In Leipzig ist ein Autofahrer mitten am Tag in eine Menschenmenge gefahren. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sprach am Abend bei einer Pressekonferenz von mindestens zwei Toten, drei Schwerverletzten und „vielen weiteren Verletzten“. Nach Angaben des Leipziger Branddirektors Axel Schuh gab es „20 Betroffene“. Nähere Angaben über die Opfer konnten die Behörden noch nicht machen.
Der Fahrer wurde inzwischen festgenommen, von ihm gehe derzeit keine Gefahr mehr aus, teilte die Polizei mit. Einer Sprecherin zufolge saß der mutmaßliche Täter noch in dem Auto, als die Polizei eintraf. Der Mann habe den Wagen selbst gestoppt.
Bei dem Festgenommenen handelt es sich laut Polizei um einen 33-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Er befindet sich nun im polizeilichen Gewahrsam.
Nach Informationen von WELT soll der Festgenommene polizeibekannt sein und sich bei der Festnahme in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben. Die Tat soll demnach aktuell nicht der politisch motivierten Kriminalität links, rechts oder islamistisch zugeordnet werden, es gehe vielmehr in Richtung „Beziehungstat“. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht.
Die Behörden gehen von einer Amoktat aus. Gegen den Fahrer werde wegen zweifachen Mordes und mindestens zweifachen versuchten Mordes ermittelt, teilte eine Polizeisprecherin mit.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schrieb über die Amokfahrt im Onlinedienst X: „Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Den Verletzten wünsche ich Kraft und schnelle Genesung. So eine Tat macht uns sprachlos – und sie macht uns entschlossen.“ Der Rechtsstaat werde mit aller Konsequenz handeln. Jetzt werde es darum gehen, füreinander da zu sein. „Sachsen hält zusammen.“
Was über den Ablauf der Tat bekannt ist
Nach ersten Angaben fuhr der Täter aus Richtung Augustusplatz kommend über die Grimmaische Straße, eine Einkaufsstraße, bis zum Markt. Auf Bildern war ein graues Auto mit beschädigter Kühlerhaube und zersplitterter Windschutzscheibe vor einem Poller zu sehen. Laut „Bild“-Zeitung fuhr der Fahrer mit hoher Geschwindigkeit.
„Ich war gerade in einem Geschäft, als ich ein lautes Geräusch hörte. Hier ist einer durchgebrettert“, berichtete ein Augenzeuge der „Leipziger Volkszeitung“.
Die Lage sei geklärt, sagte Jung in seinem Statement. „Es gibt keine Gefährdungslage mehr.“ Es gebe einen „Großeinsatz“. In den sozialen Medien waren von dem Einsatz Bilder mit Helikopter und zahlreichen Rettungswagen zu sehen.
„Die Rettungskräfte haben einen Massenanfall von Verletzten ausgerufen, die Polizei ist mit vielen Kräften im Einsatz“, erklärte die Polizei.
Im Kurzbotschaftendienst X warnten die Beamten parallel vor der Verbreitung von „ungeprüften Meldungen und Fotos“. Sie riefen dazu auf, nur verifizierte Nachrichtenquellen und Behördenaccounts zu nutzen.
Dieser Text wird fortlaufend aktualisiert.
