Berlin – Deutschlands Gender-Hauptstadt liegt im Breisgau: Nirgendwo wird so viel gegendert wie in Freiburg. Eine neue Analyse zeigt, welche Städte, Bundesländer und Branchen besonders häufig zu Genderstern, Doppelpunkt und Co. greifen – und wo das Thema kaum eine Rolle spielt. Auf Platz 2 und 3 landen Münster und Osnabrück.
Von mehr als 2,3 Millionen Firmen-Webseiten nutzen nach einer Untersuchung von „Listflix“, einem Anbieter von B2B-Firmendaten, nur jede elfte „geschlechtergerechte“ Formulierungen. Gendersprache bleibt in deutschen Unternehmen also die Ausnahme. Die Analyse liegt BILD exklusiv vor.
Am wenigsten gegendert wird dabei in Regen in Bayern (4,7 Prozent), in Vorpommern-Rügen (4,6 Prozent) und in der thüringischen Stadt Suhl (4,5 Prozent). Auch zwischen den Bundesländern zeigt sich ein klares Gefälle. Berlin führt mit 13,5 Prozent vor Bremen (13,3 Prozent) und Hamburg (12,9 Prozent). Die niedrigsten Werte erreichen Mecklenburg-Vorpommern (6,5 Prozent), Thüringen (6,8 Prozent) und Sachsen (7,7 Prozent).
Besonders Kliniken gendern gerne
Generell gilt: Je größer das Unternehmen, desto eher wird gegendert. 21 Prozent der Großunternehmen gendern, aber nur gut neun Prozent der Kleinstunternehmen und Freiberufler.
Auch zwischen den Branchen gibt es große Unterschiede. Besonders verbreitet ist Gendersprache in Bildung, Gesundheit und sozialen Diensten. Spitzenreiter sind Kliniken: Mehr als sieben von zehn Krankenhäusern gendern auf ihrer Webseite. Dahinter folgen Labore (60,6 Prozent) und Berufsbildungseinrichtungen (50,7 Prozent). Deutlich zurückhaltender sind dagegen klassische Wirtschaftsbranchen. Bei Industrieunternehmen liegt die Quote bei 11,4 Prozent, bei Immobilienunternehmen bei 7,6 Prozent. Schlusslicht sind Exportunternehmen mit gerade einmal 5,1 Prozent.
Die Debatte über Gendersprache wird seit Jahren erbittert geführt. In Bayern gilt seit 2024 an Schulen, Hochschulen und in Behörden ein Verbot von Gender-Sonderzeichen wie Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich in der offiziellen Kommunikation. Eine Mehrheit der Unternehmen verzichtet wohl so oder so auf das Gendern.