Die Fifa bleibt hart! Der belgische Fußballverband ist mit seinem Einspruch gegen die Spielberechtigung von US-Stürmer Folarin Balogun (25) gescheitert. Die Fifa erklärte die Beschwerde für unzulässig. Damit darf Balogun im WM-Achtelfinale gegen Belgien (2 Uhr, live in der ARD, MagentaTV und im BILD-Liveticker) wie geplant auflaufen.
Die Begründung des Weltverbands: Belgien sei „nicht Verfahrenspartei“ und besitze deshalb „keine Beschwerdebefugnis gegen die Entscheidung“. Hintergrund ist, dass Baloguns Rote Karte aus dem Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Herzegowina stammt – an dieser Partie war Belgien nicht beteiligt. Der Amerikaner war nach einem harten, aber wohl unabsichtlichen Tritt gegen Tarik Muharemović nach VAR-Eingriff vom Platz gestellt worden. Die Sperre wurde anschließend überraschend in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.
Belgier weiter stinksauer
Der belgische Fußballverband (RBFA) reagierte umgehend mit scharfer Kritik. In einer Mitteilung heißt es, man habe bis heute weder die Begründung der Entscheidung noch die angeforderten Unterlagen erhalten – darunter die vollständige Fifa-Entscheidung, den Schiedsrichterbericht sowie die Begründung für die aufgehobene Sperre. Der Verband spricht von einem Verstoß gegen die Fifa-Regeln und kündigt weitere Schritte an: „Die RBFA hat dem US-Verband mitgeteilt, dass sie die Spielberechtigung des Spielers anfechten wird, sollte dieser auf dem Spielberichtsbogen des Schiedsrichters aufgeführt sein. Damit bleiben alle weiteren Schritte offen.“
Bereits zuvor hatte sich der Verband „zutiefst besorgt über den Verlauf der Ereignisse“ gezeigt und kritisiert, von der Entscheidung zunächst nur aus den Medien erfahren zu haben. Zusätzlichen Ärger gab es um die offizielle Spielbesprechung vor der Partie. Nach Angaben der Belgier strich die Fifa dort „bewusst den Abschnitt über die automatische Spielersperre“ aus ihrer Präsentation – obwohl dieser bei den vorherigen WM-Spielen stets Bestandteil gewesen sei.
Trump schaltete sich ein
Für besonders viel Wirbel sorgte auch die Rolle von US-Präsident Donald Trump. Er bestätigte inzwischen, Fifa-Präsident Gianni Infantino persönlich gebeten zu haben, die Rote Karte gegen Balogun noch einmal überprüfen zu lassen. „Ich habe lediglich um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht der Meinung bin, dass es ein Foul war“, sagte Trump im Oval Office. Infantino bestätigte das Gespräch, betonte aber zugleich, dass ausschließlich die unabhängigen Fifa-Justizorgane über den Fall entschieden hätten.