US-Rapper Sean „Diddy“ Combs erhält mehr als vier Jahre Haft

Sean „Diddy“ Combs ist zu einer Gefängnisstrafe von 50 Monaten verurteilt worden. Das verkündete Richter Arun Subramanian in New York übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge. 

Der Rapper war im Juli im Prozess um mehrere Sexualstraftaten in zwei Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Nun gab der zuständige Richter
das Strafmaß bekannt. Die Staatsanwaltschaft hatte mehr als elf Jahre Haft gefordert. Die Verteidiger von Combs
hatten das zurückgewiesen und erklärt, ein solch hohes Strafmaß sei
völlig unangemessen.

Zuvor
räumte Combs Fehlverhalten ein. Er habe sich „ekelhaft, beschämend und
krank“ verhalten, sagte der 55-Jährige und bat Menschen, die er
körperlich und seelisch verletzt hat, um Verzeihung.

Ex-Freundin zur Prostitution genötigt

Die Geschworenen hatten Combs für schuldig
befunden, gegen den sogenannten Mann Act verstoßen zu haben, weil er Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter von anderen Bundesstaaten hatte einfliegen lassen.

Einen Freispruch hatte die Jury damals in Bezug auf drei andere
Anklagepunkten, darunter die am schwersten wiegenden Vorwürfe Sexhandel
und organisierte Kriminalität, verkündet. Diese hätten eine lebenslange Haft bedeuten können.

Seit seiner Verhaftung im September 2024 sitzt
Combs in einem Gefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Während des
Prozesses gegen ihn hatten Frauen berichtet, wie Combs sie geschlagen,
bedroht und erpresst habe und wie er sexuell übergriffig geworden sei. 

Seine Ex-Partnerin, die Sängerin Casandra „Cassie“ Ventura, hatte ausgesagt, Combs habe sie im Laufe ihrer zehnjährigen Beziehung Hunderte Mal
zum Sex mit Fremden gezwungen. Den Geschworenen wurde unter anderem
auch ein Video gezeigt, in dem Combs Cassie danach durch den Flur eines Hotels zog und schlug.

Zahlreiche weitere Zivilklagen gegen Combs

Vor der Strafmaßverkündigung hatte Combs dem Richter mitgeteilt, er sei ein neuer Mensch geworden,
nachdem er erkannt habe, dass er „bis ins Innerste zerbrochen war“. Nach
einem Jahr im Gefängnis, frei von Drogen und Alkohol, habe er
festgestellt, wie verdorben er vor seiner Verhaftung gewesen sei. „Mein altes Ich starb im Gefängnis
und ein neues Ich wurde geboren.“

Cassie wies diese Darstellung in einem eigenen
Schreiben zurück. Combs sei ein manipulativer Missbrauchstäter, der kein
Interesse daran habe, ein besserer Mensch zu werden. „Er wird immer der
gleiche grausame, machthungrige manipulative Mann sein, der er ist“,
schrieb sie.

Neben der Anklage der New Yorker
Staatsanwaltschaft gibt es auch noch zahlreiche Zivilklagen gegen Combs. Eine Anwaltskanzlei in Houston im US-Bundesstaat Texas vertritt nach eigenen Angaben rund 120 Menschen mit Vorwürfen gegen den
Rapper. 

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