Düsseldorf – Heftiger Absturz für Deutschlands größten Rüstungskonzern! Die Rheinmetall-Aktie verlor am Donnerstag zeitweise mehr als 17 Prozent. Der Kurs fiel so stark, dass der Handel kurzzeitig ausgesetzt wurde. Dabei wächst das Geschäft des Düsseldorfer Konzerns kräftig. Warum also verkaufen Anleger ihre Aktien?
Warum Rheinmetall an der Börse abstürzt
Der Grund: Rheinmetall hat seine Umsatzprognose für 2026 zum zweiten Mal gesenkt. Statt der bislang erwarteten 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro rechnet der Konzern nur noch mit rund 13,2 Milliarden Euro. Dahinter stecken vor allem verzögerte Rüstungsaufträge. Besonders betroffen ist das Bundeswehr-Projekt Arminius: Dabei geht es um Boxer-Radpanzer und einen erwarteten Erstauftrag im Wert von 12,4 Milliarden Euro. Rheinmetall rechnet inzwischen damit, dass der Auftrag erst 2027 kommt. Auch Artilleriemunition wird später abgenommen als geplant. Dadurch verschieben sich geplante Umsätze ins kommende Jahr.
Die Aufträge verzögern sich, doch Rheinmetall-Chef Armin Papperger (63) bleibt optimistisch. „Unser Wachstumskurs ist solide und hat Bestand“, betont er. Die Nachfrage nach Rüstungsgütern sei weiterhin hoch. Schon im August hatte Rheinmetall seine Umsatzprognose gesenkt. Damals war das gestoppte F126-Fregattenprogramm der Auslöser.
Rheinmetall meldet trotzdem Rekordzahlen
Dabei sind die jüngsten Geschäftszahlen stark: Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 32 Prozent auf 3,15 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte sogar um 62 Prozent auf 553 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten erreichte es mit 1,339 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.
Das Problem: Die Börse hatte mit noch mehr gerechnet. Rheinmetall gilt als einer der großen Profiteure der steigenden Verteidigungsausgaben in Europa. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an neue Milliardenaufträge. Weil wichtige Geschäfte nun später kommen, gerät die Aktie trotz des Rekordwachstums massiv unter Druck.