Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat für den Fall einer Beendigung des Krieges „Garantien“ verlangt. „Wir haben den nötigen Willen, um den Konflikt zu beenden“, sagte Peseschkian in einem Telefonat mit EU-Ratspräsident António Costa. Dies gelte „unter der Bedingung“, dass die „notwendigen Garantien“ gegeben seien, „um eine Wiederholung der Aggression zu verhindern“.
Dabei erwähnte Peseschkian auch finanzielle Entschädigungen sowie eine klare Festlegung der Verantwortlichkeiten für den Krieg. Von der Führung in Teheran war in den vergangenen Wochen mehrfach betont worden, der Krieg ende nicht, wenn US-Präsident Donald Trump dies wolle, sondern wenn der Iran dies beschließe.
Araghtschi verlangt Waffenruhe auch für Verbündete
Laut Außenminister Abbas Araghtschi hat der Iran noch keine Entscheidung über Verhandlungen mit den USA getroffen. Araghtschi sagte dem arabischen Sender Al-Dschasira, sein Land habe Vorbehalte. „Wir haben keinerlei Vertrauen, dass Verhandlungen mit den USA zu Ergebnissen führen werden. Das Vertrauen liegt bei null“, sagte er. Außerdem werde der Iran nur eine vollständige Einstellung der Feindseligkeiten in der Region akzeptieren, jedoch keine allein auf sein Land beschränkte Waffenruhe. Damit meinte Araghtschi auch die Angriffe auf mit dem Iran verbündete Gruppen wie die libanesische Hisbollah.
Der Außenminister äußerte sich auch erstmals zur Kommunikation mit der US-Regierung. Demnach hat er Nachrichten vom US-Sondergesandten Steve Witkoff erhalten. Nachrichten würden über das iranische Außenministerium übermittelt oder dort empfangen. Laut Araghtschi hat die Führung in Teheran weder auf den US-amerikanischen 15-Punkte-Plan geantwortet noch eigene Vorschläge oder Bedingungen formuliert. Es gebe somit – trotz anderslautender Behauptungen von US-Präsident Donald Trump – keine offiziellen Verhandlungen.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere ranghohe Vertreter der iranischen Führung getötet. Der Iran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
