In wenigen Tagen ist es so weit: Die Midterms in den Vereinigten Staaten stehen an! Und obwohl Donald Trump nicht direkt zur Wahl steht, könnte der Ausgang der Abstimmung seine politische Position erheblich beeinflussen – sowohl positiv als auch negativ. Sicher ist eines: Das Stimmungsbild in den USA ist von großer Bedeutung!
Lesen Sie hier alle wissenswerten Informationen und Begriffe rund um die Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten.
Was bedeutet Midterms?
Eine Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten dauert vier Jahre. Zur Halbzeit – also zwei Jahre nach der Präsidentenwahl – finden die sogenannten Midterm Elections (kurz: Midterms) statt.
Das Ziel: Die Wähler bewerten die bisherige Amtszeit, zeigen ihre Stimmung – und können die Mehrheiten im Kongress neu verteilen.
Was und wann wird gewählt?
Am Dienstag, dem 3. November 2026, finden die Midterms in den USA statt. Teilweise sind einige Wahllokale bereits zur vorzeitigen Stimmabgabe geöffnet.
Bei dieser Wahl werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie etwa ein Drittel (in diesem Jahr 35) der Senatorenposten gewählt. Zusätzlich werden in 36 der 50 Bundesstaaten und in drei US-Außengebieten die Gouverneure neu bestimmt.
Wer darf wählen?
Alle Staatsbürger, die mindestens 18 Jahre alt, nicht vorbestraft (Ausnahmen je nach Bundesstaat) und zur Wahl registriert sind, dürfen bei den Midterms wählen gehen.
Was ist der Kongress?
Der Kongress besteht aus zwei gesetzgebenden Kammern: dem Repräsentantenhaus (435 Abgeordnete) und dem Senat (100 Mitglieder). Beide zusammen bilden das US-Parlament.
Der Kongress beschließt Gesetze. Diese werden dem Präsidenten vorgelegt und treten in der Regel mit seiner Unterschrift in Kraft. Donald Trump, der Präsident der USA, ist Republikaner. Die Republikaner haben aktuell in beiden Kammern die Mehrheit. Das erleichtert dem Präsidenten, Gesetzesentwürfe und andere Vorhaben durch das Parlament zu bringen.
Welche Themen stehen im Fokus?
Themen, die die Bürger in den Vereinigten Staaten besonders beschäftigen, sind die hohen Lebenshaltungskosten, insbesondere die gestiegenen Spritpreise.
Gerade die Demokraten haben ihren Wahlkampf auf diese Themen ausgelegt. Außerdem wollen sie die staatlichen Zuschüsse für die Krankenversicherung wieder einführen. Zudem möchten sie einkommensärmere Schichten entlasten und dafür Spitzenverdiener mehr besteuern.
Die Republikaner hingegen verteidigen bestmöglich den bereits bestehenden Kurs des Präsidenten. Weiterhin haben sie das Ziel, ihre harte Einwanderungspolitik umzusetzen.
Wie stehen die Chancen der Opposition?
Die Oppositionspartei in den Staaten sind die Demokraten. Da in den vergangenen Wochen immer wieder Kritik in den eigenen Reihen Trumps öffentlich wurde, könnten die Chancen für die Opposition nicht schlecht stehen. Doch eine klare Prognose gibt es noch nicht.
Welche Rolle hat Trump bei diesen Wahlen?
Auch wenn die Midterms per se nichts mit dem Präsidenten zu tun haben, setzt Trump einiges daran, die Wähler zu mobilisieren. Er warnt etwa davor, dass das Wählen der Demokraten dramatische Folgen hätte.
Was sind die zwei Optionen?
Option 1: Die Republikaner stellen erneut die Mehrheit, so wie bisher auch. Dann würde sich prinzipiell nicht viel ändern: Trump könnte seine Vorhaben weiterhin leichter durchsetzen.
Option 2: Schon eine Kammer mit demokratischer Mehrheit würde Trumps Regieren deutlich erschweren. Wenn in beiden Kammern die Demokraten die Mehrheit erlangen, besteht die Möglichkeit, einige der präsidialen Vorhaben mit einem eigenen Gesetz sogar aufzuheben. Der Präsident könnte zwar mit einem Veto reagieren, doch würde eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Kongress reichen, um das Veto zu überstimmen.
Wenn die Republikaner und damit Trump also bei den Midterms tatsächlich abgestraft werden sollten, wäre sein politischer Spielraum deutlich kleiner als bisher. Demnach könnten zwei extreme Möglichkeiten entstehen: Entweder könnte er versuchen, seine bestehenden Befugnisse maximal auszureizen, oder er könnte zurücktreten, um nicht unter ständiger Kontrolle des oppositionellen Kongresses zu regieren.
Wichtige Begriffe der US-Wahl erklärt
Der Präsident: Der Präsident der Vereinigten Staaten hat verschiedene Positionen inne: So ist er Staatsoberhaupt, Regierungschef sowie Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte. Außerdem hat er die Befugnis, die Minister mit Zustimmung des Senats zu ernennen sowie sie jederzeit des Amtes zu entheben. Seine Wahlperiode dauert vier Jahre, wobei er maximal zwei Amtszeiten lang regieren darf.
Der Senat: Der Senat vertritt die amerikanischen Bundesstaaten. Jeder der 50 Staaten stellt jeweils zwei Senatoren (insgesamt 100) für den Kongress. Die Amtszeit dauert sechs Jahre. Da der Senat in drei Klassen gegliedert ist, wird alle zwei Jahre ein Drittel des Senats neu gewählt. Im Senat vertreten sind aktuell 53 Republikaner, 45 Demokraten und zwei Unabhängige, die sich aber häufig den Demokraten anschließen.
Das Repräsentantenhaus: Im Repräsentantenhaus vertritt jeder Abgeordnete einen der 435 Wahlbezirke, deren Größe sich nach der Einwohnerzahl richtet. Die Abgeordneten sind Teil des US‑Kongresses. Aktuell gibt es 218 Republikaner und 214 Demokraten, einen Unabhängigen sowie zwei offene Sitze.
Der Gouverneur: Ein Gouverneur wird von der Bevölkerung gewählt. Er ist der Staats- und Regierungschef eines Bundesstaates oder eines Außengebietes.
Die Demokraten („Democrats“): Die Partei der Demokraten wurde 1828 gegründet und gehört zu den zwei großen Parteien in den USA. Die Demokraten gelten als liberal und progressiv. Ihre Stammwähler hat die Partei primär in größeren Städten. Das typische Parteisymbol ist der Esel, während die symbolische Farbe Blau ist.
Die Republikaner („Republicans“): Die Partei wurde 1854 gegründet und gilt als konservativ. Sie wurde ursprünglich gegründet, um die Ausbreitung der Sklaverei zu verhindern. Heute setzt sie sich primär für die freie Marktwirtschaft und die Einschränkung staatlicher Macht ein. Ihre Wählerschaft findet sie vermehrt auf dem Land. Das Parteisymbol ist ein Elefant. Die symbolische republikanische Farbe ist Rot.
Der Wahltag: Traditionell liegt der Wahltag für die US-Bundeswahlen immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November.
Das Weiße Haus: In Washington D.C. befindet sich seit 1800 der offizielle Amtssitz und Wohnort des amerikanischen Präsidenten und der First Family. Das Weiße Haus hat 132 Zimmer und 411 Angestellte (Stand Juli 2026). Darin arbeitet der Präsident mit seinem Stab. Es werden politische Entscheidungen getroffen und Regierungsgeschäfte geführt.
Das Kapitol: Das Kapitol in Washington D.C. ist der Sitz des US‑Kongresses. Darin arbeiten der Senat und das Repräsentantenhaus. Beispielsweise werden dort Gesetze verabschiedet.
Der „lame duck“: Die „lahme Ente“ bezeichnet den Präsidenten, der bald aus dem Amt scheidet. Die Lame-Duck-Phase ist also der Zeitraum, in dem der scheidende Präsident zwar weiterhin reale Macht ausübt, sein politischer Einfluss und seine Durchsetzungskraft aber eher abnehmen. Parteien oder politische Gegner nehmen dabei weniger Rücksicht auf einen scheidenden Präsidenten. Das mediale Interesse verschiebt sich ebenfalls eher weg von ihm.