haben St\u00e4dte und Gemeinden die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr einen fairen Wettbewerb bei der Personenbef\u00f6rderung zu sorgen.\u201c Der Verband bezieht sich auf \u00c4nderungen im Personenbef\u00f6rderungsgesetz, die seit 2021 gelten. Demnach d\u00fcrfen Genehmigungsbeh\u00f6rden f\u00fcr den Verkehr mit Mietwagen \u2013 zu denen etwa Bolt und Uber geh\u00f6ren \u2013 Mindestbef\u00f6rderungsentgelte festlegen.Leipzig war eine der ersten Kommunen, die Mindestpreise f\u00fcr Mietwagen einf\u00fchrten. Zwar musste die Stadt ihre entsprechende Vorschrift vorerst zur\u00fccknehmen \u2013 der darin festgesetzte Preis sei zu hoch gewesen, so das Gericht. Der Taxi-Verband feierte das Urteil des Verwaltungsgerichts trotzdem als Erfolg. Denn das Gericht stellte fest, dass Mindestpreise zum Schutz des Taxigewerbes grunds\u00e4tzlich erlaubt sind.Uber sieht in dem Urteil stattdessen einen Beweis f\u00fcr die hohen rechtlichen H\u00fcrden bei der Einf\u00fchrung von Mindestpreisen. Zudem verweist man auf eine Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs. Dieser urteilte, dass die blo\u00dfe Sicherung der wirtschaftlichen Existenz des Taxigewerbes nicht als hinreichender Grund ausreicht, um die Rechte von Mietwagenunternehmen einzuschr\u00e4nken. Klar ist: Die Debatte \u00fcber die Zukunft der Personenbef\u00f6rderung wird mit dem Protesttag neu entfacht. 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Dort ger\u00e4t das klassische Taxigewerbe zunehmend unter Druck, so die Argumentation des Verbands.Uber sieht sich nicht als ProblemDer Protesttag ist Ausdruck eines tiefer liegenden Konflikts: klassische Regulierung gegen digitale Plattform\u00f6konomie. F\u00fcr die Taxi-Unternehmen steht viel auf dem Spiel \u2013 nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strukturell. \u201eWenn Uber-Dumping noch oben drauf kommt, wird es zum Taxi-Killer\u201c, warnt der Branchenverband.Der US-Konzern Uber sieht sich hingegen zu Unrecht im Visier. In einer schriftlichen Stellungnahme verweist das Unternehmen auf \u201estrukturelle Probleme\u201c des Taxigewerbes, die nicht durch Plattformen verursacht w\u00fcrden. \u201eTaxis sind fast \u00fcberall in einer tiefen Krise \u2013 auch in St\u00e4dten, in denen Uber gar nicht aktiv ist\u201c, hei\u00dft es dort.Der Vorschlag des Taxi-Verbands, f\u00fcr Mietwagenanbieter gesetzlich geregelte Mindestpreise einzuf\u00fchren, st\u00f6\u00dft bei Uber auf deutliche Ablehnung. Man zweifelt an der Wirksamkeit: \u201eMindestpreise w\u00fcrden nicht zu mehr Fahrg\u00e4sten f\u00fcr das Taxi f\u00fchren, sondern diese wieder vermehrt in den eigenen Pkw treiben\u201c, argumentiert das Unternehmen \u2013 unter Verweis auf eine Studie, die im Auftrag von Uber vom Beratungsunternehmen IW Consult erstellt wurde.Wettbewerber Bolt lehnt pauschale Mindestfahrpreise ebenfalls ab. \u201eUnsere Analysen zeigen: Ein Preisanstieg von zehn Prozent kann einen Nachfrageeinbruch von bis zu 15 Prozent verursachen \u2013 was unmittelbar zu weniger Fahrten und geringerem Einkommen f\u00fcr Fahrer f\u00fchrt\u201c, hei\u00dft es auf Anfrage beim Unternehmen.Dem Vorwurf, das eigene Gesch\u00e4ftsmodell beg\u00fcnstige Sozialdumping oder Schwarzarbeit, entgegnet Bolt: Illegales Handeln entstehe nicht durch Tarifgestaltung, sondern durch das Ausnutzen von Rechtsl\u00fccken. Mindestpreise tr\u00e4fen deshalb die Falschen. Notwendig seien stattdessen gezielte Ma\u00dfnahmen \u2013 etwa ein bundesweites, digitales Echtzeit-Register f\u00fcr Taxi- und Mietwagenlizenzen.Tats\u00e4chlich nutzen Firmen und Fahrer die Plattformen immer wieder aus. Einer Recherche des RBB zufolge war mindestens jedes f\u00fcnfte in Berlin buchbare Auto ohne Genehmigung unterwegs. Der Berliner Senat ist seitdem nach eigenen Angaben erfolgreich gegen illegale Fahrzeuge vorgegangen. Uber geht auf die Taxifahrer zu und positioniert sich \u00f6ffentlich als Partner der Taxi-Betriebe. Man wolle dem Gewerbe helfen, durch Technologie \u201eneue Zielgruppen anzusprechen und h\u00f6here Erl\u00f6se zu erzielen\u201c. Das Unternehmen verweist auf die eigene Kooperation mit Taxizentralen \u2013 etwa mit der Taxi Auto Zentrale Stuttgart (TAZ).Diese Argumentation weist der Taxi-Verband zur\u00fcck. Uber sei \u201edefinitiv kein verl\u00e4sslicher Partner des Taxigewerbes\u201c, hei\u00dft es in einer Gegenstellungnahme von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Oppermann. Dass Uber Taxis in seine App aufnehme, sei vor allem ein Image-Schachzug: \u201eIn Deutschland vermittelt Uber nur deshalb unter anderem auch Taxis, weil die Kunden gro\u00dfe Vorbehalte gegen\u00fcber den Dumping-Fahrdiensten haben.\u201cAuch das Argument, Mindestpreise w\u00fcrden Fahrg\u00e4ste vertreiben, h\u00e4lt der Verband f\u00fcr vorgeschoben. \u201eDer kleinste Teil verzichtet f\u00fcr die Fahrt im Uber auf das private Auto. Das Argument ist eine Nebelkerze von Uber, die nicht z\u00fcndet.\u201cDoch was w\u00fcrde die Einf\u00fchrung eines Mindestpreises bei Uber und Co. f\u00fcr die Kunden bedeuten? Im Fall M\u00fcnchen ermittelte Uber, dass die durchschnittliche Fahrt von rund elf Kilometern um etwa zw\u00f6lf Euro teurer werden w\u00fcrde. Bolt geht auf Anfrage in einer Einsch\u00e4tzung von Preissteigerungen zwischen zehn und 30 Prozent aus. \u201eDie von der Politik geplante k\u00fcnstliche Verteuerung der Preise f\u00fcr Mietwagenfahrten trifft besonders die Konsumenten, die unter den enormen Preissteigerungen der letzten Jahre leiden\u201c, so Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler.Der Taxi-Verband sieht den Gesetzgeber bei der Einf\u00fchrung der Mindestpreise jedoch auf seiner Seite: \u201eSeit rund vier Jahren haben St\u00e4dte und Gemeinden die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr einen fairen Wettbewerb bei der Personenbef\u00f6rderung zu sorgen.\u201c Der Verband bezieht sich auf \u00c4nderungen im Personenbef\u00f6rderungsgesetz, die seit 2021 gelten. Demnach d\u00fcrfen Genehmigungsbeh\u00f6rden f\u00fcr den Verkehr mit Mietwagen \u2013 zu denen etwa Bolt und Uber geh\u00f6ren \u2013 Mindestbef\u00f6rderungsentgelte festlegen.Leipzig war eine der ersten Kommunen, die Mindestpreise f\u00fcr Mietwagen einf\u00fchrten. Zwar musste die Stadt ihre entsprechende Vorschrift vorerst zur\u00fccknehmen \u2013 der darin festgesetzte Preis sei zu hoch gewesen, so das Gericht. Der Taxi-Verband feierte das Urteil des Verwaltungsgerichts trotzdem als Erfolg. Denn das Gericht stellte fest, dass Mindestpreise zum Schutz des Taxigewerbes grunds\u00e4tzlich erlaubt sind.Uber sieht in dem Urteil stattdessen einen Beweis f\u00fcr die hohen rechtlichen H\u00fcrden bei der Einf\u00fchrung von Mindestpreisen. Zudem verweist man auf eine Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs. Dieser urteilte, dass die blo\u00dfe Sicherung der wirtschaftlichen Existenz des Taxigewerbes nicht als hinreichender Grund ausreicht, um die Rechte von Mietwagenunternehmen einzuschr\u00e4nken. Klar ist: Die Debatte \u00fcber die Zukunft der Personenbef\u00f6rderung wird mit dem Protesttag neu entfacht. 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Er macht deutlich: \u201eWir fordern Waffengleichheit: Mindestpreise f\u00fcr alle, statt nur f\u00fcr uns.\u201cDer Hintergrund: W\u00e4hrend Taxitarife von kommunalen Gremien festgelegt und streng \u00fcberwacht werden, k\u00f6nnen Mietwagenfirmen bislang ihre Preise selbst bestimmen. Das erm\u00f6gliche es Plattformen, mit teils sehr niedrigen Preisen auf den Markt zu dr\u00e4ngen \u2013 haupts\u00e4chlich in Gro\u00dfst\u00e4dten. Dort ger\u00e4t das klassische Taxigewerbe zunehmend unter Druck, so die Argumentation des Verbands.Uber sieht sich nicht als ProblemDer Protesttag ist Ausdruck eines tiefer liegenden Konflikts: klassische Regulierung gegen digitale Plattform\u00f6konomie. F\u00fcr die Taxi-Unternehmen steht viel auf dem Spiel \u2013 nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strukturell. \u201eWenn Uber-Dumping noch oben drauf kommt, wird es zum Taxi-Killer\u201c, warnt der Branchenverband.Der US-Konzern Uber sieht sich hingegen zu Unrecht im Visier. In einer schriftlichen Stellungnahme verweist das Unternehmen auf \u201estrukturelle Probleme\u201c des Taxigewerbes, die nicht durch Plattformen verursacht w\u00fcrden. \u201eTaxis sind fast \u00fcberall in einer tiefen Krise \u2013 auch in St\u00e4dten, in denen Uber gar nicht aktiv ist\u201c, hei\u00dft es dort.Der Vorschlag des Taxi-Verbands, f\u00fcr Mietwagenanbieter gesetzlich geregelte Mindestpreise einzuf\u00fchren, st\u00f6\u00dft bei Uber auf deutliche Ablehnung. Man zweifelt an der Wirksamkeit: \u201eMindestpreise w\u00fcrden nicht zu mehr Fahrg\u00e4sten f\u00fcr das Taxi f\u00fchren, sondern diese wieder vermehrt in den eigenen Pkw treiben\u201c, argumentiert das Unternehmen \u2013 unter Verweis auf eine Studie, die im Auftrag von Uber vom Beratungsunternehmen IW Consult erstellt wurde.Wettbewerber Bolt lehnt pauschale Mindestfahrpreise ebenfalls ab. \u201eUnsere Analysen zeigen: Ein Preisanstieg von zehn Prozent kann einen Nachfrageeinbruch von bis zu 15 Prozent verursachen \u2013 was unmittelbar zu weniger Fahrten und geringerem Einkommen f\u00fcr Fahrer f\u00fchrt\u201c, hei\u00dft es auf Anfrage beim Unternehmen.Dem Vorwurf, das eigene Gesch\u00e4ftsmodell beg\u00fcnstige Sozialdumping oder Schwarzarbeit, entgegnet Bolt: Illegales Handeln entstehe nicht durch Tarifgestaltung, sondern durch das Ausnutzen von Rechtsl\u00fccken. Mindestpreise tr\u00e4fen deshalb die Falschen. 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Zwar musste die Stadt ihre entsprechende Vorschrift vorerst zur\u00fccknehmen \u2013 der darin festgesetzte Preis sei zu hoch gewesen, so das Gericht. Der Taxi-Verband feierte das Urteil des Verwaltungsgerichts trotzdem als Erfolg. Denn das Gericht stellte fest, dass Mindestpreise zum Schutz des Taxigewerbes grunds\u00e4tzlich erlaubt sind.Uber sieht in dem Urteil stattdessen einen Beweis f\u00fcr die hohen rechtlichen H\u00fcrden bei der Einf\u00fchrung von Mindestpreisen. Zudem verweist man auf eine Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs. Dieser urteilte, dass die blo\u00dfe Sicherung der wirtschaftlichen Existenz des Taxigewerbes nicht als hinreichender Grund ausreicht, um die Rechte von Mietwagenunternehmen einzuschr\u00e4nken. Klar ist: Die Debatte \u00fcber die Zukunft der Personenbef\u00f6rderung wird mit dem Protesttag neu entfacht. 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In einer schriftlichen Stellungnahme verweist das Unternehmen auf \u201estrukturelle Probleme\u201c des Taxigewerbes, die nicht durch Plattformen verursacht w\u00fcrden. \u201eTaxis sind fast \u00fcberall in einer tiefen Krise \u2013 auch in St\u00e4dten, in denen Uber gar nicht aktiv ist\u201c, hei\u00dft es dort.Der Vorschlag des Taxi-Verbands, f\u00fcr Mietwagenanbieter gesetzlich geregelte Mindestpreise einzuf\u00fchren, st\u00f6\u00dft bei Uber auf deutliche Ablehnung. Man zweifelt an der Wirksamkeit: \u201eMindestpreise w\u00fcrden nicht zu mehr Fahrg\u00e4sten f\u00fcr das Taxi f\u00fchren, sondern diese wieder vermehrt in den eigenen Pkw treiben\u201c, argumentiert das Unternehmen \u2013 unter Verweis auf eine Studie, die im Auftrag von Uber vom Beratungsunternehmen IW Consult erstellt wurde.Wettbewerber Bolt lehnt pauschale Mindestfahrpreise ebenfalls ab. \u201eUnsere Analysen zeigen: Ein Preisanstieg von zehn Prozent kann einen Nachfrageeinbruch von bis zu 15 Prozent verursachen \u2013 was unmittelbar zu weniger Fahrten und geringerem Einkommen f\u00fcr Fahrer f\u00fchrt\u201c, hei\u00dft es auf Anfrage beim Unternehmen.Dem Vorwurf, das eigene Gesch\u00e4ftsmodell beg\u00fcnstige Sozialdumping oder Schwarzarbeit, entgegnet Bolt: Illegales Handeln entstehe nicht durch Tarifgestaltung, sondern durch das Ausnutzen von Rechtsl\u00fccken. Mindestpreise tr\u00e4fen deshalb die Falschen. Notwendig seien stattdessen gezielte Ma\u00dfnahmen \u2013 etwa ein bundesweites, digitales Echtzeit-Register f\u00fcr Taxi- und Mietwagenlizenzen.Tats\u00e4chlich nutzen Firmen und Fahrer die Plattformen immer wieder aus. Einer Recherche des RBB zufolge war mindestens jedes f\u00fcnfte in Berlin buchbare Auto ohne Genehmigung unterwegs. Der Berliner Senat ist seitdem nach eigenen Angaben erfolgreich gegen illegale Fahrzeuge vorgegangen. Uber geht auf die Taxifahrer zu und positioniert sich \u00f6ffentlich als Partner der Taxi-Betriebe. Man wolle dem Gewerbe helfen, durch Technologie \u201eneue Zielgruppen anzusprechen und h\u00f6here Erl\u00f6se zu erzielen\u201c. Das Unternehmen verweist auf die eigene Kooperation mit Taxizentralen \u2013 etwa mit der Taxi Auto Zentrale Stuttgart (TAZ).Diese Argumentation weist der Taxi-Verband zur\u00fcck. Uber sei \u201edefinitiv kein verl\u00e4sslicher Partner des Taxigewerbes\u201c, hei\u00dft es in einer Gegenstellungnahme von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Oppermann. Dass Uber Taxis in seine App aufnehme, sei vor allem ein Image-Schachzug: \u201eIn Deutschland vermittelt Uber nur deshalb unter anderem auch Taxis, weil die Kunden gro\u00dfe Vorbehalte gegen\u00fcber den Dumping-Fahrdiensten haben.\u201cAuch das Argument, Mindestpreise w\u00fcrden Fahrg\u00e4ste vertreiben, h\u00e4lt der Verband f\u00fcr vorgeschoben. \u201eDer kleinste Teil verzichtet f\u00fcr die Fahrt im Uber auf das private Auto. Das Argument ist eine Nebelkerze von Uber, die nicht z\u00fcndet.\u201cDoch was w\u00fcrde die Einf\u00fchrung eines Mindestpreises bei Uber und Co. f\u00fcr die Kunden bedeuten? Im Fall M\u00fcnchen ermittelte Uber, dass die durchschnittliche Fahrt von rund elf Kilometern um etwa zw\u00f6lf Euro teurer werden w\u00fcrde. Bolt geht auf Anfrage in einer Einsch\u00e4tzung von Preissteigerungen zwischen zehn und 30 Prozent aus. \u201eDie von der Politik geplante k\u00fcnstliche Verteuerung der Preise f\u00fcr Mietwagenfahrten trifft besonders die Konsumenten, die unter den enormen Preissteigerungen der letzten Jahre leiden\u201c, so Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler.Der Taxi-Verband sieht den Gesetzgeber bei der Einf\u00fchrung der Mindestpreise jedoch auf seiner Seite: \u201eSeit rund vier Jahren haben St\u00e4dte und Gemeinden die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr einen fairen Wettbewerb bei der Personenbef\u00f6rderung zu sorgen.\u201c Der Verband bezieht sich auf \u00c4nderungen im Personenbef\u00f6rderungsgesetz, die seit 2021 gelten. Demnach d\u00fcrfen Genehmigungsbeh\u00f6rden f\u00fcr den Verkehr mit Mietwagen \u2013 zu denen etwa Bolt und Uber geh\u00f6ren \u2013 Mindestbef\u00f6rderungsentgelte festlegen.Leipzig war eine der ersten Kommunen, die Mindestpreise f\u00fcr Mietwagen einf\u00fchrten. Zwar musste die Stadt ihre entsprechende Vorschrift vorerst zur\u00fccknehmen \u2013 der darin festgesetzte Preis sei zu hoch gewesen, so das Gericht. Der Taxi-Verband feierte das Urteil des Verwaltungsgerichts trotzdem als Erfolg. Denn das Gericht stellte fest, dass Mindestpreise zum Schutz des Taxigewerbes grunds\u00e4tzlich erlaubt sind.Uber sieht in dem Urteil stattdessen einen Beweis f\u00fcr die hohen rechtlichen H\u00fcrden bei der Einf\u00fchrung von Mindestpreisen. Zudem verweist man auf eine Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs. Dieser urteilte, dass die blo\u00dfe Sicherung der wirtschaftlichen Existenz des Taxigewerbes nicht als hinreichender Grund ausreicht, um die Rechte von Mietwagenunternehmen einzuschr\u00e4nken. Klar ist: Die Debatte \u00fcber die Zukunft der Personenbef\u00f6rderung wird mit dem Protesttag neu entfacht. St\u00e4dte wie M\u00fcnchen und Berlin pr\u00fcfen aktuell, ob Mindestpreise bei den Anbietern eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.Klemens Handke ist Redakteur im Wirtschaftskompetenzzentrum. 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Organisiert vom Bundesverband Taxi und Mietwagen e.\u00a0V., richtet sich der Protest gegen Plattformanbieter wie Uber und Bolt \u2013 und gegen die Politik, die aus Sicht des Verbands tatenlos zusieht.\u201eIm Taxi gibt es beh\u00f6rdlich festgesetzte Preise und revisionssichere Aufzeichnungen aller Vorg\u00e4nge \u2013 bei Uber &amp; Co herrschen Wildwest und Willk\u00fcr. So kann Wettbewerb nicht funktionieren\u201c, kritisiert Michael Oppermann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands. Er macht deutlich: \u201eWir fordern Waffengleichheit: Mindestpreise f\u00fcr alle, statt nur f\u00fcr uns.\u201cDer Hintergrund: W\u00e4hrend Taxitarife von kommunalen Gremien festgelegt und streng \u00fcberwacht werden, k\u00f6nnen Mietwagenfirmen bislang ihre Preise selbst bestimmen. Das erm\u00f6gliche es Plattformen, mit teils sehr niedrigen Preisen auf den Markt zu dr\u00e4ngen \u2013 haupts\u00e4chlich in Gro\u00dfst\u00e4dten. Dort ger\u00e4t das klassische Taxigewerbe zunehmend unter Druck, so die Argumentation des Verbands.Uber sieht sich nicht als ProblemDer Protesttag ist Ausdruck eines tiefer liegenden Konflikts: klassische Regulierung gegen digitale Plattform\u00f6konomie. F\u00fcr die Taxi-Unternehmen steht viel auf dem Spiel \u2013 nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strukturell. \u201eWenn Uber-Dumping noch oben drauf kommt, wird es zum Taxi-Killer\u201c, warnt der Branchenverband.Der US-Konzern Uber sieht sich hingegen zu Unrecht im Visier. In einer schriftlichen Stellungnahme verweist das Unternehmen auf \u201estrukturelle Probleme\u201c des Taxigewerbes, die nicht durch Plattformen verursacht w\u00fcrden. \u201eTaxis sind fast \u00fcberall in einer tiefen Krise \u2013 auch in St\u00e4dten, in denen Uber gar nicht aktiv ist\u201c, hei\u00dft es dort.Der Vorschlag des Taxi-Verbands, f\u00fcr Mietwagenanbieter gesetzlich geregelte Mindestpreise einzuf\u00fchren, st\u00f6\u00dft bei Uber auf deutliche Ablehnung. Man zweifelt an der Wirksamkeit: \u201eMindestpreise w\u00fcrden nicht zu mehr Fahrg\u00e4sten f\u00fcr das Taxi f\u00fchren, sondern diese wieder vermehrt in den eigenen Pkw treiben\u201c, argumentiert das Unternehmen \u2013 unter Verweis auf eine Studie, die im Auftrag von Uber vom Beratungsunternehmen IW Consult erstellt wurde.Wettbewerber Bolt lehnt pauschale Mindestfahrpreise ebenfalls ab. \u201eUnsere Analysen zeigen: Ein Preisanstieg von zehn Prozent kann einen Nachfrageeinbruch von bis zu 15 Prozent verursachen \u2013 was unmittelbar zu weniger Fahrten und geringerem Einkommen f\u00fcr Fahrer f\u00fchrt\u201c, hei\u00dft es auf Anfrage beim Unternehmen.Dem Vorwurf, das eigene Gesch\u00e4ftsmodell beg\u00fcnstige Sozialdumping oder Schwarzarbeit, entgegnet Bolt: Illegales Handeln entstehe nicht durch Tarifgestaltung, sondern durch das Ausnutzen von Rechtsl\u00fccken. Mindestpreise tr\u00e4fen deshalb die Falschen. Notwendig seien stattdessen gezielte Ma\u00dfnahmen \u2013 etwa ein bundesweites, digitales Echtzeit-Register f\u00fcr Taxi- und Mietwagenlizenzen.Tats\u00e4chlich nutzen Firmen und Fahrer die Plattformen immer wieder aus. Einer Recherche des RBB zufolge war mindestens jedes f\u00fcnfte in Berlin buchbare Auto ohne Genehmigung unterwegs. Der Berliner Senat ist seitdem nach eigenen Angaben erfolgreich gegen illegale Fahrzeuge vorgegangen. Uber geht auf die Taxifahrer zu und positioniert sich \u00f6ffentlich als Partner der Taxi-Betriebe. Man wolle dem Gewerbe helfen, durch Technologie \u201eneue Zielgruppen anzusprechen und h\u00f6here Erl\u00f6se zu erzielen\u201c. Das Unternehmen verweist auf die eigene Kooperation mit Taxizentralen \u2013 etwa mit der Taxi Auto Zentrale Stuttgart (TAZ).Diese Argumentation weist der Taxi-Verband zur\u00fcck. Uber sei \u201edefinitiv kein verl\u00e4sslicher Partner des Taxigewerbes\u201c, hei\u00dft es in einer Gegenstellungnahme von Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Oppermann. Dass Uber Taxis in seine App aufnehme, sei vor allem ein Image-Schachzug: \u201eIn Deutschland vermittelt Uber nur deshalb unter anderem auch Taxis, weil die Kunden gro\u00dfe Vorbehalte gegen\u00fcber den Dumping-Fahrdiensten haben.\u201cAuch das Argument, Mindestpreise w\u00fcrden Fahrg\u00e4ste vertreiben, h\u00e4lt der Verband f\u00fcr vorgeschoben. \u201eDer kleinste Teil verzichtet f\u00fcr die Fahrt im Uber auf das private Auto. Das Argument ist eine Nebelkerze von Uber, die nicht z\u00fcndet.\u201cDoch was w\u00fcrde die Einf\u00fchrung eines Mindestpreises bei Uber und Co. f\u00fcr die Kunden bedeuten? Im Fall M\u00fcnchen ermittelte Uber, dass die durchschnittliche Fahrt von rund elf Kilometern um etwa zw\u00f6lf Euro teurer werden w\u00fcrde. Bolt geht auf Anfrage in einer Einsch\u00e4tzung von Preissteigerungen zwischen zehn und 30 Prozent aus. \u201eDie von der Politik geplante k\u00fcnstliche Verteuerung der Preise f\u00fcr Mietwagenfahrten trifft besonders die Konsumenten, die unter den enormen Preissteigerungen der letzten Jahre leiden\u201c, so Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler.Der Taxi-Verband sieht den Gesetzgeber bei der Einf\u00fchrung der Mindestpreise jedoch auf seiner Seite: \u201eSeit rund vier Jahren haben St\u00e4dte und Gemeinden die M\u00f6glichkeit, f\u00fcr einen fairen Wettbewerb bei der Personenbef\u00f6rderung zu sorgen.\u201c Der Verband bezieht sich auf \u00c4nderungen im Personenbef\u00f6rderungsgesetz, die seit 2021 gelten. Demnach d\u00fcrfen Genehmigungsbeh\u00f6rden f\u00fcr den Verkehr mit Mietwagen \u2013 zu denen etwa Bolt und Uber geh\u00f6ren \u2013 Mindestbef\u00f6rderungsentgelte festlegen.Leipzig war eine der ersten Kommunen, die Mindestpreise f\u00fcr Mietwagen einf\u00fchrten. Zwar musste die Stadt ihre entsprechende Vorschrift vorerst zur\u00fccknehmen \u2013 der darin festgesetzte Preis sei zu hoch gewesen, so das Gericht. Der Taxi-Verband feierte das Urteil des Verwaltungsgerichts trotzdem als Erfolg. Denn das Gericht stellte fest, dass Mindestpreise zum Schutz des Taxigewerbes grunds\u00e4tzlich erlaubt sind.Uber sieht in dem Urteil stattdessen einen Beweis f\u00fcr die hohen rechtlichen H\u00fcrden bei der Einf\u00fchrung von Mindestpreisen. Zudem verweist man auf eine Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs. Dieser urteilte, dass die blo\u00dfe Sicherung der wirtschaftlichen Existenz des Taxigewerbes nicht als hinreichender Grund ausreicht, um die Rechte von Mietwagenunternehmen einzuschr\u00e4nken. Klar ist: Die Debatte \u00fcber die Zukunft der Personenbef\u00f6rderung wird mit dem Protesttag neu entfacht. St\u00e4dte wie M\u00fcnchen und Berlin pr\u00fcfen aktuell, ob Mindestpreise bei den Anbietern eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.Klemens Handke ist Redakteur im Wirtschaftskompetenzzentrum. 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