Washington/Teheran – Greift die US-Armee jetzt zu einem letzten gewaltigen Mittel, um Irans Atomanlagen endgültig auszuschalten? Nach Informationen von „CNN“ hat das US-Militär neue Angriffspläne gegen Iran ausgearbeitet. Darin vorgesehen: der mögliche Einsatz der sogenannten „Mutter aller Bomben“ gegen iranische Atomanlagen. Mehrere mit den Planungen vertraute US-Beamte bestätigten dem Sender die Überlegungen.
Es geht um die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast Bomb, kurz MOAB. Rund 9,5 Tonnen schwer, die stärkste nicht-nukleare Bombe im amerikanischen Arsenal. Weil sie so schwer ist, wird sie nicht von einem Bomber, sondern von einem Transportflugzeug abgeworfen. Ein Einsatz gegen Iran wäre eine massive Eskalation.
US-Präsident Donald Trump (80) soll das Militär angewiesen haben, zusätzliche Angriffspakete zusammenzustellen. Ein Insider sagte „CNN“, dabei gehe es um große Teile der iranischen Energie-Infrastruktur und um den möglichen Einsatz der MOAB. Noch brisanter: Auch Pläne für Angriffe auf verbliebene iranische Atomanlagen sehen die „Mutter aller Bomben“ vor. Ausdrücklich genannt wird dabei Pickaxe Mountain, eine tief unter einem Berg gelegene Anlage nahe der Anlage in Natanz.
Genau dort könnte allerdings die Schwäche der Monster-Bombe liegen. Denn die MOAB richtet mit ihrer Druckwelle enorme Verwüstungen an der Oberfläche an. Eine mit den Beratungen vertraute Quelle sagte demnach: „Sie ist definitiv nicht als tief eindringender Gefechtskopf konzipiert.“ Ob sie Pickaxe Mountain tatsächlich zerstören könnte, ist deshalb unklar.
Angriffswelle noch kurz vor Kongress-Wahlen?
Die „Mutter aller Bomben“ könnte deshalb noch eine andere Funktion haben: das brutale Mullah-Regime im Iran einzuschüchtern. Eine weitere Quelle beschreibt demnach ihre mögliche Wirkung vor allem als psychologisch. Und das Terror-Regime in Teheran scheint mit neuen Angriffen zu rechnen. Das „Wall Street Journal“ berichtet, dass die Führung im Iran seine Atomanlagen massiv verstärkt hat. Satellitenaufnahmen zeigen demnach neue Erdarbeiten und andere Verteidigungsmaßnahmen rund um Natanz und Pickaxe Mountain.
Politisch brisant ist vor allem der Zeitpunkt. Am 3. November finden in den USA die Midterms statt. CNN zufolge könnten die neuen Angriffspläne sowohl kurz vor als auch nach den Kongresswahlen zum Einsatz kommen. Das Weiße Haus wollte die möglichen MOAB-Pläne gegenüber dem US-Sender nicht kommentieren. Ein Regierungsvertreter erklärte lediglich, Trump halte „alle Optionen auf dem Tisch“, um sicherzustellen, dass Iran niemals eine Atomwaffe bekomme.