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Deutschlands größter Bäcker baut neue Fabrik: 40.000 Brötchen pro Stunde, 300 neue Jobs

Deutschlands größter Bäcker baut neue Fabrik: 40.000 Brötchen pro Stunde, 300 neue Jobs
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Erlensee (Hessen) – Diese Zahlen sind gewaltig. Während viele traditionelle Bäckereien in Deutschland Insolvenz anmelden müssen, investiert der größte Brothersteller Deutschlands 200 Millionen Euro in eine neue Fabrik. Dort sollen bis zu 7000 Brote und 40.000 Brötchen pro Stunde hergestellt werden.

Die Großbäckerei Harry expandiert in den Süden. In Erlensee bei Hanau will Harry sein erstes Werk in Hessen bauen. Auf dem Gelände des früheren Fliegerhorsts Erlensee/Langendiebach sollen ab 2028 Produkte für ganz Süddeutschland produziert werden, um den Markt dort zu erobern.

Das kann die neue Brot-Fabrik

Die Produktionshalle soll rund 390 Meter lang und 80 Meter breit sein. Technisches Vorbild soll der Betrieb in Troisdorf in NRW sein. Wie dort werden auf dem ehemaligen Fliegerhorst drei Backlinien aufgebaut. 2000 bis 7000 Brote und 20.000 bis 40.000 Brötchen können auf einer Linie in der Stunde hergestellt werden, berichtet die „FAZ“. Besonders bemerkenswert: Mit dem neuen Werk entstehen rund 300 bis 350 Arbeitsplätze.

So steht es um die deutsche Back-Tradition

In Zeiten großer Probleme im Backgewerbe, ist der Harry-Neubau ein seltenes Signal. Zuletzt musste u.a. die Traditions-Bäckerei Maier mit sechs Filialen in Bayern Insolvenz anmelden. 50 Mitarbeiter bangen dort um ihre Jobs. Es zieht sich durchs ganze Land: Auch eine Bäckerei-Kette in Schleswig-Holstein meldete Insolvenz an. Dort sind neun Filialen und fast 100 Mitarbeiter betroffen. In Berlin und Brandenburg schließt die insolvente Bäckerei-Kette Wahl mehrere ihrer 54 Filialen. In Niedersachsen musste Leifert 12 Bäckerei-Filialen schließen. Im ersten Halbjahr 2026 waren in Deutschland bereits 63 Bäckereien pleitegegangen. Das hat auch für weitere Unternehmen Folgen: So ging jüngst auch ein großer Spezialist für Bäckerei-Inventar mit 138 Mitarbeitern pleite.

Grund für die Krise der Bäcker: Kunden sparen und kaufen ihr Brot inzwischen lieber im Supermarkt. Gleichzeitig steigen die Kosten für Energie.

Bäckerei ist Marktführer in Deutschland

Der Großbäcker Harry aus Schenefeld bei Hamburg ist Marktführer in Deutschland, beschäftigt mehr als 5000 Mitarbeiter und beliefert Supermärkte. Doch im Süden Deutschlands ist das Unternehmen bislang schwach vertreten. Das will Harry ändern. Neben dem Neubau in Erlensee übernimmt Harry auch das Glockenbrot-Werk in Bergkirchen bei München. Beide Standorte sollen künftig die Expansion vorantreiben.

„Unsere beiden neuen Standorte in Süddeutschland ermöglichen es uns, den Lebensmitteleinzelhandel auch dort auf kürzestem Weg zu beliefern“, so Vertriebs- und Marketingchef Frank Kleiner in einer Mitteilung.

Wann die Hightech-Bäckerei fertig ist

Die Großbäckerei soll mit modernster Produktionstechnik ausgestattet werden. Geplant sind Solaranlagen, eine intelligente Energiesteuerung und Ladepunkte für E‑Lkw. Herzstück der Anlage wird ein riesiges Hochregallager mit rund 10.000 Palettenplätzen. Der Zeitplan steht: Der Baustart ist für den Spätsommer 2026 vorgesehen. Im zweiten Quartal 2028 soll das erste Brot aus dem neuen Werk kommen.

Für Harry ist der Neubau der nächste große Wachstumsschritt. Für die Region ist er vor allem eines: Jobmotor mit Hunderten neuen Arbeitsplätzen.

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