Pendleton (USA) – Was für ein Wahlkampf-Abend in South Carolina! US-Präsident Donald Trump wollte am Mittwochabend eigentlich republikanische Wähler für Senatorin Darline Graham (62) mobilisieren. Doch kaum hatte er in Pendleton losgelegt, wurde seine Rede immer wieder von Demonstranten unterbrochen. Rund zehn Protestierende störten den Auftritt allein in der ersten halben Stunde, Sicherheitskräfte führten sie nach und nach aus der Halle.
Dann eskalierte die Situation. Als erneut ein Demonstrant für Unruhe sorgte, kam es im Publikum zu einem Gerangel. Nach Darstellung der „Associated Press“ soll dabei ein Trump-Anhänger einen Schlag ausgeteilt haben. Trump verfolgte die Szene von der Bühne und reagierte verblüfft: „Wow.“ Dann sagte er: „Das hat mir gefallen. Ich habe das gesehen.“
Und Trump legte nach. Über den Mann, der den Schlag ausgeführt haben soll, sagte der Präsident, dieser habe ihn an Box-Legende Evander Holyfield erinnert, der ebenfalls bei der Veranstaltung war. Über den Demonstranten sagte Trump knapp: „Er wurde erwischt.“
Der turbulente Auftritt fand mitten im immer heißeren Kampf um South Carolinas Senatssitz statt. Trump war angereist, um Darline Graham, die Schwester des im Juli verstorbenen Senators Lindsey Graham, zu unterstützen. Ihre demokratische Gegnerin Annie Andrews versucht, den traditionell republikanischen Sitz zu erobern.
Demokraten laut Umfragen aktuell vorne
Trump warb mit voller Kraft für Graham: „Jeder respektiert sie. Sie ist klug und unglaublich. Sie wird euch niemals im Stich lassen.“ Andrews attackierte er als eine der „extremsten“ Politikerinnen des Landes und warnte: „Es wäre eine Katastrophe.“
Für Trump geht es dabei um mehr als nur South Carolina. Vor den Midterms am 3. November tourt er derzeit durchs Land und fordert seine Anhänger auf, so abzustimmen, als stünde er selbst auf dem Wahlzettel. Bei diesen Zwischenwahlen werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 Sitze im Senat neu vergeben. Für Trump und die Republikaner geht es damit um ihre Mehrheiten im Kongress.
Und gerade sieht es für sie schwierig aus: Im landesweiten Partei-Trend liegen die Demokraten derzeit rund acht Punkte vor den Republikanern. Auch Prognosen sehen die Demokraten als Favoriten auf die Mehrheit im Repräsentantenhaus, während der Kampf um den Senat deutlich knapper ist.