Politik

Selenskyj legt Friedensvorschläge vor: Witkoff reist zu Putin

Selenskyj legt Friedensvorschläge vor: Witkoff reist zu Putin
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Kiew/Washington – Und schon wieder schickt Trump seine Leute nach Russland, um den Krieg zu beenden, den er mal 24 Stunden nach Amtsantritt stoppen wollte. US-Sondergesandter Steve Witkoff (69) landete am Morgen in Putins Heimatstadt St. Petersburg, betrat damit schon wieder russischen Boden! Am Dienstag hatte er Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) getroffen – allerdings nicht in der Ukraine, sondern in Oslo (Norwegen).

Gibt es neue Bewegung im Ringen um einen Stopp von Putins Krieg? Völlig unklar. Wolodymyr Selenskyj (48) legte am Dienstag neue Vorschläge vor. Diese überbringt Witkoff heute Kreml-Kriegstreiber Wladimir Putin (74). Trumps Schwiegersohn Jared Kushner (45) ist diesmal nicht vor Ort, soll aber per Video an dem Gespräch mit dem Kreml-Chef teilnehmen. Bislang verlief das Drehbuch nach ähnlichen Verhandlungen meistens so: Putin sagte zu allen Vorschlägen Nein.

Trump ätzt vor den Zwischenwahlen gegen Selenskyj

Wenig Konkretes ist über die Gespräche vom Dienstag mit der Ukraine bekannt. Trotzdem hieß es seitens der US-Vertreter, sie seien „sehr produktiv und konstruktiv“ verlaufen, es habe „bedeutende Fortschritte“ gegeben. Auch Finnlands Präsident Alexander Stubb (58) war dabei, sprach danach von einem „guten Tag für den Frieden“.

Ob das stimmt? Die Faktenlage ist gerade sehr schwierig für die Ukraine. Denn kurz vor den Kongresswahlen in den USA (3. November bzw. 4. November deutscher Zeit) legt US-Präsident Donald Trump (80) seinen nächsten Schwenk hin, übt plötzlich sehr viel Druck auf die Ukraine aus. Dabei geht er sogar Selenskyj persönlich sehr hart an.

„Wir wollen, dass Selenskyj einen Deal macht“, sagte Trump im Oval Office. Die USA hätten der Ukraine viel gegeben und dafür „absolut nichts“ zurückbekommen, außer „Leid, Tod und enormen finanziellen Verlusten“. Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, werde es seiner Meinung nach „sehr schlecht ausgehen“.

Selenskyj will „Artikel-5-ähnliche“ Garantien

Selenskyj versucht derweil zu verhindern, dass über die Ukraine ohne die Ukraine entschieden wird. In Oslo machte er deutlich, dass Kiew für einen möglichen Frieden belastbare Sicherheitsgarantien verlangt. Konkret will er „Artikel-5-ähnliche“ Garantien nach dem Vorbild der Nato. Gespräche über die Zukunft seines Landes seien „nur akzeptabel, wenn wir am Verhandlungstisch sitzen“. Das sei „absolut klar“.

Putin strebt laut einem US-Zeitungsbericht beim Apec-Gipfel im November ein Treffen mit Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping (73) an. Trump zeigte sich dafür bereits offen. Selenskyj will verhindern, dass die Großmächte dabei über die Köpfe der Ukrainer hinweg über deren Zukunft verhandeln, will deshalb ebenfalls einen Platz am Tisch.

Vielleicht verpasst