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Sascha Lobo über Bill Gates: „Das ist blanke Panikmache“

Sascha Lobo über Bill Gates: „Das ist blanke Panikmache“
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Berlin – Da konnte einem wirklich mulmig werden! Digitalexperte Sascha Lobo (51) machte bei Markus Lanz (57) keinen Hehl aus seinem Abscheu gegen Internet-Milliardär Bill Gates (70) und steckte dabei auch den Talkmaster an. Lanz sichtlich empört: „Es regt mich wahnsinnig auf, wenn jemand wie Bill Gates unwidersprochen einfach sagen kann, ja klar, es kann möglicherweise eine Milliarde Menschen umbringen!“ Lobo: „Mein direkter Reflex war auch so ein Würgereiz!“ Lanz: „Gut, dass wir uns da einig sind.“

Grund für die heftige Attacke war eine schockierende Gates-Warnung zum Thema Künstliche Intelligenz. Am 27. September hatte der Milliardär im US-Fernsehen Alarm geschlagen: „Die KI ist definitiv mächtig genug, um Ereignisse auszulösen, bei denen eine Milliarde Menschen sterben könnten. Auch wenn es schwer ist, hundert Prozent zu erreichen, gab es noch nie eine Waffe, die so mächtig ist wie die Kombination aus böswilligen Menschen und den neuesten KI‑Tools.“ Das Problem sei, „dass der Rest der Welt das entweder herunterspielt oder nur als Wettbewerb betrachtet“. Gates: „Es ist wirklich beängstigend, dass wir nicht alle klugen Köpfe an einem Tisch versammeln, die sich fragen: Wie wollen wir diese Entwicklung gestalten?“

„Warum haben Sie diesen Reflex?“, wollte Lanz nach dem Gates-Einspieler von Lobo wissen. „Würgereiz, haben Sie gesagt.“ Der Digitalexperte antwortete mit einem scharfen Vorwurf gegen Gates: „Das ist blanke Panikmache“, wetterte er. Denn: „Wenn jemand, der in der Öffentlichkeit bekannt ist als Technologie-Großversteher und durch diese Technologie als reichster oder drittreichster oder fünftreichster Mann der Welt schon lange die Verkörperung der Digitalisierung selbst ist, nun von einer Milliarde Toten spricht, dann sind alle Sätze davor oder danach egal. Dann ist das schiere Panikmache, und das ist mir sehr übel aufgestoßen.“

„Die spüren den heißen Atem aus China.“

„Nicht, dass ich vorher großer Bill-Gates-Fan war, aber er hat eine Wirkung, um die er wissen müsste!“, schimpfte Lobo. „Und die ist hier sehr, sehr bitter zum Vorschein gekommen im Negativen.“ Gates gehöre ja mit Microsoft zu denjenigen großen Unternehmen, die weltweit mit am meisten in KI investiert haben, und in der Woche vor seinem TV-Interview hätten, so Lobo, „wundersamer Weise“ die KI-Mogule Elon Musk (55), Sam Altman (41) von OpenAI und Dario Amodei (43) von Anthropic plötzlich überraschende Einigkeit demonstriert.

Lobo über die Hintergründe: „Die hassen sich eigentlich Vollzeit, aber plötzlich schreibt Amodei in einem Aufsatz, wir müssten die KI kontrollieren und den Fortschritt langsamer machen. Und Altman gibt ihm recht. Ein paar Wochen vorher wollten sie sich auf der Bühne noch nicht mal die Hände schütteln. Elon Musk stimmt auch noch mit ein und sagt: Toll! Dahinter steckt, dass die KI-Modelle aus China immer machtvoller werden und immer mehr Fähigkeiten abbilden können.“ Musk & Co. hätten, so Lobo, Billionen investiert, wollten ihre KI-Modelle jetzt teuer verkaufen und plötzlich tauche eine Konkurrenz auf, die „praktisch kostenlos“ sei. Lanz auf den Punkt: „Die spüren den heißen Atem aus China.“

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