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Einzige Klinik auf Nordsee-Insel insolvent: 300.000 Urlauber pro Jahr

Einzige Klinik auf Nordsee-Insel insolvent: 300.000 Urlauber pro Jahr
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Helgoland (Schleswig-Holstein) – Für rund 1300 Inselbewohner und jährlich fast 300.000 Urlaubs-, Kur- und Tagesgäste ist sie im Notfall ein wichtiger Anlaufpunkt. Doch jetzt kämpft das Krankenhaus selbst ums Überleben – die einzige Klinik auf der Insel ist pleite!

Die Nordseeklinik auf Helgoland mit 24 Betten und 40 Mitarbeitern hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Geschäftsführer Sten Wessels in einer Stellungnahme auf BILD-Anfrage: „Nicht um zu schließen, sondern um die zukünftige internistische und chirurgische Krankenversorgung sicherzustellen.“

Wie es zur Insolvenz des Krankenhauses kam

Denn die wackelt: Klinik und Krankenkassen streiten darüber, ob die Klinik früher erhaltene Sicherstellungszuschläge zurückzahlen muss. Dabei handelt es sich um zusätzliche finanzielle Hilfen für Krankenhäuser in abgelegenen Regionen. Sie sollen die Notfallversorgung sichern, auch wenn es nur wenige Patienten gibt.

Das trifft für die Insel in der Nordsee zweifelsohne zu. Wessels argumentiert: „In allen anderen Teilen der Bundesrepublik ist ein niedergelassener Chirurg oder ein Krankenhaus mit chirurgischer Abteilung innerhalb von höchstens 30 Minuten erreichbar. Helgolands Entfernung zum Festland und die regelmäßige Herausforderung durch Wind und Wetter machen dies schlicht nicht möglich.“

Und hier liegt das Problem: Die umstrittene Krankenhausreform sieht für die Nordseeklinik als „sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung“ (abgekürzt: süV) zwar internistische und geriatrische, nicht aber chirurgische Leistungen vor. Der Klinik-Chef warnt: „Bei Knochenbrüchen, tiefen Schnittwunden oder chirurgischen Notfällen würde für Insulaner und Gäste eine relevante Versorgungslücke entstehen.“

Das sagt die Politik zur Pleite

Dies könnte aber durch eine landesrechtliche Verordnung gelöst werden, sagt Wessels. „Den Erlass einer solchen Rechtsverordnung sieht das Krankenhausentgeltgesetz ausdrücklich vor.“

Das Gesundheitsministerium von Schleswig-Holstein widerspricht, in einer Presseerklärung heißt es: „Wir bedauern die finanziellen Probleme der Nordseeklinik Helgoland.“ Allerdings liege die Insolvenz nicht an der Gesundheitsreform. Erklärtes Ziel der Landesregierung sei es aber, die stationäre und die Notfallversorgung auf der Insel Helgoland weiterhin sicherzustellen – und damit auch die Gesundheit der Bewohner und Gäste.

So geht es für die Klinik weiter

Unterstützt wird der Geschäftsführer der Nordseeklinik im laufenden Sanierungsverfahren durch den Insolvenzexperten Dr. Frank Kreuznacht. „Im Kern sind es die Rückforderungen der Krankenkassen, die auf der Klinik lasten“, sagt er zu BILD. Die liegen nach seinen Worten „im mittleren siebenstelligen Bereich“. Der Betrieb im Krankenhaus läuft laut Kreuznacht bis auf Weiteres ohne Einschränkungen weiter. Der Sanierungsfachmann: „Die Stabilisierung des Krankenhausbetriebes hat für uns zunächst oberste Priorität.“

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