Tennessee (USA) – Es klingt wie eine düstere Vorahnung. Neun Monate bevor die Hinrichtung von Christa Pike zum Desaster wurde, hatten ihre Anwälte Alarm geschlagen. Sie warnten vor schwer zugänglichen Venen und medizinischen Komplikationen durch die Giftspritze. Dann kam der Tag der Hinrichtung, und es geschah genau das, was sie verhindern wollten.
Bereits im Januar 2026 zogen die Anwälte der zum Tode verurteilten US-Amerikanerin vor Gericht. Ihre Sorge: Pikes Gesundheitszustand könnte die Hinrichtung per Giftspritze zu einer besonderen Qual machen. Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor, über die das US-Magazin „People“ berichtet. Im Mittelpunkt: ihre auffälligen Blutwerte und schwer zugänglichen Venen.
Diese Spezialnadel sollte das Desaster verhindern
Wie ihre Anwälte erklärten, war die Zahl der Blutplättchen bei Pike deutlich erhöht. Als mögliche Ursache wurde in der Klage laut „People“ eine seltene Form von Blutkrebs genannt. Das könne bei einer Giftspritze gefährliche Folgen haben.
Noch ein Detail ließ Pikes Verteidiger Alarm schlagen: Offenbar bereitete es dem medizinischen Personal bereits zuvor Probleme, ihr Zugänge zu legen. Für Blutabnahmen sei deshalb eine sogenannte Butterfly-Nadel verwendet worden. Solche Nadeln sind spezielle medizinische Kanülen, die für die Punktion von feinen, empfindlichen oder schwer zugänglichen Venen genutzt werden. Die Anwälte schlugen vor, auch bei der Hinrichtung auf diese Technik zurückzugreifen.
Zehn Nadeln und mehrere Versuche scheiterten
Am 30. September trat schließlich genau jenes Szenario ein, vor dem gewarnt wurde: Die Todesstrafe durch die Giftspritze verlief nicht wie geplant. Das Hinrichtungsteam soll etwa zehn Nadeln sowie mehrere Versuche an beiden Armen benötigt haben, um ihr intravenöse Zugänge zu legen. Eine davon sei beim Herausziehen im 90-Grad-Winkel verbogen gewesen. Pike überlebte schließlich zwei Giftspritzen. Ob die von den Anwälten vorgeschlagene Butterfly-Nadel bei dem Prozess eingesetzt wurde, ist nicht bekannt.
Am Anfang des Falls steht ein brutales Verbrechen: Pike wurde wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Mitschülerin Colleen Slemmer im Jahr 1995 zum Tode verurteilt. Laut Gerichtsunterlagen folterte und tötete die damals 18-Jährige ihr Opfer in Knoxville.