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Schlammflut in Nepal: Seine Frau Sumitra ist verschwunden

Schlammflut in Nepal: Seine Frau Sumitra ist verschwunden
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Kathmandu/Sole (Nepal) – „Ich liebe Dich so sehr!“ Es waren die letzten Worte von Pramod Poudels (34) Ehefrau aus Nepal. Nur wenige Minuten später wurde ihr Dorf am vergangenen Mittwoch von einer gewaltigen Schlammlawine aus Wasser, Eis und Geröll verschlungen. Seit diesem Moment herrscht Stille. Ihr Handy klingelt nicht mehr. Niemand weiß, ob seine Frau Sumitra (25) noch lebt. Für ihren Ehemann Pramod ist eine Welt zusammengebrochen.

Er sitzt vor einer einfachen Hütte auf einem Bergrücken in Nepal und kämpft mit den Tränen. „Wir hatten erst im Juni geheiratet“, sagt Poudel zu den BILD‑Reportern. Dann zeigt er stolz seine Hochzeitsfotos. Aber nicht nur seine Frau wird vermisst. Auch seine Mutter Tulasa (52), sein Bruder Pradip (31) und sein Onkel Madhav (64) sind seit der Katastrophe verschwunden. Pramod war als junger Mann nach Großbritannien ausgewandert und hatte sich dort mit einem eigenen Foodtruck ein neues Leben aufgebaut. Doch als die Nachricht von der Flut kam, ließ er alles stehen und liegen. Er flog sofort nach Nepal.

Von Pramods Dorf ist nichts mehr übrig

Hunderte Tote und Tausende Vermisste blieben nach der Schlammlawine entlang der Grenze zwischen Nepal und Tibet zurück. Der Weg in sein Heimatdorf Sole wurde zu einer Reise durch Verwüstung und Verzweiflung. Was früher eine kurze Autofahrt über eine Brücke war, bedeutete nun einen zehnstündigen Fußmarsch durch zerstörte Landschaften.

Als er schließlich ankam, bot sich ihm ein Bild des Grauens. Dort, wo einst rund 60 Häuser standen und mehr als 150 Menschen lebten, liegen heute nur noch Schlamm, Geröll und die Spuren einer Naturgewalt, die alles mitgerissen hat. Von seinem Dorf ist fast nichts mehr übrig geblieben. Sein Vater hat überlebt. Doch auch er besitzt nur noch das, was er am Körper trägt.

Vater hat nichts mehr

Pramod wirkt erschöpft. „Ich weiß nicht einmal mehr, welcher Tag heute ist“, sagt er leise. Und dennoch klammert er sich an einen letzten Hoffnungsschimmer. „Ich will die Hoffnung auf gute Nachrichten nicht verlieren.“

Es sind Worte eines Mannes, dem fast alles genommen wurde und der trotzdem noch nach einem Licht in der Dunkelheit sucht. Für die Zukunft hat er nur einen Wunsch: seinen Vater in Sicherheit zu bringen. „Ich möchte ihn mit nach Großbritannien nehmen“, sagt Pramod. „Er hat doch nur noch das, was er an sich trägt.“

Und vielleicht bleibt ihm am Ende nur das: die Erinnerung an die Menschen, die er liebt. Und an die letzten Worte seiner Frau, die für immer in seinem Herzen weiterleben werden: „Ich liebe dich so sehr.“

In Nepal gibt es inzwischen 939 bestätigte Todesfälle. Das teilte der Katastrophenschutz am Montag mit. Zusammen mit den 16 von China gemeldeten Toten in der autonomen Region Tibet liegt die Gesamtzahl damit bei 955 Todesopfern. In Nepal werden noch 3925 Menschen vermisst. Unter den Vermissten sind 592 ausländische Staatsbürger. Darunter sind nach Angaben der nepalesischen Tourismusbehörde mindestens acht Deutsche.

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