RBB weist Vorwürfe des „Medienmagazin“-Moderators Jörg Wagner zurück

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat die Vorwürfe des Radiomoderators Jörg Wagner zurückgewiesen, bei einer Podcastfolge seiner Sendung  inhaltlich eingegriffen zu haben. Der RBB-Unternehmenssprecher Justus Demmer sagte der ZEIT: „Die zwei wesentlichen Punkte sind: Es gibt keinen Eingriff der Intendantin und es gibt keine Kürzungen in Bezug auf David Biesinger“, den ehemaligen RBB-Chefredakteur, um den es in der Podcastfolge auch ging.

Moderator machte Kürzung im Interview öffentlich

Wagner hatte dem Sender zuvor in einem Interview einen inhaltlichen Eingriff unter der RBB-Intendantin Ulrike Demmer in seine Radioeins-Sendung vorgeworfen. Eine Passage für den Podcast sei im Nachhinein
entfernt worden, sagte er der . Wagner hatte nach fast dreißigjähriger Tätigkeit als freier Mitarbeiter für den RBB am Samstag zum letzten Mal das moderiert.

Wörtlich sagte Wagner der : Seine Aufgabe sei es gewesen, den RBB so zu sehen, als wäre er selbst nicht Bestandteil des Senders. „Das ist natürlich eine mentale Leistung, sich nicht beeindrucken zu lassen, wenn der Pressesprecher zum Beispiel sagt, dass der Chefredakteur des RBB nie Mitglied der Geschäftsleitung war“, sagte der Medienjournalist. „Meine Erkenntnisse aber sind: Er war es.“ Wenn es in der Folge dazu komme, dass diese Passage nachträglich aus dem -Podcast herausgeschnitten werde, gebe es einen Konflikt. „Und das ist geschehen unter der Intendantin Ulrike Demmer“, sagte Wagner. Eine harte Auseinandersetzung gehöre dazu, aber nicht die Korrektur im Schnitt.

Demmer sagte zu den Vorwürfen: Wagner habe den Vorgang verwechselt. „Die Passage,
auf die er sich bezieht – das sind so 90 Sekunden –, sind am Ende eines
Gesprächs, das ich mit ihm geführt habe. (…) Die bearbeitete Passage
bezog sich nicht auf David Biesinger, sondern auf Inhalte aus der -Sendung
zwei Wochen zuvor“, sagte der RBB-Sprecher. „In dieser Passage werden
Inhalte wiederholt, für die wir eine Unterlassung kassiert haben.
Deswegen mussten wir die rausnehmen.“ Die Kürzung geschah demnach durch
den Radiosender Radioeins in Abstimmung mit Programmdirektion und
Justiziariat.

In seiner wöchentlichen Sendung beschäftigte sich Wagner mit den Öffentlich-Rechtlichen, der Presse- und generell der Medienlandschaft in Deutschland. Bis zum Jahr 2023 habe er seiner Arbeit auch mit kritischem Blick auf die öffentlich-rechtlichen Medien, zu denen der RBB gehört, „erstaunlich einfach“ nachgehen können, sagte er. „Es gab
alle drei bis fünf Jahre mal einen Einspruch eines wichtigen
Entscheiders. Aber das waren mehr Empfehlungen als wirkliche Versuche,
Einfluss zu nehmen.“ Unter der Intendantin Demmer sei das anders und die Sorge „offenbar groß, das merke ich
zumindest in den mittleren Hierarchien, dass ich etwas auslösen könnte
wie die Gelbhaar-Affäre“, sagte Wagner. Er fühle sich „extrem betreut zurzeit“.

Der RBB hatte fehlerhaft über den Grünenpolitiker Stefan Gelbhaar berichtet. Der Sender und Gelbhaar einigten sich nach längerem Streit auf einen außergerichtlichen Vergleich.

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