Querfurt/Berlin – Wirbel um die Russen-Tasse von AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider! Nachdem BILD-Vize Paul Ronzheimer bei einem Besuch in dessen Wahlkreisbüro in Querfurt den Fanartikel der russischen Armee entdeckt hatte, hagelt es nun scharfe Kritik – nicht nur aus den Reihen der CDU, sondern auch von Medien und Öffentlichkeit.
Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) zu BILD: „Die selbsternannte Friedenspartei trinkt aus Tassen der russischen Armee. Hans-Thomas Tillschneider zeigt sein verstörendes Weltbild. Diesem Mann darf man nicht die Macht über Schulbücher, Lehrpläne und Stundentafeln geben.“ CDU-Bundesschatzmeisterin Franziska Hoppermann (44) schrieb auf X: „Als Patrioten inszenieren, aber dem russischen Kriegstreiber huldigen. Die AfD bleibt die Putin-Partei. Die AfD ist ein Sicherheitsrisiko für Deutschland.“
Besonders brisant: Tillschneider hatte nach dem Gespräch versucht, die Verwendung des Videos zu verhindern. Später erklärte er der Deutschen Presse-Agentur: „Die Veröffentlichung sollte aufgrund des impertinenten Verhaltens des Herrn Ronzheimer und seines Teams unterbunden werden.“ Ronzheimer wies den Vorwurf zurück und sagte in seinem Podcast, freie Medien ließen sich ihre Berichterstattung nicht verbieten.
Tillschneider verteidigt die Tasse
Dafür bekam er viel Zuspruch. Der ZDF-Journalist Andreas Kynast fragte in einem Kommentar auf X, ob jemand Tillschneider gesagt habe, „was er als Minister jeden Tag aushalten müsste? An Kritik, kritischen Fragen und sonstigen Impertinenzen?“ Tillschneider wird als möglicher Minister der AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gehandelt.
Der AfD-Politiker hatte die schwarze Tasse mit rotem Stern und kyrillischer Aufschrift offen in seinem Büro stehen. Ronzheimer hatte sie entdeckt und nachgefragt. „Warum haben Sie eine russische Armeetasse hier stehen?“ Tillschneider antwortete: „Die hat mir jemand geschenkt. Ich wollt' sie jetzt nicht wegtun.“
Ronzheimer wies darauf hin, dass es sich um die Armee handele, die die Ukraine angreift, die in Deutschland einen hybriden Krieg führe. „Ich verbinde damit nichts Besonderes. Es ist eine Tasse, die mir hier geschenkt wurde, die hier rumsteht“, entgegnete Tillschneider.