Es ist ein schier unglaubliches Vorhaben! Phil Gore (40) will ab Sonntag für 7 Tage am Stück laufen. Sein Vorhaben: Zu jeder vollen Stunde eine exakt 6,71 Kilometer lange Runde absolvieren, also im sogenannten Backyard-Format – und das 168 Mal in Folge. Das wären 1127 Kilometer. Zur Erinnerung: Die maximale Ausdehnung Deutschlands von Norden nach Süden beträgt in der Luftlinie etwa 876 Kilometer. Gore über sein Vorhaben: „Dabei geht es nicht nur darum, herauszufinden, wie weit ich mich selbst pushen kann. Es geht darum, einen neuen Maßstab für Ausdauersportler zu setzen. Es mag kein offizieller Rekord sein, aber ich möchte, dass es zu einer Marke wird, der andere Athleten nacheifern.“
Den Weltrekord im Backyard-Ultra hält Gore mit 119 absolvierten Runden selbst. Aufgestellt beim „Dead Cow Gully“ in Australien, wo der Ultraläufer im Juni 2025 fast fünf komplette Tage durchlief. Der Unterschied zu seinem „Project 168“ liegt nun darin, dass Athleten beim Backyard-Format normalerweise zu jeder vollen Stunde dieselbe Runde so lange absolvieren, bis nur noch ein Teilnehmer übrig ist. Heißt: Selbst wenn der letzte verbliebene Läufer noch könnte, ist das Rennen beendet.
Jetzt endet das Vorhaben erst, wenn die Woche vorbei ist. Offen scheint allerdings, was passiert, wenn Gore vorher die Kräfte ausgehen. Start von „Project 168“ ist am Sonntagmorgen um 2 Uhr deutscher Zeit. Laufen wird Gore dann ständig um einen kleinen See einer Parkanlage südlich von Perth. Mit jeder absolvierten Runde wird der vierfache Vater Spenden für eine Organisation sammeln, die kranke und benachteiligte Kinder im Westen Australiens unterstützt.
Hype um Backyard-Ultras
Seit einigen Monaten erfreuen sich Backyard-Ausgaben einer immer größer werdenden Beliebtheit. Erst am letzten Wochenende schauten phasenweise 120.000 Menschen in einem YouTube-Livestream den „Last Soul Ultra“ von Organisator und Lauf-Influencer Kim Gottwald. Dadurch wurde der Sport zuletzt immer bekannter.
Bei seinem Event gewann am Ende Mark Dowdle. Der Ami absolvierte 94 Runden und damit 630,4 Kilometer. Dowdles letzter verbliebener Kontrahent, der Deutsche Ayyoub Ello El Osrouti, blieb auf dieser Runde entkräftet auf einer Wiese liegen und schaffte es nicht rechtzeitig ins Ziel.