Köln (NRW) – Razzia im Kampf gegen die Mocro-Mafia!

Nach der Entführung von zwei Menschen Anfang Juli haben Spezialkräfte am Freitag unter anderem Wohnungen in Köln durchsucht. Es kam zu Festnahmen.

Gegen 6 Uhr stürmte die Polizei mit SEK-Beamten zwei Wohnanschriften in der Domstadt sowie eine Lagerhalle in Hürth (Nordrhein-Westfalen). Der Verdacht: Die Verdächtigen (24, 55), bei denen es sich um Vater und Sohn handelt, könnten im Besitz mehrerer Schusswaffen sein.

„Dem 24-Jährigen wird zudem vorgeworfen, Mitgliedern einer Kölner Tätergruppierung, die am 5. Juli zwei Personen in einem Objekt in Köln-Rodenkirchen gewaltsam festgehalten haben sollen, eine Schusswaffe zur Verfügung gestellt zu haben“, so die Polizei.

Entführung von Bochum nach Köln

Am Freitag, 5. Juli, hatten Spezialkräfte um kurz nach 17 Uhr die zwei von Bochum nach Köln Entführten aus einem Wohnhaus in Rodenkirchen befreit.

Im und neben dem Haus nahmen Spezialeinheiten vier Entführer fest. Bei ihnen wurde auch eine scharfe Waffe sichergestellt.

Noch in derselben Nacht sowie am darauffolgenden Samstag hatten Elitepolizisten sechs weitere Wohnungen – überwiegend im rechtsrheinischen Köln – gestürmt, wo sie zwei weitere Männer festnahmen. Anfang August konnte ein Syrer verhaftet werden. Er soll der Mocro-Mafia bei der Entführung geholfen haben.

Vater und Sohn in U-Haft

Vor der Razzia am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft Köln gegen den beschuldigten Vater und seinen Sohn wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Waffengesetz ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Beide wurden vorläufig festgenommen. Der 24-Jährige soll noch am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden. In seiner Wohnung stellten die Ermittler einen Teleskopschlagstock, ein Einhandmesser und zwei Tüten mit mutmaßlichem Cannabis sicher.

Bei seinem 54 Jahre alten Vater fanden die Beamten mehrere Schusswaffen. Es wird nun geprüft, ob es sich um scharfe Waffen handelt. Die Ermittlungen dauern an.

Mocro-Mafia auf Rachefeldzug

Seit Wochen tobt in NRW ein Krieg im Drogen-Milieu. Es ist der Rachefeldzug der niederländisch-marokkanischen Mafiosi aus Amsterdam, die unter anderem mit Auftragsmorden, Entführungen und einer beispiellosen Bombenserie für Entsetzen sorgen.

Die Spreng-Serie begann in Köln, nachdem Ende Juni 300 Kilogramm Cannabis der Drogenbosse aus einem Lager im benachbarten Hürth geklaut worden waren.