Aarau (Schweiz) – Nach dem Anschlag auf den Techno-Rave in der Schweiz mit einer Toten und fünf Verletzten kommt raus: Die Angreifer feuerten aus mindestens zwei Waffen auf die Party-Gäste. Und sie benutzten offenbar ein Sturmgewehr.
Jetzt gab die Kantonspolizei Aargau (Schweiz) auch die Kaliber der Waffen bekannt. Einsatzleiter Hauptmann Matthias Schildknecht sagte: „Wir haben zwei Kaliber gefunden. Darunter 9‑Millimeter-Hülsen, wie sie in Pistolen oder Maschinenpistolen genutzt werden. Und Kaliber 5,45x39, wie es in Sturmgewehren genutzt wird.“
Besonders brisant: 5,45x39 ist das Standardkaliber des Sturmgewehrs AK-74, einer Kalaschnikow-Variante. Heißt: Die Täter schossen offenbar mit einem Sturmgewehr wahllos in die Menge bei dem Techno-Rave, der in der Nacht zu Sonntag an der Pferderennbahn in Aarau gegen 2.30 Uhr gerade ausklang. Besonders auffällig: Laut einem Tatort-Diagramm der Polizei wurde anfangs sogar aus knapp 300 Metern auf das Festival gefeuert.
Polizei spricht von Zufallsopfern
Der Kommandant der Kantonspolizei Aargau, Oberst Michael Laupold, erklärte, dass es keine Verbindung zwischen der Toten und den fünf Verletzten gibt: „Wir gehen davon aus, dass es Zufallsopfer sind.“
Bei der Tat wurde eine 22-jährige Italienerin getötet. Vier Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren wurden teils schwer verletzt. Die junge Frau starb noch am Tatort an ihren Schussverletzungen.
Zeugen berichten von zwei Tätern
Kurz nach dem Ende des Raves mit rund 3500 Besuchern gingen die ersten Notrufe bei der Polizei ein. Zeugen berichteten von zahlreichen Schüssen. Zum Zeitpunkt der Attacke sollen sich noch „weit über 100“ Menschen auf dem Festivalgelände aufgehalten haben. Zeugen sprachen von zwei Tätern. Aber diese Angaben seien laut Polizei noch ungesichert.
Wer hinter der Tat steckt, ist weiter vollkommen unklar. Regierungsrat Dieter Egli sagte: „Es ist so, dass wir noch nicht wissen, wer für diese Tat verantwortlich ist oder welches Motiv dahintersteckt.“ Man befinde sich weiterhin „im Stadium der Fahndung“.
Polizeikommandant Laupold machte die Dimension des Einsatzes deutlich: „Ein Ende dieses Großeinsatzes ist nicht absehbar.“
Derzeit verfolgen die Ermittler drei mögliche Szenarien: einen Amoklauf, eine Tat im kriminellen Milieu oder Terror. Die Behörden betonten jedoch, dass derzeit keine dieser Hypothesen Vorrang habe.