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Berlin: Kanzleramt widerspricht Aussage von Kai Wegner zu Stromausfall

Berlin: Kanzleramt widerspricht Aussage von Kai Wegner zu Stromausfall
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Berlin – Die Affäre um Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wird immer umfangreicher. Ausgerechnet das Bundeskanzleramt widerspricht nun zentralen Aussagen Wegners zu seinen angeblichen Telefonaten mit Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) während des Berliner Stromausfalls Anfang Januar. Das geht aus einem Schreiben hervor, das dem „Tagesspiegel“ in einem laufenden Verfahren vor dem Berliner Verwaltungsgericht übermittelt wurde.

Kurz vor dieser Veröffentlichung hatte Wegner am Freitagnachmittag seinen Rückzug als CDU-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September bekanntgegeben. Finanzsenator Stefan Evers (46) führt die Partei nun in den Wahlkampf. Dafür haben sich am Freitagabend die Kreisvorsitzenden der Hauptstadt-CDU ausgesprochen. Jetzt also schon wieder neue Verstrickungen und Widersprüche in Wegners Aussagen vom Januar dieses Jahres.

In dem jetzt veröffentlichten Schreiben heißt es unmissverständlich: „... wird mitgeteilt, dass, soweit feststellbar, der Bundeskanzler während der Dauer des fragegegenständlichen Stromausfalls in Berlin im Januar 2026 kein persönliches Gespräch mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Wegner geführt hat, weder in Anwesenheit persönlich noch telefonisch.“

Wegner sprach von Gespräch mit Merz

Damit gerät Wegner erneut unter Druck. Er hatte nach dem Blackout nämlich den Eindruck erweckt, mehrfach mit Merz gesprochen zu haben. In einem RBB-Beitrag sagte er am 5. Januar: „Ich habe am Samstag genau wie die Innensenatorin mit dem Bundesinnenminister gesprochen. Auch das Bundeskriminalamt ist informiert. Gestern habe ich einmal mehr mit dem Bundeskanzler auch gesprochen (...).“ Selbst die Berliner Senatskanzlei hatte erklärt, am 4. Januar habe es ein persönliches Telefonat zwischen Merz und Wegner gegeben – eine Darstellung, der das Kanzleramt jetzt ausdrücklich widerspricht.

Besonders heikel: Das Kanzleramt hatte zunächst selbst erklärt, Wegner habe bereits am ersten Tag des Blackouts „mehrere Gespräche“ unter anderem mit Merz geführt. Später folgte die Kehrtwende: Der Kanzler sei lediglich „eingebunden“ gewesen, ein persönliches Gespräch habe es nicht gegeben. Die falschen Angaben seien auf ein „Missverständnis in der Kommunikation“ zurückzuführen.

Weitere Auskünfte verweigerte das Kanzleramt über Wochen mit Verweis auf ein angebliches „Interesse der öffentlichen Sicherheit“. Erst ein gerichtlicher Eilantrag brachte die neue Erklärung ans Licht. Im laufenden Gerichtsverfahren weist das Kanzleramt den Vorwurf einer gemeinsamen Vertuschung mit der Berliner Senatskanzlei zurück. Ein „Zusammenwirken“ habe es nicht gegeben, entsprechende Vorwürfe seien „haltlose Vermutungen“.

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