Die Ukraine hat den ungarischen Botschafter Antal Gezer ins Außenministerium einbestellt. Dort habe man ihm wegen der „falschen Behauptungen der ungarischen Führung über eine angebliche Einmischung der Ukraine in die Parlamentswahlen in Ungarn“ einen entschiedenen Protest übermittelt, teilte das Ministerium in Kyjiw mit. Es handele sich um eine Reaktion auf die Einbestellung des ukrainischen Botschafters in Budapest am Vortag.
Die ungarische Regierung wirft der Ukraine vor, sich in den Wahlkampf vor der Parlamentswahl am 12. April einzumischen. Man müsse sich darauf einstellen, dass die Ukraine ihre „offene und grobe Einmischung“ zugunsten der Oppositionspartei Tisza fortsetzen werde, schrieb Außenminister Péter Szijjártó auf Facebook. Für diese Behauptung liegen keine überprüfbaren Belege vor.
Bei der anstehenden Wahl sieht sich Viktor Orbán erstmals seit seinem Regierungsantritt im Jahr 2010 einem starken Herausforderer gegenüber: In Umfragen liegt die Mitte-Rechts-Partei Tisza von Péter Magyar nach Jahren wirtschaftlicher Stagnation vor Orbáns rechtsnationaler Fidesz-Partei. Bei keiner Parlamentswahl in den vergangenen 16 Jahren lag seine Partei wenige Monate vor der Wahl hinter dem jeweiligen Herausforderer.
