Madisonville (Kentucky) – Als Ärztin hatte sie per Eid geschworen, Menschenleben zu beschützen. Jetzt hat eine Medizinerin aus Kentucky ein nicht mal einjähriges Menschenleben auf dem Gewissen. Das tote Baby ist ihr Enkelkind. Über den tragischen Vorfall berichtet unter anderem das „People“-Magazin.
Demnach war Dr. Stacey Fazenbaker (61) am 13. August mit der kleinen Scottie Crowell (†1) im Auto unterwegs. Die Oma wollte das Mädchen in der Kita absetzen, bevor sie zur Arbeit fuhr. Doch sie vergaß, das Kind abzugeben. Und sie vergaß es auch, als sie auf den Parkplatz der „Owensboro Health Multicare“-Klinik bog. Fazenbaker parkte den Wagen gegen 8 Uhr morgens und ging ins Krankenhaus.
Gegen 16 Uhr wollte Scotties Vater seine Tochter aus der Kita holen. Doch dort wurde ihm gesagt, dass das Baby am heutigen Tag nicht abgegeben worden war. Er kontaktierte seine Frau, die wiederum Fazenbaker anrief. Sie eilte mit Kollegen zum Wagen, wo sie das leblose Baby aus dem Kindersitz vom Rücksitz holten. Verständigte Rettungskräfte scheiterten mit der Wiederbelebung.
Draußen waren es 35 Grad
Über die Temperatur-Angaben im Auto gibt es unterschiedliche Angaben. Am Tag des Unglücks waren es in der 20.000-Einwohner-Stadt 35 Grad – die acht Stunden Extrem-Hitze im Auto konnte der kleine Körper nicht überleben.
Juristisch sind Fälle dieser Art in Kentucky außergewöhnlich klar geregelt. Der Bundesstaat hat einen Straftatbestand, der den Tod eines Kindes unter acht Jahren durch Zurücklassen in einem Auto sanktioniert. Dafür könnten der erfahrenen Ärztin fünf bis zehn Jahre Gefängnis drohen. Sollte die Staatsanwaltschaft keinen Vorsatz erkennen, könnte die Anklage auf fahrlässige Tötung heruntergestuft werden. Dann müsste Fazenbaker ein bis fünf Jahre in Haft. Die 61-Jährige hatte sich freiwillig einem Alkohol- und Drogentest unterzogen.