Gut die Hälfte der Menschen in Deutschland hält nach einer Umfrage sogenannte Brandmauern in der Politik für richtig. Damit schließen Parteien eine Zusammenarbeit mit anderen aus. Insgesamt 53 Prozent sprachen sich in einer repräsentativen Insa-Umfrage für „Bild“ grundsätzlich für solche Selbstverpflichtungen aus. Knapp jeder Dritte hält sie für falsch.
Der Begriff Brandmauer wird vor allem im Zusammenhang mit der AfD verwendet, die bundesweit vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet wird. Einzelne Landesverbände werden vom jeweiligen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Nach der Berlin-Wahl gibt es auch eine Diskussion über eine Brandmauer zur Partei Die Linke.
Auf die Frage, ob Brandmauern sowohl zur AfD als auch zur Linken richtig seien, antworteten 32 Prozent mit Nein. 16 Prozent der Befragten befürworten dagegen eine solche Abgrenzung zu beiden Parteien. Weitere 25 Prozent sind für eine Brandmauer nur zur AfD. 12 Prozent halten es für richtig, nur zur Linken eine Brandmauer zu errichten. Der Rest machte keine Angaben.
Brandmauer-Diskussion in der Union
Das CDU-Präsidium will an diesem Sonntag und Montag die jüngsten Wahlschlappen aufarbeiten. Im Vorfeld ist auch der künftige Kurs gegenüber der AfD Teil der Debatte in der Union.
Unter den Anhängern der Union gibt es nach der Umfrage weiterhin eine deutliche Mehrheit für die Brandmauer auf Bundesebene. 53 Prozent von ihnen sind dagegen, sie aufzugeben, 29 Prozent dafür. Bezogen auf Sachsen-Anhalt, wo die AfD die Landtagswahl deutlich gewonnen hat, ist der Rückhalt für die Brandmauer innerhalb der Unions-Anhängerschaft noch größer.
Befragt wurden am 8. und 9. Oktober 1003 Wahlberechtigte in Deutschland.