Niederländische Satire auf Disney holt 30 Millionen Klicks

Nach der Absetzung der Late-Night-Show des US-Komikers Jimmy Kimmel beim Sender ABC feiert ein niederländischer Kollege des Satirikers mit einem Video dazu Erfolge in sozialen Medien. In nur vier Tagen sei ein Video des Niederländers Arjen Lubach auf verschiedenen Plattformen im Internet 30 Millionen Mal gesehen worden, teilte der Sender RTL mit. Auf Youtube wurde das Video bis zum Montagabend knapp 800.000 Mal gesehen.

Kimmels Show auf ABC war im Zuge von Kritik des Komikers am Umgang der Regierung von Donald Trump mit dem Mord am MAGA-Aktivisten Charlie Kirk für unbestimmte Zeit ausgesetzt worden. ABC gehört zum Disney-Konzern, dem Kritiker nun vorauseilenden Gehorsam gegenüber Trump und der US-Medienaufsicht FCC vorwerfen. FCC-Chef Brendan Carr hatte indirekt damit gedroht, gegen Disney vorzugehen, falls der Sender Kimmels Show nicht absetzt; Trump begrüßte öffentlich die darauffolgende Absetzung. 

In seiner RTL-Show zeigte Lubach ein knapp 90-sekündiges Video mit dem Namen Darin werden weltbekannte Szenen und Figuren aus Disney-Filmen in einer Weise präsentiert, wie sie Trump gefallen könnten. So wird etwa Aladdin aus dem gleichnamigen Film von der US-Einwanderungsbehörde ICE aufgegriffen, Bambis Mutter wird nach einer positiven Bemerkung über trans Frauen am Spieß gebraten. 

Auch Republikaner kritisieren Drohungen der Medienaufsicht

Lubach hatte bereits 2017 mit einem gegen Trump gerichteten Video hohe Reichweite erzielt. Das Video mit dem Motto war vielfach kopiert worden. Auch Lubachs neue Disney-Satire verbreitete sich schnell in sozialen Medien.

Die Absetzung Kimmels wird in den USA derweil auch von Republikanern kritisiert. So bezeichnete der republikanische Senator Rand Paul die Drohungen des FCC gegenüber Disney als „absolut unangebracht“. FCC-Chef Carr habe nicht die Befugnis dazu gehabt, Kimmels Absetzung zu fordern. 

Der Republikaner Ted Cruz sprach von Methoden, wie sie die Mafia einsetze. Carrs Drohungen seien „höllisch gefährlich“, sagte Cruz. Zwar sei er persönlich froh, dass Kimmel entlassen wurde, allerdings würde es „für Konservative böse enden“, wenn Sendern die Lizenz entzogen werde, die der Regierung nicht gefielen. Präsident Trump erklärte Carr hingegen seine Unterstützung: Der FCC-Leiter habe nichts gemacht, was „über die Linie hinaus“ gehe, sagte Trump in einer Show des Senders Fox News.

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