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Ferienort verhängt Strafen für Urlauber in Badehose

Ferienort verhängt Strafen für Urlauber in Badehose
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Varenna (Italien) – Das idyllische Fischerdorf Varenna am Ostufer des Comer Sees, nördlich von Mailand, ist längst kein Geheimtipp mehr. Vor allem in den Sommermonaten leidet der 650-Einwohner-Ort unter wachsenden Besucherzahlen. Nun ziehen die Behörden die Notbremse und gehen mit empfindlichen Strafen gegen leicht und unangemessen bekleidete Touristen vor.

Seit dem 29. Juni 2026 ist es in Varenna verboten, mit freiem Oberkörper oder in Badekleidung durch den Ort zu spazieren – Outfits, die eigentlich den Stränden oder Bootsfahrten vorbehalten sind. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld zwischen 50 und 200 Euro. Das hat der Gemeinderat beschlossen.

Reisegruppen auf 25 Personen begrenzt

Eine weitere Maßnahme: Die Größe von Reisegruppen wurde auf maximal 25 Personen begrenzt. Lautsprecher/Verstärker für Guides sind verboten, Gruppen dürfen Engstellen nicht blockieren. Bei Verstößen drohen der Reiseleitung 100 bis 400 Euro, bei Wiederholung sogar ein Berufsverbot im Gemeindegebiet für 3 bis 12 Monate.

Vor allem in der Hochsaison ächzt Varenna unter den enormen Touristenmassen. Die engen Gassen sind dann von Urlaubern und Tagesgästen völlig überlaufen. Bürgermeister Mauro Manzoni: „Varenna ist ein wunderbares Dorf, und wir sind stolz darauf, jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern aus der ganzen Welt willkommen zu heißen.“ Aber: „Die Lebensqualität unserer Einwohner darf nicht dem Massentourismus geopfert werden.“

Sorrent diente als Vorbild

Varenna in der Provinz Lecco ist nicht der erste italienische Urlaubsort, der sich mit Bußgeldern gegen unangemessen gekleidete Touristen wehrt. Bereits im Sommer 2022 verhängte die Küstenstadt Sorrent im Südwesten Italiens, an der Bucht von Neapel, Geldstrafen für das oberkörperfreie Herumlaufen in Badekleidung. Der damalige Bürgermeister bezeichnete dieses Verhalten als „weitverbreitet und ungebührlich“ – es schade dem Image der Stadt.

„Ziel ist es, das Ortsbild zu wahren und den rund 650 Einwohnern zumindest ein gewisses Maß an Ruhe zu gewährleisten“, berichtet der britische „Guardian“. Die neuen Maßnahmen sollen helfen, die Schattenseiten des Massentourismus zu bekämpfen und gegen das rücksichtslose Verhalten von Touristen vorzugehen.

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