Dresden – Jetzt macht Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer Druck auf Volkswagen! Seit Monaten kämpft der Freistaat um die Zukunft des VW-Werks Zwickau mit rund 8000 Beschäftigten. Doch aus Kretschmers Sicht geht es nicht voran. Sein bitteres Fazit: „Alles läuft gegen Zwickau.“ Jetzt legt Kretschmer einen eigenen Rettungsplan vor. BILD kennt das fünfseitige Konzept.
Neue Firma „AutoUnion Sachsen“
Denn VW will die Fahrzeugproduktion in Zwickau/Mosel 2031 auslaufen lassen. Kretschmers Erkenntnis: „Die da in Wolfsburg werden nichts für uns tun.“ Sachsen müsse sein „Schicksal selbst in die Hand“ nehmen.
Sein Plan: Eine neue „AutoUnion Sachsen GmbH“ soll das Werk übernehmen und zu international wettbewerbsfähigen Kosten produzieren. VW soll Eigentümer bleiben, andere Unternehmen könnten einsteigen.
Für die Beschäftigten hätte der Neustart einen Preis: eigener Tarifvertrag, flexiblere Arbeitszeiten, flachere Hierarchien und möglicherweise niedrigere Löhne. Einkommensverluste sollen zunächst durch steuerlich begünstigte Abfindungen abgefedert werden. Bei selbst verursachten Produktionsausfällen sieht das Konzept sogar Nacharbeit ohne zusätzliche Bezahlung vor. Von „unbezahlten Samstagen“ ist die Rede.
„Keinen Bock auf diese scheiß Elektroautos“
Kretschmer beschreibt den Frust der Belegschaft drastisch. Zwickau sollte zum Vorzeigewerk für E-Mobilität werden. Die Stimmung gibt er so wieder: „Wir sollten das Leitwerk der Elektromobilität werden. Wir wollten es alle nicht. Wir hatten keinen Bock auf diese scheiß Elektroautos. Dann haben wir es gemacht.“
Doch nun droht trotzdem der Abbau. Die Reaktion der Beschäftigten laut Kretschmer: „Warum sollten wir jetzt irgendwas geben?“ Und: „Wir sind so oft verarscht worden.“
Deshalb soll der Deal keine Einbahnstraße sein: Die Arbeitnehmer machen Zugeständnisse bei Lohn, Arbeitszeit und Flexibilität. Dafür soll VW Beschäftigungssicherheit und neue Modelle garantieren. Zwickau müsse wieder „richtig brummen“.
Noch ist Kretschmers Kampfplan nur ein Vorschlag. Doch der Sachsen-Regent will damit Wolfsburg an den Verhandlungstisch zwingen.