Russland hat Hoffnungen auf ein schnelles Treffen von Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gebremst. Sein Land sei prinzipiell für jedes Gesprächsformat offen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow im Staatsfernsehen. „Aber alle
Kontakte unter Beteiligung der Staatschefs müssen äußerst sorgfältig
vorbereitet werden“, fügte er hinzu.
Russland will, dass zuerst Delegationen
auf unterer Ebene eine Vereinbarung aushandeln. Erst dann sollen Putin und Selenskyj zusammenkommen und die vorverhandelte
Abmachung unterzeichnen.
Bei den seit Mai laufenden bilateralen Verhandlungsrunden
zwischen beiden Ländern gab es bisher kaum Fortschritte. Ausgehandelt
wurden mehrere große Gefangenenaustausche. Was die Bedingungen für eine Waffenruhe oder
gar einen endgültigen Frieden angeht, liegen beide Seiten aber noch weit
auseinander. Daher hatte Selenskyj bereits mehrfach ein Treffen mit
Putin gefordert, da dieser als einziger in Moskau den Krieg beenden
könne.
US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Ukraine-Treffen in Washington den Eindruck vermittelt, dass ein solches Treffen schon bald stattfinden könne. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem Zeitraum „in den kommenden zwei Wochen“.
