Los Angeles (USA) – Sie brauchen keinen goldenen Ring am Finger zum großen Glück. Lieber sind sie in festen Händen. Seit fast 43 Jahren. Kurt Russell (75) und Goldie Hawn (80) sind einfach happy ohne Ende. Das macht sie zum vielleicht ungewöhnlichsten Traumpaar der Filmwelt. Kein Trauschein, keine großen Skandale – dafür ganz viel Liebe, Humor, Zusammenhalt. Zwei Seelen, ein Herz.
Kino-Dino Kurt Russell („Die Klapperschlange“, „Tombstone“) ist jetzt zu sehen im neuen „Yellowstone“-Ableger „The Madison“ (Paramount+) als Ehemann von Michelle Pfeiffer (67). Ein Neo-Western zwischen den unendlichen Weiten Montanas und der lauten Metropole New York. Eine Serie zwischen Welten, wie sein echtes Leben.
Im Gespräch mit BILD erzählt der Mann, der Cowboystiefel sogar im Schlafzimmer trägt, warum ihm wilder Western und wilde Ehe so viel bedeuten. Über das Geheimnis der Dauer-Liebe sagt er: „Wenn ich es kennen würde, würde ich es in Flaschen abfüllen, verpacken, verkaufen und damit steinreich werden. Ich habe keine einfache Antwort auf die Frage.“
„Wir tanzen zusammen am Abgrund“
Und weiter: „Ich liebe es, was Goldie ihren Freundinnen über unser Rezept erzählt. Wir kämpfen nie, wir haben nie wirklich gestritten, obwohl unser Leben immer ein Drahtseilakt war. Wir tanzen zusammen am Abgrund. Aber wir tanzen eben zusammen dort.“
Erst Anfang der 80er Jahre fanden sie fest zusammen. Schon 1968 hatten sich Kurt und Goldie im Filmgeschäft kennengelernt. Andere Leben und Lieben kamen dazwischen. Nach je einer gescheiterten Ehe sagten sie einfach „Ja“ zueinander, ohne Unterschrift auf dem Papier. Russell lächelt: „Ich weiß nur, was in langen Beziehungen zählt: Macht viele Sachen zusammen! Am Ende zahlt sich die Liebe immer für beide aus. Du musst die Aufs und Abs zusammen erleben. Dann lernst du dabei voneinander.“
Während die Schauspielkollegen das Partyleben in Hollywood genossen, zogen sich Kurt und Goldie viele Jahre lang zurück in die frische Luft von Colorado. An den Rand des Städtchens Glenwood Springs, in der Nähe von Aspen.
Russell, der Cowboy, die Legende aus dem Wyatt-Earp-Western „Tombstone“, wird dort heute noch verehrt wie ein Heiliger. In den Geschäften hängen seine Bilder mit Cowboyhut. Die Menschen lieben ihn als einen von ihnen. Ein millionenschwerer Star, der zum Supermarkteinkauf mit dem Pick-up-Truck kommt, die Einkaufstüten für Goldie selbst schleppt.
Goldie: „Kurt ist mein Sex-Objekt“
Und Goldie? Die schwärmt von der Beziehung, vergleicht sich mit einem Vogel. Lässt man ihr die Freiheit, bleibt sie freiwillig. „Ich finde Kurt bis heute ungeheuer attraktiv. Er ist mein Sex-Objekt.“ Russell strahlt über das ganze Gesicht, wenn er über die Frau an seiner Seite, nicht „seine Frau“, spricht. Hawn bringt es auf den Punkt, warum Ehe nicht für alle der Höhepunkt für ein Paar sein muss: „Wie viele Scheidungen sind lustig? Wie viele Scheidungen kosten kein Geld? Bei wie vielen Scheidungen hasst man die Person noch mehr als vorher?“
Sie sind glücklich ohne Trauschein
Über all diese Fragen müssen sich die beiden glücklich Unverheirateten keine Gedanken machen. Sie haben Zeit fürs Wesentliche. Bei den Oscars am vergangenen Wochenende feierten sie ihre Familienparty abseits des Blitzlichtgewitters. Goldies Tochter Kate Hudson (46, aus ihrer ersten Ehe) war als „beste Hauptdarstellerin“ für ihre wunderbare Rolle im Neil-Diamond-Film „Song Sung Blue“ nominiert.
Es reichte nicht ganz zum Erfolg. Egal. Stiefpapa Kurt blieb bewusst im Hintergrund, ließ „seine Mädels“ strahlen. Während Goldie und Kate im Rampenlicht glänzten, stand er am Rand, beobachtete stolz – und griff selbst zur Kamera, knipste Fotos und brachte Getränke.
Kurz vor der Gala sagte er noch mit Augenzwinkern: „Das ist ihr gemeinsames Date. Sie können mich immer als Fahrer anrufen. Ich hole die Ladys überall ab.“ Ein Satz, der mehr sagt als jede Liebeserklärung. Oscar hin oder her. Kurt bleibt für seine Liebsten ihr Goldie-Junge.