Im November beginnt für viele Männer eine ganz besondere Durststrecke: Beim Social-Media-Phänomen „No Nut November“ heißt es einen Monat lang: „Finger weg!“ Teilnehmer der Internet-Challenge verzichten auf Masturbation, manche sogar auf Sex und Pornos. Die Devise: Hände über der Bettdecke und durchhalten bis Dezember!
Ein festes Regelwerk gibt es für die freiwillige Abstinenz aber nicht. Während die einen nur Selbstbefriedigung streichen, verzichten andere auf jeden sexuellen Höhepunkt. Wer heute Abend noch Sex hat, ist also nicht automatisch raus. Entscheidend ist, welche Regeln man sich selbst setzt.
Daher kommt die Anti-Höhepunkt-Challenge
Die Challenge kursiert seit 2011 im Netz. Einer Internetlegende zufolge wollte sich der US-Programmierer Alexander Rhodes damals von seinem jahrelangen Pornokonsum befreien. Was teils als Scherz begann, entwickelte sich über die Jahre zum Internet-Phänomen. Memes, Durchhalteparolen und Beichten über ein vorzeitiges Scheitern gehören inzwischen fest zum November.
Hat die Challenge positive Effekte?
Mehr Testosteron, grenzenlose Energie, Konzentration wie ein Zen-Meister? Rund um den „No Nut November“ werden allerlei Wunderwirkungen versprochen. Wissenschaftlich belegt sind diese allerdings nicht. Die erste direkte Untersuchung zur Challenge erschien 2025 im „Journal of Sexual Medicine“. Zunächst wurden 435 Personen befragt, nach dem Monat nahmen noch 114 an der zweiten Befragung teil. Das Ergebnis: Die Abstinenz verändere weder Lust und Erregung noch sexuelles Vergnügen oder mögliche Funktionsstörungen.
Klar ist: Gesundheitlich notwendig ist die Sex-Pause nicht. Umgekehrt hat ein Monat ohne Masturbation in der Regel aber auch keine negativen Folgen für den Körper. Wer mitmacht, kann seine Gewohnheiten und den Pornokonsum hinterfragen. Medizinische Wunder sind nicht zu erwarten. Und spätestens am 1. Dezember dürfte bei vielen die Erleichterung groß sein.