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Bürgergeld und Grundsicherung! Empfänger schulden Staat 3,55 Milliarden Euro

Bürgergeld und Grundsicherung! Empfänger schulden Staat 3,55 Milliarden Euro
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Berlin – Die neue Grundsicherung hat das Bürgergeld abgelöst, doch aus dem alten System sind noch eine Menge Rechnungen offen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf BILD-Anfrage bestätigt, schulden Leistungsempfänger dem Staat insgesamt 3,55 Milliarden Euro.

Knapp ein Jahr zuvor, Ende Juni 2025, belief sich die Summe auf rund 3,25 Milliarden Euro, innerhalb von elf Monaten wuchs der Schuldenberg also um 300 Millionen Euro. Zum Vergleich: Ende 2015 waren es „nur“ 1,43 Milliarden Euro Außenstände.

Jetzt die irre hohe Summe! Für das Geld könnte man mehr als viermal die Elbphilharmonie in Hamburg bauen (kostete 866 Mio. Euro), rund 118 neue Grundschulen errichten (bei 30 Mio. Euro pro Schule) oder mehr als ein komplettes Jahr Deutschlandticket-Zuschuss von Bund und Ländern bezahlen.

Die Maschen der Bürgergeld-Betrüger

Wie kommen die Schulden zustande? Jobcenter-Mitarbeiter Fred Göcken (60) aus Bremen packte zuletzt über massenhaften Bürgergeld-Missbrauch aus, wurde zur Strafe gefeuert. Er und andere Sachbearbeiter schilderten die Maschen der Sozialleistungsbetrüger: 30 bis 40 Prozent der Empfänger würden unwahre Angaben machen, um sich finanzielle Vorteile zu verschaffen. Das betreffe z. B. Auskünfte über tatsächliche Vermögensverhältnisse oder die Wohnsituation. Manche melden sich monatelang krank und kassieren unberechtigt Krankengeld, andere arbeiten schwarz in ihrem erlernten Beruf – neben dem Bürgergeld!

Ein Sprecher der BA weist darauf hin, dass es auch zu sogenannten Überzahlungen kommt, die nicht vom Bezieher verschuldet werden. Das könne der Fall sein, wenn am Ersten des Monats die Grundsicherung kommt und wenige Tage darauf eine Erwerbstätigkeit aufgenommen wird. Auch diese Beträge würden „konsequent“ zurückgefordert.

Wer weiter Bürgergeld bzw. Grundsicherung bekommt, zahlt oft nur langsam zurück. Wird nicht freiwillig beglichen oder ist die Rückzahlung wegen zu geringen Einkommens oder Vermögens nicht möglich, „kann der Regelsatz um bis zu 30 Prozent reduziert werden, um mit dem Geld die Forderungen zu tilgen“.

Bundesagentur beauftragt Inkasso-Service

Einfacher wird es für die Jobcenter, wenn die Schuldner keine Grundsicherung mehr bekommen, dann beauftragt die BA den Inkasso-Service. Nach Zahlungserinnerung und Mahnung werde im letzten Schritt die Forderung vollstreckt, so der Sprecher.

Übrigens: Mit der Einführung der neuen Grundsicherung sollen schärfere Sanktionen für weniger Missbrauch sorgen. Wer Termine schwänzt, Jobs ablehnt oder ohne Abmeldung verreist, muss teils schneller mit weniger Geld rechnen.

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