{"id":245467,"date":"2025-07-02T15:26:12","date_gmt":"2025-07-02T12:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/vof-news.eu\/deutsche-industrie-bewertet-neues-eu-klimaziel-als-nicht-realistisch\/"},"modified":"2025-07-02T15:26:36","modified_gmt":"2025-07-02T12:26:36","slug":"deutsche-industrie-bewertet-neues-eu-klimaziel-als-nicht-realistisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vof-news.eu\/de\/deutsche-industrie-bewertet-neues-eu-klimaziel-als-nicht-realistisch\/","title":{"rendered":"Deutsche Industrie bewertet neues EU-Klimaziel als \u201enicht realistisch\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission will die Treibhausgasemissionen in Europa bis 2040 um 90 Prozent gegen\u00fcber dem Niveau von 1990 senken. Einen entsprechenden Vorschlag f\u00fcr ein verbindliches Klimaziel legte sie am Mittwoch in Br\u00fcssel vor. \u201eDa die europ\u00e4ischen B\u00fcrger zunehmend die Auswirkungen des Klimawandels sp\u00fcren, erwarten sie, dass Europa handelt\u201c, erkl\u00e4rte Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen. Das Europ\u00e4ische Parlament und die Mitgliedstaaten m\u00fcssen dem Klimaziel noch zustimmen.<\/p>\n<p>Mit dem Vorschlag bekennt sich die Kommission zu dem Ziel, den Kontinent bis 2050 klimaneutral zu machen. Dieses Ziel ist seit 2021 im EU-Klimagesetz verankert. Darin sind auch zwei Zwischenziele vorgesehen. So ist festgelegt, dass bis 2030 eine Reduktion der Nettoemissionen um mindestens 55 Prozent erreicht werden soll.<\/p>\n<p>Ein Zwischenziel f\u00fcr 2040 ist ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben, wurde bislang aber nicht verbindlich festgelegt. Klimaschutzkommissar Wopke Hoekstra hatte Anfang 2025 bereits eine Reduktion um 90 Prozent ins Gespr\u00e4ch gebracht, allerdings ohne rechtliche Bindung.<\/p>\n<p>Die Kommission will das 2040-Ziel vorrangig durch Emissionsminderungen innerhalb der EU erreichen. Um den Mitgliedstaaten zugleich mehr Flexibilit\u00e4t zu erm\u00f6glichen, sollen k\u00fcnftig in begrenztem Umfang auch Klimaschutzprojekte in Drittstaaten durch Zertifikate anrechenbar sein. Auch CO\u2082-Entnahmen, etwa durch Aufforstung oder neue Technologien, sollen zur Zielerreichung beitragen. W\u00e4hrend einige das Klimaziel f\u00fcr zu ambitioniert halten, warnen andere vor Schlupfl\u00f6chern und Missbrauch.<\/p>\n<h3>Deutsche Industrie h\u00e4lt neues Klimaziel f\u00fcr \u201enicht realistisch\u201c<\/h3>\n<p>Die deutsche Industrie sieht das neue EU-Klimaziel derweil h\u00f6chst kritisch. Es sei \u201edeutlich zu hoch gegriffen\u201c und \u201enicht realistisch\u201c, erkl\u00e4rte der stellvertretende Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Achim Dercks. Holger L\u00f6sch, stellvertretender Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, sprach von einem \u201ehochambitionierten\u201c Ziel. Die Skepsis teilen etwa auch die Auto- und Chemieindustrie.<\/p>\n<p>\u201eWie die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2040 europaweit um 90 Prozent reduziert werden k\u00f6nnen, ist (&#8230;) aktuell nicht erkennbar\u201c, erkl\u00e4rte die Pr\u00e4sidentin des Verbandes der Automobilindustrie, Hildegard M\u00fcller. Das Ziel sei \u201ezu ambitioniert gesetzt\u201c. Klimapolitik k\u00f6nne nur funktionieren, wenn sie mit \u201ewirtschaftlicher Prosperit\u00e4t gemeinsam vorangetrieben\u201c werde. Dercks von der DIHK warnte vor einer \u00dcberforderung der deutschen Wirtschaft und einem \u201esp\u00fcrbaren R\u00fcckgang von Wertsch\u00f6pfung und Wohlstand\u201c.<\/p>\n<p>Der Maschinen- und Anlagenbau sieht dieses Risiko offenbar nicht: \u201eEs ist ermutigend, dass die EU in Sachen Klimaschutz ambitioniert bleibt\u201c, erkl\u00e4rte Thilo Brodtmann, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Maschinenbauverbandes VDMA. Es brauche ehrgeizige Ziele.<\/p>\n<p>Einhellige Zustimmung \u00e4u\u00dferten die Industrievertreter hingegen mit Blick auf die Ank\u00fcndigung der EU-Kommission, die Anrechnung von CO\u2082-Zertifikaten aus dem Ausland teilweise zu erlauben. \u201eDies kann sinnvoll sein, um klimarelevante Technologien schneller auf den globalen M\u00e4rkten zum Einsatz zu bringen\u201c, erkl\u00e4rte Brodtmann. \u201eF\u00fcr ein globales Problem braucht es globale L\u00f6sungsans\u00e4tze\u201c, erkl\u00e4rte Wolfgang Gro\u00dfe Entrup, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands der Chemischen Industrie. \u201eDas ist ein wichtiges Signal aus Br\u00fcssel.\u201c<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich positiv \u00e4u\u00dferte sich auch Kerstin Andreae vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, sie warnte jedoch vor m\u00f6glichem Greenwashing. \u201eInternationale Zertifikate d\u00fcrfen nicht zum Einfallstor f\u00fcr minderwertige Projekte oder Doppelanrechnungen werden\u201c, erkl\u00e4rte sie. \u201eEs braucht robuste, \u00fcberpr\u00fcfbare Standards und klare Regeln f\u00fcr die Durchf\u00fchrung und Anrechenbarkeit entsprechender Gutschriften.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission will die Treibhausgasemissionen in Europa bis 2040 um 90 Prozent gegen\u00fcber dem Niveau von 1990 senken. 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Klimaschutzkommissar Wopke Hoekstra hatte Anfang 2025 bereits eine Reduktion um 90 Prozent ins Gespr\u00e4ch gebracht, allerdings ohne rechtliche Bindung.Die Kommission will das 2040-Ziel vorrangig durch Emissionsminderungen innerhalb der EU erreichen. Um den Mitgliedstaaten zugleich mehr Flexibilit\u00e4t zu erm\u00f6glichen, sollen k\u00fcnftig in begrenztem Umfang auch Klimaschutzprojekte in Drittstaaten durch Zertifikate anrechenbar sein. Auch CO\u2082-Entnahmen, etwa durch Aufforstung oder neue Technologien, sollen zur Zielerreichung beitragen. W\u00e4hrend einige das Klimaziel f\u00fcr zu ambitioniert halten, warnen andere vor Schlupfl\u00f6chern und Missbrauch.Deutsche Industrie h\u00e4lt neues Klimaziel f\u00fcr \u201enicht realistisch\u201cDie deutsche Industrie sieht das neue EU-Klimaziel derweil h\u00f6chst kritisch. 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Dercks von der DIHK warnte vor einer \u00dcberforderung der deutschen Wirtschaft und einem \u201esp\u00fcrbaren R\u00fcckgang von Wertsch\u00f6pfung und Wohlstand\u201c.Der Maschinen- und Anlagenbau sieht dieses Risiko offenbar nicht: \u201eEs ist ermutigend, dass die EU in Sachen Klimaschutz ambitioniert bleibt\u201c, erkl\u00e4rte Thilo Brodtmann, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Maschinenbauverbandes VDMA. 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Klimaschutzkommissar Wopke Hoekstra hatte Anfang 2025 bereits eine Reduktion um 90 Prozent ins Gespr\u00e4ch gebracht, allerdings ohne rechtliche Bindung.Die Kommission will das 2040-Ziel vorrangig durch Emissionsminderungen innerhalb der EU erreichen. Um den Mitgliedstaaten zugleich mehr Flexibilit\u00e4t zu erm\u00f6glichen, sollen k\u00fcnftig in begrenztem Umfang auch Klimaschutzprojekte in Drittstaaten durch Zertifikate anrechenbar sein. Auch CO\u2082-Entnahmen, etwa durch Aufforstung oder neue Technologien, sollen zur Zielerreichung beitragen. W\u00e4hrend einige das Klimaziel f\u00fcr zu ambitioniert halten, warnen andere vor Schlupfl\u00f6chern und Missbrauch.Deutsche Industrie h\u00e4lt neues Klimaziel f\u00fcr \u201enicht realistisch\u201cDie deutsche Industrie sieht das neue EU-Klimaziel derweil h\u00f6chst kritisch. Es sei \u201edeutlich zu hoch gegriffen\u201c und \u201enicht realistisch\u201c, erkl\u00e4rte der stellvertretende Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Achim Dercks. Holger L\u00f6sch, stellvertretender Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, sprach von einem \u201ehochambitionierten\u201c Ziel. Die Skepsis teilen etwa auch die Auto- und Chemieindustrie.\u201eWie die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2040 europaweit um 90 Prozent reduziert werden k\u00f6nnen, ist (...) aktuell nicht erkennbar\u201c, erkl\u00e4rte die Pr\u00e4sidentin des Verbandes der Automobilindustrie, Hildegard M\u00fcller. Das Ziel sei \u201ezu ambitioniert gesetzt\u201c. Klimapolitik k\u00f6nne nur funktionieren, wenn sie mit \u201ewirtschaftlicher Prosperit\u00e4t gemeinsam vorangetrieben\u201c werde. Dercks von der DIHK warnte vor einer \u00dcberforderung der deutschen Wirtschaft und einem \u201esp\u00fcrbaren R\u00fcckgang von Wertsch\u00f6pfung und Wohlstand\u201c.Der Maschinen- und Anlagenbau sieht dieses Risiko offenbar nicht: \u201eEs ist ermutigend, dass die EU in Sachen Klimaschutz ambitioniert bleibt\u201c, erkl\u00e4rte Thilo Brodtmann, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Maschinenbauverbandes VDMA. Es brauche ehrgeizige Ziele.Einhellige Zustimmung \u00e4u\u00dferten die Industrievertreter hingegen mit Blick auf die Ank\u00fcndigung der EU-Kommission, die Anrechnung von CO\u2082-Zertifikaten aus dem Ausland teilweise zu erlauben. \u201eDies kann sinnvoll sein, um klimarelevante Technologien schneller auf den globalen M\u00e4rkten zum Einsatz zu bringen\u201c, erkl\u00e4rte Brodtmann. \u201eF\u00fcr ein globales Problem braucht es globale L\u00f6sungsans\u00e4tze\u201c, erkl\u00e4rte Wolfgang Gro\u00dfe Entrup, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands der Chemischen Industrie. \u201eDas ist ein wichtiges Signal aus Br\u00fcssel.\u201cGrunds\u00e4tzlich positiv \u00e4u\u00dferte sich auch Kerstin Andreae vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, sie warnte jedoch vor m\u00f6glichem Greenwashing. \u201eInternationale Zertifikate d\u00fcrfen nicht zum Einfallstor f\u00fcr minderwertige Projekte oder Doppelanrechnungen werden\u201c, erkl\u00e4rte sie. \u201eEs braucht robuste, \u00fcberpr\u00fcfbare Standards und klare Regeln f\u00fcr die Durchf\u00fchrung und Anrechenbarkeit entsprechender Gutschriften.\u201c\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/deutsche-industrie-bewertet-neues-eu-klimaziel-als-nicht-realistisch\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"vof-news.eu\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2025-07-02T12:26:12+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-07-02T12:26:36+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/eu-kommission-schlaegt-klimaziel-fuer-2040-vor-1.webp\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1200\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"574\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/webp\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Author\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Author\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"3\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/deutsche-industrie-bewertet-neues-eu-klimaziel-als-nicht-realistisch\/\",\"url\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/deutsche-industrie-bewertet-neues-eu-klimaziel-als-nicht-realistisch\/\",\"name\":\"Deutsche Industrie bewertet neues EU-Klimaziel als \u201enicht realistisch\u201c - vof-news.eu\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/deutsche-industrie-bewertet-neues-eu-klimaziel-als-nicht-realistisch\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/deutsche-industrie-bewertet-neues-eu-klimaziel-als-nicht-realistisch\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/vof-news.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/eu-kommission-schlaegt-klimaziel-fuer-2040-vor-1.webp\",\"datePublished\":\"2025-07-02T12:26:12+00:00\",\"dateModified\":\"2025-07-02T12:26:36+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/vof-news.eu\/de\/#\/schema\/person\/f6a2a4309f0561835797fd8c19b333ed\"},\"description\":\"Die EU-Kommission will die Treibhausgasemissionen in Europa bis 2040 um 90 Prozent gegen\u00fcber dem Niveau von 1990 senken. 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Klimaschutzkommissar Wopke Hoekstra hatte Anfang 2025 bereits eine Reduktion um 90 Prozent ins Gespr\u00e4ch gebracht, allerdings ohne rechtliche Bindung.Die Kommission will das 2040-Ziel vorrangig durch Emissionsminderungen innerhalb der EU erreichen. Um den Mitgliedstaaten zugleich mehr Flexibilit\u00e4t zu erm\u00f6glichen, sollen k\u00fcnftig in begrenztem Umfang auch Klimaschutzprojekte in Drittstaaten durch Zertifikate anrechenbar sein. Auch CO\u2082-Entnahmen, etwa durch Aufforstung oder neue Technologien, sollen zur Zielerreichung beitragen. W\u00e4hrend einige das Klimaziel f\u00fcr zu ambitioniert halten, warnen andere vor Schlupfl\u00f6chern und Missbrauch.Deutsche Industrie h\u00e4lt neues Klimaziel f\u00fcr \u201enicht realistisch\u201cDie deutsche Industrie sieht das neue EU-Klimaziel derweil h\u00f6chst kritisch. Es sei \u201edeutlich zu hoch gegriffen\u201c und \u201enicht realistisch\u201c, erkl\u00e4rte der stellvertretende Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Achim Dercks. Holger L\u00f6sch, stellvertretender Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, sprach von einem \u201ehochambitionierten\u201c Ziel. Die Skepsis teilen etwa auch die Auto- und Chemieindustrie.\u201eWie die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2040 europaweit um 90 Prozent reduziert werden k\u00f6nnen, ist (...) aktuell nicht erkennbar\u201c, erkl\u00e4rte die Pr\u00e4sidentin des Verbandes der Automobilindustrie, Hildegard M\u00fcller. Das Ziel sei \u201ezu ambitioniert gesetzt\u201c. Klimapolitik k\u00f6nne nur funktionieren, wenn sie mit \u201ewirtschaftlicher Prosperit\u00e4t gemeinsam vorangetrieben\u201c werde. Dercks von der DIHK warnte vor einer \u00dcberforderung der deutschen Wirtschaft und einem \u201esp\u00fcrbaren R\u00fcckgang von Wertsch\u00f6pfung und Wohlstand\u201c.Der Maschinen- und Anlagenbau sieht dieses Risiko offenbar nicht: \u201eEs ist ermutigend, dass die EU in Sachen Klimaschutz ambitioniert bleibt\u201c, erkl\u00e4rte Thilo Brodtmann, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Maschinenbauverbandes VDMA. 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Klimaschutzkommissar Wopke Hoekstra hatte Anfang 2025 bereits eine Reduktion um 90 Prozent ins Gespr\u00e4ch gebracht, allerdings ohne rechtliche Bindung.Die Kommission will das 2040-Ziel vorrangig durch Emissionsminderungen innerhalb der EU erreichen. Um den Mitgliedstaaten zugleich mehr Flexibilit\u00e4t zu erm\u00f6glichen, sollen k\u00fcnftig in begrenztem Umfang auch Klimaschutzprojekte in Drittstaaten durch Zertifikate anrechenbar sein. Auch CO\u2082-Entnahmen, etwa durch Aufforstung oder neue Technologien, sollen zur Zielerreichung beitragen. W\u00e4hrend einige das Klimaziel f\u00fcr zu ambitioniert halten, warnen andere vor Schlupfl\u00f6chern und Missbrauch.Deutsche Industrie h\u00e4lt neues Klimaziel f\u00fcr \u201enicht realistisch\u201cDie deutsche Industrie sieht das neue EU-Klimaziel derweil h\u00f6chst kritisch. 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Klimaschutzkommissar Wopke Hoekstra hatte Anfang 2025 bereits eine Reduktion um 90 Prozent ins Gespr\u00e4ch gebracht, allerdings ohne rechtliche Bindung.Die Kommission will das 2040-Ziel vorrangig durch Emissionsminderungen innerhalb der EU erreichen. Um den Mitgliedstaaten zugleich mehr Flexibilit\u00e4t zu erm\u00f6glichen, sollen k\u00fcnftig in begrenztem Umfang auch Klimaschutzprojekte in Drittstaaten durch Zertifikate anrechenbar sein. Auch CO\u2082-Entnahmen, etwa durch Aufforstung oder neue Technologien, sollen zur Zielerreichung beitragen. W\u00e4hrend einige das Klimaziel f\u00fcr zu ambitioniert halten, warnen andere vor Schlupfl\u00f6chern und Missbrauch.Deutsche Industrie h\u00e4lt neues Klimaziel f\u00fcr \u201enicht realistisch\u201cDie deutsche Industrie sieht das neue EU-Klimaziel derweil h\u00f6chst kritisch. 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