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Gelächter im Saal: Der bizarre Auftritt von Christina Blocks Ex-Anwalt

Gelächter im Saal: Der bizarre Auftritt von Christina Blocks Ex-Anwalt
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Hamburg – Er lieferte einen der denkwürdigsten Auftritte im Prozess gegen Steakhaus-Erbin Christina Block (53). Dann feuerte sie ihn als Verteidiger. Gestern war Jurist Otmar Kury (70) zurück im Prozess und sorgte für viel Gelächter im Publikum. Inhaltlich kam wenig dabei heraus.

Es war im Juli 2025 zu Beginn des Verfahrens gegen Christina Block, die laut Anklage ihre Kinder entführen ließ. Von Journalisten nach einer Stellungnahme gefragt, drehte Kury die Boxen in seinem Mercedes-Cabrio mit weißen Ledersitzen auf und tönte: „Wir hören jetzt das Mozart-Requiem und geben keine Erklärung ab!“ Dann rauschte er mit Block und ihrem Lebensgefährten Gerhard Delling davon. Die Szene ging viral, sorgte für reichlich Spott im Internet. Und Kury verlor bald sein Mandat, wurde durch Ingo Bott ersetzt.

„Ich habe in drei Tagen Geburtstag“

Am Montag erschien Kury nun als Zeuge, geladen von der Verteidigerin eines ebenfalls angeklagten Ex-Polizisten. Was man sich davon versprach – unklar. Denn als Ex-Verteidiger von Christina Block gilt für ihn immer noch die Schweigepflicht. Kury verwandelte den Gerichtssaal zeitweise in seine ganz persönliche Bühne. Wer den Altmeister kennt, weiß: Bei Kury ticken die Uhren anders. Ob Mandantin, Zeugin oder Verfahrensbeteiligte: Frauen sind bei ihm gern einfach „die Dame“. Dann folgt am 75. Prozesstag ein Auftritt, wie ihn wohl nur Otmar Kury hinbekommt. Mit lauter Stimme, strengem Tonfall und der Autorität eines alten Herrn, der Jahrzehnte Hamburger Justizgeschichte erlebt hat, begann er mit der Vorstellung seiner selbst. „Ich heiße Otmar Emil Friedrich Kury.“ Kurze Pause. „Ich bin 70 Jahre alt und habe in drei Tagen Geburtstag. Ich bin wohnhaft in meiner Villa in der ..... in Hamburg.“ Gelächter und Raunen im Saal.

„Herr Kury, Herr Kury!“

Kury ließ sich davon nicht beirren. Er wetterte über „sonderbare Presseberichte“, die er klarzustellen wolle, beklagte die Berichterstattung allgemein und erklärte anschließend: „Ich habe die Kinder der Dame am 5. Januar 2024 übergeben.“ Gemeint ist Christina Block. Dass er nicht viel mehr berichten durfte, wurmte niemanden mehr als Kury selbst.

Der Star-Jurist: „Ich würde alles beantworten, wenn mir das zugelassen würde.“ Am liebsten auch das, was gar nicht gefragt worden war. Der Zuschauersaal war randvoll. Sogar eine Richterin des Verfahrens, die in Mutterschutz gegangen war, hatte sich extra ins Publikum gesetzt, um zuzuhören. Der Zeuge, der ständig sprechen wollte, obwohl er gar nicht dran war, wurde immer wieder von der Vorsitzenden Richterin unterbrochen: „Herr Kury, Herr Kury!“

Alles für den großen Auftritt: Otmar Kury erschien im perfekt sitzenden Dreiteiler mit Einstecktuch. Wenn er zwischendurch den Saal verlassen musste, ging er nicht wie jeder andere Zeuge schnell am Rand aus dem Saal, er wählte stattdessen den Mittelgang, in dem er von allen im Saal am besten gesehen wurde. Die Reaktion: großes Gelächter im Publikum, Stirnrunzeln bei der Vorsitzenden Richterin. Für ihn ist eine Sache jedoch klar, bevor er schweigend aus dem Saal geht. Er sagt: „Die Angeklagte Block ist nicht schuldig.“ Auf Fragen des BILD-Reporters, was er sich denn für den Fortgang des Verfahrens wünsche, gibt es keine Antworten.

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