Wirtschaft

Gewinn bei BMW bricht drastisch ein – und die Aussichten sind düster

Gewinn bei BMW bricht drastisch ein – und die Aussichten sind düster

Der Münchner Autobauer BMW hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35,2 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, wie der Konzern am Mittwochmorgen mitteilte. Damit fiel das operative Ergebnis für diesen Zeitraum auf den niedrigsten Stand seit 2020.

Auch im dritten Quartal erwirtschaftete der Autobauer wegen des Zusammenbruchs des chinesischen Automarkts weniger Gewinn und Umsatz. Die Erlöse schrumpften um 5,8 Prozent auf 30,45 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn sank um 29,7 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Zudem sind die Aussichten für das laufende vierte Quartal nach einer Gewinnwarnung am Dienstagabend schlecht.

Die für das Unternehmen wichtige Gewinnmarge im Autogeschäft reduzierte ‌sich im dritten Quartal um 1,8 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. In den USA und in Europa verkaufte BMW zwar mehr Autos als vor Jahresfrist. Entscheidender Treiber für den Rückgang ist aber das schlechte Geschäft in China. Wie alle deutschen Hersteller leidet BMW darunter, dass der wichtigste Automobilmarkt der Welt schrumpft und gleichzeitig von immer stärkerer Konkurrenz und heftigen Preiskämpfen geschüttelt wird. BMW büßte dort rund ein Viertel seines Absatzes ein.

Bereits am Dienstagabend hatte BMW ‌die Prognose zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt und rechnet nun nur noch mit einer Marge im Autogeschäft von plus/minus 0,5 Prozent. Das bedeutet, dass das Unternehmen im Kerngeschäft Geld verlieren könnte. Schuld ist ausgerechnet der Erfolg des Sparprogramms, dessen Kosten – zusammen mit anderen Effekten – auf die Profitabilität drücken. Der ⁠neue BMW-Chef ​Milan Nedeljkovic ⁠räumt außerdem im Portfolio ​auf und nimmt einige ältere Elektromodelle ‌vorzeitig vom ​Markt.

Das im Sommer angekündigte Programm war Anfang Oktober gestartet und nach nicht einmal drei Wochen bereits wieder geschlossen worden, weil das Interesse der Mitarbeiter, gegen eine oft deutlich sechsstellige Zahlung das Unternehmen zu verlassen, überraschend groß war. Aus früheren Aussagen geht hervor, dass BMW mit gut einer Milliarde Euro an Kosten rechnete. Weitere Kosten entstehen dadurch, dass die Münchner ältere Modelle früher als ursprünglich geplant auslaufen lassen.

Auch die Erwartungen für den Absatz hat BMW gesenkt. Der Konzern geht jetzt von einem moderaten Rückgang aus – das entspricht 5 bis 9,9 Prozent. Bisher hatte der Ausblick hier von einem leichten Rückgang gesprochen – das entspricht 1 bis 4,9 Prozent.

Die Prognose für den Gewinn vor Steuern ließ BMW unangetastet – hier geht der Konzern allerdings bereits seit der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer von einem deutlichen Rückgang aus. Das wären mehr als 15 Prozent.

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