Politik

In welchem Land wollen wir leben? BILD-Chefin Marion Horn rechnet ab

In welchem Land wollen wir leben? BILD-Chefin Marion Horn rechnet ab
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Ich frage mich immer häufiger: In was für einem Deutschland wollen wir eigentlich leben?

Die meisten wünschen sich dasselbe: Frieden. Freiheit. Sicherheit. Ein gutes Auskommen im Alter, eine gute Zukunft für Kinder. Ist das wirklich zu viel verlangt?

Gute Schulen. Straßen und Brücken, die nicht verfallen. Eine Bahn, die fährt. Ein Leben von der eigenen Arbeit. Ein Staat, der seine Grenzen kontrolliert und illegale Zuwanderung wirksam begrenzt. Abends ohne Angst nach Hause gehen können.

Was ist daran eigentlich so schwer?

Wir reden nicht über unerfüllbare Träume, sondern über Selbstverständlichkeiten einer freien Gesellschaft. Dazu gehört ein Staat, der Schwachen hilft. Der aber auch jene schützt, die morgens aufstehen, arbeiten, Steuern zahlen, Kinder großziehen und sich an die Regeln halten. Auch sie haben ein Recht darauf, geschützt zu werden. Auf einen Staat, der Recht durchsetzt, statt ständig zu erklären, warum was nicht geht. Der Probleme löst, statt sie nur zu diskutieren.

Wie kann ausgerechnet die AfD Sicherheit versprechen und zugleich die Annäherung an Putins Russland fordern? An diesen Kriegstreiber, der in der Ukraine seit Jahren Menschen ermorden lässt und auch unser Land fast täglich bedroht? Mir macht das Angst. Dieser blaue Patriotismus hat mit Schwarz-Rot-Gold nichts zu tun.

Und Berlin? 25,7 Prozent haben die Linke gewählt. Wie viele kennen ihre Vorschläge, Polizei und Verfassungsschutz zu schwächen? Warum wollen SPD und Grüne mit dieser linksextremen Truppe regieren, statt eine Koalition mit der CDU auch nur zu prüfen?

Bisher hieß es, Berlin sei „arm, aber sexy“. Nach fünf Jahren wird man sagen: „Arm und kriminell“. Wie die meisten Mütter möchte ich meinen Kindern und Enkeln eines Tages sagen können, dass wir alles dafür getan haben, ihnen ein freies, friedliches und sicheres Land zu hinterlassen.

Eines, in dem man keine Angst vor seiner Zukunft haben muss. In dem es völlig egal ist, welche Hautfarbe du hast, woher deine Eltern oder Großeltern ursprünglich kommen, wen du liebst oder woran du glaubst.

In dem nicht deine Herkunft darüber entscheidet, welche Chancen du hast, sondern was du aus deinem Leben machst.

In dem der Staat funktioniert. In dem er den Schwachen hilft, die Fleißigen nicht vergisst und die Freiheit aller verteidigt. In dem Recht auch Recht bleibt.

„Einigkeit und Recht und Freiheit“ – das singen wir so in unserer Nationalhymne. Das ist ein Versprechen. Ein Versprechen, das wir jeden Tag aufs Neue einlösen müssen.

Oder muss man sich inzwischen dafür rechtfertigen, dass man in einem ganz normalen, funktionierenden Deutschland leben will?

Vielleicht verpasst