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Mond und Weltraumrecht: Wem gehören Eis, Rohstoffe und begehrte Standorte?

Mond und Weltraumrecht: Wem gehören Eis, Rohstoffe und begehrte Standorte?
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Er ist unser ständiger Begleiter am Himmel. Und in einigen Jahren könnte der Mond für Menschen sogar zu einer Art zweiter Heimat werden. Amerika plant eine dauerhafte Präsenz, China will erstmals Astronauten auf unseren Trabanten bringen. Auch Europa mischt beim neuen Aufbruch zum Mond mit. Doch je konkreter die Pläne werden, desto drängender wird eine erstaunlich einfache Frage: Wem gehört eigentlich der Mond?

Die Antwort lautet zunächst: niemandem. Grundlage ist der Weltraumvertrag von 1967. Er verbietet es Staaten, sich den Mond oder andere Himmelskörper als Staatsgebiet anzueignen. Auch eine dort aufgestellte Nationalflagge begründet also keinen Besitzanspruch.

Um welche Ressourcen es geht

Doch fast 60 Jahre später bekommt diese Regel neue Brisanz. Denn inzwischen geht es um Mondbasen, begehrte Standorte und Rohstoffe. Besonders interessant ist der Südpol. Die NASA will dort eine dauerhafte Mondbasis errichten. Dort wird vor allem Wassereis vermutet, das für die Versorgung von Astronauten und sogar zur Herstellung von Raketentreibstoff genutzt werden könnte. Sauerstoff, Metalle und andere Rohstoffe im Mondgestein könnten für künftige Mondmissionen ebenfalls wertvoll werden.

Auch China zieht es genau dorthin. Die Mission „Chang'e 7“ soll den Südpol untersuchen und gezielt nach Wassereis suchen. China plant zudem eine internationale Mondforschungsstation und will bis 2030 erstmals Astronauten auf den Mond bringen.

Doch was passiert, wenn Amerikaner und Chinesen dieselbe Stelle nutzen wollen? Genau hier beginnt die Grauzone des Weltraumrechts. Kein Land darf ein Stück Mond einfach zu seinem Staatsgebiet erklären. Schwieriger wird es bei Rohstoffen, die dort gewonnen werden, oder bei möglichen Sicherheitszonen rund um Mondbasen.

Europa setzt auf Zusammenarbeit

Bislang sorgten diese offenen Fragen kaum für praktische Konflikte. Der britische Astropolitik-Professor Bleddyn Bowen von der Durham University beschreibt die Rechtslage derzeit entsprechend als „eine Grauzone, mit der momentan alle zufrieden sind“. Doch das könnte sich ändern, sobald verschiedene Staaten dieselben begehrten Regionen des Mondes nutzen wollen.

Und Europa? Die ESA spielt beim Artemis-Programm der NASA, das Menschen zurück zum Mond bringen soll, eine wichtige Rolle und liefert unter anderem Technik für die Flüge. Anders als die USA und China tritt Europa dabei weniger als Konkurrent auf, sondern setzt vor allem auf internationale Zusammenarbeit und Forschung.

Vor allem zwischen den USA und China ist der neue Wettlauf zum Mond aber längst entbrannt: Der Mond selbst gehört niemandem. Doch wer künftig seine begehrtesten Stellen nutzt und seine Rohstoffe gewinnt? Diese Antwort liegt derzeit noch in den Sternen.

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