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Mordprozess in Hamburg: Frau rammt Ex im Bett Messer in den Hals

Mordprozess in Hamburg: Frau rammt Ex im Bett Messer in den Hals
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Hamburg – Eine riesige Blutspur zieht sich bis auf den Parkplatz an dem Wilhelmine-Hundert-Weg im Hamburger Stadtteil Neuallermöhe. Bis dorthin hatte sich ein 35-Jähriger noch geschleppt. Im Bett war er laut Anklage von der Mutter seines Kindes mit einem Messer attackiert worden. Jetzt steht Joana C. (42) wegen Mordes vor Gericht.

Im dunkelblauen Hosenanzug betritt die in Ghana geborene Frau am Dienstag den Gerichtssaal 237 in Hamburg. Ihr Anwalt verliest ihre Erklärung. Dort gesteht sie, ihren Ex tödlich verletzt zu haben. Sie behauptet, aus Verzweiflung – doch das sieht die Staatsanwaltschaft ganz anders.

Rückblick: Über das Internet hatte C., die bereits in Deutschland lebte und zwei Kinder hat, Eben A. aus Ghana kennengelernt. Sie verliebten sich, heirateten in ihrem Heimatland, beginnen ein gemeinsames Leben in Hamburg. Mit der Geburt der gemeinsamen Tochter 2020 bekommt A. eine Aufenthaltserlaubnis für eineinhalb Jahre. Aber es kommt immer wieder zu Streits mit seiner Partnerin. A. zieht schließlich aus. Doch wegen ihrer Tochter bleiben die beiden in Kontakt. Auch Zeugen berichten, wie wichtig A. die Beziehung zu seinem Kind war.

Mit Messer stach Frau zweimal in den Hals

Am Tattag sollte es eine Aussprache in der Wohnung von C. geben. Laut Anklage habe der Mann eine wichtige Unterschrift von Joana C. für ein ausländerrechtliches Schreiben gebraucht. Dafür soll die Frau von ihm gefordert haben, mit ihr zu schlafen. Dann soll Joana C. ein neben dem Bett verstecktes Messer gegriffen und es dem nackten Mann zweimal in den Hals gestochen haben. Der Schwerstverletzte konnte noch aus dem Küchenfenster der Wohnung im ersten Stock flüchten, brach aber nach wenigen Metern zusammen. Passanten fanden ihn, ein Rettungswagen brachte ihn in die Klinik, wo er kurz darauf verstarb.

Angeklagte gesteht Tat vor Gericht

„Das war der größte Fehler meines Lebens. Das habe ich aber nicht aus Habgier oder Eifersucht getan, sondern aus reiner Verzweiflung“, behauptet C. in ihrer schriftlichen Erklärung. Dann folgen schwere Vorwürfe gegen ihren Ex. Die Ehe sei eine Qual gewesen. Er hätte ein Doppelleben geführt und soll sie gezwungen haben, wegen seines Aufenthaltsrechts bei den Behörden zu lügen, behauptet sie. Doch zu entscheidenden Fragen zur mutmaßlichen Erpressung oder zum Grund, warum sie ein Messer neben dem Bett gehabt haben soll, ist in der Erklärung nichts zu finden.

Bevor Joana C. zum Messer griff, soll sie A. eine orangefarbene Flüssigkeit eingeflößt haben – im Glauben, sie sei giftig. Die Substanz wurde später am Körper des Opfers gefunden. Nach der Tat soll Joana C. ein Mobiltelefon, 30 Euro und zwei Bankkarten aus der Hosentasche des Mannes genommen und auf einem Schrank versteckt haben.

Am Donnerstag wird die Verhandlung wegen Mordes fortgesetzt.

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